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Wenn die Zeit stehen bleibt

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03.04.2003
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Wenn die Zeit stehen bleibt

Die Straßen in ihrem Viertel sind überfüllt.
Tausende Menschen rennen jeden Tag an ihrer Haustür vorbei, nur um an irgendeinen Ort, zu irgendeiner Zeit, zu erscheinen.
Sie lässt sich nicht hetzen.
Langsam schlendert sie durch die kleinen Gassen, wobei sie immer wieder angerempelt wird. Auf dem kleinen Marktplatz gleich um die Ecke schreien Verkäufer die aktuellen Angebote in die Menge.
Sie setzt sich in das kleine Café am Fluss und schaut dem Treiben belustigt zu.
Ein Junge verkauft Rosen an frisch verliebte, die im Café sitzen. Zu ihr kommt er nicht.
Sie sitzt alleine da.
Aber das stört sie nicht.
Alleine sein ist etwas tolles, findet sie. Niemand der sie hetzt, keiner, der an ihrer Figur herumnörgelt oder der pünktlich zum Fußball zu hause sein will.
Wie oft saß sie schon in diesem Café? Sie weiß es nicht. Es ist hier wunderschön, doch noch nie hat sie einen Mann mit hierher genommen. Dieses Café ist ihr Ort.
Der Ort, an dem sie alleine sein kann.
Oftmals beobachtet sie stundenlang die Menschen. Manchmal schaut jemand kurz herüber.
In seltenen Fällen passiert es dann:
Ihre Augen treffen sich mit jemandem aus der Menge und die Zeit steht still. Nur dieser Moment zählt. Zwei Augenpaare, die einander in die Seele schauen können. Zwei Menschen, die sich so unbekannt sind, aber sich trotzdem zu kennen scheinen. Bis die Person auf der Straße weiter zieht. Der Blickkontakt bricht ab, die Welt läuft weiter.
Nichts auf der Welt kann diesen Moment der totalen Stille und Bewegungslosigkeit ersetzen.

Heute ist wieder einer dieser Tage. Ein junger Mann schaut ihr tief in die Augen – die Zeit steht still. Doch irgendetwas ist anders. Er schaut nicht wieder weg. Ganz im Gegenteil.
Er kommt direkt auf sie zu.

 

Hi Wiebke!
Schön, wieder mal etwas von Dir zu hören bzw. zu lesen!

Diese kurze Geschichte gefällt mir, so bildhaft und wunderschön. Vielleicht ist es etwas kitschig, teilweise, aber das macht überhaupt nichts aus! Mir gefällt sie so, wie sie ist!!! Wenn ich nur wüsste, wo das Café ist, ich würde sofort dorthin gehen!

Liebe Grüsse,
Manuela

 

Hi Marana, das Café wird vielleicht irgendwo in Hamburg, an der Alster zu finden sein ( jedenfalls habe ich es da in meiner Fantasie hingesetzt).
Konnte leider am Wochenende nicht so viel schreiben, war mit dem Rad queer durch S-H gefahren.
Jetzt wird's aber wieder mehr
Schöne Grüße und danke für die Kritik
Wiebke

 
Zuletzt bearbeitet:

das kommt beim gleichzeitigen Lesen zweier Geschichten raus. ;)
da habe ich doch glatt die Antwortfelder verwechselt. Entschuldigung liebe WibiB.

So ein Ort der Ruhe wie du ihn hier beschreibst ist schon etwas sehr schönes, und ich kann gut verstehen, dass man den für sich behält.
So ein schönes Café habe ich an der Alster leider noch nicht entdeckt.

Der Text beschreibt auch die Stille deiner Protagonistin sehr schön, allerdings erscheint er mir eher wie ein Fragment, wie eine Einleitung in eine Geschichte, der die wirkliche Geschichte erst folgen soll.
Das finde ich persönlich etwas schade.

Liebeb Gruß, sim

 

Hallo, noch mal kurz an Sim, danke für deine Kritik, hab sie doch glatt übersehen.
Ja, so ein kleines Café an derr Alster wäre was tolles, mit einer kleinen Terasse über dem Wasser und riesegen Trauerweiden drumherum, deren Blätter bis ins Wasser ragen... *träum*
Vielleicht fällt mir auch mal eine Vortsetzung ein, mal sehen.
Schönen Gruß,
WibiB

 

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