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Wahnsinnige Realität oder doch nur ein Traum?

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15.05.2003
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Wahnsinnige Realität oder doch nur ein Traum?

Realität oder doch nur ein Traum?

Ich hörte ein Klirren, gefolgt von einem dumpfen Aufprall, als ich gerade gemütlich am Kamin saß, und ein Buch las. Erschrocken fuhr ich auf und mein Blick huschte durch den Raum. Doch nichts war anders als sonst, nein die verwelkten Blumen standen noch auf dem Tisch. Die Bücher lagen verstreut auf dem Boden und an der Tür hing immer noch das halb abgelöste Bild das ich vor Urzeiten gemalt hatte. Ich legte das Buch zur Seite und stand auf, den Blick auf die Treppe gerichtet, die zu meinem Schlafzimmer führte. Als ich die Stufen hinauf stieg knarrten diese unter meinen Schritten und bogen sich leicht durch. Oben angekommen schweifte mein Blick durch den Raum, entlang am alten Kleiderschrank den ich von meiner Großmutter geerbt hatte, und vorbei an den verstaubten und verblichenen Vorhängen. Glasscherben hatten sich auf dem Fußboden verteilt und glitzerten im Licht des Mondes, der von draußen durch das Fenster schien. Plötzlich sah ich eine Bewegung, einen Flügelschlag? Ein kleines Wesen richtete sich auf und schaute mich mit großen Augen an. Ich blinzelte, nein ich musste träumen es gab keine kleinen Wesen mit Flügeln, das konnte doch nicht sein. Die Augen fest geschlossen ballte ich die Fäuste, bereit sie wieder zu öffnen, um fest zustellen, dass ich mir das alles nur eingebildet hatte. Doch was war das, es Raschelte irgendjemand stöhnte leise, mit einer hohen Stimme. War ich durchgedreht ? Ich schlug die Augen auf, und starrte das kleine Wesen an. Es faltete gerade seine Flügel zusammen und versuchte seine oder soll ich sagen ihre Haare zu richten, als ich zurück taumeln musste und mich auf mein Bett sinken ließ. Ich atmete tief durch, den Blick nicht vom Wesen lassend. „Was starrst du mich so an?!“, ertönte eine helle Stimme. „Ich ähh..“, mir stockte der Atem und keinerlei Ton drang mehr aus meiner Kehle. Verwundert, erstaunt und verwirrt blickte ich das Wesen an, und brachte es nicht fertig etwas zu sagen. Nach einigen Minuten des gegenseitigen Anstarrens, fand ich dann doch meine Sprache wieder : „Wer bist du und vor allem was bist du?“ Das kleine Wesen seufzte und trat ins schummrige Mondlicht. Eindeutig weiblich und wunderschön, doch nur so groß wie meine Handfläche, und außerdem geflügelt. „Ich bin Enyia eine Fee, oder was denkst du?! Mh?“ ,sprach sie mit leiser doch fester Stimme. „Eine Fee? Eine richtige Fee? Wie aus den Märchen, mit den Wünschen?“ ,fragte ich sie erstaunt, doch sie verdrehte die Augen und flatterte neben mich aufs Bett. „Nein, natürlich nicht warum sollte ich dir einen Wunsch erfüllen?“ , setzte sie scheinbar genervt hinzu. „Na ja tun das Feen nicht gewöhnlich?“, ich schaute sie fragend an. „Nein, denkst du wir haben nichts besseres zu tun, als euch Menschen Wünsche zu erfüllen?“, erklärte sie mir schon fast spottend. Ich verstummte, so hatte ich mir aber ganz und gar nicht eine Fee vorgestellt, vom Aussehen ja... Sie trug einen grünes schleierhaftes Kleid und ihre Flügel glänzten im Mondesschein bläulich, sie war dünn, fast schon mager und doch ihre Bewegungen waren alles andere als elegant. Sie strich sich die zerzausten Haare nach hinten und fuhr fort „Willst du mir nicht etwas zu trinken anbieten?“, sie schaute mit erwartungsvoll an. Ich kratze mich am Kopf, eine Fee war durch bzw. in mein Fenster geflogen, und verlangte nun das ich sie bediente? „Ähm was willst du denn?“, sagte ich trotz alledem noch freundlich. „Mhhh... na ja wie wäre denn ein Bier?“, sie grinste mich an, während sie dabei den Dreck von ihren Kleidern klopfte. „Ein Bier?, wiederholte ich und schüttelte leicht den Kopf, „Ich habe keines.“ „Wie du hast keins?!“, empört sprang die kleine Fee auf. „Jeder hat doch ein Bier für eine Fee!“ donnerte sie recht Kraftvoll, für so eine kleines Wesen. Ihre Stimme klang wirklich erschüttert, als hätte sie niemals damit gerechnet. „Was bist du eigentlich für einer?!“, sprach sie. „Früher freuten sich die Menschen wenn sie eine von uns Feen sahen! Doch du? Seid ihr alle so?! Nicht mals ein Bier für eine Fee... und unhöflich!“. Ich konnte es kaum glauben ich riss die Augen auf und mein Unterkiefer klappte nach unten. Was bildete sich dieses Wesen eigentlich ein? Zuerst hatte es meine Fensterscheibe zerstört, von der ich nicht wusste wie ich sie bezahlen sollte, und dann hatte es mich fortlaufend nieder gemacht? „Unhöflich?! Wer ist hier Unhöflich?“, erklang es, wie von selbst aus meiner vor Wut zitternden Kehle. Arrogant breitete die Fee die Flügel aus und warf die Haare nach hinten. „Ich werde mir einen anderen Menschen suchen, es gibt bestimmt Leute die sich über den Besuch einer Fee freuen !“ „Freuen über einen Besuch von einer kleinen Arroganten, unfreundlichen und gemeinen Fee?, fragte ich sie gereizt. Sie führte mir eine lange Liste auf, wie toll Feen doch seien und das wir Menschen uns doch glücklich schätzen könnten, bei einem ihrer Besuche. Entnervt raufte ich mir die Haare, das war wirklich nicht die Fee, die ich mir erträumt hatte. Sie zog etwas längliches aus einem Beutel, der an einem Gürtel befestigt war. Zuerst dachte ich an einen Zauberstab doch nein, es war eine Flöte. Ich konnte nichts genaueres erkennen da Schatten die Fee umspielten, und sie anfing auf ihrer Flöte zu spielen. Wunderschöne Klänge ertönten und zogen mich in ihren Bann. Ich wollte ihr nicht länger lauschen, doch ich konnte nicht anders, ich musste. Konnte nicht weg gehen, konnte nichts sagen, konnte mich nicht rühren. Verzaubert von den Klängen der Flöte saß ich einfach nur da und schaute sie an. Den Blick verträumt auf sie gerichtet, doch sollte ich so sitzen bleiben und schauen was passiert? Es viel mir schwer wach zu bleiben, die Musik war einschläfernd und doch mitreißend, gar berauschend. Schließlich war ich in einer Art Trance versunken, hörte nur noch die lieblichen Klänge und sah verschwimmende Formen und Farben vor meinen Augen entstehen und vergehen.
Plötzlich ein schrilles Klingeln das sich unter die wunderschöne Melodie mischte, das klingeln wurde lauter und ich öffnete die Augen. Ich lag im Bett, das Fenster war zerbrochen und die Scherben lagen auf dem Boden. Erschrocken schaute ich mich um, nirgends eine Fee, nirgends. Doch was war mit der Glasscheibe passiert? Wie war sie zerbrochen, alles nur ein Traum oder Realität? Ich fasste mir an den Kopf und stand auf.. verwirrt, verstört und verwundert über diese Nacht...

 

Hallo, Schattenlicht!

Die Geschichte ist irgendwie sinnlos, ich mag sie aber trotzdem. Nett erzählt.
Mehr Absätze könnten nicht schaden.

Am meisten gestört haben mich drei Kleinigkeiten:
1. Der Titel. Ich habe mich gefragt, ob das überhaupt eine Geschichte ist, die in diese Kategorie gehört.
2. Wer Besuch von einer Fee bekommt, dessen Hauptsorge sollte eigentlich nicht sein, wie er die Fensterscheibe bezahlt.
3. Ganz am Ende: wieso "bittere Realität"? Was war am Erlebnis denn bitter?

Für ein Erstlingswerk gar nicht schlecht.

r

 

Hi Schatten,

deine Geschichte ist ganz nett. Aber was mich am meisten dabei stört ist das 'Wahnsinnige' im Titel. Die Story ist etwas schräg, aber Wahnsinnig?
Ich finde auch am Schluss 'böser Traum oder bittere Realität', das passt nicht ganz. Lass das Böse und Bitter weg, das passt dann besser.
Die Idee mit der Fee, die ganz und gar nicht den gängigen Vorstellungen entspricht ist nicht schlecht.
Ich vermute mal, das schrille Klingeln am Schluss war ein Wecker.

 

mhhh ja doch muss ich euch recht geben :)
naja übenübenüben dann bekommt ihr vieleicht mal sinnvolle texte zu lesen *g*
ich hatte an dem abend eigentlich nur lust was zu schreiben, wusste aber selbst nicht so ganz was darin passieren soll... ich weiß erster fehler *g*

 

Hallo Schattenlicht,

erstmal: Willkommen auf kurzgeschichten.de! :-)

Man merkt Deiner Geschichte an, dass Du Phantasie hast und Spaß am Schreiben, aber auch, dass Du darin noch nicht viel Erfahrung hast. Intuitiv machst Du vieles richtig, beispielsweise beginnst Du direkt mit der Handlung, sorgst für Spannung (knarrende Stufen), unerwartete Wendung (sonderbare Fee). Gar nicht übel für den Anfang.

Ich finde es gerade in der Fantasy wichtig, nicht immer die ausgelutschten Klischees zu bedienen. Aber Du kannst mit Deiner Fee noch viel weiter gehen. Nicht nur, dass sie keine Wünsche erfüllt und ein Bier will - ihre Flötentöne könnten total schräg und entnervend sein, hier ist viel Raum für mehr lustige Ideen. Das Ende könnte ganz anders aussehen - spätestens seit Bobby bei Dallas unter der Dusche stand, ist "war etwa alles nur ein Traum?" keine interessante Pointe mehr. Das wäre auch das endgültige Aus für den Titel. Ist eine üble Sache, mit Titeln. Manchmal hat man ihn vor der Geschichte, manchmal fällt einem einfach kein guter ein. "Nächtlicher Besuch", "Kein Bier", "Die Fee und die Flöte", ... keine Ahnung. Der Titel ist echt wichtig, gerade hier bei kg.de, weil er für viele Besucher ein Grund ist, eine Story anzuklicken oder auch nicht. Da lohnt es sich, lange nachzudenken.

Die sprachlichen Problemfälle wurden ja bereits angedeutet, da musst Du noch einiges dran tun.

Bin auf Deine nächste Geschichte gespannt!

Fazit: Eine schöne Idee, inhaltlich ausbaufähig, sprachlich stark verbesserungsfähig.

Uwe

 

Deine Geschichte ist ja ganz lustig.
Die Darstellung eines Traumes oder eines traumähnlichen Wirklichkeitsauschnittes ist dir ganz gut gelungen.
Eine der "traumhaftesten" Stelle ist diese hier:
"Ich wollte ihr nicht länger lauschen, doch ich konnte nicht anders, ich musste. Konnte nicht weg gehen, konnte nichts sagen, konnte mich nicht rühren."
Der Ich-Erzähler reagiert selbst nicht als logische Person. Er wird ebenfalls Teil des Traumes. Er tut Dinge, die er nicht will.
Auch sehr schön ist die Parallele zum Mythos des Nachtalben.
Der Nachtalp selbst ist ein Alp also so was ähnliches wie eine Fee (im weitesten Sinne). Seine Angewohnheit ist es Albträume zu versachen. Hierbei wird er zum Druckgeist und löst die sogenannte Alpqual aus. (Irgendwie ist das mein Lieblingsthema) Der Nachtalp versucht den Träumer zu erdrücken. Der Träumende selbst kann sich nicht bewegen, er wird vom Nachtalp dazu gezwungen.
Der erzwungene Stillstand des Träumers (hier ausgelöst durch das Spielen der Fee) ist wohl eines der Uhrmotive des Traumes.
Auch gekonnt ist das Ende. Nach altgermanischer Sage kann man dem Nachtalp durch Erwachen entfliehen. Als Vertreiber des Nachtalben gelten der Schrei eines Hahnes oder die morgendliche Kirchenglocke aber auch der Sonnenaufgang. In deiner Geschichte ist es der Wecker der die Fee vertreibt und den Träumer aus der Gefangenschaft rettet.
Ein sehr realistischer Traum (man beachte das Wortspiel)
MfG Maglor

 

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