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Zirkussand

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02.05.2003
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Zirkussand

ich habe den text gelöscht udn werde bald eine überarbeitete version hineinstellen. ich schäme mich für den Inhalt. War zu unfertig. Danke. Ein paar Tage, mehr nicht.

Nur Gedul, meine Frauen und Mäönner und Hune und Vögel.

 

Hallo und willkomen bei KG, Fliegenrüssel.
Deine Geschichte hätte ich eher unter "Seltsam" erwartet.
Insgesamt gefällt mir die Atmosphäre der Geschichte gut. Mit Joseph und dem Geier hast du zwei interessante und lebendige Charaktäre gestaltet.
Für meinen Geschmack wiederholst du mir aber zu oft, dass Joseph ein Idiot ist. Auch würde ich diese Wertung den Figuren deiner Geschichte überlassen, und sie nicht dem Erzähler in den Mund legen.
Mich persönlich stören ein wenig die Ausflüge in die Comicsprache und die beiden Absätze über das arme Genie des einfallslosen Autoren halte für unnötig.
Schau die Geschichte noch mal nach Rechtschreibfehlern durch, da haben sich noch einige versteckt.

So ganz habe ich die Beziehungen der Eltern zu Joseph nicht begriffen. Mütter tendieren normalerweise nicht dazu, ihr Kind wegen einer geistigen Behinderung abzulehnen, eher zur Überbehütung. Vielleicht fällt dir ja noch etwas ein, diese Ablehnung etwas deutlicher auszuarbeiten.
Ich gehe mal davon aus, dass die Mutter nicht mit Josephs Vater, dem Briefträger verheiratet ist. Ein Hinweis, ob der Mann davon weiß, dass Joseph nicht sein Sohn ist, wäre nett.

Lieben Gruß, sim

 

@sim:

Das mit der Rubrik ist wahrscheinlich wirklich ein Fehler. Ich habe ein paar Geschichten aus verschiedenen Rubriken überflogen und mir dann gedacht: ich poste sie zu Gesellschaft. Was aber retrospektiv falsch war. Tja. Gibt es da noch eine Möglichkeit, die Geschichte woanders zu posten? Na, ist eigentlich eh egal. Ich kümmer’ mich mal selbst da drum. Unter seltsam hätte sie vielleicht gepasst....mal sehen.

Das mit dem Wiederholen des Idiotenzustands meines Protagonisten...ist auch für mich selbst schwer zu erklären, warum ich das da drin gelassen hab Aber es gefällt mir. Einerseits entwürdige ich meine Hauptfigur und löse bei dem Leser vielleicht einen Hass auf den Erzähler aus, was ich glaube auch funktioniert hat. Zumindest Irritation. Ich habe es ohne probiert und mir gefiel es dann nicht mehr so. Ich muss ehrlich gestehen, bis auf die Provokation fällt mir kein Grund ein, warum ich es da drin stehen lasse.... es schlagen halt alle auf ihn ein. Selbst der Erzähler, wenn auch auf eine eigenartige Weise.

Das mit dem Autorengenie ist so eine Sache... Kurz erklärt, habe ich diese Geschichte, die - ich muss es gestehen – eine Rohfassung darstellt, explizit für KG.de geschrieben. Am Tag vorm Posten und am selben Tag habe ich an ihr geschrieben und nachträglich ein wenig herumfuhrwerkt und kleine Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Ich wollte die Zwischenspiele mit Dadumdidum rausnehmen, ließ sie aber vorerst in der Geschichte, weil ich den Leser ein wenig am Entstehensprozess teilhaben lassen wollte – auch, wenn es dann zur debilen Künstlichkeit ausartet, waren diese Zwischenspiele eine Entspannungsübung während des Schreibens. Ich werde eine überarbeitet Fassung posten, wo diese Teile nicht mehr vorkommen.

Ich habe keine psychologischen Studien über Mütter mit behinderten Kindern gelesen, aber tendiere (hehe) eher dazu, dir recht zu geben. Im Normalfall mag das sicher zutreffen, dass man das, was man gebiert, auch liebt, egal wie es beschaffen ist und sich benimmt. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob das auf alle Mütter zutrifft. Mir gefällt es so. Sie kann lieben. Sie liebt halt nur ihren Mann. Und nicht ihr Kind, das ihr nur Schande bereitet und Probleme macht.

Das mit dem Briefträger gefällt mir auch nicht sonderlich und wird rausfliegen.


Ich bedanke mich aufrichtigst für deine ehrliche Kritik – und natürlich auch das kleine Lob. Oh! Und natürlich danke fürs Lesen und für den freundlichen Willkommensgruß.

Freundlichst, der Rüssel.


@ labanc

Lieber Lab!


Auch an dich ein zustimmendes „Ja, du hast recht! Ich habe die falsche Rubrik gewählt.“ Ich habe mir oberflächlich einige Geschichten aus den verschiedenen Rubriken angesehen, um entscheiden zu können, wo ich meine platzieren will – aber! - dann hab’ ich mich falsch entschieden. Muss mal nachsehen, ob man das wieder rückgängig machen kann...Aber Humor? Hmmmmm. Vielleicht.

ZITAT: [„Die beiden "DUMDIDUMS" haben für mich nur eine provozierende, bei dem Leser Gefühle der Inferiorität und der falschen Demut auslösende, Wirkung, die deshalb unbedingt vermieden werden sollte. Diese Passagen sind meiner Ansicht nach nicht nur unnötig, sondern stören den Fluss der Geschichte vehement!“]

Ei! Wieso das? Ich werde mal nachschlagen, was Inferiorität heißt...ich schätze mal Unterlegenheit...aber irgendwie... Warum sollte diesen Passagen im Leser Gefühle der Unterlegenheit hervorrufen? Der erste teil des Dadumdidums war wirklich der beginn der Geschichte, wenn ich ihn auch ein wenig überarbeitet habe. So bin darauf gekommen, etwas über einen Zirkus zu schreiben. Das ist kein Scherz. Darum wollte ich es – natürlich auch zum Zweck der Irritation und Provokation – im Text lassen. Aber dem Leser das Gefühl zu geben, unterlegen zu sein– zumindest hatte ich nicht diese Intention – war sicherlich nicht beabsichtigt. Werde das noch einmal überprüfen. Sehe aber in deinem Kommentar weiter unten:

ZITAT [...]“doch ist es ihm nur derart gelungen, dass der Erzähler völlig abgehoben vom Geschehen der Geschichte gedankliches Gebrabbel und alltägliche Banalitäten von sich gibt, die ich als vollkommen entbehrlich werte.“]

Ich schätze mal, dass du das auf diese Zwischenpassagen beziehst, in denen sich der Erzähler zu Wort meldet. Hm. Irritation, Provokation, Emotion. Das habe ich zumindest erreicht. Du scheinst dich ja recht geärgert zu haben. Was gut ist. Aber warum du dich unterlegen gefühlt hast...oder versteh ich da was nicht. Egal, die Intermezzi fliegen sowieso raus.

Danke für deine Kritik. Es freut mich, dass dir die Geschichte trotz allem gefallen hat.

Dein Rüssel

 

Es ist nicht selten, dass das Ideal von den liebenden Eltern von vielen als unumstürzlich angesehen wird und deshalb die Möglichkeit, dass ein Kinde NICHT von Herzen von seinen Eltern geliebt wird, völlig ausgeschlossen wird. Lasse dich bitte nicht von subjektiver Kritik beeinflussen.
Zu diesen Menschen gehöre ich bestimmt nicht ;)

Ich empfand den Briefträger auch nicht als störend, ich empfand an dieser Stelle die Geschichte nur als etwas unfertig.
Deshalb auch der Hinweis auf die fehlende Liebe der Mutter ihrem Kind gegenüber.
Du reißt viele Aspekte in deiner Geschichte an, die verknüpft ein Ganzes ergeben könnten. Die Mutter könnte das Kind wegen der Behinderung ablehnen, aber auch weil es der Beweis ihres Fehltritts ist. Eine andere Möglichkeit, wäre, der Breifträger hätte sie sitzen lassen, oder zu einer missglückten Abtreibung gezwungen, durch die die Behinderung entstanden ist.

Mir erschienen halt einige Aspekte der Geschichte als an- aber nicht zuende gedacht, und manchmal daher in sich unlogisch.

Dorfdeppen gehören meist zum Beispiel zum Bild eines Dorfes, und auch wenn jeder über sie lästert, sie gehören dazu. Warum sollte also eine so lakonische Reaktion kommen wie "den vermisst eh niemand" kommen?
Es mag durchaus reizvoll sein, gegen dieses Klischee anzuschreiben, mich ärgert es aber als Leser, wenn ich merke, etwas wird eigentlich nur geschrieben, um mich zu provozieren. Diese Provokation erfült dann nur indirekt ihren Zweck, weil ich mich durch die Offensichtlichkeit der Provokation provoziert fühle. ;)

Warum übrigens möchtest du deine Hauptfigur entwürdigen? Entwürdigst du damit nicht auch ein Produkt deiner Fantasie?

Lieben Gruß, sim

 

@ sim und @ lab

Es ist sehr spät. Und ich bin in einer sehr eigenartigen Stimmung. Aber gerade deswegen scheint es mir jetzt passend zu antworten.

Wegen dem Briefträger;: man muss bedenken, wenn man diese Geschichte liest, dass ich sie einfach so – wahrscheinlich macht das jeder auf diese Art – hinuntergeschrieben habe. Ich arbeite gegenwärtig an einer neuen Version, die aber irgendwie an Unmittelbarkeit und Kraft verloren hat. Ich ekle mich sehr vor dieser neuen Version. Sie wirkt schlaff und leblos. Also, wegen dem Briefträger: er wirkt unnötig und repräsentiert irgendein atavistisches Klischee. Sprachlich unter aller Niveau eingebaut. Das ist der Grund, warum er verschwinden muss. Sonst könnte er bleiben – und seine Briefe und sein Sperma verteilen.

Natürlich lehnt die Mutter ihr Kind wegen der Behinderung ab. Scheint mir ein menschliches Verhalten zu sein. Nicht wegen dem Fehltritt. Das ist eher die Kirsche auf dem Schlagobers. Zugabe. Ein behindertes Kind bedeutet Probleme, Arbeit und in bestimmter Umgebung Schande. Das ist sicher nicht immer so. Das ist sicher nicht überall so.
Das mit der missglückten Abtreibung ist eine glänzende Idee. Absolut überlegenswert.
Dass die Geschichte unlogisch scheint, bzw. ist: nun, kann sein. Sie ist tatsächlich nicht ausgearbeitet. Sind halt Auswürfe meines Unterbewusstseins. Wie gesagt ich bürste gerade böse über die Geschichte. Aber je rationaler und logischer ich sie gestalte, um sie unattraktiver wird sie für mich. Eine irritierende Entwicklung. Wahrscheinlich liegt das an meinem, im bewussten Zustand, unimaginativen Wesen.

Gegen das Klischee anschreiben. Ich überlege mir das mal so: bevor man sich überhaupt ansatzweise in einem künstlerischem Prozess an eine Bloßlegung eines Klischees heranwagen darf, bedarf es großen Kunstfertigkeit und Erfahrung. Und die habe ich ganz sicherlich nicht. Wogegen ich anschreiben wollte – denke ich, mit Verweis auf die unbewusste Entstehung der Geschichte – ist die Täterschaft jedes Menschen. Das Ende, zumindest in dieser abrupten Form, empfinde ich als unbefriedigend und langweilig – weitaus zu plakativ. Es dient tatsächlich nur der Provokation, wie auch ein Grossteil des Textes. Das ist wahr. Und – natürlich – Provokation, die nicht durch schlechten Stil oder unendliche Langweile oder Fäkalsprache beim Lesen entsteht, ist sehr schwer zu bewerkstelligen. Es bedarf noch einiger Übung für mich, um eine wirklich fundamentale Provokation zu erzeugen.

Aber ich würde den Text niemals auf Provokation reduzieren. Und besonders nicht auf Gesellschaftskritik. Im Gegenteil. Ich möchte genau jene erwischen, die sich denken: na solche Schweine, die ihn so schlecht behandeln. Selbstgerechtigkeit beim lesen. Ich tappe andauernd in dieselbe Falle. Und DAS beschämt mich. So was würde ich doch nie tun und so weiter. Beweise es, sage ich mir dann immer. Aber das geht nicht.

Warum will ich meine Kreation entwürdigen? Nun, die Antwort ist relativ einfach. Wohl eine verdrehte Form von Arroganz. Ich schlage und bespucke meine Figur, bis sie nicht mir stehen kann. Aber warum? Nun, sie gehört mir. Ich setze sie in den Käfig hinein, den ich ihr mit meinen Worten baue – und dann ziehe ich die Fäden.
Natürlich entwürdige ich mich dadurch irgendwie selbst. Aber das ist gut so.
Auch wenn der Text fasrig und derb wirkt – ich liebe meinen Protagonisten. Jedes Enephannnt hat mein Herz bluten lassen. Ich liebe diesen Josef. Ich verstehe ihn. So unausgearbeitet er auch ist: Er lebt für mich. Und ich spüre das, was er tut. Und ich spüre das, was ihm die anderen antun. Und ich spüre das, was er den anderen antun könnte.

Alles kein Zuckerschlecken.

Interessant. Es scheint doch mehr in der Geschichte zu stecken, als ich gedacht habe.


Nochmals vielen Dank. Ich fühle mich jetzt um einiges besser. Weiß zwar nicht warum, aber es ist so.

Nun denn, sim und lab, eine gute Nacht. Danke fürs kommentieren und kritisieren. Ich hoffe ich bleibt weiter dran am Lesen!

Schlaft gut – und süße Träume.


P.S.: Das mit dem Zitieren macht mir immer noch irgendwie Angst – aber das nächste Mal werde ich es versuchen formal richtig zu machen. Hihi. Ist alles nicht so einfach für den Onkel.

 

Hallo Fliegenrüssel,

eines habe ich richtig gern gelesen, auch wenn ich sooo direkt gar nicht danach gefragt habe. ;)

Ich liebe diesen Josef.
denn es mag zwar kitschig sein, aber ich glaube, man kann seine Figuren nur zeichnen, wenn man sie liebt.
Interessant. Es scheint doch mehr in der Geschichte zu stecken, als ich gedacht habe
Das tut es ganz bestimmt, und ich bin sicher, du findest in deinen Überarbeitungen deine Sprache, das auch herauszuarbeiten. Wenn es nicht so viele tolle Ansätze bei dir gegeben hätte, hätte ich nmcih bestimmt nicht so darein engagiert ;)

Lieben Gruß, sim

 

Hallo Fliegenrüssel,

Also, auch wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, muss ich dem Autor dieser Geschichte eine Genialität sondersgleichen einräumen. Es war ein wahrer Genuss beim Lesen. Dann und wann dachte ich mir: "Was lese ich hier nur für eine endgeile Scheißgeschichte."
Hier bestätigt sich mal wieder, dass das Herunterschreiben eine berechtigte Schreibmethode ist. Man führe sich nur vor Augen, warum Kinderbilder von sich aus so ansprechend wirken. So vieles haben wir unserem Verstand zu verdanken, doch in der Kunst ist er häufig kontraproduktiv. Daher will ich den Charme dieser Erstfassung in guter Erinnerung behalten und von der Lektüre der überarbeiteten Version lieber Abstand nehmen.

Natürlich muss ich dazusagen, dass es schon sehr von meiner Laune abhängt, wie eine Geschichte auf mich wirkt. Hätte ich diese Geschichte morgen gelesen, wäre die Kritik womöglich anders ausgefallen. Für Geschichten allerdings, die sich in markanten Punkten von den anderen unterscheiden, sollte ich aber immer etwas übrig haben. Diese hier ist für mich eine zitronensaure Waldmeistersuppe aus Surrealität, Autodistanz und Selbstironie (wie angesprochen). Ein überzogener und verzerrter Woyzeck. Fast schon wie eine Parodie zu diesem, wenn es sich nicht um eine etwas andere Handlung drehen würde.

Seine Freunde klopfen ihm immer anerkennend auf den Rücken und sagen: „Vater, du bist ein gebildeter Mann!“

Der Vater seiner Freunde... ;)


Genug dahergeschwafelt,
FLoH.

 

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