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Theater Theater...

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10.06.2003
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Theater Theater...

Ich sitze im Theater.
Dritter Rang, sehr eng. Wie so viele andere versuche auch ich, mich einigermaßen bequem auf meinem Platz zusammenzufalten.
Klappt leider nicht. Beine überschlagen ist nämlich genauso unmöglich wie Beine ausstrecken. Man wird förmlich dazu gezwungen, kerzengerade zu thronen – ist wohl Taktik, das hält einen davon ab, in eine, zwar bequeme, aber auch ungemein ungesunde Sitzposition zu rutschen.
Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum hier immer die Schüler hin verfrachtet werden, die haben noch einen jungen Rücken, da kann man noch formen. Spezies Schüler sitzt auch prompt neben mir – nicht, dass ich selber keiner wäre - und zwar in Form einer neunten Klasse ( dem Alter nach zu schätzen ). Scheint, als wollte da nur der Lehrer, die Schülerschaft aber nicht. Ersterer jedenfalls beobachtet mit angestrenger Miene das Treiben auf der Bühne, während seine Schützlinge entweder in einen tiefen Schlummer verfallen oder sich den neuesten Klatsch aus der Pause vom Vormittag zustecken.
Anmerkung: ich sitze ja, wie bereits gesagt neben dieser Klasse! Und ich bin sehr wohl interessiert an dem Stück!!!
Nachdem ich dann zur Hälfte mitbekommen habe, was auf der Bühne geschieht und mit dem anderen Ohr zwangsweise mit anhören musste, dass ja „.....der Erwin mit der Paula rumgemacht hat, was dann der Klaus bemerkt hat, der das prompt Hans erzählte, der es seiner Freundin Eva steckte, die es dann Erwins Freundin Klara erzählte, die gerade mit Herbert rumgeknutscht hat....“, kommt mir der Gedanke ( natürlich mit fiesem Grinsen im Hinterkopf) „Oh, entschuldigt, aber ich hab da gerade so Zuckungen im Ellenbogen gehabt“. Die setzen dann aber wider Erwarten doch nicht ein.
Langsam schlafen mir nun auch die Füße ein – beide wohlgemerkt, lohnt sich ja sonst nicht. Links von mir ertönt plötzlich ein Schnarchen – nein, es sind nicht meine Füße, sondern einer der Bestraften. Naja, vom Sitz kann er wenigstens nicht rutschen, dafür ist kein Platz und wenigstens ist’s jetzt einer weniger, der sabbelt.
Irgendwann ist dann Pause, Licht geht an und ich kann endlich meine Füße aufwecken und mich hochpellen. Warm wird’s langsam auch, da helfen auch die kleinen Lüftungsschlitze in den vorderen Sitzen nicht. Wobei man sich dann auch beginnt zu fragen, aus welchem Jahrhundert die dort ansässigen Pilzkulturen sein mögen. Ob sie wohl Napoleon schon kennengelernt haben?

Kaum sind meine Füße jedoch aus ihrem zwischenzeitlichen Koma erwacht, ruft der Gong auch schon zum zweiten Akt.
Mit Tränen in den Augen – vor Glück versteht sich – muss ich feststellen, dass die Labertaschen von nebenan anscheinend zu McDonalds ausgewandert sind. Prima, schlagartig wird’s ruhiger. Mehr Platz ergibt sich allerdings immer noch nicht. Man könnte ja Schuhe ausziehen und sich dann zusammenfalten .... lieber nicht. Die Idee scheint jedoch auch einem aus der Neunten gekommen zu sein und so verbreitet sich unangenehm schnell ein Geruch Marke „Käsesocke meets Adidas“.
Ich versuche mich krampfhaft auf das Stück zu konzentrieren. Gelingt mir auch, wenn man mal von den zeitweise auflautenden Schnarchattacken von links absieht und die Nase auf taub stellt.
Nachdem meine Füße an diesem Abend fast zum zweiten Male entschlafen wären, schließt sich der Vorhang und Applaus setzt ein. Der Schnarcher schießt erschrocken in die Höhe und der Sockenmensch verschließt seine Füße wieder luftdicht in seinen Schuhen.

Und während die Schauspieler bereits zum x-ten Mal ihre Applausordnung durchgehen, denke ich mir „Ein Besuch im Theater ist doch immer auf’s Neue ein Erlebnis!“

 

Hi Little Pilgrim!

Herzlich willkommen auf kg.de! :)

Zuerst zu deiner Geschichte - nun, an manchen Stellen kamen leichte Schmunzler auf, aber so wirklich lustig fand ich sie nicht.

Was ich allerdings ändern würde, wären die Ergänzungen in den Klammern. Stört irgendwie den Lesefluss und man kann es auch anders darstellen.

Greetinx
Alisha

 

Mhm, vielleicht ist die Geschichte - wenn man das Geschreibsel da oben als solches bezeichnen kann, doch zu sehr Insider als dass man sie als Außenstehender versteht. Auf jeden Fall beruht sie auf einer wahren Begebenheit ;)
Wahrscheinlich wird's erst lustig, wenn man mal in diesem Theater im dritten Rang gesessen hat ... aber trotzdem DANKE für's Feedback!!!

 

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