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Zwiegespräch

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20.05.2003
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Zwiegespräch

Zwiegespräch

"Immer das gleiche Theater mit dir! Warum machst du nicht, was ich dir sage?" ärgere ich mich. Zur Antwort bekomme ich, wie meistens, nur ein Brummen.
Ich kann mit Unzuverlässigkeit nicht umgehen. Wie so oft, wenn ich mich aufrege, schwirren tausend Gedanken in meinem Kopf herum. Doch es fällt mir schwer, auch nur Einen so zu formulieren, dass er nicht verletzend wirkt. Aber dieses Mal werde ich dich nicht so einfach davon kommen lassen, nehme ich mir vor.
"Wir kennen uns jetzt schon so lange." fange ich an. "Ich bin immer gut zu dir gewesen, auch wenn ich den einen oder anderen Fehler begangen haben mag, bin ich dir doch nie fremd gegangen." Wieder bekomme ich zur Antwort ein Brummen, mit dem ich nichts anzufangen weiß. Doch diesmal werde ich meinen Mund nicht halten, auch wenn die Konsequenzen mich nicht erfreuen werden.
Ich merke, wie die Wut in meinem Bauch rumort und langsam zu meiner Kehle aufsteigt. Am liebsten würde ich meinem Ärger Luft machen und kräftig zu treten, schütteln und....und, und. Aber ich reisse mich, wie so oft, zusammen, atme tief durch und probiere es noch einmal: "Bitte, lass mich nicht so hängen, ich brauche dich doch! Ich will niemand anderen als dich." Das sage ich aus ganz egoistischen Gründen, denn auf einen Neuen muss man sich wieder einstellen, und das dauert ja bekanntlich. "Wenn ich dich besser verstehen würde, könnte ich dir vielleicht helfen. Aber du sprichst ja nicht mit mir!"
Langsam wandelt sich meine Wut in Verzweiflung und schon fühle ich die ersten warmen Tränen über meine Wangen rollen. "Bitte," versuche ich es zum letzten Mal "lass mich doch nicht hängen!" Doch mein Computer bleibt schwarz.

 

Wieder so eine Geschichte, die vom potentiellen Überraschungseffekt allein lebt...
Da sich der Monolog ziemlich in die Länge zieht, ja, sogar etwas übertrieben wirkt, bleibt der Effekt halbwegs auf der Strecke liegen. Man erahnt zwar nicht unbedingt, einem Computer als Ansprechpartner gegenüberzustehen; geht jedoch sicher davon aus, eine Maschine vorzufinden.
Alles in allem akzeptabel, die Geschichte.

 

Hi,

Wie Hendek schon sagt, die Geschichte lebt von der Überraschung im letzten Satz.
Was mich dabei ebenfalls stört, ist, dass die Aussagen des verzweifelten Users unecht wirken. Ich meine, wenn mein Computer abstürzt und nicht mehr will, dann werfe ich ihm doch keinen wohlformulierten Satz wie "Ich bin immer gut zu dir gewesen, auch wenn ich den einen oder anderen Fehler begangen haben mag, bin ich dir doch nie fremd gegangen." entgegen. Dadurch wirkt das Ganze zu aufgezwungen - zu sehr auf die Pointe bemüht. Das klingt einfach hölzern.
In einer anderen Geschichte auf dieser Seite geht es um das gleiche Thema, nur ohne wörtliche Rede. Da klingt es meiner Meinung nach viel natürlicher. Diese meine ich und möchte sie mal als Beispiel anführen.

Gruß, baddax

 

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