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Meine Ess(bare Freundin)

Seniors
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10.10.2006
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Meine Ess(bare Freundin)

Weil meine Freundin aus Schokolade besteht, können wir nicht nach Italien fahren. Sie würde schmelzen. Behauptet sie.
Den Sommer 2006 hat sie vor dem Kühlschrank verbracht, ich weiß das noch, weil sie beim Polenspiel eingeschlafen ist, mit dem Kopf im Obstfach, ich musste sie dann rausziehen - ihre Nougatschultern waren schon ganz spröde. Und dabei hab ich sie nur zufällig entdeckt. Weil Fußball ohne Bier, also da bin ich Traditionalist.
Es ist nicht immer leicht mit ihr, aber es hat auch Vorteile. Ihre Fingernägel sind Mandeln, da reißt nichts ein. Vor Orangenhaut im Alter fürchte ich mich auch nicht bei ihr. Gut, der Sex ist schwierig, sicher, aber wenn sie mal eine Erkältung hat, dann niest sie kleine Pfefferminz-Schokostückchen raus. Natürlich ein wenig eklig, aber köstlich, wirklich köstlich.
Freilich, sie sieht das nicht gerne, ich muss das hinter ihrem Rücken machen, aber wenn sie grad nicht hinsieht, dann schlürfe ich die kleinen After-Eight-Babies kurz vom Regal, oder von der Fensterscheibe oder von wo auch immer sie sie hingeniest hat. Es ist jedes Mal der Höhepunkt des ganzen Monats - ich bete heimlich für Erkältungen, wenn ein Kollege die Grippe hat, werde ich sein bester Freund.
Mein Versuch, sie zu überreden, doch das Spülen nach Klogängen zu unterlassen, nun … der hatte keine sehr positive Resonanz. Ich glaube die Worte „perverses Schwein“ fielen und eine Tür flog. Sie kann manchmal schon sehr energisch sein. Ob sie dann nach Chili schmeckt?
Ihre Augen sind Trüffel, ihre Haare Karamell, die Sommersprossen auf ihrer Nase sind Krokantsplitter und ich glaube, hm, nein, ich bin mir fast sicher, sie schwitzt Marzipan. Manchmal sitzen wir am Frühstückstisch und ich rühre in meinem Müsli und will ihr sagen: „Schatz, halte doch mal deinen Finger hier rein, mir ist nach etwas Schoko-Milch.“ Manchmal, wenn sie auf dem Sofa eingeschlafen ist, da will ich meinen Kopf tief in ihr Karamell-Haar vergraben, im Duft schwelgen, einen Mund voll nehmen und ihre Mandel-Fingernägel zum Nachtisch.
Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man gar nicht mehr aufhören. Man denkt immer weiter. Man überlegt sich, wie sie wohl zu Fleisch schmeckt. Das ist ja der neuste Trend: Fleisch und Schokolade. Und ehe man es sich versieht, sitzt man über einem Jägerschnitzel und spielt mit dem Gedanken, seine Freundin zu fragen, ob sie denn mal das Salz rüberreichen könne, mit ihren schokobraunen Armen.
Es geht nicht, es macht mich wahnsinnig, ich kann auch mit keinem darüber reden. Niemand versteht mich. Wenn ich zu Nick gehe, meinem besten Freund, und ihm erzähle, was mit mir los ist, dann sagt er: „Jetzt ist bald Weihnachten, hast du keine Angst, dass sie dich mit einem Schokoweihnachtsmann betrügt? Und was ist mit Ostern? Sodomie? So ein Schoko-Rammler.“ Dann lacht er und ich natürlich mit, aber leise.
Und wenn ich Fremden davon erzähle, denken sie, es wäre eine Metapher. Oder eine Allegorie. Oder solch eine Sache.
Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Es war ein Dienstag, da schlafen wir immer miteinander. Ich lag auf ihr und Eiswürfel unter ihr. Sie schmilzt sonst. Behauptet sie. Mit ihr zu schlafen ist so, als würde man durch ein Düfte-Paradies wandern. Sie riecht nussig und schokoladig, manchmal bilde ich mir auch ein, Straciatella zu riechen und Minze, Karamell und Vanille, obwohl Vanille natürlich gar keine Schokolade ist. Vor zwei Tagen war es besonders stark, ich lag auf ihr und stellte mir vor, mein kleiner Freund wäre ein Duplo, die längste Praline der Welt. Und … ich weiß auch nicht, irgendwas war ganz anders. Sie war wild, ihre Trüffel leuchteten, sie schwitzte und stöhnte, streckte mir ihre mit Smarties überzogene Zunge entgegen und leckte in meinem Gesicht umher, dann biss sie mir mit ihren diamantscharfen Toblerone-Zähnen in die Schulter und … ich biss zurück.
Ein mundgroßes Stück Nougat aus ihrer Schulter heraus. Sie schrie, stieß mich von sich und ich, noch Nougat im Mund, lag neben ihr und wollte grade kauen, meine Zunge liebkost von ihr, mein ganzer Mund voll mit ihr, grade wollte ich meine Zähne ins Nougat vergraben, kauen und schlucken, schlucken und kauen, da knirschten die Eiswürfel und sie gab mir eine Ohrfeige, so heftig, dass all die schönen Nougatstückchen aus meinem Mund hinaus durch die Luft segelten. Danach warf sie mich aus der Wohnung.
Ich kaufte Nougat, das edle Zeug, direkt aus Belgien, ein halbes Vermögen hab ich dafür bezahlt und als ich zurückkehrte, da war die Tür weit offen und sie saß in der Küche, mit entblößter Schulter. Ich küsste sie in den Nacken und sie sagte: „Früher oder später musste das passieren.“
„Ja“, sagte ich, und machte mich daran, das Nougat im Wasserbad zu erhitzen. „Aus Belgien“, sagte ich.
„Hm“, machte sie.
Als das Nougat flüssig war und begann, Bläschen zu werfen, nahm ich einen Kochlöffel, tauchte ihn hinein, bis er glasiert war, und strich die Spachtelmasse auf die Schulter meiner Freundin.
Sie stöhnte leise auf und sagte: „Ich liebe dich.“
Sie ist dann früh ins Bett gegangen, mit ihrer neuen Schulter, und auf dem Küchentisch sah ich schwarzbraune Tröpfchen glitzern. Ich tunkte einen Finger hinein und leckte ihn ab. Es war Schokolade, nein, Schokolade nicht, die Essenz der Schokolade. Pure Schokolade.
Tränen.
Das war ja das erste Mal, dass ich sie richtig aß.
Meine Geschmacksknospen explodierten, mir wurde schwindlig, alles drehte sich, ich musste mich am Tisch festhalten, denn ich zitterte am ganzen Körper. Ich leckte über meine Lippen, sah über die Schulter in Richtung Schlafzimmer und, ich kann es nicht verhehlen, ein Lächeln glitt über mein Gesicht, als ich die Heizung hochdrehte.

 

Das hat aber weniger mit dem Titel zu tun. Quinn ist schon für seine guten Geschichten bekannt und der erste Absatz, quatsch, der erste Satz ist schon toll.

 

"Meine Ex(plodierte Freundin)", ich dachte der Titel wäre bekannter, ist er aber offensichtlich nicht. Ärgerlich, aber den Titel jetzt nachträglich ändern, ist auch blöd.
der Titel kam mir auch gleich in den Kopf, hab auch extra meinen Integralhelm aufgesetzt, bvor ich mich ans Lesen gemacht hab ;)
Allerdings ergibt der Titel "Meine Ex" auch einen Sinn ohne den Klammerzusatz. Das finde ich bei deiner Titelwahl nicht.

 

So, der letzte Schwung Kommentare, dann bin ich wieder up to date.

Hallo bernadette,

ooouh, ich würd am liebsten selbst in sie beißen!
Aber erst, als was von ihr abgebissen wurde, hoffe ich doch. So einen unversehrten Schokoweihnachtsmann beißt man ja auch ungern an, aber wenn erst mal der Kopf weg ist, ist er Freiwild. :)

Auch wenns ein WM-Jahr war: Konkrete Zeitangaben stören mich meist in solchen Geschichten, zumal es in diesem Falle auch keinen wichtigen Grund dafür gibt
Ich mag das gerade. Wenn klar ist, die Geschichte ist im "hier und jetzt" angesiedelt und nicht in einer zeitlich losgelösten, irgendwie indifferen kleinen Geschichten-Welt, in der das Außen keine Rolle spielt.
Sicher: Geschichten altern dadurch und sind - wenn sie denn einer in 20 Jahren liest - nicht mehr bis ins Letzte nachvollziehbar. Aber zum einen bilde ich mir nicht ein, dass meine Geschichten in 20Jahren irgendwen interessieren, und zum anderen ist es dann eben Lokal- und Zeitkolorit. Ob man in 20 Jahren noch Toblerone und Smarties kennt wäre dann die nächste Frage.

Wenigstens prahlt der Prot nicht mit einem Snickers 2Pack
Ich fand das auch mit dem Duplo schon ganz schön blöd. :) Der war so billig, aber lag eben auf der Straße.

Das ist leider kein ganzer Satz.
Jau, die Formatierung dient hier eher dazu eine deutliche "Pause" zu machen, als wirklich zu signalisieren: Hier beginnt ein neuer Satz. Ist wahrscheinlich ungewöhnlich und grammatikalisch falsch, funktioniert für mich aber beim Lautlesen hier am besten.

Aber bitte im Wasserbad! Dir brennt sonst der Topfboden sofort an.
Hier hisse ich die weiße Fahne, da hab ich keine Ahnung. Ich hab jetzt irgendwie hingeschrieben "mit Wasser" noch, sagt mir, was ich da schreiben soll, und ich tu's. :)

Danke dir für deine Kritik, freut mich, dass dir die kleine Praline gemundet hat
Quinn

Hallo KatinkaH,


Das Ende der Geschichte (und nicht nur der Geschichte) finde ich korrekt. Wenns der Prot nicht tut, tut es ein anderer, nur das der Prot es sich redlich verdient hat.
So hätte ich das ja in tausend Jahren nicht gesehen, aber okay. Wenn er's sich verdient hat, jo ... stimmt. Ich merke schon, die Geschichte löst krude Gedankengänge aus.

Danke auch dir für deine Kritik und deine Zeit
Quinn

Ah, hallo Andrea,

Klar ist deine Geschichte eine Metapher. Wenn man über eine Frau aus Schokolade schreibt, spielt man natürlich mit der Konnotation „süß“ oder „Süße“, was man ja gerne als Kosenamen verwendet. Eine weitere Konnotation, auf der deine Geschichte aufbaut, ist das „Schmelzen“.
Die Faszination des Kannibalismus spielt da auch noch mit rein. Dass dieser Hannibal the Cannibal zum Psychopathen der letzten 20 Jahre geworden ist, hat ja einen Grund. Animismus und das alles, das sind schon archaische Themen.

seinem Begehren genügt es nicht, die Schönheit der Frau zu betrachten, sondern er macht sie zu etwas, das man sich einverleiben kann. Sie hat Angst davor, und tut alles, um sich davor zu schützen.
Das find ich sehr schön. Als sie sich dann einmal hingibt, wird es ihr ja auch zum Verhängnis, der Erzähler nimmt die Gelegenheit, zurückzubeißen, dankend an.

Ich finde die Geschichte in ihrer Kürze, Verspieltheit und trotzdem Ernsthaftigkeit schon ziemlich perfekt.
Das freut mich natürlich sehr. :)

Ehm, Belgien hab ich eingearbeitet, das ist wirklich besser (obwohl "Belgien" klanglich hinter "Der Schweiz" zurückgesteht, der Artikel fehlt halt), mit dem Wasserbad gilt das Gleiche wie für bernadette: Sag's mir und ich schreib's!
Mit den Tröpfchen: da steht ja auch "richtig aß" zum ersten Mal, die Essenz, die Tränen sind konzentrierter als die Nasen-Plätzchen. Das ist immer so ne Sache: Schreib ich's jetzt so, dass es "klar" ist oder so, dass es sprachlich noch "kompakt" ist, also grad an der Stelle ... da gehören nicht mehr viele Worte hin. Zwischen Tränen und der Heizung darf nicht mehr viel Weg liegen. Es gibt da bestimmt die perfekte Formulierung für diese Stelle und für diesen Satz, aber bis mir die einfällt muss ich mit diesem "richtig aß" Vorlieb nehmen.

Freut mich, dass du dir die Zeit genommen hast, die Geschichte so schön zu interpretieren, danke dir für deine Kritik
Quinn

 

Ja“, sagte ich, stellte einen Topf auf den Herd, gab Wasser und das Nougat hinein und erhitzte es.
:aua: Nein, um Gottes Willen! Dann verwässerst du das ganze ja.

:teach:
Also: Man hat einen Topf mit Wasser und in diesen Topf kommt wiederum eine Schüssel mit der Schokolade (praktischerweise hat die genau die Größe, dass sie der äußere Topf in der Schwebe hält). So erhitzt das Wasser im Topf die Schüssel, in der die Schokolade schmilzt.

Es gibt sogar fabrikfertig solche Töpfe mit doppeltem Einsatz. Wenn man viel mit Desserts und feinen Soßen arbeitet, lohnt sich das -
zB wird die Sauce Hollandaise (die Weiße zum Spargel) auch im Wasserbad aufgeschlagen.

 

„Wie manche, die am Hals des Freundes hängt,
Sagt wohl das Wort: sie lieb ihn, o so sehr,
Dass sie vor Liebe gleich ihn essen könnte;
Und hinterher, das Wort beprüft, die Närrin!
Gesättigt sein’ zum Ekel ist sie schon.
Nun, du Geliebter, so verfuhr ich nicht.
Sieh her: als ich an deinem Halse hing,
Hab ich’s wahrhaftig Wort für Wort getan;
Ich war nicht so verrückt, als es wohl schien“.

Hi Quinn,
würde er sie essen wollen, wenn sie nicht aus Schokolade wär? Weil sie es ist, heißt das, er liebt sie in Wirklichkeit nicht? Ein Beispiel für Liebe in letzter Konsequenz siehe oben.

_________________________________________________________________

Sprachlich sind da ein paar Verbindungen drin, die die Nachvollziehbarkeit auf die Probe stellen:

Schokolade/Nougat – Obstfach – Bier?

Gut, der Sex ist schwierig, sicher, aber wenn sie mal eine Erkältung hat, dann niest sie kleine Pfefferminz-Schokostückchen raus. Natürlich ein wenig eklig, aber köstlich, wirklich köstlich.

Ok, das mit Erkältung statt Sex geht noch – entspricht der seltsamen Natur des Textes. Aber „natürlich ein wenig eklig, aber köstlich, wirklich köstlich“? Was jetzt? (Was) für wen? Das funktioniert nicht?

Es ist jedes Mal der Höhepunkt des ganzen Monats - ich bete heimlich für Erkältungen, wenn ein Kollege die Grippe hat, werde ich sein bester Freund.

Zuerst denkt man an Menstruation. Dann, jeden Monat Erkältung?

Ich lag auf ihr und Eiswürfel unter ihr. Sie schmilzt sonst. Behauptet sie.

Behauptet sie? Stimmt also nicht?

Sie riecht nussig und schokoladig, manchmal bilde ich mir auch ein, Straciatella zu riechen und Minze, Lakritz und Vanille, obwohl das natürlich gar keine Schokolade ist.

Stracciatella = (Eis mit) geraspelte(r) Schokolade

Und dann, besteht die Freundin jetzt aus Schokolade oder aus Nougat, oder sind nur die Schulter aus Nougat?

Mag sein, dass das Haarspalterei ist, doch mich haben die Ungereimtheiten beim Lesen gestört und verhindert, dass der Inhalt wirklich auf mich wirken konnte.

Gruß
Kasimir

 

Hallo Kasimir,

Schokolade/Nougat – Obstfach – Bier?
Er will halt ans Bier und sie liegt da halb im Kühlschrank, vielleicht verstaut er da sein Bier? Vielleicht sorgt er sich um sie? Wenn deine Freundin mit dem Kopf im Obstfach eingeschlafen wäre, würdest du sie nicht rausziehen? :)

Gut, der Sex ist schwierig, sicher, aber wenn sie mal eine Erkältung hat, dann niest sie kleine Pfefferminz-Schokostückchen raus. Natürlich ein wenig eklig, aber köstlich, wirklich köstlich.

Ok, das mit Erkältung statt Sex geht noch – entspricht der seltsamen Natur des Textes. Aber „natürlich ein wenig eklig, aber köstlich, wirklich köstlich“? Was jetzt? (Was) für wen? Das funktioniert nicht?

Beides, die Pfefferminz-Schokostückchen sind köstlich, aber die Herkunft ekelt ihn.
Erkältung statt Sex ... er räumt an dieser Stelle einen Nachteil ein, geht dann aber sofort ausführlich auf die Vorteile ein.

Es ist jedes Mal der Höhepunkt des ganzen Monats - ich bete heimlich für Erkältungen, wenn ein Kollege die Grippe hat, werde ich sein bester Freund.

Zuerst denkt man an Menstruation. Dann, jeden Monat Erkältung?

Wenn er's denn erlebt, ist es der Höhepunkt des ganzen Monats, manche Monate haben eben keinen Höhepunkt. :) Mit der Menstruation ... das ist doch noch im selben Absatz wie die Erkältungs-Geschichte, im selben Atemzug quasi noch. Ist doch klar, dass es noch um die Erkältung geht.

Ich lag auf ihr und Eiswürfel unter ihr. Sie schmilzt sonst. Behauptet sie.

Behauptet sie? Stimmt also nicht?

Keine Ahnung, der Ich-Erzähler suggeriert das. Also hm, was willst du da von mir hören? Da geht's um die Gedanken des Erzählers, um den Widerstreit in ihm wie bei der eklig/köstlich-Nummer.

Sie riecht nussig und schokoladig, manchmal bilde ich mir auch ein, Straciatella zu riechen und Minze, Lakritz und Vanille, obwohl das natürlich gar keine Schokolade ist.

Stracciatella = (Eis mit) geraspelte(r) Schokolade

Vanille ist aber keine Schokolade.

Also, hm, das sind auch immer die Diskussionen, die ich mit sim führe. Ich bin im Handstreich bereit, sprachliche Korrektheit einem besseren Klang zu opfern, für manche ist das schon Schlamperei und das ist auch okay, nur würde das den Text an vielen Stellen steifer machen, damit dann wenige nicht über diese Stellen stolpern, also ich kann ja nicht für die allgemeine Leserschaft sprechen, aber ich wäre in tausend Jahren nicht über diese Stellen gestolpert. Und wenn man da anfängt und formuliert unmißverständlich, verliert ein Text, da bin ich fest von überzeugt. "Schlamperei" gehört ein Stück weit zu einer organischen Sprache.

Und dann, besteht die Freundin jetzt aus Schokolade oder aus Nougat, oder sind nur die Schulter aus Nougat?
Teils, teils. Sie ist wie das Lebkuchen-Häuschen der Hänsel und Gretel-Hexe aus verschiedenen schokolade-ähnlichen Substanzen zusammengefügt.
Deshalb ist natürlich der erste Satz, wenn man deine Logik anwendet, schon falsch. Sie besteht eben nicht nur aus Schokolade, sondern noch aus Nougat, Lakritz, Mandeln und weiß der Geier was noch. Nur würde: Weil meine Freundin aus leicht schmelzbaren Süßigkeiten und anderen Substanzen besteht, können wir nicht nach Italien fahren - einfach eine ganz andere Melodik erfordern schon. Der Ich-Erzähler ist ein Sprach-Schlamper! Schieben wir's auf ihn!

Mag sein, dass das Haarspalterei ist, doch mich haben die Ungereimtheiten beim Lesen gestört und verhindert, dass der Inhalt wirklich auf mich wirken konnte.
Das ist sehr schade, zumal ich jetzt in meiner Antwort auch noch ein wenig gereizt klinge, bin ich aber eigentlich gar nicht, ich seh auch, worauf du hinauswillst, nur keinen Handlungsbedarf.
Deine Probleme, hab ich selbst als Leser die Erfahrung gemacht, bedingen sich dann untereinander. Man kommt nicht in den Text rein, weil einen formal etwas stört. Und weil man nicht in den Text reinkommt, stört einen formal dann einiges.
Ist sehr schade, aber ich wüsste nicht, wie ich das ändern kann.

Danke dir trotzdem für die kritischen Anmerkungen, haben mich zum Nachdenen gebracht, vielleicht seh ich das ja in ein paar Tagen alles anders
Quinn

@Bernadette: Das ist also ein Wasserbad ... trotzdem kein Grund mich im Mod-Forum zu verunglimpfen! So krieg ich nie wen in mein Lebkuchenhaus gelockt!
Ich änder das, wenn mir einfällt, wie. :)
Quinn

 

Hi Quinn,
erstens sehe ich, auf mein Zitat lässt du dich nicht ein! Nee, ich weiß schon wie blöd es ist, den eigenen Text interpretieren / erklären zu müssen. Was du ja für mich im Kleinen dann doch tust. :D Ich habe zumindest an Penthesilea denken müssen.

Deine Erklärungen betreffend:

Ich habe die Zusammenhänge beim Lesen schon kapiert, nur musste ich erstmal im Text suchen, um die herzustellen – weißt schon: „Stop! Nochmal zurück! Ah!“

Ich bin im Handstreich bereit, sprachliche Korrektheit einem besseren Klang zu opfern, für manche ist das schon Schlamperei und das ist auch okay, nur würde das den Text an vielen Stellen steifer machen, damit dann wenige nicht über diese Stellen stolpern, also ich kann ja nicht für die allgemeine Leserschaft sprechen, aber ich wäre in tausend Jahren nicht über diese Stellen gestolpert. Und wenn man da anfängt und formuliert unmißverständlich, verliert ein Text, da bin ich fest von überzeugt. "Schlamperei" gehört ein Stück weit zu einer organischen Sprache.

Da gebe ich dir teils recht, nur teils, weil du in deinen meisten Texten beweist, dass der bessere Klang gut mit inhaltlicher Genauigkeit (im Sinne von festem und klarem Zusammenhang / Referenz) harmonieren kann. Und organisch bist du, keine Frage!:)

Gruß
Kasimir

 

Hi Quinn,
erstens sehe ich, auf mein Zitat lässt du dich nicht ein! Nee, ich weiß schon wie blöd es ist, den eigenen Text interpretieren / erklären zu müssen. Was du ja für mich im Kleinen dann doch tust. :D Ich habe zumindest an Penthesilea denken müssen.
Hey Kasimir,
ich würd ja immer gern, aber ich zügel mich dann, weil es die Leser einengt und auch enttäuscht.
Es ist doch ein tolles Gefühl, so einen Text zu haben, wo man denkt: "Und ich hab ihn jetzt verstanden! Ich hab recht." und wenn man dann lesen muß: Ach, der hat aber beim Schreiben doch an was anderes gedacht, isses wieder doof.

Vor nem halben Jahr oder so, hatte ich hier in Seltsam ne Geschichte drin, da war für mich klar: "Der Erzähler ist tot und erzählt aus dem Kofferraum", Geschichte wurde hochgelobt und empfohlen und alles, und als dann wer sagte: "Ja, hier, der Erzähler ist doch tot" und ich ihm rechtgab, hab ich gemerkt, dass dann einige enttäuscht waren.
Deshalb zügel ich mich da immer ein wenig.
Es ist ja auch kein Test oder ein Rätsel mit falsch oder richtig, ich schreib das Ding und ich hab mir auch mir auch was dabei gedacht, aber in der Lektüre eines Textes sollte normalerweise der Autor nicht vorkommen, das ist eine Beziehung zwischen Text und Leser. Hier ist es natürlich, so weit es den "handwerklichen" Aspekt betrifft, den "Schreibwerkstatt"-Aspekt, noch so, dass der Autor mitreinspielt, weil er den Text nachträglich ändern kann, aber aus der Interpretation eines Textes sollte sich ein Autor, glaube ich, zum Wohle der Leser und des Textes raushalten.

Gruß
Quinn

 

Hallo Quinn!

Mag sein, dass Du schon für Deine guten Geschichten bekannt bist - diese hier gefällt mir auf jeden Fall sehr gut. Ein kratziger Text zum Knabbern. :D

Nachdem stilistische Belange bereits ausführlich begutachtet wurden, möchte ich mich lediglich zum Inhalt äußern.

MMn handelt es sich, zumindest peripher, um den Machtkampf zwischen Sexualpartnern. Sie präsentiert ihre Schokoladenseiten, lockt als "Süße", sowie gleichzeitig zerbrechlich wirkende Schmelzbereite und hält ihn dennoch auf Distanz. Er geht auf ihr Spiel ein, versucht, das "Tier im Manne", den angelockten Jäger im Zaum zu halten. Ein falscher Zug und schon ist sie verletzt. Sie lässt ihn das spüren, er versucht Schadensbegrenzung. Sie spricht von Liebe und liefert sich damit aus. Meine Sicht der Dinge :D

Was die Lakritz-Haare betrifft, könnte sich Karamell als hilfreich erweisen. Passt besser zu Schokolade. Nur so als Vorschlag.


Gerne gelesen!
Toni

P.S.:

weltenläufer schrieb:
Allerdings ergibt der Titel "Meine Ex" auch einen Sinn ohne den Klammerzusatz. Das finde ich bei deiner Titelwahl nicht.
Dem schließe ich mich an

 

Hallo Quinn,

zunächst einmal mein aufrichtiger und uneingeschränkter Glückwunsch zu dieser charmanten und originellen Idee! Eine seltsame Geschichte, wie sie meines Erachtens kaum besser zusammenfantasiert werden kann.

Das "Problem" bei dieser Idee ist meiner Meinung nach hauptsächlich die Tatsache, dass viele der schreibenden Zunft etwas neidisch denken: "Warum bin ich eigentlich nie auf diese geile Idee gekommen?" Und im nächsten Schritt: "Was hätte ich wohl aus dieser tollen Idee gemacht?"

Das prägt wohl auch viele der Kommentare, die die KG erhalten hat.

Meine Meinung: Du hast sie auf deine, nämlich die "quinn'sche" Art perfekt erzählt. Quinn hatte diese tolle Idee und hat DAS daraus gemacht. Mir hat es wirklich ausgesprochen gut gefallen und ich habe die ganze Zeit beim Lesen nur "Yeah!" gedacht.

Respekt und absolute Begeisterung. Der Titel? Na ja, also etwas mehr Mühe hättest du dir da geben können. Ich will dich nicht beleidigen, aber der Titel könnte von mir sein.

Ich warte jetzt noch eine Weile ab, ob lea eine brauchbare Empfehlung zustande bringt. Sonst kommt sie von mir. Ich will aber erst mal nicht der angekündigten Empfehlung vorgreifen.

Fazit: Tolle Idee. Tolle Geschichte!

Grüße von Rick

 

Ich warte jetzt noch eine Weile ab, ob lea eine brauchbare Empfehlung zustande bringt. Sonst kommt sie von mir. Ich will aber erst mal nicht der angekündigten Empfehlung vorgreifen.
Es spricht nichts dagegen, wenn mehrere Mitglieder eine KG empfehlen, was auch ab und an vorkommt. Dabei werden alle Texte in den Empfehlungsthread übernommen. Dadurch wird die Geschichte noch etwas mehr aus der Masse der Lesenswerten gehoben. Von daher - nur zu :).

 

Hallo Antonia,

MMn handelt es sich, zumindest peripher, um den Machtkampf zwischen Sexualpartnern. Sie präsentiert ihre Schokoladenseiten, lockt als "Süße", sowie gleichzeitig zerbrechlich wirkende Schmelzbereite und hält ihn dennoch auf Distanz. Er geht auf ihr Spiel ein, versucht, das "Tier im Manne", den angelockten Jäger im Zaum zu halten. Ein falscher Zug und schon ist sie verletzt. Sie lässt ihn das spüren, er versucht Schadensbegrenzung. Sie spricht von Liebe und liefert sich damit aus. Meine Sicht der Dinge :D
Das leuchtet mir alles ein. So kann man das Ding bestimmt lesen. Schmelzbereit ist schön. :)

Karamell/Lakrithaare hm, hat was. Karamell würde auf jeden Fall überhaupt noch gut in die Geschichte passen. Mit dem Titel ... ach, das änder ich nu nicht mehr, die Geschichte steht ja schon seit ein paar Tagen hier und wenn die dann nen anderen Titel hat, würden Leute nochmal draufklicken, die sie schon gelesen haben und so, nee, ich glaub nicht. Und sonst hab ich ja auch nicht groß vor, sie zu veröffentlichen oder so.

Schön, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat, danke für deinen Kommentar
Quinn

Hey Rick,

was soll ich da groß sagen außer "Das macht mich stolz"?
Aus der Grundidee kann man bestimmt in viele Richtungen gehen, erotischer, humorvoller, tragischer, obsessiver - das würde wahrscheinlich alles funktionieren, jetzt mit dem vielen Feedback seh ich die vielen Wege auch, die die Geschichte von der Grundidee her, hätte nehmen können.
Aber, und das hast du sehr schön gesagt, es hat da halt jeder seine eigenen Vorlieben, seine typischen "Themen" und seine Maröttchen und Methoden. Wenn man diese "Copywrite"-Idee ein wenig freier interpretiert (und versucht die "Idee" einer Geschichte zu treffen, ohne sich sklavisch ans Personal oder die Orte halten zu müssen), kommen dann auch solche spannenden Variationen über die Ideen und Themen anderer hinaus - das bilde ich mir zumindest ein. Ist ein bisschen schade, dass das im letzten Jahr ein wenig eingeschlafen ist.

Auf jeden Fall vielen Dank für deinen Kommentar, er hat mich sehr gefreut
Quinn

 

Yo Quinn!

ELAINE: Wrong side?
JERRY: Yeah, she was on his right side. He can't make a move with his left hand. Can't go left.
ELAINE: He can't go left.
JERRY: No! I'm lefty, can't go right. What about women? Do they go left or right?
ELAINE: Nah, we just play defense.

Genau so; Antonia hat's natürlich besser ausformuliert. Aber das wäre dann auch meine Lesart. Nach dem ersten Lesen vor zwei Tagen dachte ich noch: "Liebe, die durch den Magen geht, die geht letztenendes in die Hose." Davon bin ich aber mittlerweile ab ... :)

Ja, eine geschmacks- und vor allem geruchsintensive Geschichte ist Dir da gelungen. Kurz bevor er seine Zähne in ihr versenkt - Yum, da war Schwung drin. Das hat wirklich Spaß gemacht, zu lesen; am Ende stand tatsächlich Verlangen.
Karamell wäre tatsächlich noch eine nette Erweiterung. Der Titel ... Und wenn Du einfach die Klammern löschst? Außerdem: Muss sie ihm unbedingt Salz rüberreichen? Salz und Schokolade wirken so widersätzlich; das reißt mich aus meiner Geschmackswelt heraus.

Die Änderungen haben sich bezahlt gemacht. Die holprigen Stellen wurden sämtlichst planiert, so dass mir nur noch das hier auffiel:

Gut, der Sex ist schwierig, sicher, aber wenn sie mal eine Erkältung hat, dann niest sie kleine Pfefferminz-Schokostückchen raus. Natürlich ein wenig eklig, aber köstlich, wirklich köstlich.
Freilich, sie sieht das nicht gerne, ich muss das hinter ihrem Rücken machen, aber wenn sie grad nicht hinsieht, dann schlürfe ich die kleinen After-Eight-Babies kurz vom Regal
Ich bin sicher, dass es für diese "gut - aber", "sicher - aber", "natürlich - aber", "freilich - aber" Konstrukte ein passendes Fachwort gibt, das ich nicht kenne; aber ich denke, Du weißt auch so, was mich hier gestört hat.

Meine Lesart ist klar. Die Geschichte ist gelobt. Getadelt wurde auch. Alles gesagt. Hat Spaß gemacht!

Bis denne,
Nick der Fisch

 

Hi Quinn,

weil sie beim Polenspiel eingeschlafen ist, mit dem Kopf im Obstfach, ich musste sie dann rausziehen - ihre Nougatschultern waren schon ganz spröde. Weil Fußball ohne Bier, also da bin ich Traditionalist.

Da habe ich nicht kapiert, was du meinst.
Erst später ist mir ein Licht aufgegangen, dass sie nicht rausgezogen wird, weil ihre Schultern spröde sind, sondern weil sie Platz für das Bier machen musste. Oder :confused:

Fand sie echt lecker die Geschichte

Goldene Dame

 

Yo Fischi,

ELAINE: Wrong side?
JERRY: Yeah, she was on his right side. He can't make a move with his left hand. Can't go left.
ELAINE: He can't go left.
JERRY: No! I'm lefty, can't go right. What about women? Do they go left or right?
ELAINE: Nah, we just play defense.
Spitzen-Zitat. Seinfeld, Basketball und Fummeln kombiniert, fehlt noch ein Bacon-Burger und es ist perfekt. (Und was passiert, wenn man Fummeln und Essen kombiniert, darüber gab's ja auch mal ne Seinfeld-Folge).

Karamell wäre tatsächlich noch eine nette Erweiterung.
Jau, ich bin überzeugt, ich überarbeit sie nochmal und dann Wasserbad, Karamell usw.

Ich bin sicher, dass es für diese "gut - aber", "sicher - aber", "natürlich - aber", "freilich - aber" Konstrukte ein passendes Fachwort gibt, das ich nicht kenne; aber ich denke, Du weißt auch so, was mich hier gestört hat.
Jau, Konjunktions-Flut, das mach ich öfter um so eine Pseudo-Logik herzustellen, sie soll hier versuchen, dem inneren Konflikt so eine Art "logisches Korsett" zu geben (Der Protagonist ringt ja mit sich und tellt hier scheinbar Vor- und Nachteile gegeneinander). Ist vielleicht nen bisschen viel, mal guckem, ob ich das auskämmen kann.

Danke dir für deine Zeit und das Zitat natürlich!
Quinn

Hallo Goldene Dame,
der Nachsatz hängt da nun ein wenig blöd in der Luft, ich denke ich nehm das einfach raus. Es ist so gedacht, dass er eben an den Kühlschrank geht und dann zieht , dass sie dort drin liegt.

Freut mich, dass dir die Geschichte geschmeckt hat, danke für deine Kritik
Quinn

 

Ich kann mir darunter gut die Gedanken eines Mannes/Menschen vorstellen, der von Zeit zu Zeit von seiner Gier zerfressen wird!

Besonders der Letzte Satz ist der Hit in der Geschichte! Dieser sehr gut ausgedrückte Drang mehr zu wollen. Zum großen Finale überzugehen! Respekt!

Aber ich will jetzt nicht das Forum mit meiner Interpretation voll müllen. Könnte ne ganze Seite schreiben.

Tolle Geschichte!

Mit freundlichsten Grüßen Marco Wolff

 

Hallo Aenima,

freut mich, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat und dir viel gegeben hat. Der letzte Satz läutet da ein wenig das Finale ein, das glaub ich auch. DIe Dämme brechen und das Angestaute wird frei.

Vielen Dank für deinen Kommentar
Quinn

 

Hey Quinn,

ich habe die Kommentare nicht gelesen, steig also ganz unverbraucht ein.
Zu der Geschichte bin ich gekommen ... also wenn man mit der Maus über die Titel fährt, dann werden doch so die ersten Sätze angezeigt. Und da ist sie wieder, die Bedeutung des ersten Satzes und Co - die hier haben mich wirklich, wirklich angesprochen. Klar, Schokolade, wer will da nicht mehr.

Also angefangen zu lesen und zwischenzeitlich, so bei den vielen Beschreibungen wonach sie wann wie schmeckt, wonach sie riecht und was man alles an ihr finden kann, da dachte ich mir, wo will er hin? Nette Idee, aber so ne Schokofreundin allein trägt ja keine Geschichte. Und das ziehst Du ja relativ lang durch, diese Freundinerläuterung. Bis er dann halt zubeißt und das Ende, boah, fies. Fies aber großartig. Weil so schön vorbereitet.
War ja nur eine Frage der Zeit eigentlich. Ist ein bisschen wie mit dem Apfel aus dem Paradies. Das musste ja auch passieren.

Sehr schöne Geschichte, hat mich wirklich unterhalten und Spaß gemacht. Kurz und gut. Weitere Länge wäre hier auch nicht angebracht.

Weil meine Freundin aus Schokolade besteht, können wir nicht nach Italien fahren. Sie würde schmelzen. Behauptet sie.

Sagte ich schon, dass ich das toll finde? :)

Den Sommer 2006 hat sie vor dem Kühlschrank verbracht, ich weiß das noch, weil sie beim Polenspiel eingeschlafen ist, mit dem Kopf im Obstfach,

:D

Weil Fußball ohne Bier, also da bin ich Traditionalist.

Ich mag tatsächlich diesen sehr knappen Stil hier. So die kurzen Sätze, die dann richtig ins Schwarze treffen. Da wird ewig über Nugat und Schultern geredet und dann: Bier - ich bin Traditionalist.

Mein Versuch, sie zu überreden, doch das Spülen nach Klogängen zu unterlassen, nun … der hatte keine sehr positive Resonanz.

So schön!

... und ich glaube, hm, nein, ich bin mir fast sicher, sie schwitzt Marzipan.

Wer will nicht so eine Freundin!

Und wenn ich Fremden davon erzähle, denken sie, es wäre eine Metapher. Oder eine Allegorie. Oder solch eine Sache.

Schön eingeschachtelt. Der Leser ja auch die ganze Zeit.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Es war ein Dienstag, da schlafen wir immer miteinander.

Hehe.

Meine Geschmacksknospen explodierten, mir wurde schwindlig, alles drehte sich, ich musste mich am Tisch festhalten, denn ich zitterte am ganzen Körper. Ich leckte über meine Lippen, sah über die Schulter in Richtung Schlafzimmer und, ich kann es nicht verhehlen, ein Lächeln glitt über mein Gesicht, als ich die Heizung hochdrehte.

Ohne Worte! Schöne Pointe. Runde Sache.

Schönen Dank für den kurzweiligen Zeitvertreib. Habe ihn sehr genossen.

Besten Gruß Fliege

 

Hallo,

ist ja wirklich schon eine ältere Geschichte, da bin ich mittlerweile denke ich auch sehr objektiv dazu, das hat man bei neuren Geschichten ja nicht immer gleich. Ich hab die noch mal gelesen, ich hab sie zwischen drin noch ein paar mal gelesen und ehm … jo. Ich würde bestimmte Sachen heute anders machen, aber ich finde das Ding nach wie vor ziemlich gut, weil es dem Leser auch viel Freiraum gibt, wie man das jetzt lesen möchte.
Ob man sagt: Hier geht es darum, dass ein Mann mit der Zartheit seiner Freundin so konfrontiert wird, dass er sich immer zurückhalten muss, die Leidenschaft.
Oder ob man sagt: Hier ist ein Mann mit eindeutig sadistischen Tendenzen, der kurz davor ist, seine Frau zu schlagen.
Oder man sagt: Es ist eine Metapher auf eine Beziehung im Allgemeinen, in der immer Distanz gewahrt bleiben muss, für das Mysterium.

Natürlich ist es an der Oberfläche ganz anders, da denkt man den Schoko-Weihnachtsmann aus Kindertagen und wie absurd diese Schlaraffenland-Figur da geschildert wird – meine Lieblingsstellen sind auch heute, die selben wie damals, die hast du ja auch genannt. Die Frau mit dem Kopf im Obstfach während der Fußball-WM 2006 und der Eingangssatz. Ist auch lustig, weil es immer heißt: Setz doch nicht so Sachen rein, sonst wird die Geschichte nicht zeitlos. Die Geschichte hier ist von 2008, referiert auf die Fußball-WM 2006 – es hat sie in den letzten 4 Jahren wahrscheinlich eh kaum einer gelesen und so schlimm ist das mit 2006 jetzt nicht, das ist eher ein bisschen Lokalkolorit.

Für mich in der Idee hier, die wichtigste Szene ist, wenn er wiederkommt, ihr die Schulter repariert – alles gut ist – und er dann eine Träne von ihr findet und isst.

Ich weiß es nicht, es ist auch seltsam, sich zu so alten Texten zu äußern. Also ich glaube ich bin 4 Jahre später auch jemand anderer und habe einen anderen Blick auf den Text als damals, deshalb, hoffe ich, das wird nicht als Eigenlob empfunden, wenn ich mich zu der Geschichte so äußere. Ich würde heute den Mittelteil straffen, ich würde das mit dem „Klogang“ und dem Niesen irgendwie so formulieren, dass es nicht ganz so pubertär wirkt, aber sonst ist das schon eine Geschichte, bei der ich sagen würde: Jau, die kann was (Den Titel würde ich auch ändern). Im Prinzip alles, was so als häufiger Kritikpunkt zur Geschichte kommt und bei dem man sagt: Ach! Ich mag’s aber. Ist dann was, bei dem man mit mehr Abstand sagen würde: Jo … stimmt schon.

Diesen Geschmacksoverkill wie hier im Mittelteil mit den ganzen Schokosorten pro Körperteil hab ich später noch einmal gemacht und das kam dann viel besser an, also – das mein ich auch manchmal – hier funktioniert es zum Teil, aber es musste erst einmal hier in Ansätzen halb scheitern, damit es wann anders besser klappen kann.
Das ist interessant, das mal zu sehen. Dass auch Sachen, die nicht so klappen, einen später mal wirklich weiterbringen. Das sag ich mir immer zum Trost, wenn mal ein Text richtig in die Binsen geht. Daran will ich auch glauben. :)

Danke fürs Ausgraben
Quinn

 

Ich würde heute den Mittelteil straffen, ich würde das mit dem „Klogang“ und dem Niesen irgendwie so formulieren, dass es nicht ganz so pubertär wirkt, aber sonst ist das schon eine Geschichte, bei der ich sagen würde: Jau, die kann was (Den Titel würde ich auch ändern). Im Prinzip alles, was so als häufiger Kritikpunkt zur Geschichte kommt und bei dem man sagt: Ach! Ich mag’s aber. Ist dann was, bei dem man mit mehr Abstand sagen würde: Jo … stimmt schon.
Mal neugierig gefragt: Warum machst du das nicht? Liegt dir das ganze schon zu fern oder möchtest du das als Schritt einer Schreibentwicklung stehenlassen?

 

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