Was ist neu

Um Himmels willen

Mitglied
Beitritt
04.05.2003
Beiträge
53

Um Himmels willen

Um Himmels Willen

Ja, es gibt Tage an denen sei es besser, mensch würde das Bett nicht verlassen. Aus Sicherheitsgründen kurz angemerkt. Klingt abgedroschen, ist es wahrscheinlich auch. Was heißt denn schon wahrscheinlich? Jedoch wie wahr, wie wahr. Kein Telefonieren, keine hastigen Bewegungen, keine Menschen, keine Situationen, lediglich jene im Bett zu liegen. Keine Sorge, es folgt hier jetzt keine Erzählung über einen Menschen, der das Bett doch verließ und an jenem Tag von einem Unglück in das nächste rennt. Er oder sie dann den Tag dennoch übersteht, es schafft den Tag zu überleben oder vielleicht auch nicht. Nein, keine Panik. Okay mag sein, diese Geschichte wäre aufregender, spannender oder wer weiß schon, vielleicht so melancholisch und traurig, dass mitfühlende Menschen nicht ohne eine Packung Papiertaschentücher auskämen. Aber vergessen, los, das alles vergessen! Es wird in diesem Moment keine dieser Geschichten folgen. Genau zu diesem Zeitpunkt drängt sich schon verhältnismäßig stark die Frage auf: Um Himmels Willen was dann? Und darum geht es auch. Um den Willen des Himmels. Denn genau diesen gibt es nicht. Überrascht, dass es ihn nicht gibt. Ist aber so, hat noch nie existiert und wird auch nie so sein. Ich mache mir nichts aus der fehlenden Vollständigkeit den Himmel zu beschreiben, ob naturwissenschaftlich, philosophisch oder was und wie auch immer. Ich nehme ihn einfach so wie er ist. Eine wechselnde farbliche Erscheinung über uns, die, ja gebe ich zu, Stimmungen hervorruft und nicht nur im Stande ist die Farbe zu wechseln, sondern auch die Bestückung auszutauschen. Sterne, Wolken, Planeten, Blitze, alles was von oben eben kommen mag. Flugzeuge und all jenes Zeugs, dass von Menschen hinaufgeschossen wird nicht eingerechnet. Soviel zu der nicht vorhandenen Vollständigkeit. Der Himmel kann es nicht wollen, dass Mensch nicht sein Bett verlassen soll und auch nicht raus in die Welt, auf die Erde sozusagen, aus Sicherheitsgründen. Nicht vergessen. Nein, Himmel kann das nicht wollen. Aber ja doch, es geht nach wie vor um den Willen des Himmels. Und da Himmel nichts wollen kann, wird es wohl der Mensch selbst sein. Was Mensch nicht will, das soll er auch nicht müssen, auch nicht dem Himmel zuliebe. Was für eine billige Ausrede nicht wahr, um Himmels Willen. Es ist lächerlich. Nach dem Willen des Himmels, ja klar, sonst noch etwas. Um Himmels Willen, jetzt mach doch endlich! Um Himmels Willen, weißt du noch immer nicht, was gut für dich ist! Um Himmels Willen warum musste das wieder passieren! Um Himmels willen, um Himmels Willen tausend verschiedene Formulierungen, Vorwürfe, Rechtfertigungen, Motivationsversuche unzählbar wahrscheinlich, alle Varianten sind möglich. Der Wille des Himmels hat sich über die Jahre wohl eingebrannt. Es interessiert mich nicht nachzuforschen, warum und woher dieser Spruch kommt. Ich halte nichts von dem. Aber bloß nicht auf falsche Gedanken kommen, nicht dass hier irgend jemand denkt, ich hasse den Himmel. Nein, ich mag ihn doch und ich verbringe genug Zeit damit, ihn anzustarren und aufzusaugen und zu fühlen. Aber ich mag den Willen nicht. Das Gefühl ja, den Willen, der kann mir gestohlen bleiben. Ich kann es einfach nicht mehr ertragen und schon gar nicht hören, dass die Menschen oder wer auch immer sich das ausgedacht hat, dem Himmel einen Willen aufzutragen. Aber es waren bestimmt Menschen. Sie sind doch die Meister darin, Geschehnisse die sie nicht verstehen, Taten die sie vertuschen wollen, Ereignisse, die sie nicht erklären können, Pflichten die sie sich selbst nicht auferlegen trauen, Grenzen, die sie sich selber ziehen oder nicht zu setzen wagen, Aufgaben diktieren, die niemand braucht und will, Verbote aufstellen die für nichts sind, abzuschieben. Auf alle möglichen Erscheinungen, Geister, Gottheiten, der Natur, die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, fällt ja auch einiges an, zu übertragen und auch den Himmel haben sie nicht verschont. Wie arm eigentlich und wie gemein. Dem Himmel einen furchtbaren Willen zuzuschreiben! Was für eine Dummheit, der Wille des Himmels. Wie wäre es sich um den Willen des Menschen Gedanken zu machen. Und auch wenn ich jetzt noch hier liege und singe, einfach nur singe, mich noch nicht aus meinem Bett bewegt habe, es singt sich sehr gut hier, die Schalldämpfung ist durch meine Decken und Polster sehr gut, fast wie in einem Studio, nein, ich neige zu Übertreibungen, wird das Telefon läuten und meine Mutter wird an der Leitung sein. Und kalkulierbar wie sie ist, kann ich jetzt schon erwähnen, sie wird sagen: um Himmels willen, du bist noch immer im Bett. Dann werde ich obligatorisch erwähnen, ich glaube nicht an den Willen des Himmels. Ich will das so, ich, ich ganze alleine. Ich habe einfach ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend und es zieht mich nichts nach draußen. Dann wird sie sagen ich spinne. Was soll denn das bloß für ein Gefühl sein und schon gar nicht sei das ein Grund, das Haus nicht zu verlassen. Ich werde mich dann verteidigen und ihr sagen, warum soll mein Gefühl weniger Wert sein als der Wille des Himmels. Und sie wird nichts verstehen, von alledem was ich meine. Und um sie dann noch vollkommen zu verwirren und es mir einfacher zu machen das Gespräch möglichst bald zu Ende zu bringen, sage ich ihr, dass ich an Elfen glaube, mehr als an ihren Gott, den sie jeden Sonntag fleißig anbetet. Und diese Elfe meinte, ich darf ruhig singen, wenn mir das besser bekommt, als auf der Straße von einem LKW angefahren zu werden. Mutter wird dann möglicherweise leicht wütend werden und sehr bald wieder den Hörer auf die Gabel legen. Und ich habe mir somit erspart ihr zu erklären, dass Gefühle wichtig sind und die Welt vielleicht nicht die wäre, die sie ist, wenn mehr Menschen auf ihren Bauch hören würden. Nicht wahr?! Aber reines Wunschdenken, ich weiß. Die Erde ist nicht geschaffen dafür. Ich kenne zwar keinen anderen Planeten, war bis jetzt immer auf der Erde, aber vielleicht ist auf der Venus alles besser!

 

Hallo Sonah,

Ganz hübsch der Text. Du kannst dir denken, warum ich nicht "Geschichte" schreibe? In Ehren Dein flüssiger Stil und Deine für mich unterhaltsame Art zu schreiben, doch im Bett zu bleiben und zu überlegen, ob man nun ans Telephon geht oder nicht, macht beileibe keine Handlung aus (falls Du das vorhattest). Ich kann mir vorstellen, dass ich der Einzige bin, der nicht am Ende den Kopf auf die Tastatur gelegt hat.

Da wäre es wahrscheinlich besser gewesen, wenn Du das ganze in einen Dialog gepackt hättest. Ja, ich gehe sogar soweit und sage: Es ist die Pflicht des Autors, der statt einen Plott einfache Gedanken über seinen Erzähler mitteilen will, dies über ein Gespräch zwischen (un)benannten Figuren (z.B. einfache Abfolge von Sprechparts) zu tun, um seinen Ruf als Kurzgeschichten-Autor zu waren und nicht als Plädoyeur abgestempelt zu werden.

FLoH.

 
Zuletzt bearbeitet:

hi sonah & herzlich willkommen,

du hast ein talent zum schreiben - das sage ich dir, bevor ich dir nun sage, dass ich deinen text fürchterlich finde.
worum geht es jetzt hier eigentlich?! du schreibst ÜBER eine geschichte anstatt die geschichte selbst. was du hier verwendest, hat nicht einmal etwas mit geschichten schreiben zu tun.
man erkennt, du bemühst dich um eine lockere schreibweise. der erwünschte humor scheint aber nicht durch. im gegenteil leider, es ist sehr schwer zu verstehen. eine normale geschichte hilft dem leser im fluss seiner handlung. in deinem text gibt es keine handlung - da ist nichts, nichts was den leser interessieren könnte.
wie wäre es, wenn du deine schreibstärke in eine richtige geschichte einsetzt?

bis dann

barde

Ja, es gibt Tage an denen sei es besser, mensch würde das Bett nicht verlassen.
hinter "Tage" ein komma.
"mensch" gross

lediglich jene im Bett zu liegen.

hinter "jene" ein komma

Ich nehme ihn einfach so wie er ist.

vor "wie" ein komma

Eine wechselnde farbliche Erscheinung über uns, die, ja gebe ich zu, Stimmungen hervorruft und nicht nur im Stande ist die Farbe zu wechseln, sondern auch die Bestückung auszutauschen.

ein schreckenssatz!
hinter "wechselnde", "ja", "ist" jeweils ein komma

Flugzeuge und all jenes Zeugs, dass von Menschen hinaufgeschossen wird nicht eingerechnet.

hinter "wird" ein komma

 

Zuerst @Barde:
Wenn du korrigierst, korrigier bitte richtig!

QUOTE]Ja, es gibt Tage an denen sei es besser, mensch würde das Bett nicht verlassen.
"mensch" gross[/QUOTE] "mensch" steht hier für "man", wird daher klein geschrieben und ist (@sonah) ein großartiges Wortspiel!
Eine wechselnde farbliche Erscheinung über uns, die, ja gebe ich zu, Stimmungen hervorruft und nicht nur im Stande ist die Farbe zu wechseln, sondern auch die Bestückung auszutauschen.
hinter "wechselnde", "ja", "ist" jeweils ein komma
hinter "wechselnde" kein Komma - im Übrigen ein sehr guter Satz!

@sonah:
Dein Stil gefällt mir - zwar springst du zwischen den Modi und die Satzstellung ist nicht immer einwandfrei, aber der Stil an sich liest sich sehr schön! Besonders Worte wie "mensch" und "Bestückung des Himmels" :lol:

Das Problem der Geschichte ist der Inhalt.
Denn:

Um den Willen des Himmels. Denn genau diesen gibt es nicht. Überrascht, dass es ihn nicht gibt?
Nein. Überhaupt nicht. Denn: Du weigerst dich, dich näher mit dem Sprichwort zu beschäftigen - hättest du es getan, hättest du festgestellt, dass "um Himmels Willen" mit "um Gottes Willen" gleichzusetzen ist. Das heißt: Du hättest dir den ganzen Text sparen können, da niemand behauptet hat, der Himmel habe einen Willen.

Mfg
xka

 

zuerst danke für die kritik!!!
richtig erkannt mensch steht für man und wird deshalb auch klein geschrieben. zum inhalt: genau, ich stimme zu, die geschichte (oder sei es erst gar keine) ist genauso sinnlos wie wahrscheinlich der spruch "um himmels willen". und darum geht es auch, um die sinnlosigkeit dieser aussage in bezug darauf, wie sie im alltäglichen leben gebraucht wird. stimme ebenfalls zu, hätte ich mich näher damit auseinandergesetzt, hätte das zu gott geführt, was wiederum dem ganzen einen sinn gegeben hätte. so bleibt es vielleicht das was es ist, im prinzip sinnlose zeilen (wie von euch richtig angemerkt) aber vielleicht regt sich doch der eine oder andere gedanke. danke again für eure meinungen!

 

richtig erkannt mensch steht für man

*hmh* mensch für man? das kenne ich gar nicht so. sollte ich hier wirklich falsch korrigiert haben, dann bitte ich um entschuldigung.

Zuerst @Barde:
Wenn du korrigierst, korrigier bitte richtig!

xkaxre - das war aber jetzt nicht wirklich diplomatisch, oder? *smile*
findest du, ich sollte grundsätzlich nicht korrigieren, weil mein wissen über rechtschreibung und zeichensetzung so schwach ist :) ?

bye

barde

 

Hallo!
ich weiss nicht so recht, was ich von deinem Text halten soll!
du philosophierst über rund 90 zeilen einem spruch hinterher und drehst dich auf der stelle! Deine gedankengänge sind wohl nachvollziehbar, aber es ergibt sich keine handlung, kein ablauf, kein fortschritt! vielleicht hättest du besser beschrieben wie sich jemand doch noch aus dem bett gewagt hätte und dann in verschieden situationen die er erlebt gezeigt, was du sagen wolltest, denn in deinem text ist es absolut nicht zu erkennen, jedenfalls für mich!
hier noch ein kleiner fehler?

Aber es waren bestimmt Menschen. Sie sind doch die Meister darin, Geschehnisse
Menschen. Die sind doch... oder??? kann man aber auch stehen lassen, "die" hebt nur besser hervor, dass dein protagonist ihr tun zu durchschauen glaubt, und sich nicht mit ihnen gleich setzt.
mfg onida

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Zurück
Anfang Bottom