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Party Problems '96

HGD

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11.12.2001
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Party Problems '96

Das Telefon klingelt fünf mal, was bedeutet, das Hermes da ist. Hermes ist hier? Hmm, es ist acht Uhr fünfundzwanzig, und er wollte um halb neun "reinschauen". Thorsten, zu früh, das kann nicht sein. Ich nehme zwei Stufen auf einmal, als ich die Treppe hinaufsteige. Als ich oben angekommen bin, kommt Hermes aus der Garage, mit zwei Bier in der Hand, und wirft meiner Mutter schleimige Worte ins Gesicht, während sie ihm die Tür aufhält. "Hi Hans......-Georg", kann er sich noch gerade retten, was prompt mit einem harten Blick bestraft wird. Eilig, aber nicht hastig, geht er die Stufen hinab und wartet, bis sich die Tür hinter uns geschlossen hat, um mir die neueste Neuigkeit zu erzählen: "Weißt Du schon das neuste?" "Nee, was denn?" "Das glaubst Du mir eh nicht!" "Nun sag schon!" "Fürn Arschfick?" Wie gewöhnlich brauchte er drei bis vier Sätze um pervers zu werden. Ich verneinte seine Offerte höflich, und nach einem kurzen, enttäuschtem Schweigen fing er mit seiner neusten Leidenschaft an: RÄTZELSPIELCHEN! Und das ist wirklich grässlich! Wie auch immer, nach 10 Minuten hatte sich dann alles ergeben. Elmar hatte Hermes rausgeschmissen, weil er von Jennifer zum Essen eingeladen worden war, was seine Ankunftszeit erklärte. Er meinte außerdem noch, das Elmar, wenn überhaupt, später zu Rolands Fete kommen würde. Also nach langer Zeit musste man sich keine Sorgen mehr machen, wie man Elmar über Virginia hinwegtrösten könnte. Hoffentlich änderte sich in der Beziehung mehr als nur der Name des Mädchens...
Hermes und ich hingen noch bis viertel nach neun bei uns im Keller rum, und machten uns dann auf den Weg ins Piushaus, wo Rolands Fete stattfand. Beim Zwischenstop beim Kippomaten trafen wir Holger und Erle, die auch auf den Weg zur Party waren. Erle bot uns an den Weg in seinem Polo zu verkürzen, und dazu sagten wir nicht nein. Dort angekommen und gerade ausgestiegen stellte mir eine bekannte Stimme eine bekannte Frage: "Kennst Du den Unterschied zwischen stark und schwach?", was von dem St.Viter Gelächter von Ötte, Vitus und Nils gefolgt wurde. Ich lies dieses Machtspielchen über mich ergehen, und zeigte ein Bündnis mit dem Feind, indem ich Olli überfreundlich begrüßte. Der schnallte natürlich nichts und wurde von den anderen drei St.Vitern erst mal ausgebuht. Andere Stadt, andere Sitten...
Hermes verweilte noch etwas mit dem Dreierclan und so reihten sich nur Olli und ich in die Schlange vor der Kasse ein. Dort erfuhr ich, das Tina nicht kommen konnte (wollte), weil einer ihrer besten Freundinnen aus Herzebrock Geburtstag hatte, und dort ne traditionelle Pyjama-Party abging. "Frauen!", lies er sich nicht gerade in seiner bezaubernsten Stimme entlocken. Offenbar lief es in den letzten Wochen in dieser Beziehung nicht so gut, was Ollis Schlauchen für eine Kippe noch unterstrich. Nachdem wir unsere Eintrittskarten gegen einen roten Stempel eingetauscht hatten gingen wir die Treppe zum Partyraum hinab, um uns ein erstes Bier zu genehmigen.
Wie zu erwarten war es um halb zehn schon gut gefüllt, aber wir fanden noch zwei freie Hocker an der Theke und besorgten uns erst mal Bier. Ich steuerte etwas zum Zigarettenqualm im Raum bei, der schon jetzt die Sicht zur Tanzfläche nahm, und Olli und ich unterhielten uns über Gott und die Welt. Zwischendurch begrüßte ich noch einige Leute, die so reinschneiten. So ging das ungefähr ne halbe Stunde, bis Olli sich entschloss entgültig abzustürzen und den Handballertisch bereicherte, was für mich noch zu früh war. Zum Glück viel mir Carina um den Hals. Sie wusste nicht wie sie mir geholfen hatte, denn Olli und Freddi hatten mich schon fast zum Handballertisch gezerrt, was meinen Untergang bedeutet hätte. Carina und ich gingen zur Theke, holten uns ein deutsches Nationalgetränk und setzten uns erst mal an einen Ecktisch. Dort verbrachten wir die nächste Stunde nahezu ungestört...
"Scheiße, die Bullen sind draußen, und haben irgendeinen Spasti mit Drogen festgenommen. Außerdem wollen die mit Dir sprechen Roland." Katsche war völlig fertig! Innerhalb von Sekunden war die Musik aus und binnen Minuten der Keller wie ausgestorben. Carina und ich gingen so ziemlich am Ende, um nicht von der Masse erdrückt zu werden. Vor der Kirche war die Hölle los! Alles was sich vor Minuten noch amüsiert hatte starrte auf das grün-weiße Auto, wo die Polizisten Hermes verhörten! Hermes und Drogen? Das konnte nicht sein! Aha, sie lassen ihn gehen. Mal sehen was er zu sagen hat. Nachdem Carina Hardes gefunden hatte, ging ich Hermes entgegen, und fragte ihn was abging! "Ich brauch jetzt ne Kippe, aber ganz schnell!" Ich gab ihm eine. "Was ist passiert?" "Hast Du Feuer?" Ich gab ihm Feuer. "Ach, Vitus, Ötte und ich haben in der Nachbarschaft Schilder abgenommen und umgedreht, und irgend so ne alte Schnäpfe sagte, Sie würde die Bullen rufen. Wenig später hörten wir dann den Bullenwagen vorbeirauschen, da sind wir ganz gemütlich zurückgelatscht, und der Blonde da," er zeigte auf einen der beiden Polizisten, "hat mich zu sich gebeten, er wollte doch mal mit mir sprechen. Ich hab mir fast in die Hose gepisst! Wie auch immer, er wollte nur wissen, ob ich den Spacken kenne, den Sie mit Drogen geschnappt haben. Ich sagte 'Nein', und sie ließen mich ziehen." Er nahm einen tiefen Zug, sagte kein Wort und starrte vor sich hin. Mein Problem war nun Hermes aufzubauen, was aber nicht allzu schwer war. "Hey, las uns zur Theke gehen, da müssen wir nicht mal anstehen." Er sprang drauf an, und als wir Richtung Tür gingen konnte ich Roland aus den Augenwinkeln erspähen, wie versuchte den Grünen klar zu machen, das er den Kerl noch nie gesehen hatte, was diesmal der Wahrheit entsprach.
Wie auch immer, unten angekommen labte sich Hermes erst mal an den alkoholischen Getränken, die er fand. Nach und nach strömte die Menge wieder in den Saal, aber nicht alle, worauf ich beschloss hoch zu gehen, und nach bekannten Gesichtern Ausschau zu halten. Es dauerte nicht lange, bis ich das vertraute Lachen meines Nachbarn Mönch hörte. Ich brauchte nicht lange um ihn zu orten und pflanzte mich zwischen Macke und Herbert, nachdem alle begrüßt waren. Wie üblich kannte keiner von ihnen 'den Kerl der die Fete schmiss', und nun sollte ich sie mal wieder reinschleusen, wenn möglich umsonst. Ich ging mit ihnen zu Kasse, und fragte höflich, ob man diesen jungen Herren Einlass gewähren könnte was mit einem "Ja, für 20DM" beantwortet wurde. Innerhalb von zehn Minuten drückte ich den Preis auf die originalen 12DM, und Mönch und Co. stürzten in den Keller. "Bitte schön!", rief ich ihnen noch hinterher, aber das überhörten sie. Ich setzte mich auf die Treppe vor dem Eingang, zündete mir eine Zigarette an und genoss die Ruhe, wenn auch unterbrochen von halblauter Techno- Musik. Aber wenigstens störte mich niemand...für eine Weile.
"Hey, Du hattest kein Recht Sie eine Schlampe zu nennen. Die wahre Schlampe bist Du!" "Du merkst gar nicht wie Sie Dich benutzt!" "Ach, hör doch auf! Jetzt gib mir schon meine Kippen!" "Hier!" Wenig später stürmte Peitzi an mir vorbei, mit ner Kippe im Maul und sagte kein Wort. Als er im Gebäude verschwunden war, schlenderte Eva über den Rasen, und nahm neben mir Platz und schwieg; für eine Weile. "Du meinst doch auch das Sie ihn nur ausnutzt, oder?" Sie wusste das ich sie gehört hatte und ehrlich gesagt war ich der gleichen Meinung. Peitzi war in den letzten Monaten fast immer in Rheda, und sagte unsere traditionellen Rollhockeyspiele immer ab. Was die Frauen doch mit jemandem anstellen können...
Eva musste meine Gedanken gelesen haben, denn Sie guckte mich mit großen Augen an: "Warst Du das nicht, der immer gesagt hat, das Frauen Dein Leben kontrollieren?" Ich nickte schwach. "Vielleicht sollte ich es mal ausprobieren, denn es klappt ja offensichtlich ganz gut!" Ohne die Chance einer Antwort lies Sie mich sitzen, was aber gar nicht so schlecht war. Kaum war Eva verschwunden hatten mich Wissel und Julius schon erspäht. Soviel zur Ruhe! Sie nahmen mich in die Zange, fragten mich was los ist, schlauchten zwei Zichten, und verschwanden im Keller. Das war schneller als ich erwartet hatte. Sie verließen mich Richtung Eingang, und ich musste nicht lange auf die nächste Störung warten. Doch es war etwas, auf das ich irgendwie gewartet hatte. Elmar ließ sich blicken! Er kam allein mit Händen in den Taschen, die Mütze etwas zu tief im Gesicht und Kippe im Maul. Als er mich sah, formte sein Mund ein breites Grinsen, und als ich es erwiderte sagte er: "Noch Fragen?" Eigentlich viele, aber die waren jetzt noch nicht angebracht und konnten auch noch später beantwortet werden! Wie auch immer, um halb eins wollte keiner mehr Eintritt, Elmar und meine Wenigkeit stiegen die Treppen hinab, um alles zu feiern und bekannt zu geben, und landeten am Handballertisch, was das traurige Ende einer ganz normalen Fete einläutete...

The End

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Zu den Verständnisfragen:
Rheda-Wiedenbrück ist eine Kleinstadt in NRW. Die Städte Rheda und Wiedenbrück wurden erst 1970 zusammengefasst, wodurch weiterhin ein Konkurrenzdenken zwischen den Einwohnern beider (nun) Stadtteile besteht. St.Vit ist ein Dorf, das ca. 2 km von Wiedenbrück entfernt auf einem kleinem Hügel liegt.
Und 1996 wurde ich 17.

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Ja, ja, in the Summer of '96, nicht wahr?
Damals war ich 16, *seufz*!

Gruß,
m-plan

 

Scheint ja recht autobiografisch zu sein, deine Story, aber vielleicht habe ich gerade deshalb keinen Zugang gefunden. Mir war das alles zu banal, und dann wiederum zu krautig geschrieben, um zu unterhalten oder mitzureißen. Ich bin sicher, du hast dir beim Schreiben etwas gedacht, aber du solltest dich doch bemühen, das, was du sagen willst, allgemeinverständlicher auszudrücken.

 

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