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Wie erlegt man am besten eine unkultivierte Hydra?

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16.04.2003
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Wie erlegt man am besten eine unkultivierte Hydra?

Es gab nicht viel, was sich die junge Schwertmeisterin aus dem Hause der Ravens zu Herzen nahm. Sie war weit und breit für ihr wechselhaftes, ja teils unberechenhaftes Wesen bekannt. Doch genau diese Tatsache machte sie zu einer ernst zu nehmenden Gegnerin. Sie hatte nur ein winziges Problem - sie war in einer falschen Zeit geboren worden.
Der Leser darf sich jetzt nicht vorstellen, dass das Mädchen irgendwann im Jahr 2003 oder so lebte, denn das war ganz und gar nicht der Fall. Sie lebte schon in einer Zeit, in der die jungen und übermütigen Männer und Frauen auszogen um Drachen und andere Fabelwesen zu meucheln, so die Fabelwesen nicht schneller waren und zuerst die Männer und Frauen meuchelten.

(Hat sich einer der Leser schon mal mit einer wütenden Smaragdeidechse angelegt? Wenn ja - kann er sich dann vielleicht noch daran erinnern, wie sie ihn mit tennisball großen Smaragden beworfen hat, um in irgendwann dann endlich auch am Kopf zu treffen und ihn somit zu erlegen? Nun, wahrscheinlich hat aber noch kein Leser die Erfahrung gemacht, weil die Eidechsen in unserer Zeit viel zu geizig sind, um mit Klunkern um sich zu werfen. Aber in der Zeit, in der das Mädchen lebte, war das ganz normal.)

Die Männer und Frauen benutzten keine Schwerter zum Töten der Tiere, nein, ihre Vorgehensweise war wie folgt:
Sobald sie ein Fantasiewesen, wie zum Beispiel einen Drachen sahen, stellten sie sich ihm mutig entgegen und fingen an, ihm ein Gedicht vorzutragen oder zu singen. Nun muss man sich den armen Drachen vorstellen, der auf den jungen Menschen hinabsah und seinen empfindlichen Ohren nicht mehr trauen konnte. Dieser äußerst grauenhafte Kampf konnte sich in manchen Fällen über einige Tage hinwegziehen, aber die meisten Fabelwesen hatten erstens keine große Lust zu verhungern, nur weil sie dem Dödel vor sich zuhörten und zweitens galten Drachen als ziemliche Kunstbanausen, was zur Folge hatte, dass der junge, recht unbegabte Sänger meist sehr schnell seinen Tod fand.

Nun aber zurück zu dem am Anfang genannten Mädchen.
Sie stammte aus einer hochangesehenen Familie. Das hohe Ansehen verdankte die Familie ihren männlichen Mitgliedern, denen es doch immer wieder gelang erfolgreich von ihren "Gesangsjagten" zurück zu kehren. (Der Einzige, der dabei sein Leben gelassen hatte, war Urgroßvatter Henery, der sich leichtsinnigerweiße dazu hinreißen ließ, einer Hydra Tischmanieren beibringen zu wollen)
Die langen dunklen Haare reichten ihr bis zu den Hüften und mit ihrem in der Dienerschaft so gefürchteten "Waffenkammerblick" bereitete sie allen im Haus Kopfzerbrechen.
Eine junge Raven mit langen Haaren, das war wie Suppe mit zuviel Salz. Das Mädchen bekam diesen Spruch oft zu hören, aber das machte ihr nichts aus - sie wusste ja, dass der Koch eigentlich immer verliebt war, wenn ein weibliches Wesen an der Küche vorbei kam. Doch die langen Haare waren nicht das Hauptproblem, das Problem bestand schlicht und einfach darin, dass sie die Fabelwesen erst erschlug und ihnen dann ein Gedicht vortrug. Eindeutig eine Schande sondersgleichen, aber niemand wusste, wass man dagegen unternehmen konnte.
Bis das Mädchen eines Tages auf die Hydra traf, die Henery auf dem Gewissen hatte.
Beide wussten nicht, wen sie da vor sich hatten.Die Hydra, die mittlerweilen schon erheblich gealtert war musste erst einmal ihre Brillen suchen, bis sie erkennen konnte, was da überhaupt vor ihr stand.
"Dieses Menschenvolk ähnelt den Vampieren aber auch immer mehr... ich muss aufpassen, denn von Vampieren bekomme ich Sodbrennen..." schoss es der riesen Schlange durch die Köpfe. Das Mädchen hatte schon ihren berüchtigten Blick aufgelegt, als die Schlange ihr Teeservice hervorholte und sie zum Kaffeeschlürfen einlud.
"Ich weise Euch ja nur sehr ungern zurecht, Madame, aber Ihr könnt mich nicht zum Kaffeetrinken einladen, denn das ist ein Teeservice und ausschließlich für Tee bestimmt." stellte die junge Frau sachlich und ernst fest. Die Hydra sah sie über die Ränder ihrer Brillen hinweg an.
"Ach, seid Ihr euch da so sicher?" zischte sie überrascht. Es schien so, als habe ihr noch nie jemand den Unterschied erklärt. (Sie war ja auch selbst schuld, hätte sie Henery nicht frühzeitig verspeist, so hätte er ihr den kleinen, aber feinen Unterschied sicherlich erklärt.)
Die folgende Erläuterung der jungen Damme führten schließlich zur Ermüdung der unkultivierten Bestie, deren Wissbegier jedoch keine Grenzen zu kennen schien. Immer und immer wieder fragte sie wegen Kleinigkeiten nach, was dazu führte, dass die Hydra in ihrem Redeschwall plötzlich vergaß zu atmen und schließlich umkippte.
Das Mädchen goss sich noch einen Schluck Kaffee in die Teetasse (Henery hätte sie wahrscheinlich dafür verflucht), nahm einen Schluck und verleiß mit folgenden Worten die Szene:
"Das wäre ja eh das reinste Spülwasser gewesen."

 

Hallöchen, hier kommt mal wieder was von mir =D
Ich bin ja mal echt gespannt, was ihr von meiner neuen "Schandtat" haltet.
Ich bitte um gaaanz viele Comments.

 

Hallo Dark und Schleichwerbung funktioniert!!

Ich habe mir deine Geschichte durchgelesen und an manachen Stelle mußte ich richtig schmunzeln. Nun muss ich aber zugeben, dass es nicht so ganz mein Ding ist. Aber mir hat die Geschichte gefalle. Du hast einen guten Schreibstil. Es läßt sich flüssig lesen und der Point ist gut, sehr gut!

So bin ich doch schon mal gespannt, was du noch nettes Schreibst.

In diesem Sinne

Liebe Grüße

Evi

 

Hallo Darky,

ja, Deine Geschichte ist zum Schmunzeln. Sie wirkt aber auch unausgegoren. Das liegt beispielsweise daran, dass die eigentliche Handlung sich auf den letzten Absatz beschränkt und tendenziell pythonesk ist. Aber eben nur tendenziell, es fehlt irgendein tieferer Sinn.

Es sind auch noch ein paar Fehler drin: "Das Mädchen... Sie" ist verkehrt, Du musst "es" schreiben, denn "Mädchen" ist sächlich, nicht weiblich.

Der Stil ist sprachlich nicht ganz konsequent, er klingt ein wenig gestelzt ("Die folgende Erläuterung der jungen Damme führten schließlich zur Ermüdung...") - was sicher Absicht ist, aber eben nicht konsequent durchgezogen.

Es sind auch noch einige Flüchtigkeitsfehler drin (z.B. "Damme" statt "Dame" im oben zitierten Satz), aber die findest du bestimmt, wenn Du nochmal drüber liest.

Warum steht der zweite Abschnitt in Klammern? Ich würde die Klammern weglassen.

Fazit: Sprachlich im Ansatz schon ganz gut, insgesamt durchaus witzig, aber mir fehlt der Kick ;)

Uwe

 

Moin Dämon,

Ich weiß nicht, irgendwie hat mich die Geschichte nicht wirklich überzeugt. Klar, dein Stil ist recht flüssig und einige Gags treffen wirklich, aber insgesamt fehlte mir noch irgendwas. Oder, wie der gute Uwe aus ausdrückte, es fehlt der letzte Kick. Die Geschichte bleibt einfach nicht im Kopf hängen, wenn du verstehst, was ich meine.

(Hat sich einer der Leser schon mal mit einer wütenden Smaragdeidechse angelegt? Wenn ja - kann er sich dann vielleicht noch daran erinnern,
Diesen Absatz finde ich von der Idee her hervorragend. Die Klammern sind aber störend und auch die direkte Anrede an den Leser finde ich persönlich nicht so gut. Mein Vorschlag wäre etwas in der Art: "Wer sich schon einmal mit einer wütenden Smaragdeidechse angelegt hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, wie..."
aber das ist nur eine rein persönliche Meinung. Falsch ist deine Version nicht, aber ich finde es generell nicht so toll, wenn der Autor plötzlich den Leser direkt anspricht (mit einigen wenigen Ausnahmen natürlich)

aber die meisten Fabelwesen hatten erstens keine große Lust zu verhungern, nur weil sie dem Dödel vor sich zuhörten und zweitens galten Drachen als ziemliche Kunstbanausen, was zur Folge hatte, dass der junge, recht unbegabte Sänger meist sehr schnell seinen Tod fand.
Hier fehlt mir ein Teil in der Logikkette. Du erklärst, wie man versucht, Drachen zu töten. Du erklärst auch, warum es meistens nicht funktioniert hat. Aber warum haben die Leute es dann überhaupt versucht und haben die Viecher nicht einfach abgestochen? Und warum hat es manchmal doch funktioniert? Wie kann man einen Drachen durch Singen eines Liedes töten?
Und das Wort "Dödel" ist sehr umgangssprachlich. Das paßt irgendwie nicht zu deinem sonstigen Schreibstil.

Insgesamt fand ich die Geschichte nicht schlecht. Teilweise ganz lustig, gute Ideen, aber irgendwas hat gefehlt...

 

Hallo Dark Damon Kairi,

Mir hat deine Geschichte sehr gefallen. Sie ist sehr originell und ich habe mich prächtig amüsiert!

*schmunzel*

bis denne,

Warangel

 

Hi

Deine Geschichte hat mir bis auf eine kleine Ausnahme gut gefallen. Wie gnoebel schon gesagt hat, fehlt mir der Grund, wieso dass sie die Tiere nicht einfach töten, sondern ihnen was vorsingen. Das würde mich doch stark interessieren.
Ah, noch was. Wieso ist das Mädchen in der falschen Zeit geboren worden? :confused:
Ansonsten eine amüsante Geschichte.

LG!
Berian

 

Danke an alle erstmal fürs Lob. :)
Nun, ich bitte die Flüchtigkeitsfehler bei mir nicht soo ernst zu nehmen, weil ich mich noch furchtbar schwer mit dieser neuen Tastatur tu... *bitte bitte*
Ok, zum Rest kann ich sagen:
Also, das Mädchen hätte wohl von ihrem Verhalten besser in eine Zeit gepasst, in der man von der Klinge Gebrauch machte, und den Gegner nicht "zu Tode sang".
Nun, was gleich zum nächsten Punkt führt, die Menschen sehen soetwas wie eine Freizeitbeschätigung (Hobby) im "Todsingen" von Fabelwesen.

 

:) lustiges Hobby...

Ich finde Deine Geschichte amüsant, besonders das mit dem Mädchen, das in der falschen Zeit lebt. Was mich noch interessieren würde, wieso haben sie denn früher die Fabelwesen erschlagen und jetzt "ersingen" sie sie?

Liebe Grüsse,
Marana

 

Hm... auf die Idee bin ich ja irgendwann im Geschichtsunterricht gekommen, als mein Hintermann gesagt hat, dass es im Mittelalter ja echt brutal zuging (wir ham uns da gerade irgendso einen Film angeschaut... ziemlich viel Blut, und rollende Köpfe...) und da hab ich mir gedacht, ich schreib einfach mal was, wos nicht so blutig zugeht (obwohl ich persönlich ja auch mehr aufs Blut steh ;D)

 

Hi,

ich fand das ganze angenehm skurril, allerdings hast Du die Idee das das Mädchen nicht in die Zeit passt
nicht ganz durchgehalten, schließlich hat sie die Hydra ja totgequatscht. Sie hätte vielleicht irgendwie
dazu gezwungen sein müssen, nicht ihrer üblichen Vorgehensweise zu folgen.

Die Idee ist aber lustig und ich habe mich amüsiert.
Etwas komisches zu finden ist immer schön

 

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