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Rückspiegel

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25.06.2001
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Rückspiegel

Rückspiegel

„Hast du dir schon einmal überlegt gleichfarbige Kontaklinsen zu tragen“, fragte sie mich.
„Nein“, antwortete ich.
Sie sah mich an, als ob sie noch eine Erklärung von mir erwarte, aber die bekam sie nicht. Natürlich gab es einen Grund warum ich keine Kontaktlinsen trug, um meine verschiedenfarbigen Augen gleich aussehen zu lassen, aber ich hatte keine Lust es zu erklären. Nicht weil ich faul war, oder es leid war auf meine Augen angesprochen zu werden, sondern vielmehr weil die Gründe kompliziert waren, und ich nicht genau in Worte fassen konnte, was ich wirklich dachte. Sie war vielleicht Mitte dreißig, und nicht mein Typ, aber ich hätte an jenem Abend auch sonst nicht große Lust auf weibliche Gesellschaft gehabt. Ich tat so, als lese ich eine Nachricht in meinem Telefon, um nicht zu ihr sehen zu müssen.
„Wie kommst du heim? Wohnst du weit von hier?“, fragte sie.
„Auto. Nicht weit“, sagte ich, ohne den Blick von der LCD-Anzeige zu nehmen. Die Schlampe war ganz ausgehungert nach einem Schwanz, soviel war klar, aber meinen würde sie nicht bekommen. Ginge ich alleine nach Hause, und holte mir einen runter, käme ich mit Sicherheit zu einem besseren Orgasmus, minus dem ganzen Stress den die Tussi vielleicht später schiebt. Es gab ohnehin Wichtigeres. Dinge, worüber nachzudenken war. Ich trank meinen Gin-Tonic aus, und bezahlte. Es war Zeit zu gehen.

Auf dem Weg nach Hause hielt ich an einer Tankstelle. Ich nutzte die Gelegenheit, um neben dem Tanken noch ein paar Sachen für zu Hause und fürs Auto zu kaufen. Mülltüten, Befestigungskabel, Dosenkaffee, Putzmittel, Gummihandschuhe, und so weiter. Der Mann an der Kasse kam mir unglaublich gelangweilt vor, und sein Gesichtsausdruck schien zu sagen, dass er nichts als Verachtung für die einzelnen Gegenstände, die er scannte, und ihre verdammte Alltäglichkeit, empfand, und dass er zu Besserem bestimmt war, als nachts in einer Tankstelle im grellen Neonlicht zu arbeiten. Als ich ihm das Geld reichte wurde seine Langeweile wohl für den Bruchteil einer Sekunde unterbrochen, als er mir in die Augen blickte, und kurz zögerte. Anscheinend hatte er die verschiedenen Farben bemerkt.

Im Auto hatte ich dann keine Lust mehr nach Hause zu fahren. Ich war nicht müde, aber in der Wohnung gab es nichts womit ich mich hätte beschäftigen können. Ich fuhr etwa 45 Minuten aus der Stadt heraus. Auf der Landstraße war so gut wie gar nichts los. Ein paar Laster, vielleicht mit übermüdeten Fahrern am Steuer, die sich zwangen die Augen aufzuhalten, und das Lenkrad zu drehen, wenn eine Kurve kommt.

Irgendwann bog ich in eine Traktorspur ab, und fuhr in ein kleines Waldstück mit einem See. Die Scheinwerfer zerschnitten die Dunkelheit auf fast brutale Weise, und das blaue Parkplatzschild raubte dem Wald für einen Moment seine unheimliche Kraft. Ich parkte den Wagen, und stellte die Scheinwerfer ab. Das Schild verschwand augenblicklich in der Nacht, und es gab keinen Unterschied mehr zwischen dem Mensch mit seiner Maschine, und der Natur. Alles war jetzt Dunkelheit.
Ich stieg aus, und ging an den See. Obwohl es Neumond war, schillerte es silbern im Wasser. „Woher das Licht wohl kommt?“, fragte ich mich, und zündete mir eine Zigarette an. Ich genoss die Dunkelheit und die Stille. Wie gesagt, es gab viel, worüber nachzudenken war – mein Leben, wer ich selbst war, wo ich hingehen würde – aber der See verschluckte alle diese Fragen. Es gab keine Vergangenheit und keine Zukunft, sondern nur noch das Jetzt.
Nach einer geraumen Zeit, und zwei Dosen Kaffee – es war mittlerweile schon fast vier Uhr – ging ich lächelnd zurück zum Wagen. Die weiße Plastiktüte auf dem Beifahrersitz bemerkte ich jedoch erst während des Fahrens.

Ich war mir eigentlich sicher gewesen, vorher nichts neben mir im Auto gehabt zu haben, und die Sachen von der Tankstelle waren in einer viel grösseren, silbernen Plastiktüte, welche ich auf den Rücksitz geworfen hatte. Mit einer Hand fingerte ich nach der Tüte auf dem Beifahrersitz, ohne die Augen von der Fahrbahn zu nehmen. Der Inhalt fühlte sich von aussen rund, und etwas weich an. Ich hielt die Tüte an einem der Griffe, und warf einen kurzen Blick auf den Inhalt, den ich allerdings nicht erkennen konnte. Schließlich hielt ich am Fahrbahnrand, und schaltete das Innenlicht des Autos an. Ich öffnete die Tüte, die innen rot verklebt war, und wurde angestarrt, von zwei blauen Augen. Sofort schlug ich die Tür auf, warf die Tüte aus dem Auto, und stieg aufs Gas. Tausende von Gedanken schossen durch meinen Kopf. Möglicherweise hatte jemand im Wald die Tüte in mein Auto gelegt. Hatte mir jemand einen Scherz spielen wollen? Was, wenn die Augen menschlich waren? Als ich die Stadt erreicht hatte, fühlte ich mich etwas sicherer, aber ich wollte nicht nach Hause gehen. Jedenfalls nicht, während es noch dunkel war. Ich beschloss deshalb, zur Bar zurückzukehen.

„Sie waren doch vorher schon hier“, meinte der Barkeeper, als er mir meinen Gin-Tonic reichte. „Wohl noch nicht Zeit um zu schlafen, was?“
„Genau so“, sagte ich, und war froh mit jemandem reden zu können.
„Und was ist mit der Begleitung von vorhin?“, fragte er.
„Wen meinen Sie?“
„Die Dame?“
Der Barkeeper zwinkerte mich mit einem Auge an.
„Keine Ahnung“, meinte ich. Ich wusste tatsächlich nicht wovon er sprach. „Was soll sein?“
„Ach so,“ er wurde auf einmal sehr verlegen. „Ich dachte nur, weil sie zusammen gegangen sind. Verzeihen Sie bitte. Ich hätte nichts annehmen sollen.“
„Schon gut,“ sagte ich.
Der Barkeeper murmelte noch irgend etwas, und verzog sich ans andere Ende der Theke, um so zu tun als trockne er Gläser ab.

Was hatte er nur damit gemeint, dass wir zusammen gegangen waren? Ich war ganz sicher alleine gegangen. Ich hatte mich nicht einmal von ihr verabschiedet. An der Tankstelle, und im Wald war ich auch ganz alleine gewesen.
Ich ging ins WC, und spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht. Eine Weile starrte ich mich im Spiegel an. Die Müdigkeit in meinen Augen schien ihre Asymmetrie noch mehr zu unterstreichen. Sahen sie vielleicht nicht alles? Oder sahen sie vielleicht sogar verschiedene Dinge? Womöglich gaukelte mir ein Auge ja etwas vor. Ließ mich unattraktive Schlampen sehen, wo Material zum abschleppen saß, und zwei Augäpfel, wo zwei Kaffeedosen waren. Ich lächelte. „So ein Blödsinn“, dachte ich mir. Langsam würde es hell werden. Ich würde zurück zum Wald fahren, und die Dinge im Tageslicht sehen. Eine Dose Kaffe trinken, ein bisschen frische Luft atmen, und wieder einen klaren Kopf bekommen. Wie gesagt, über Dinge nachdenken. Und sehen was wirklich los ist.

Ich parkte den Wagen an der gleichen Stelle wie zuvor. Direkt vor dem blauen Schild mit dem weißen P. Bei Tag bot sich ein ganz anderes Bild von dem Wald. Keine Insekten, die panikartig durchs Scheinwerferlicht kreuzen. Kein modriger Duft. Keine Urgewalt der Natur mehr. Nur noch Grillplätze und bunter Abfall. Die Natur in vollständiger Unterwerfung vor dem Menschen. Ich ging an die gleiche Stelle, von der ich nachts über den See geblickt hatte. Im Gegensatz zum Wald, war das Wasser fast genauso dunkel wie zuvor, und erst bei näherem Hinblick konnte man die blaue, mit Befestigungsriemen für einen Kofferraum umwickelte Mülltüte, und die daraus hervorragenden, wie Algen im Wasser hin und her treibenden Haare, erkennen. Ich rannte zurück zum Wagen, fand dort die leere, silberne Plastiktüte der Tankstelle, und hatte auf einmal keine Ahnung mehr wer ich war. Mit einer Hand drehte ich den Rückspiegel nach unten, und starrte mir selbst in zwei kalte, graue Augen.
Ich musste sofort weg von diesem verdammten Ort. Soweit weg wie möglich, und nie nach hinten blicken. Nie mehr in den Rückspiegel blicken.

 

Coole Idee!!!! Echt! Den letzten Absatz hatte ich erst nicht verstanden, aber nach nochmaligem Durchlesen: Was für eine Geschichte! Kompliment!
Gruß Joker

 

Hallo Ben,

herrlich beklemmende Story. Die Zweifel, das Grauen und am Ende die Erkenntnis waren schön aufeinander aufgebaut. Kompliment. Das Besondere an dieser Story ist, dass sie trotz der Kürze so atmosphärisch geschrieben ist, dass sie einen von Anfang an fesselt.

Hoffe, dass Du bald wieder was in dieser Rubrik schreibst.

Gruß
André

 

@all of you:

Vielleicht bin ich ja heute nicht gut drauf...aber irgendwie habe ich die Story kein Stück verstanden - oder einfach nicht die richtigen Schlüsse gezogen.

Es tauchen so gut wie keine festen Bezugspunkte auf - von Augen in allen Variationen mal abgesehen - und auch dem Storyverlauf konnte ich irgendwie nicht folgen...vielleicht liegts ja am Montag :D

Hat der Kerl jetzt zwei verschiedenfarbige Augen, ja oder nein?

Er hat die richtigen Utensilien zum Loswerden einer Leiche bei der Tankstelle gekauft. Aber wo war die Frau?
Übergang von Verlassen der Bar zu Tod im See absolut unklar...

Die Dosenkaffees - waren das so was wie Nescafe Xpress???

Erklärt mir einer von Euch die Geschichte?

Ich oute mich auch gerne als Nicht-Mitdenker...aber ich habe leider wirklich KEIN STÜCK begriffen...

Sorry for that...

Henry Bienek :confused:

 

Hi,

fesselnd geschrieben! Der Prot hat offenbar einen schweren Dachschaden, ich tippe auf Persönlichkeitsspaltung, die sich auf überirdische Weise in den Augenfarben ausdrückt. Du spielst perfekt mit selektiver Wahrnehmung und lieferst eine plausible Auflösung. Dass die Zusammenhänge nicht hundertprozentig klar werden, dürfte an der Erzählperspektive liegen - der Erzähler nimmt die Realität schließlich verzerrt wahr, folglich auch der Leser.
Mein einziger Kritikpunkt ist die Sache mit den Augen. Die Augen werden einfach in viel zu vielen Geschichten und vor allem Filmen hergenommen, um irgendeine überirdische Macht oder Fremdartigkeit zu visualisieren. Das reicht von rot leuchtenden Augen über weiße bis hin zu verschiedenfarbigen. Ich frage mich, ob die Geschichte nicht auch ohne dies funktionieren würde. Dann würde aber die Plastiktüte mit den Augen drin überhaupt keinen Sinn mehr machen, wobei mir der ohnehin nicht ganz klar ist.

Fazit: Spannender Psycho-Thriller, routiniert geschrieben.

Uwe

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo ihr!

Danke fuer die interessanten Reaktionen. Die Geschichte scheint wohl Ansichtssache zu sein.

@Henry

Vielleicht koennte Dir die Interpretation von Uwe ein paar Anhaltspunkte geben. Die trifft jedenfalls ganz gut, was ich mir beim Schreiben vorstellte. Ich moechte, meinen Text eigentlich nicht "erklaeren", oder so, da ich denke, dass die Interpretation des Autoren auch nur eine von vielen ist. Nunja, vielleicht lieste den Text ja nochmal, wenn Dir grad langweilig ist.

Hat der Kerl jetzt zwei verschiedenfarbige Augen, ja oder nein?

Nun, die Augen veraendern sich. Zumindest fuer den Protagonisten, oder?...

Er hat die richtigen Utensilien zum Loswerden einer Leiche bei der Tankstelle gekauft. Aber wo war die Frau?
Übergang von Verlassen der Bar zu Tod im See absolut unklar...

Hmm... sagen wir mal, Stichwort: selektive Wahrnehmung. Aber vielleicht ist es wirklich etwas zu unklar. Bin gerade am ueberlegen, ob ich vielleicht nicht noch einen kleinen "Hinweis" unterbringen sollte...

Die Dosenkaffees - waren das so was wie Nescafe Xpress???

Ja. Genau so was.


@Uwe

Danke fuer die ausfuehrliche Kritik. Interessanter Kommanter ueber die Augen. Die Symbolik ist wirklich nicht ganz neu. Anfangs sollte ja in die Geschichte noch allerhand philosophischer Schnickschnack ueber Subjektivitaet, blabla, deshalb eigentlich die Augen. Hab ich dann aber alles rausgehauen. Wahrscheinlich besser so. :D

Gruss,

I3en

 

@Uwe + I3en:

Kann mir jetzt zwar grob was drunter vorstellen...hab aber immer noch keinen richtigen Zugang zu.

Da die Geschichte aber so viele andere anscheinend einwandfrei sehen, muss es wohl an mir liegen...

Ich finde, man kann die ganze Story in diesem Licht sehen:
Was bildet er sich ein? Was nicht?

Hat er sich die Frau eingebildet?
Die Leiche?
Die Bar?
Den Barkeeper?
Das Waldstück?
Die Augen?

Mir fehlt da einfach dieser feste Ansatzpunkt, von dem ich sagen kann: "Das ist jetzt die Realität. Gucken wir mal, was dazu passen könnte."

Als ob ich nicht schon selbst genug Wahnvorstellungen hätte...;-)))))))))))))))))

Henry Bienek

 

Ich denke, er bildet sich eigentlich gar nichts ein, sondern sieht vielmehr nicht alles, was passiert...

Aber keine Angst, es ist nur eine Geschichte. Kein Grund um selbst in Wahnvorstellungen zu verfallen. :sconf: :drool: :D

 

Ich würde nicht fragen: Was bildet er sich ein, was nicht?
Ich würde fragen: Wann ist er Person U (wie unschuldig), wann Person M (wie Mörder)?
In der Tat fehlt ein wiederkehrender Anhaltspunkt, an dem man das festmachen könnte. Die Augen als "Indikator" sind ja nicht immer zu "sehen". Ich finde es aber sogar sehr gut, dass es einen solchen Anhaltspunkt nicht gibt - es gibt doch so viele Filme über Besessene, deren Augen genau dann leuchten, wenn sie nicht sie selbst sind, damit auch der dümmste Zuschauer noch kapiert, warum der nette Familienvater einen ganzen Kindergarten abmurkst... das ist platt, und l3en macht es uns eben nicht so leicht. Das macht für mich viel vom Horror in dieser Geschichte aus.

Uwe

 

Hallo I3en!

Lang hab ich schon nichts von Dir gelesen - deshalb hab ich diese Geschichte angeklickt, obwohl mir eigentlich Horror ein Horror ist... ;)

Eigentlich hast Du da ja einen Rätselkrimi geschrieben, an dessen Lösung der Leser am Ende knabbern soll. Du hast die Geschichte so geschrieben, daß es Spaß macht, hier zu knabbern. Also mach ich da mal mit. :)

Ich denke, daß die Frau mit ihm ins Auto eingestiegen ist. Er versuchte bereits in der Bar, nicht zu ihr zu sehen, lenkte sich geistig ab, getrunken hat er auch. Er gibt zu, sich nicht von ihr verabschiedet zu haben – sie hätte ihn aber doch sicher nicht ohne Verabschiedung gehen lassen. Der Kellner (Du nennst ihn Bartender) behauptet, sie hätte mit ihm das Lokal verlassen. Wäre der Protagonist, wie er selbst glaubt, ohne ihr gegangen, würde der Kellner ja lügen...
Ich nehme an, er hat sie irgendwie aus seiner Wahrnehmung selektiert und daher auch nicht wahrgenommen, daß er sie umgebracht hat. (Obwohl das wohl vor keinem Richter zu einem Freispruch führen würde...)

Möglicherweise hat er ja, als er sie umgebracht hat, in ihre Augen gesehen und sieht sie deshalb dann in dem Plastiksackerl im Auto. Und vielleicht war es ja innen nicht rot, sondern kaffeebraun verklebt und seine veränderte Wahrnehmung ließ es rot erscheinen? Oder hat er ihr am Ende tatsächlich die Augen rausgenommen, bevor er sie verpackte und in den See warf? Vielleicht waren aber auch die zusammengeknüllten (blauen?) Gummihandschuhe in dem Sackerl, die ergäben vielleicht auch eher die runde, etwas weiche Form als die Dosen vom Kaffee...

Was mir aufgefallen ist: Wo sind die anderen Mistsackerl (Mülltüten) hingekommen? Auf einer Rolle oder in einer Packung sind ja mehr, als er gebraucht hat...
Das Putzmittel hat er ja wohl zur Gänze abschließend in den See geschüttet, damit sich eventuelle Fingerabdrücke direkt in der Lauge von den Mistsäcken lösen? :lol:

Eine amüsant-spannende Geschichte, in meinen Augen.


Ein paar Fehler haben sich noch eingeschlichen. Wenn Du willst, daß ich die Liste wieder rauslösche, wenn Du sie gelesen bzw. verarbeitet hast, schreib mir einfach eine PM. ;)

»Nicht weil ich faul war, oder es Leid war«
- leid

»„Wie kommst Du Heim? Wohnst Du weit von hier?“, fragte sie."«
- ... du heim? Wohnst du ...

»LCD Anzeige«
- LCD-Anzeige

»Es gab ohnehin wichtigeres.«
- Wichtigeres

»um neben dem Tanken, noch ein paar Sachen für zu Hause, und fürs Auto zu kaufen.«
- die Beistriche kannst Du beide rausnehmen

»dass er zu Besserem bestimmt war, als Nachts in einer Tankstelle, im grellen Neonlicht, zu arbeiten.«
- Beistriche Nr. 2 + 3 würde ich wegnehmen
- nachts

»als er mir ihn die Augen blickte«
- in

»Auf der Landstrasse war so gut wie gar nichts los. Ein paar Laster, vielleicht, mit übermüdeten Fahrern am Steuer«
- Landstraße
- Beistrich nach „vielleicht“ ist zu viel

»Woher das Licht wohl kommt, fragte ich mich«
- Ich würde solche Gedanken entweder kursiv oder unter halbe Anführungsstriche setzen: 'Woher das Licht wohl kommt?', fragte ich mich, ...

»Die weisse Plastiktüte auf dem Beifahrersitz bemerkte ich jedoch erst während dem Fahren.«
- weiße
- „während des Fahrens“ wäre richtiger

»Ich war mir eigentlich sicher gewesen vorher nichts«
- gewesen, vorher

»grösseren", "aussen«
- größeren, außen

»Als ich die Stadt erreicht hatte fühlte ich«
- hatte, fühlte

»Nicht, jedenfalls, während es noch dunkel war. Ich beschloss deshalb zur Bar zurückzukehen.«
- Nicht jedenfalls, während (kein Beistrich zw. „Nicht“ und „jedenfalls“ - ich pers. würde aber auch die Wörter vertauschen: Jedenfalls nicht, während ...)
- deshalb, zur

»meinte der Bartender«
- Bartender? Aus dem Zusammenhang ist mir klar, was bzw. wen Du meinst, aber der Begriff ist mir im Deutschen nicht bekannt. Und zu „tender“ sagt mein Englisch-Wörterbuch auch ganz andere Sachen...

»„Genau so,“ sagte ich«
»„Schon gut,“ sagte ich.«
- so“, sagte

»Assymetrie«
- Asymmetrie

»„So ein Blödsinn“, dachte ich mir«
- hier hast Du den Gedanken in normalen Anführungsstrichen, mach es besser hier und bei "Woher das Licht wohl kommt" gleich

»Schild mit dem weissen P«
- weißen

»von der ich Nachts über den See geblickt hatte«
- nachts

Alles liebe,
Susi

 

Viel kann man dazu nicht mehr sagen.

Super geschrieben, schöne Atmosphäre, fesselt bis zum Schluss! :thumbsup:

 

@Häferl

Danke für die Fehlersuche! Auf Dich ist eben verlaß. Muss mir jetzt mal echt einen deutschen Spellcheck zulegen, mit dem japanischen wird das glaub ich nix. :D

Deine Analyse des Tat-hergangs gefällt mir auch. ;)

Was den "Bartender" betrifft, hab ich mich jetzt schlau gemacht:

Also, der Typ der hinter der Theke die Cocktails mixt, heisst in England und Australien "barman", in den USA und Kanada "bartender", und auf deutsch, wie schon von Henry genannt, "Barkeeper". Das so eine deutsche englisch-Erfindung, die es im Englischen überhaupt nicht gibt. Genauso wie das "Handy". :rolleyes:

Aber in Österreich ist es ja eh "der Herr Ober". :D

Gruss,

I3en


@Uffi

Freut mich Dich unterhalten zu haben! :)

 

Hallo Ben!

sehr schöne Story von Dir, die ich gern gelesen habe - selbst noch beim dritten "Durchlauf", um möglichst weit aus der subjektiven Ebene des Ich-Erzählers herauszukommen und zu wissen, was sich tatsächlich in jenen Stunden zugetragen hat.

Schnell fühlte ich mich an David Lynchs "Lost Highway" erinnert. Dein Protagonist scheint ebenso wie Fred Madison abwechselnd in zwei verschiedenen Welten zu wandeln. Über den Bezug zu seiner Umwelt und über - selektive - Erinnerungen merkt er schnell, dass etwas nicht mit rechten Dingen vor sich zu gehen scheint. Vielleicht trägt er deshalb Kontaktlinsen unterschiedlicher Farbe - um sich selbst an seine Schizophrenie zu erinnern? (das wiederum würde mich an "Memento" erinnern! ;) )

Die Frage nach einem objektiven Blickwinkel, anstelle des subjektiven des Ich-Erzählers, lässt sich meiner Ansicht nach durchaus lösen, wenn man sich zB. die Äußerungen der Frau und des Barkeepers anschaut. Beide stehen außerhalb des Prota-Subjekts und es gibt keine Anzeichen dafür, an ihrer einwandfreien Vernunft zu zweifeln. Daraus geht für mich hervor, dass der P. a) verschiedenfarbige Kontaktlinsen trägt (bei folgender Betoung ihrer Frage: "Hast du dir schon mal überlegt gleichfarbige Kontaktlinsen zu tragen"(!) ) und b) dass er gleichfarbige (graue, wie später erwähnt wird) Augen hat.

Selbst im WC der Bar nimmt er noch ungleichfarbene Augen ("ihre Asymmetrie") wahr. Erst später bei Tageslicht betrachtet, wiederum beim Blick in einen Spiegel, bekommt er durch die jetzt gleichfarbenen Augen (wieder) sein alternatives Ich zu Gesicht.

 

Ich kann dem Gesagten nicht Konstruktives mehr hinzufügen. Wollte nur sagen, daß ich die Geschichte auch gut fand, und die Unklarheit, was eigentlich passiert ist, macht das eigentlich Beklemmende aus. Es soll für mich gar keine objektive Lösung des Rätsels geben.

r

 

@Philo

Die Interpretation der Augen ist interessant. Ich muss gestehen, genau das habe ich mir beim Schreiben nicht gedacht, aber das spielt keine Rolle. Ich finde es toll, dass der Text auch so eine Interpretation zulaesst. An Lost Highway fuehle ich mich uebrigens auch erinnert. ;)

@relysium

Danke fuer's Lesen!

 

Hallo 13en,

ich finde die Geschichte lesenswert geschrieben. Kritiktechnisch denke ich, das alles gesagt ist was wichtig ist. Mein Fazit: 8 von 10 Rauchwolken.

Regards,
Ryu - ki (Koro no Ryu)

 

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