Wie Seppls sich mit Techno, Hip-Hop und anderen Geisteskrankheiten beliebt macht!
Es ist der Traum eines jeden pickelübersäten Einser-Schülers, der einen Busen nicht von einem Ball unterscheiden kann, weil er beides noch nicht angefasst hat, beliebt zu sein. So stellt sich die Frage, wie wird aus einem langweiligen, Alkohol-ablehnenden, Talk-Show-schauenden Heimscheisser ein angesagter Partytiger.
Falls man cool ist, ist man es sowieso, für die ohne Persönlichkeit bieten sich mehrere Wege, sich am Markt zu etablieren.
Man kann z.B. ein Techno-Idiot oder Raver werden (ist ja eh alles dasselbe). Dadurch findet man sehr schnell Anschluss bei den Menschen dieser lustigen Gattung. Da meine Leser alle ehrbare "Musik"hörer sind, und deswegen sicher noch nie etwas von Techno gehört haben, erkläre ich mal kurz das System von diesem.
Entstanden ist der Techno in den späten 80er Jahren in einem Berliner Club namens Tresor. Der Ausgangspunkt der Flutwelle von tiefen Tönen, noch tieferen Tönen, verdammt tiefen Tönen, undefinierbaren Geräuschen, markerschütternden unerbittlichen Bassbeats und japsenden Gesangsversuchen.
Was ich sehr lustig finde, sind die unterschiedlichen Arten des Technos. Obwohl alles immer gleich scheisse klingt, gibt es Unterscheidungen zwischen Detroid T, House, Latin-Funk, Dub, Drum'n'Bass, Hardcore T und vielen mehr. Die Unterschiede zwischen den Technogattungen konnte mir bis jetzt noch niemand so wirklich erklären, wen wunderts.
Gemacht wird der Techno von assozialen, sinnlosen Geschöpfen, die zwar zu blöd sind, um Zeitungen pünktlich auszutragen, aber die Kreativität haben, sich Namen einfallen zu lassen wie DJ Almarasch, MC Slim Jim und Motherfuckers & Friends. Während DJ wenigstens noch ein vertretbarer "Titel" für diese Homo erectuse ist, ist die Bezeichnung MC ziemlich paradox. Music Creator. Welch klingender Name, der aber mit Techno genauso viel zu tun hat, wie Golfen mit Sport. Es stimmt zwar, dass Techno hin und wieder fälschlicherweise als Musik bezeichnet wird, aber so richtig ernst nehmen kann das doch wirklich niemand, und ein Creator sollte doch etwas schaffen. Eine sinnlose Aneinanderreihung von Geräuschen, die ein 5-Jähriger, wenn man ihn vor einen PC mit dem Magix Music Creator Programm setzt, genauso gut könnte, würde ich wirklich nicht gerade als Werk bezeichnen. Hauptsache, das Ego schnellt in die Höhe, wenn aus einem Sepp Hofberger der DJ Fuckingshit wird.
Sie werden es sich schon denken, ja, genau das ist die Scheisse die uns beim Fortgehen immer und immer wieder angetan wird.
So, jetzt aber genug der einleitenden Worte.
Wir haben hier also den Seppl. Seppl ist 18 Jahre alt, hat in der Schule immer gute Noten, die einzigen eingetragenen Nummern in seinem Handy sind die seiner Eltern, Großeltern und seiner Lieblingslehrer, Alkohol und Hanf hat er noch nie probiert, sein einziger "Freund" ist sein Cousin (der ihn aber auch nur besucht, weil seine Eltern ihm dafür Geld geben), er hat keinen Fernseher (der könnte ihn ja vom Lernen ablenken) etc. Ein richtiges Prachtexemplar der Spezies Stubenhocker also.
Fangen wir einmal mit der Kleidung an, Seppl tauscht also seine beigefarbene Bundfaltenhose gegen eine Hose aus, die unten so breit ist, dass man bequem eine mittelgroße Hundehütte darunter verstecken könnte. Diese Hardcore-Glockenhosen, oder auch Zelthosen genannt, werden auch unbedingt benötigt, damit man nicht sieht, dass man Buffalos anhat, die höher sind als manche Kinderstelzen. Hmm, sieht ja schon ganz gut aus, Seppl ist durch die Schuhe mittlerweile von 1,70 m auf knapp 2 m angewachsen. Als Oberbekleidung wählt Seppl ein enges Leiberl, dessen glitzernde Elemente förmlich nach einer Sonnenbrille schreien, um sie zu ertragen. Aber man muss sagen, dass in diesem Leiberl seine Hühnerbrust so richtig zur Geltung kommt. Jetzt wird’s haarig, Seppl muss sich eine fachgerechte Raverfrisur zulegen. Wie man das macht, ist klar: einfach eine Familienpackung Gel kaufen, eine Tube davon in die Hand quetschen, das alles schön gleichmäßig in den Haaren verteilen und irgendwie darin umeinanderstochern, am besten gar nicht hinschauen. Jetzt noch die Sonnenbrille aufgesetzt, ein Bauchtascherl umgehängt (keine Ahnung, warum Raver zu blöd sind, sich ihre Zigaretten und Geldtaschen in die Hose zu stecken) und Sonnenbrille aufgesetzt und raus auf die Straße.
Seppl kommt sich mächtig cool vor, um sich an das Gehen mit Buffalos zu gewöhnen, dreht er ein paar Runden am Marktplatz. An das Lachen der Leute und die argwöhnischen Blicke hat er sich bald gewöhnt, so wie jeder Raver. Nun geht Seppl zur Bank und plündert sein eifrig vom Taschengeld der Eltern angespartes Vermögen von 5000 S ab, damit er sich bei seiner großen Disko-Premiere Alkohol, Zigaretten und Drogen kaufen kann.
Seppl hat jetzt alle Vorbereitungen getroffen und nachdem er seine Oma, die umgefallen ist, als sie ihn zufällig so sah, ins Krankenhaus gefahren hat, macht er sich auf den Weg zur Disko.
Verschwitzt und angepisst bezahlt er nervös die utopische Summe, die als Eintritt zur "Fucking good Raveparty with DJ Beischlreißer aus Bad Ischl" verlangt wird. Nun hat Seppl (der sich seit kurzem nur noch als Ladykiller ausgibt), es geschafft, er steht inmitten unter sich rüttelnden und schüttelnden dubiosen Gestalten, die teilweise noch beschissener aussehen, wie er selbst. Konzentriert verfolgt er die Bewegungen der Psychopathen. Seppl entdeckt Parallelen zwischen dem Rave-Tanzstil und dem epileptischen Anfall seiner Großtante letztes Jahr. Mutig stürmt er auf die Tanzfläche und imitiert so gut er kann einen Anfall.
Nachdem er dreimal aufgrund der Megabuffalos auf die Schnauze gefallen ist, beschließt er, sich dem Alkohol zu ergeben. Mit holprigen Schritten geht er in Richtung Bar, wiederholt dreimal das Wort "Bier", bis ihn der Kellner in dieser lauten Geräuschkulisse endlich versteht. Nach einer kurzen Wartezeit von 45 Minuten hat er endlich sein Bier. Nach 3 Bier und 2 Packungen Zigaretten, knapp vor der Bewusstlosigkeit, beschließt Seppl, dass es nun Zeit ist, Drogen zu nehmen. Schwankend geht er auf die Toilette, die an Schmutz nur noch von einem Bahnhofsklo übertroffen werden kann. Der süßliche Geruch steigt ihm sofort in die Nase. Das und die 3 Bier veranlassen ihn abrupt dazu, das Essen der letzten 2 Tage genüßlich auszukotzen.
Nach dieser Tortur schleppt er sich zum nächstbesten Klodealer und gibt sein gesamtes restliches Geld für einen Joint aus Hanfabfall aus. Von diesem Zeitpunkt an ging alles sehr schnell, nachdem er den vierten Zug genommen hatte, stürmte die Polizei im Zuge einer Razzia die Toilette.
Jetzt steht Seppl wieder am Anfang seiner Versuche, nur ist diesmal die Ausgangsposition für ihn um einiges besser. Da er von der Schule geflogen ist, vom Elternhaus verwiesen worden ist und die täglichen Trivial Pursuit Spiele ausfallen, hat er viel mehr Zeit, sich seiner Reputation zu widmen. Im zweiten Anlauf versucht Seppl es mit Hip-Hop. Ihr wisst schon, das ist schnell dahergeredete, unsinnige und melodielose Scheisse, die sich Ghettokids von der Seele kotzen. Die Lebensgeschichten dieser Individuen sind auch immer gleich, alle hatten eine verdammt harte Kindheit in der Gosse, schafften es aber irgendwie, wahrscheinlich mit Betrug, Mord und Sodomie, sozial aufzusteigen.
Dazu ist ein ganz anderes Outfit notwendig. Das Geld dazu beschafft sich Seppl diesmal durch den Verkauf seiner Sachen, die seine Eltern großzügigerweise bereits auf die Straße befördert haben. Er kauft sich also als erstes einmal breite Schuhe mit Schuhbändern, die breiter sind als eine durchschnittliche Krawatte. Dazu passend eine Hose, in die Roseanne Barr problemlos hineinpassen würde, diese wird so angezogen, dass sie knapp unter dem Arsch sitzt. Denn nur dadurch kommt seine "Hier lebt ein Monster" Boxershort so richtig zur Geltung. Jetzt noch das abgefuckteste Leiberl das in der nächstbesten Mülltone oder Altkleidersammelstelle zu finden ist, angezogen, „Polizeiakte“ draufgedruckt, Haare verwuseln und fertig ist der zukünftige Sozialschmarotzer. Nein, eines fehlt noch, ein Skateboard. Seppl kann zwar gar nicht skateboarden, aber das ist scheissegal, hauptsache man trägt es den ganzen Tag mit sich rum, auch wenn man nur einkaufen geht oder so.
Leider gerät er auch diesmal wieder in Konflikt mit der Exekutive, noch bevor er den Mädchen geil sein supercooles, megahippes Outfit präsentieren konnte, da er von der Polizei wegen Landstreicherei festgenommen wird.
Was er auch getan hatte, Seppl schaffte es einfach nicht, beliebt zu werden. Aber wie es so schön heißt, wenn man am Abgrund steht kann man auch schon weitergehen. Im Gefängnis erreichte er sein Ziel. Er war sehr beliebt, vor allem Herbert, Franz und Hans wussten sein Hinterteil zu schätzen.
[Beitrag editiert von: Häferl am 26.02.2002 um 21:46]