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La Muerte de Christos

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25.02.2004
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La Muerte de Christos

Die Stunde des Herrn?

Die Stunde des Herrn?

Es war einmal vor etwa 2000 Jahren, da lebte ein Mann,
der den Gläubigen Nächstenliebe und Vernunft lehren
wollte. Er meinte, man solle nur rufen, und die Menschen
würden kommen und sich dem Gottesreich anschließen.
Freiwillig.
Irgendwie hatte das jemand falsch verstanden und tötete
für jenen Mann mehrere Tausend Andersgläubige. Aber gut,
kann ja mal passieren. Inzwischen hat sich in den Köpfen
so mancher Theologen sowieso ein anderes Gottesbild eingeprägt.

Das merkt man auch im Religionsunterricht:

Der Lehrer betritt selbstbewusst die Klasse. Sein Grinsen
drückt tiefe Freundlichkeit und Verständnis aus, während seine wohlausgesuchten Kleidungsstücke einen guten Geschmack
vermitteln wollen.

"In der heutigen Stunde wollen wir das Thema der Gottesfrage
behandeln. Zunächst einmal: Was versprecht ihr euch von Gott?"
Aus dem Wirrwar an Gerede in der Klasse waren Dinge wie "Geld",
"Pool" und "Fortsetzung zu Braindead" zu hören.
Der Lehrer wirkte unzufrieden.
"Nein, ich meine, wenn ihr zu Gott betet, was erwartet ihr dann
von ihm?"
"Geld", "Pool", "Fortsetzung zu Braindead."
"ES REICHT!"
Die Klasse verstummte.
"Aber,..."
"RUHE! Das sind natürlich völlig unrealistische Vorstellungen."
"Was, Sie meinen Peter Jackson wird keinen Nachfolger zu
Braindead drehen?"
"NEIN, VERFLUCHT! Oh, Herr, bitte vergieb mir!
"Ja klar, kein Problem."
"Was ist kein Problem, Michael?"
"Ich vergebe Ihnen."
"Aber du bist nicht Gott."
"Achso."
"Ja."
"Ok."
"Also, um meine Frage zu beantworten..."
"Herr Schmidt?"
"Ja?"
"Warum beantworten Sie ihre eigene Frage?"
"WEIL IHR OFFENBAR NUR UNSINN IM KOPF HABT!"
"Achso, ok."
"Gut. Wir erwarten von ihm die Erlösung im Gottesreich."
"Nein."
"Was nein, Michael?"
"Ich will keine Erlösung im Gottesreich."
"Wieso nicht?"
"Weil ich eine Fortsetzung zu..."
"HALT DEINEN MUND!
Also, wenn wir sterben und wenn wir gute Christen waren,
dann kommen wir in den Himmel, so wie Jesus es gesagt hat.
Und was ist der Himmel, Michael?"
"Da wohnt Gott."
"Sehr gut. So ist es."
In der Klasse machte sich Gekicher bemerkbar. Herr Schmidt wirkte
ein wenig verunsichert.
"Herr Schmidt?"
"Ja, Michael?"
"Und wo ist der Himmel?"
"Na, da oben. Aber wir können ihn natürlich nicht sehen."
"Nein, natürlich nicht..."
Das Gekicher kehrte zurück.
"Herr Schmidt, und was macht Gott da oben? Sitzt der oder steht
der irgendwo drauf?"
"Na, was weiß ich. Der sitzt."
"Wo sitzt er?"
"Auf einem Stuhl. Wo sonst?"
"Ist der Stuhl von Ikea?"
"DU MACHST DICH WOHL ÜBER MICH LUSTIG?"
Das Gekicher übergab das Staffelholz an regelrechtes Gelächter.
"Herr Schmidt?"
"Was?"
"Sind Sie da sicher?"
"Womit?"
"Dass Gott mit schwedischen Bedienungsanleitungen zurecht kommt?"
Jetzt besuchte eine rote Färbung die wütenden Wangen
des Lehrers.
"Was fällt dir eigentlich ein? Zehn Seiten, wenn du noch einmal
die Allmacht des Herrn ein Frage stellst! Also, zurück zum Thema: Was kriegen
wir noch von Gott?"
"Einen Stuhl?"
"Wieso einen Stuhl?"
"Achso, ich dachte nur, er hätte vielleicht gleich eine
Sammelbestellung gemacht."
Die Schüler konnten sich vor Lachen nicht mehr halten.
"Nein, zurück zum Thema: Du kannst ihm auch deine Sorgen erzählen."
"Ich kann alle meine Sorgen auch meiner Freundin erzählen."
"Die wird dir aber keinen Trost spenden."
"Echt? Und Gott wird mir Trost spenden?"
"Ja."
"Inwiefern?"
"Er erhört dein Gebet."
"Und?
"Und dann spendet er dir Trost."
"Na, dann.
"Herr Schmidt, wenn Gott so nett ist, warum sterben dann so
viele Menschen in Kriegen und an Morden?"
"Weil sie sich von Gott abgewandt haben."
"Und was ist mit Juden und Muslimen?"
"Na, die haben sich auch von Gott abgewandt."
"Meine Freundin ist Jüdin. Muss sie jetzt sterben?"
"Ich befürchte schon."
"Herr Schmidt?"
"Ja?"
"Sie sind ein Vollidiot!"
"So das reicht! Du schreibst 10 Seiten darüber, warum du
hier in meinem Unterricht bist und ich glaube, ich muss
mal mit deinen Eltern reden!"
"Wie gut, dass unser Schicksal nicht von Göttern
abhängt, die sowas wie Sie in die Welt setzen!"

Michael verließ den Klassenraum und beschwerte sich beim
Direktor. Dieser setzte noch 10 Seiten drauf. Mit einem
letzten Blick auf das Kreuz im Rektorbüro, entschied er
sich, einen riesigen rosa Schwamm anzubeten, der die
bösen Seelen einsaugt und auf dem die guten Seelen in
Frieden leben dürfen. Den gab es wenigstens wirklich.

Darauf erreichte eine mysteriöse Stimme das Ohr von Dieter Schmidt:
"Dieter?"
"Oh, du bist mir endlich wieder erschienen. Ja, was möchtest du wissen, mein Herr?"
"Meinst du die Sammelbestellung der Stühle von Ikea war ein Fehler?"

 

muahahahahahaha.... erinnert mich an mich in religion...

"Dann war für sie offenbar nie jemand da." Sie wird aber groß geschrieben
nein, mal im ernst, ich bin klerikerkind, und diese haben alle einen schaden... lol
habe die satire sehr genossen. wirklich.

glg, das vita

 

Also, mich hinterlässt diese Story mit ner geteilten Meinung.
Der Anfang ist super, ich hab mich totgelacht aber dann...

"Aber was? Wie kommen sie überhaupt auf die Idee, dass es einen Gott gibt?"

Ab diesem Teil wird die Story für mich schlechter.
Der Lehrer wird zu übertrieben dumm dargstellt und auch das Ende von wegen 'in die Psychatrie eingewiesen' ist einfach nicht überraschend genug, vielleicht wäre das überraschensde hier göttliches Eingreifen oder so.
Fazit: Fängt klasse an, schwacht dann aber immer weiter ab.

 

Göttliches Eingreifen? Damit würde ich gegen den Protagonisten arbeiten, mit dem sich der Leser identifizieren soll, indem ich die Existenz Gottes zugeben würde, die er ja negiert. Der Lehrer verzweifelt an der Argumentation des Schülers zunehmend, wird immer unsicherer und flüchtet sich in immer irrationalere Antworten. Am Ende ist sein Weltbild so stark in Frage gestellt, dass er wahnsinnig wird. Ich halte einige der letzten Antworten auch für zu dumm, um es glauben zu können, aber leider habe ich sowas schon zu hören bekommen. Mit dem Ende gebe ich dir Recht, das könnte prinzipiell besser sein. Ich werde es ändern.

 

Ja, aber eben diese Änderung würde alles auf den Kopf stellen - okay, das würde wahrscheinlich verwirrend und unlogisch wirken, aber ich hielts mal fürne witzige Idee...;).

 

Naja, ich habe das Ende ja jetzt verbessert. Versteh das nicht falsch, ich bin dankbar für jede Kritik. Nur war ich eben in diesem Punkt anderer Meinung.

 

Ließ "Kruzifix", dort habe ich genau das getan, was du vorschlägst.
Nun ja, die Geschichte habe ich tatsächlich geschrieben, als ich in der 10. war. Und ich bin es auch, der sich über das moderne Christentum aufregt. Aber warum macht das die Kurzgeschichte schlechter? Autoren reflektieren prinzipiell in ihren Werken über ihre eigenen Erfahrungen, sie schreiben aus ihrer Perspektive, wie ginge es auch anders?
"La Muerti di Christi" meint, dass von dem Christentum nach Jesus im Religionsunterricht vor der 11.Klasse, wie auch prinzipiell in unserer Gesellschaft nicht mehr viel übrig geblieben ist, insofern also der symbolische Tod Christus.

 

Meinetwegen: Dadurch, dass Religionsunterricht so geführt wird, der Glauben so vertreten wird, ist von kritischen Schülern kaum zu erwarten, sich dafür zu begeistern, außerdem hat es mit dem ursprünglichen Christentum nicht mehr viel zu tun.
Das ursprüngliche Christentum- unser aktueller Religionslehrer (12.Jahrgansstufe) hat uns das überzeugend dargelegt, hatte nichts mit einem Leben nach dem Tod, nichts mit Wiederauferstehung im materiellen Sinne, nichts mit Gottesdienst und nichts mit einem Kirchenoberhaupt am Hut.
Warum sich über das moderne Christentum aufregen? Ganz einfach: Von diesem ist sehr wohl "noch" etwas da- und zwar viel zu viel. Die Kirche ist die 1. moralische Instanz in den meisten Ländern, obwohl sie das nicht im allermindesten verdient hat, da sie nur Aberglauben und Unterwürfigkeit lehrt.

 

Ja, gut, ich nenne das Christentum, wie es von der Kirche (katholische Institution) heute vertreten wird, das moderne Christentum. Den evangelischen Bereich habe ich mal außen vor gelassen, aber die brauchen sich auch nicht mit Ruhm zu bekleckern (wusstest du, dass Luther Antisemit war?), von den Sekten mal ganz zu schweigen. Den Begriff "modernes Christentum" gibt es soweit ich weiß gar nicht, also habe ich ihn einfach einmal selbst für mich definiert.
Warum sollte ich schleunigst Katholizismus von modernem Christentum trennen? Für mich ist das alles eine riesige Verblendungsmaschinerie, ob nun evangelisch, protestantisch oder sonst was und ich bin nicht bereit, denen mehr Toleranz entgegenzubringen, als ich von ihnen bislang erfahren habe.
Mit dem Titel hattest du schon irgendwo recht. Ich habe ihn jetzt geändert.

 

Hallo Andi!

Um es kurz zu sagen: Mir hat deine Geschichte nicht gefallen.

Du sagst, dass du die Geschichte in der zehnten Klasse geschrieben hast und dabei eben die Meinung dieses Schülers vertreten hast. Das Problem ist: Wenn man seine Meinung äußern will, indem man stumpf Argumente auflistet - und genau das tust du -, schreibt man besser einen Aufsatz als eine Geschichte. Bis zum ersten Nachhaken des Lehrers fand ich den Ansatz in Ordnung - aber danach verkommt die Geschichte zu einer bloßen Aufstellung von Argumenten und Gegenargumenten. Gehts nicht ein bisschen subtiler? :rolleyes:

dayvs GE-ve
Stefanie

 

Stumpf Argumente auflisten? Soll ich Ketchup über die Argumente schütten, sie mit Hip Hop vermischen oder wie jetzt? Subtiler? Genau so war es aber in der 10.Klasse. Mir wäre es auch lieber, wenn die Realität subtiler wäre. Ist sie aber nicht. Gut, so ist der Text schon fiktiv, aber er funktioniert schon als zynische Zusammenfassung tatsächlicher Diskussionen. Inzwischen habe ich natürlich noch weit bessere Argumente für die Nichtexistenz Gottes. Jetzt benutze ich die Wissenschaft als Quelle, nicht mehr die Philosophie. Jedoch war das Material der 10. besser für eine Satire geeignet. Zielgruppe sind Schüler, denen es genau so geht, wie du siehst hat die Satire vita ja gefallen. Übrigens habe ich die Religion of the Holy Sponge (vgl. Schluss) tatsächlich einmal gegründet, am Ende zählte sie über 60 Mitglieder. Ach ja: Danke für deinen Kommentar, Kritik ist immer gut.

 

Na ja, ich würde eine Satire als überzogen definieren und lustig, nicht als stumpfe Wiedergabe der Wirklichkeit. Mein Problem ist, dass ich mir so einen Dialog durchaus in der Realität vorstellen kann. Und deshalb ist die Geschichte nicht so satirisch, wie ich sie gern hätte.

Nichts für ungut,
Stefanie

 

Dadurch dass ich alle einzelnen Strittigkeiten auf einen Punkt konzentriere und sich zuspitzen lasse, soll es witzig rüberkommen. Ich persönliche erlebe die Realität als äußerst lachhaft und kann es sehr oft gar nicht fassen, was es ein einer "aufgeklärten" Gesellschaft für unglaublich unsinnige Ansichten gibt, die dann auch noch unbelehrbar weitergegeben werden. Klar, irgendwo ist es schon wieder zu ernst, um noch witztig zu sein. Egal, bei "Kruzifix" gehe ich anders an die Sache heran, vielleicht gefällt dir diese Satire ja besser.
Ich habe deinen Kommentar auch nicht als provozierend aufgefasst, ist schon ok. Danke für deinen Kommentar.

 
Zuletzt bearbeitet:

Das Peter Tannenbaum Gymnasium unterschied sich nicht wirklich von irgend einer anderen Schule. So war es auch ihre Aufgabe, unnützes Wissen zu vermitteln
Es muss heißen: "seine Aufgabe" denn es heißt auch: "das Gymnasium".
und statt funktionierende Toiletten lieber alte Fernseher anzuschaffen.
"statt funktionierender"
Wollen sie etwa andeuten, meine
Sie schreibt man als Anrede groß. Soweit die ersten drei Zeilen deiner Geschichte aus ortografischer Sicht.

Wo gehen die Schüler werktags noch vor der Schule zum Gottesdienst?

Wo ist die Satire? Die Gegenargumente dürften jedem bekannt sein, es könnte sich fast um ein reales Gespräch handeln.

Was willst du kritisieren? Die Religion ist in unserer Gesellschaft stark auf dem Rückzug und man erinnert sich langsam daran, welche positiven Seiten sie hatte (die Religion, nicht die Kirche); insofern ist diese Satire nicht zeitgemäß.

------------------------------------------------------------------------------
"Gott ist tot." Nietzsche
"Nietzsche ist tot." Gott

 

Falsch, leider

Mit der Rechtschreibung liegst du richtig, ich hätte damals etwas besser aufpassen müssen.

In Bayern, oh Allwissender, gibt es vor den Ferien immer einen für die unteren Klassen mehr oder minder verpflichtenden Gottesdienst. Als wir es unter Hängen und Würgen geschafft hatten, dass die Kreuze in den Klassenzimmern der Kollegstufe abgehängt wurden, haben irgendwelche fundamentalistischen Neo-Christen wieder Kreuze an die Wand gemalt. Da die Stadt kein Geld hat, werden die auch kaum so schnell wieder verschwinden. Du siehst also: Hier tobt ein regelrechter Glaubenskrieg und ich bin immer noch mitten drin.
Gott ist nicht im allergeringsten tot. Die Religionen sind deutschlandweit im Aufmarsch. Wenn auch nicht die herkömmlichen Kirchen. Habe ich erst neulich wieder in der Zeitung gelesen. Es ist schön für dich, dass in deiner Gegend Gott tot ist und ihr euch Gedanken über irgendwelche Vorteile von Religionen machen könnt, hier ist das vollkommen anders. Ich wünschte, du hättest in diesem Fall Recht, aber das ist schlicht falsch.

 

Es geht ja nicht darum, ob deine Paranoia auf einem wahren Kern beruht, sondern darum, ob dieser Text unterhaltsam ist. Und dies kann ich folglich für meine Fall verneinen, aber vielleicht melden sich ein paar Bayern zu Wort.

 

"Was willst du kritisieren?", "Gott ist Tod", "...insofern ist die Satire nicht zeitgemäß."

Offenbar ging es dir vor kurzer Zeit sehr wohl noch um den Gehalt der Geschichte. Oder kannst du dich nicht mehr daran erinnern, was du eben erst geschrieben hast?
"...ob deine Paranoia auf einem wahrem Kern beruht."
Ich lasse mich hier nicht als paranoid beleidigen! Ich habe es gerade eben belegt, dass ich mit meiner Aussage Recht habe. Die Satire gefällt dir nicht. Das ist in Ordnung, es ist auch sicherlich nicht meine Beste.
Du weißt nicht mehr, was du gerade behauptet hast, du wirfst mit Beleidigungen um dich und du hast anscheinend eine kleine Hetzkampagne gegen meine Texte gestartet. Ich schlage vor, dass wir die Sache einfach auf sich beruhen lassen, aber ich kann mich deiner Vorgehensweise natürlich auch gerne anschließen.

 

... natürlich kann die Satire so im der Realität vorkommen.
Dafür gibt es dann den Begriff "Realsatire". Und - seid nicht böse, ihr beiden - das Gespräch unter dem Text liest sich auch sehr unterhaltsam...

 
Zuletzt bearbeitet:

Realsatire nennt man, soweit ich den Begriff im Kopf habe, etwas, dass real so passiert, z.B. die Probleme mit der Maut. Da es real so passiert, muss man es nicht aufschreiben. denn das könnte ja jeder und wir Schriftsteller sind alle fantasievolle Kerlchen/Frauchen.
Die Widersprüche des Christentums sind bekannt, und was deinen halbgebildeten Mitschülern originell vorkommt, entlockt den meisten hier nur ein müdes Gähnen.
Die Satire finde ich schlecht wegen ihres mangelnden Unterhaltungswertes; die Personen verhalten sich stereotyp indem sie auf ihrer Schiene bleiben - was für den Schüler noch vertretbar wäre, aber den Religionslehrer unglaubwürdig erscheinen lässt.

Das Peter Tannenbaum Gymnasium unterschied sich nicht wirklich von irgend einer anderen Schule. So war es auch
seine Aufgabe, unnützes Wissen zu vermitteln (...)
Und zu den unnützen Dingen, die dort gelehrt werden, gehört deiner Meinung nach die Ortografie, denn der Satz ist trotz Verbesserung immer noch falsch. "irgendeiner" wird zusammengeschrieben.

Was heißt "nicht wirklich"? Es unterscheidet sich also unwirklich?

Fünf Schüler melden sich mit pflichtbewusster Mine.
Miene

"Gott ist Tod"
Das hatte weiter oben jemand geschrieben und deshalb ist mir dieses Zitat eingefallen. Auch wenn es mir unangenehm ist, muss ich daran eine kleine Korrektur vornehmen. Nur weil ich korrekt zitiert werden will, und nicht mit der Absicht, dich bloßzustellen. Ich schrieb: "Gott ist tot."

Fällt dir etwas auf, wenn ich diese Zitate von dir gegenüberstelle?

Ich lasse mich hier nicht als paranoid beleidigen!
du hast anscheinend eine kleine Hetzkampagne gegen meine Texte gestartet.
Klaro, und die katholische Kirche bezahlt mich! :D

 

Hallo Andi,

Deine Geschichte fand ich gut, die Dialoge kommen realistisch, ich kann mir Personen hinter dem Gesangten vorstellen.

Den ersten Abschnitt fand ich ein wenig zu vorgreifend und auch wertend. Der Lehrer ist ja selbst schon wie eine Karikatur (solche Gestalten existieren tatsächlich, ich weiß). Ich denke, Du willst nicht wirklich die Leute angreifen, die Vertrauen in einen Glauben oder einen Gott haben. Es geht Dir, wenn ich den Text richtig verstanden habe, darum, die eifrigen Spinner, die jeden missionieren wollen, auf's Korn zu nehmen (und natürlich auch zu zeigen, dass die in der Schule ihr Unwesen treiben, aber das erklärt sich ja dann durch den Text selbst). Man sieht an dem ersten Abschnitt, dass Du das tatsächlich so erlebt haben könntest. Klar, das ist auch okay, aber ich als unbeteiligter Leser denke dann "hmm, alte Fernseher. Was hat das mit dem Rest zu tun?" Eine allgemeinere Einleitung, in der man gleich auf die Kernsache stösst, hätte ich besser gefunden. Mehr so in Richtung: Was lernt man eigentlich für's Leben in der Schule und wer sorgt dafür?

Der eigentliche Knackpunkt ist doch dann der Dialog zwischen diesem vermeintliches Vertreter des rechten Glaubens. Den finde ich sehr gelungen. Einerseits die jugendlichen, teilweise trotzigen Argumente, andererseits das verbohrte Entgegnen des Lehrers, der nicht einfach Mitgefühl entwickeln kann, wie es sicher diese Religion auch lehrt in ihrem wahren Anliegen (unterstelle ich jetzt mal), sondern unbedingt "beweisen" muss, dass es so ist, wie er mal gelernt hat.


<<Der Lehrer betritt selbstbewusst inklusive
scheinheiligem Grinsen die Klasse. >>

Der Satz gefällt mir nicht so gut. Das braucht der Text auch nicht meiner Meinung nach. Die Eigenschaft "scheinheilig" mag der Lehrer haben, das könnte man durchaus vermuten, wenn man von seinem Gerede auf seinen Charakter schließt, indem man ihn sich in weiteren Situationen vorstellt. Aber für Deinen Text finde ich es unnötig, es zu erwähnen. Seine Antworten charakterisieren ihn.

<<Der Religionslehrer Herr Schmidt war sichtlich empört
über diese Äußerung.>>

Kann man sich denken, müsste meiner Meinung nach nicht stehen. Um einen Zwischensatz zwischen den Dialogen zu haben, würde ich eher "Der Lehrer bekam rote Flecken im Gesicht" oder irgendwas anderes schreiben, was seine Aufgeregtheit, Empörtheit zeigen könnte.

Der Schlusssatz ist natürlich auch wieder wertend, obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass der Schüler genau das denkt. Die Idee mit dem Rosa Schwamm und diese Begründung fand ich lustig und logisch.

 

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