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weil ich ein Mädchen bin

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08.05.2003
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weil ich ein Mädchen bin

Wenn das Mädchen groß ist, will es ein Junge werden. Jungen haben es besser. Mädchen müssen in der Küche helfen, Mädchen müssen lieb sein und Mädchen müssen Röcke tragen.

Die Jungen spielen im Wald hinter dem Haus. Das Mädchen spielt mit. Wenn es ein Junge werden will, muss es von den Jungen lernen. Die Jungen sind mutig, sie klettern auf Bäume. Das Mädchen klettert auch auf Bäume und lernt dabei mutig zu sein. Die Jungen sind stark, sie raufen sich im Dreck. Das Mädchen rauft mit einem der Jungen und lernt, dass es noch stärker werden muss. Die Jungen sind schnell, sie rennen um die Wette. Das Mädchen läuft mit und wird nicht Letzte.

Das Mädchen kommt aus dem Wald nach Hause. Die Mutter schimpft, denn das Kleid ist schmutzig und zerrissen. Mit den Jungen schimpft niemand. Die Jungen tragen graue Lederhosen, die gehen nicht kaputt und schmutzig dürfen sie auch werden.

Das Mädchen hat Geburtstag. Es hat nur einen Wunsch. Das Mädchen möchte eine Lederhose, damit es bald ein Junge werden kann. Auf dem Geburtstagstisch liegt ein Päckchen. Das Mädchen öffnet es und darin ist eine Lederhose.

Die Lederhose ist rot.

 
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Servus Wurfaffe!

Kurz und anklagend. Wen? Die Gesellschaft? Die Hosenschenker? Oder sich selbst? Denn sie ist es ja die kein Mädchen (und zwar nach sehr konservativer Einstellung) werden will, sondern ein Junge. Unter denen es übrigens auch ganz schön viele Flenner gibt die keine Bäumer erkraxeln können.

Eine Alternative wäre es zu sagen "weil ich ein Mensch bin" dann stünden der Prot. ALLE Möglichkeiten offen.

Lieben Gruß - Eva

 

Hallo schnee.eule!

Es ist eine der ersten, bewusst wahrgenommen Erfahrungen des Mädchens. Das Mädchen möchte ein Junge werden. Sie glaubt, warum auch immer, Jungen wären im Leben besser dran. Die „Hosenschenker“ (Gesellschaft, ja!) sabotieren die „Verwandlung“ des Mädchens in einen Jungen.

Das Mädchen ist darüber hinweg, später wollte es Kindergärtnerin oder Feuerwehrfrau werden.;)

Gruß
Silke

 
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Hallo Wurfaffe!

Deine Geschichte hat mir sehr gefallen - sie ist kurz, prägnant und ernüchternd.
Klar, die Einstellung der Eltern sieht konservativ und altmodisch aus - aber ist sie das wirklich? Wenn auch nicht in genau dieser Form, ist das Rollendenken heute doch noch keineswegs ausgelöscht. Auch ich wäre wohl komplett anders erzogen worden, wenn ich ein Junge gewesen wäre.

M.E. klagt die Geschichte die Gesellschaft an. Eine Gesellschaft, in der zwar inzwischen (auf dem Papier) Gleichberechtigung, aber keine Gleichheit herrscht.

In der Geschichte stimmt einfach alles. Und sie spricht die Wahrheit aus.

Übrigens:

Das Mädchen läuft mit und wird nicht Letzter.
Letzte ;) auch wenn sie ein Junge sein will, ist sie trotzdem ein Mädchen *gg*

Das Mädchen möchte eine Lederhose, damit sie bald ein Junge werden kann.
es

Mfg
xka

 
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Hallo xkaxre!

Vielen Dank für die Kritik und Deine Korrekturen. Habe die Änderungen bereits vorgenommen.

Schön, dass man das, was ich zum Ausdruck bringen wollte, verstehen kann.:D

Gruss
Silke

 

hi wurfaffe,

ja, kurz und prägnant (schwanger?) *hehe*.

interessant!

bye

barde

 

Barde, im englischen schreibt man "pregnant" etwas anders *informier* ;)
Aber wenn du möchtest, kannst du es ja als "bedeutungsschwanger" verstehen :D

Mfg
xka

 

Chance vertan, beziehungsweise (noch) nicht genutzt.
Die Idee ist so gut, die gibt viel mehr her als diese kurzen, knappen Statements. Da steckt eine wunderschöne Kurzgeschichte drin. Du musst sie nur erzählen, Wurfaffe...

Gruß
Bobo

 

Barde :anstoss: xkaxre, wenn, dann seid ihr die Ersten, die es erfahren, versprochen! ;)

Hey Bobo,

Das ist mein wunder Punkt! :crying: Alles, was ich schreibe, gerät so kurz. Wenn mir etwas einfällt und ich es zu Papier bringe, dann merke ich nach wenigen Sätzen, dass ich gesagt habe, was ich sagen wollte. Ich arbeite daran!

Gruss
Silke

 

Hallo Wurfaffe!

Auch ich würde Dir raten, diese wirklich gute Idee :thumbsup: noch weiter auszubauen, sodaß sie sich wie eine richtige Geschichte liest.
So hat sie leider wirklich mehr den Charakter einer Zusammenfassung.

Ich würde mir an Deiner Stelle jede Aussage nehmen und dazu mindestens einen Absatz schreiben, in dem sie das Gesagte erlebt. Ein paar direkte Reden unter den Kindern und wie sie sich die Lederhose wünscht wären zum Beispiel nicht schlecht. Auch kursiv geschriebene Gedanken des Mädchens könnten von Vorteil sein. Und vor allem auch ein Name - das erspart Dir die häufige Wiederholung von "das Mädchen".
Eine gute Möglichkeit wäre es sicher auch, in der Ich-Form zu schreiben. ;)

Würde mich freuen, wenn Du es versuchst - auch wenn es Dir schwer fällt. Die Geschichte wärs auf jeden Fall wert. :)

Alles liebe,
Susi

 

Moin wurfaffe.
Kurz schreiben ist nicht verkehrt, allerdings halte ich deine Geschichte für durchschnittlich.
Warum dieser abgehakte Stil? Man muss ja schon froh sein, mal eine Hypotaxe 1. Ordnung zu finden. Auch von der Wortwahl, der Ausdrucksweise her primitiv.
Die Idee ist nicht ausgelutscht, sicherlich nicht, aber "wirklich gut" ist sie, denke ich, nicht, da nicht neu und relativ simpel.
Die Pointe ließ mich kalt. "Die Lederhose ist rot" ist mE kein Satz, der ansatzweise Tragik oder gar Dramatik transferiert.
So, genug verrissen... erst, mwer auf dem Gipfel ist, kann sagen: Höher geht´s nicht.
Grüße von der Talstation,
...para

 

Hallo Häferl!

Vielen Dank für Kritik und Lob. Deine Vorschläge, wie ich die „Zusammenfassung“ in die Form einer Kurzgeschichte bringen kann, finde ich sehr konkret und vor allem hilfreich. Damit kann ich arbeiten. :)

Lieben Gruß
Silke


Hallo Paranova!

Danke für Deine Einschätzung. Vielleicht erklärt sich der abgehakte Stil und die Ausdrucksweise damit, dass ich beim Schreiben der Geschichte die Erinnerungsfetzen eines kleinen Mädchens verarbeitet habe. Ist natürlich keine Entschuldigung. Zudem bin ich kein Freund von verschachtelten Sätzen.

Die Pointe kann vermutlich nur Tragik oder Dramatik transferieren, wenn man sich in die Gedankenwelt des kleinen Mädchens hinein versetzt. Vielleicht hätte ich das mit einer ausführlicheren Erzählung besser vermitteln können.

Gruß
Silke

 

Hi Wurfaffe!

Mir hat deine Geschichte auch echt gut gefallen. Mädchen müssen in der Küche helfen Röcke tragen etc. und die Jungs dürfen drausen spielen und faul sein. Jaja, so ist das Leben *g*
Nein, aber im Ernst. Sogar in unserer fortschrittlichen Gesellschaft gibt es immer noch Leute mit einem solchen Rollendenken, von dem sie nur ungern wegsehen.
Ich schließ mich den anderen an. Die Idee ist gut, aber man hätte eine längere, gute kg draus machen können!

Liebe Grüsse
Judy

 

Hi Judy,

danke für Lob und Kritik. Die Idee scheint ja wirklich zu gefallen. Ich arbeite bereits an einer neuen Fassung, vielleicht wird es ja mal eine richtige Kg.

Ich bin Optimist. Was diesen Punkt unserer Gesellschaft angeht, wird sich bestimmt noch etwas ändern. Da wir Menschen jedoch dazu neigen, jede Reform über das Ziel hinaus zu schiessen, werden wir möglicherweise erst ein Matriarchat durchstehen müssen, bis sich alles auf ein gesundes Maß einpendelt. :D

Lieben Gruß
Silke

 

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