Wesen in der Dunkelheit
Die Dunkelheit birgt alles Böse dieser Welt. Nicht nur die Wesen in ihr sind böse. Die Dunkelheit selbst ist böse, denn sie arbeitet mit den Wesen zusammen, die sich in ihr verstecken. Sie bietet den Wesen Unterschlupf, bis diese sich auf ihre Opfer stürzen. Die Dunkelheit ist an vielen Orten. In der Nacht wächst sie, breitet sich aus und immer mehr Wesen verbergen sich in ihrem Inneren. Am Tag zieht sie sich in die Keller und unter die großen Tannen im Garten zurück.
Die Dunkelheit liebt mich, weil ich ein Kind bin. Die Angst der Kinder gibt den Wesen in ihrem Inneren Gestalt. Sie warten schon auf mich, wenn ich in den Keller gehe. Sie sind da, wenn ich ins Bett geschickt werde. In meinem Zimmer hat sich die Dunkelheit bereits hinter der Tür und unter dem Bett niedergelassen. Die Wesen in ihr sind schlau. Wenn man die Dunkelheit mit Licht vertreibt, ziehen sie sich zurück. Doch sie kommen wieder, und sie warten auf den richtigen Zeitpunkt.
Das Wesen unter meinem Bett hat lange Arme, damit es nach mir greifen kann. Ich lege mein Kissen ganz nah an die Wand. Ich liege weit weg von der Bettkante, dann kann mich das Wesen vielleicht nicht erreichen.
Meine Mama versteht es nicht. Sie macht morgens mein Bett und legt das Kissen in die Mitte. Weiß sie es nicht, oder ist es ihr egal, wenn das Wesen nach mir greift? Jeden Tag legt sie das Kissen an den falschen Platz.
Ich habe eine Taschenlampe in meinem Bett. Wenn die Wesen kommen, kann ich sie mit dem Licht vertreiben. Meine Taschenlampe ist in den Spalt zwischen Bett und Wand gefallen. Ich greife danach und kann sie fast erreichen. Mir wird heiß in meinem Bauch, dann in meinem Kopf. Wenn ich in diesen Spalt nach unten greifen kann, dann kann auch etwas nach oben greifen.
Ich lege mein Kopfkissen in die Mitte des Bettes. Vielleicht sind die Arme des Wesens nicht lang genug.
Ob Mama etwas wusste?