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Tage eines Träumers

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17.05.2003
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Tage eines Träumers

Bewegte Bilder - Alles dreht sich - Und dann scheinen sich die Ereignisse noch einmal zu wiederholen.


Noah Arrsen sah sich wieder in der achten Klasse sitzen, sein Lehrer trat zu ihm, aber er bemerkte ihn nicht. Noah war ein Träumer und träumte wieder einmal mitten im Unterricht. „Noah, was ist, ich habe dich etwas gefragt, träumst du schon wieder?“ Der Lehrer schaute ihn böse an, als Noah hochfuhr. „Ich .. äh .. könnten Sie ihre Frage wiederholen?“ Er schaute den Lehrer müde und mit einem Lächeln im Gesicht an. „Ich möchte, dass deine Eltern morgen zu mir kommen, so geht das nicht weiter.“ Der Lehrer drehte sich um und ging zum Pult zurück.

Die Szenerie vergeht in einem grauen, sich windenden Schleier.

Ja, damit hatte damals alles angefangen. Während Noah fest im Schleier seiner Erinnerungen steht, fällt ihm alles wieder ein. Seit seiner Kindheit war er ein Träumer gewesen, der so sehr in seine Träume und Phantasievorstellungen vertieft war, dass er alles um sich herum vergaß. Immer wieder hatte er sich ausgemalt, wie er bestimmte Dinge gerne hätte, hatte aber nie den Mut gehabt, sie auch in die Tat umzusetzen und seine Ziele zu erreichen.

Doch eines Tages sollte sich alles ändern. Er war aus einem Traum aufgewacht, der in Erfüllung gehen sollte. Er hatte sich in seinen Träumen Ereignisse ausgedacht, die plötzlich real geschahen, allerdings, nicht wie in seinen Träumen mit ihm in der Hauptrolle, sondern immer mit anderen Personen. Diese realen Träume kamen immer häufiger und hatten bis heute nicht aufgehört.

Der graue Schleier um ihn herum klärt sich und eine neue Szene erscheint. Sofort fällt ihm die Sache wieder ein.

Eines Tages kam eine neue Mitschülerin in seine Klasse, in die er sich prompt verliebte. Er malte sich in seinen Träumen aus, wie es wohl mit ihr sein würde. Er malte sich aus wie er mit ihr ausging, fragte sie jedoch nie. Eines Tages sah er sie dann mit einem Mitschüler aus der Parallelklasse in einem Café sitzen, dem Café, in dem auch er in seinem Traum mit ihr verabredet war.

Das gab ihm damals einen tiefen Dämpfer und er beschloss, sich nicht mehr damit zu beschäftigen, es war seine erste und letzte Liebe gewesen.


Wieder dreht sich alles - Neue Bilder drängen an seinen Verstand


Ein neuer Mitarbeiter war in Noahs Abteilung gekommen, den Noah spontan unsympathisch fand, ihn sogar hasste. Er hieß Nils und machte mit der Zeit Noah bei allen in der Abteilung schlecht. Immer wieder malte sich Noah dessen Tod aus, doch leider geschah nichts. Bis, ja bis am heutigen Morgen. Er war aus einem, für ihn, sehr schönen Traum aufgewacht. Er hatte geträumt, dass er im Zug neben seinem „Freund“ saß, ein Mann herein kam, erst auf Noah zielte und dann auf Nils schoss.
Und so kam es, dass Noah heute morgen fröhlich in den Zug kam, seinen "Freund" Nils grüßte und sich neben ihn setzte.
Noah dachte sich nichts auch dabei, als ein Mann ins Abteil kam. Als er auf Nils mit einer Waffe zielte, dann jedoch auf Noah schoss, ging ihm ein Licht auf.

Es heißt das Leben eines Menschen ziehe bei seinem Tode noch einmal vor seinem inneren Auge vorbei. Diese drei Erinnerungen aus seinem Leben gingen Noah Arrsen durch den Kopf, als er die Kugel auf sich zu kommen sah. Plötzlich bereute er, nie gehandelt zu haben, er gestand sich ein, Fehler gemacht zu haben. Die Kugel raste weiter auf ihn zu.
Ich habe zuviel geträumt, zuwenig gehandelt; diese Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag, genau wie die Kugel, die in seinen Kopf eindrang.
Der letzte Gedanke, der an Noahs Bewusstsein drang, war - Warum Ich? - dann wurde es dunkel um seinen Geist.

 

Hi Ironhorse

Diese Geschichte gefällt mir wirklich gut! Sie ist kurz und hat ein überraschendes Ende.

:)

Warangel

 

Hi Ironhorse!
Herzlich Willkommen auf kg.de!

Die Idee, die hinter deiner Geschichte steckt, nämlich die Gedanken eines Menschen kurz vor seinem Tod so zu erzählen, dass der Leser erst am Ende erfährt, dass es sich um die letzten Erinnerungen handelt, gefällt mir gut, leider kann ich dasselbe jedoch nicht über deine Umsetzung dieser Idee sagen.

Zum Inhalt: die zur Wirklichkeit werdenden Träume sind eine gute Idee. Auch war ich überrascht, dass Noah getötet wurde und nicht Nils. Erst beim zweiten Lesen fiel mir auf, dass das ja ganz logisch so sein musste, da Noah nie die Hauptperson war, wie es sich in seinen Träumen darstellte. Gut gemacht!
Es handelt sich aber nicht um zwei Erinnerungen, sondern um drei: der Tag in der Klasse, das Kennenlernen des neuen Mädchens und die Begegnung mit dem Mitarbeiter. Und bei jeder dieser Erinnerungen fand ich, dass der Charakter zu flach blieb, die Geschehnisse nur angerissen wurden. Es fehlt mir ein wenig die Tiefe.
Du hast eine "neue" Erinnerung mit ähnlichen Worten ("alles dreht sich" etc.) eingeleitet, gefällt mir sehr gut, dieser Parallelismus, jedoch passt dann

Da fiel ihm eine Sache ein, die zwar vor langer Zeit passierte,
nicht dazu. Diese dritte Erinnerung müsste auch in derselben Art eingeführt werden.

Der Stil der Geschichte schmälert mMn leider den Lesegenuss. Der Satzbau ist häufig holprig. Als Beispiel nehme ich den letzten Absatz:

Die Kugel raste weiter auf ihn zu. Ich habe zuviel geträumt, zuwenig gehandelt, diese Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag.
Genau wie die Kugel, der letzte Gedanke, der an Noahs Bewusstsein drang war
"Genau wie die Kugel" müsste noch in dem vorherigen Satz stehen, da sich der Vergleich auf den "Schlag" bezieht. So versucht man beim ersten Lesen die Kugel mit den Gedanken in Verbindung zu bringen.
Noah dachte sich nichts dabei, als ein Mann ins Abteil kam, auf Nils mit einer Waffe zielte, uns dann auf Noah schoss.
Er dachte sich nichts dabei, als der Mann auf ihn schoss? Ich verstehe den Gedanken dahinter, aber diese und andere Stellen des Textes (sie fallen dir auf, wenn du langsam Korrektur liest) erscheinen sehr unausgegoren und zu schnell geschrieben. Fehler wie zum Beispiel das Fehlen eines Wortes
Und so kam es, dass Noah heute morgen fröhlich in den Zug kam, seinen Nils grüßte und sich neben ihn setzte.
verstärken bei mir diesen Eindruck.
Vielleicht gehst du Satz für Satz nochmal langsam durch und versuchst dabei, rein auf grammatische Zusammenhänge zu achten. Dabei fallen dir dann bestimmt auch die Tippfehler auf.

Kitana

 

Hi Kitana,
danke für deine Kritik, ist sehr konstruktiv. Eines Vorweg, womit ich jedoch nichts entschuldigen möchte, die Geschichte ist etwa vier Jahre alt und wurde von mir als Einstand bei Kg.de ausgegraben.

Mit der Bemerkung über die dritte Erinnerung gebe ich dir Recht, da habe ich meinem eigenen Stil gebrochen.
Das der Charakter nur flach beschrieben wird hat jedoch seinen Grund, all das passiert innerhalb der Zeit, die die Kugel braucht, um ihr Ziel zu erreichen. Das da nicht viel Zeit bleibt, über sich selbst zu sinieren, halte ich für logisch.

Auch mit "genauso die Kugel" gebe ich dir voll Recht, habs gerade verbessert.
Der nächste von dir Kritisierte Satz, beinhaltet einen Zeichenfehler der mir nie aufgefallen ist und der den Satz unlogisch macht. (Für mich ergab es ja immer einen Sinn, ich wusste ja was ich sagen wollte.) Auch das wird verbessert.

Dein letzter Kritikpunkt bezieht sich auf das Fehlen des Wortes Freund. Da muss ich sagen, das es voll beabsichtigt war. Ich gebe zu, es leuchtet nicht ein, aber es sollte eine Phrase wie zum Beispiel "seinen Pappenheimer" werden. Setzt das mal ein, dann ergibt es wieder Sinn

Also Danke für die Kritik und für die gute Aufnahme hier.
Gruß Mike

 

Hi.
Hier noch eine kleine Anmerkung.
Aufgrund Kitanas Kritik habe ich einige Stellen überarbeitet und etwas klarer gestaltet. Es dürften jetzt auch die restlichen Rechtschreibfehler ausgeräumt sein.
Gruß Mike

 
Zuletzt bearbeitet:

Noah dachte sich nichts dabei, als ein Mann ins Abteil kam, auf Nils mit einer Waffe zielte, uns dann auf Noah schoss.
Dieser Satz ist wirklich irgendwie unlogisch. Denn selbst, wenn Noah dachte, dass der Mann Nils erschießen wird, so wie es in seinem Traum war, dann müsste er trotzdem wenigstens daran denken und nicht nichts denken. Weißt du, was ich meine? Übringens hast du "uns" statt "und" geschrieben. ;)
Bei der Tiefe der Charakterisierung muss ich dir recht geben, wobei der Autor es natürlich in seiner Macht hat, wie lange sich die Zeit dehnt.
Das Wort "Freund" meinte ich, ja, aber auch hier stimmt, was du sagst, es kann wirklich weggelassen werden. Sorry, hab zu schnell gelesen. :D

Kitana

Edit: Arg, ich war zu schnell mit meiner Antwort, es wurde noch einiges geändert. ;)

 

Hi Mike!

Mir ist beim erneuten Lesen erstmal etwas ganz anderes aufgefallen. Die verwendeten Zeiten stimmen nicht überein. Wenn du von den Bildern sprichst oder von den Szenen, die sich abspielen, verwendest du Gegenwartsformen:

Bewegte Bilder - Alles dreht sich
Die Szenerie vergeht in einem grauen
Wieder dreht sich alles - Neue Bilder drängen an seinen Verstand
Zwischendurch aber schreibst du in der Vergangenheitsform, obwohl es die gleiche Zeitebene sein müsste:
dachte Noah sich
Er denkt doch zu eben der Zeit, als die Bilder auftauchen. Genauso müsste doch sein Tod, also die auf ihn zukommende Kugel in der Gegenwart angesiedelt sein. Also nur die Erinnerungen in der Vergangenheit beschrieben sein. Oder?

Die Veränderungen gefallen mir sehr gut. Der Schleier, der sich über Erinnerungen legt und neue frei gibt, verbindet das Erzählte und lässt es in sich abgerundeter erscheinen. Zeigt dem Leser schon beim ersten Lesen, dass diese Erinnerungen ineinander gleiten, dass sie zu einem bestimmten Ende führen, wobei der Tod als Auflösung überraschend bleibt.

Die Intention in dem Text, sein Leben nicht zu Träumen, sondern seine Träume zu leben, ist natürlich keine neue Erkenntnis, aber, wie ich finde, gut in dieser Geschichte umgesetzt.

Lieben Gruß,
Kitana

Noch Kleinkram:

Bewegte Bilder - Alles dreht sich - und dann scheinen sich die Ereignisse noch einmal zu wiederholen.
Wieso nach dem ersten Bindestrich groß, nach dem zweiten klein?
Ich .. äh .. könnten sie ihre Frage wiederholen?
"Sie, Ihnen" in der Anrede groß, auch in der neuen Rechtschreibung geblieben.
so hatte das damals alles angefangen
Rein subjektives Empfinden: "so hatte damals alles angefangen". "das" würde ich weglassen.
sie auch die Tat umzusetzen
...auch in die Tat...
Bei der Zugszene hast du dreimal "heute Morgen" geschrieben. Das holpert. Außerdem schreibst du "Morgen" mal groß mal klein. ;)
Als er dann auf Nils mit einer Waffe zielte, und dann auf Noah schoss, ging ihm ein Licht auf.
Vorschlag: Als er auf Nils mit einer Waffe zielte, dann jedoch auf Noah schoss, ging ihm ein Licht auf.
nie gehandelt zu heben
..haben.

 

Autsch, du findest aber immer wieder was, arbeitest du in nem Lektorat oder so?

Naja egal, das Problem der Zeiten hab ich mir angesehen und hoffentlich auch gelöst.

Find ich toll das dir die Änderungen gefallen haben.

Das das Thema nicht neu ist, ist mir klar, doch jeder sollte einmal alles für sich neu entdecken und die beste Gelegenheit sich auszudrücken ist doch, eine Geschichte darüber zu schreiben oder?
Hierzu würden mich auch einmal die Meinugnen anderer interessieren.

Gruß Mike

 

Hi,

ich habe meinen Vorrednern nicht viel hinzuzufügen. Auch mich stört hauptsächlich der fehlende Tiefgang. Wenn Du schon die Zeit, die die Kugel braucht (man kann sie ja eigentlich nicht auf sich zu kommen sehen, dazu ist sie zu schnell), stark dehnst, dehn sie ruhig noch weiter, halt sie gewissermaßen an, und nimm Dir die gewonnene Zeit, um die doch sehr oberflächliche Charakterisierung des Helden zu intensivieren.

Ich bin mir übrigens relativ sicher, dass er es sich nur einbildet, dass seine Träume anderen passieren (Deine Idee an sich wäre übrigens ein guter Stoff für einen längeren Thriller). Genaugenommen gibt es dafür ja auch nur ein Beispiel (das Café), und das kann sehr leicht reiner Zufall sein. Damit outet sich der Held endgültig als unintelligenter Dummkopf, was ins Gesamtbild passt.

Zwei sprachliche Dinge noch: Im Schulzimmer kommt dreimal kurz hintereinander "Träumer", "träumt", "träumst". Und "Sie" schreibt man meines Wissens auch in wörtlicher Rede groß.

Fazit: gute Idee, durchaus noch ausbaufähig, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.

Uwe

 

Das das Thema nicht neu ist, ist mir klar, doch jeder sollte einmal alles für sich neu entdecken und die beste Gelegenheit sich auszudrücken ist doch, eine Geschichte darüber zu schreiben oder?

Das war auch kein negativer Punkt, den ich aufzeigen wollte. Überhaupt nicht! Natürlich muss jeder die Ideen und Erkenntnisse der Welt für sich und sein Leben neu entdecken. Und wie ich auch sagte, finde ich die Art und Weise wie du diese Erkenntnis in eine Geschichte gepackt hast, gut.

Die Zeitformen sind jetzt auch stimmig, bis auf den Schluss. Ich frage mich, ob die Kugel, also sein Tod nicht auch gegenwärtig beschrieben werden müssten, wenn er sich in der Gegenwart zurück erinnert.

Nein, ich arbeite nicht in einem Lektorat, kritisiere nur auf kg.de. ;)

Kitana

 

Hi Uwe.

Ich muss dir wiedersprechen, er bildet es sich nicht nur ein, das seine Träume real werden. Siehe dritter Abschnitt:
"Diese realen Träume kamen immer häufiger und hatten bis heute nicht aufgehört."

Er sagt über sich aus, immer wieder solche Erlebnisse gehabt zu haben.

Ein Dummkopf ist er allein durch die Tatsache, nur zu träumen statt zu handeln. Allein das sagt aber schon viel über ihn aus.

Der fehlende Tiefgang ist beabsichtigt und ich wollte ihn damals nicht weiter beschreiben.

Sie ist inzwischen auch groß geschrieben, siehe mein kommentar zu den Verbesserungen.

Gruß Mike

 

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