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Nur Träume

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09.06.2003
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Nur Träume

Die Träume des Eule

Als ich die Augen nach einem anstrengenden Tag schloss, begab ich mich auf einen heimlichen Streifzug durch Gewissen und Sehnsüchte, Gedanken und Gefühle, Entfremdung und Selbstmitleid, vor allem aber durch die in jeder Beziehung unendliche Dunkelheit.
All dies wurde überstrahlt, von der aufgehenden, mächtigen, ägyptischen Sonne. Eine Zeremonie, ein glanzvolles Fest der Sinne. Überall um mich herum Gold und Verzierungen, die Menschen halb nackt mit Schmuck von unschätzbarem Wert überhangen, glänzend wie die nun hoch am Himmel stehende Sonne. Die Zeremonie fand im Abstand von wenigen hundert Metern vor einer Pyramide, auf einem zentralen Platz, statt.

Ich versuchte mich an die vielen Menschen und Eindrücke zu gewöhnen. Sofort fiel mir der Pharao mit einem Stab in der rechten Hand auf. Oben hatte er eine Rundung, die fast zu einem Kreis Geschlossen war. Es sah genauso aus, wie ich es von Abblidungen oder aus dem Museum kannte. Auch sonst, ja insgesamt sah er wie ein, in der allgemeinen Vorstellung so verankerter, Pharao aus. Genaueres kann ich gar nicht beschreiben, stand ich doch noch sehr abseits der Feierlichkeiten.

So leicht es mir war, den Pharao in seiner gesonderten und auffälligen Stellung auf dem Thron auszumachen, so schwer fiel es, das Verhalten der Diner oder Untertanen, die sich auf dem Platz vor dem Thron befanden und ein wildes Fest feierten, zu erfassen, einzuordnen oder gar zu interpretieren.

Ich könnte jetzt genau beschreiben, wie sie tanzten, wie sie lachten, wie fröhlich alle waren. Im gegensatz zum Pharao der ziemlich grimmig blickte und den einige, auf der Erde kniend, versuchten durch gewitzte Worte aufzuheitern. Doch all dies ist ja nur von nebensächlichem Interesse und bringt die Geschichte kein Stück voran. Mich jedenfalls sprachen diese gut gemeinten Worte, die den Herrscher aufheitern sollten, überhaupt nicht an. Ich hatte den Eindruck, dass alle Ägypter das Selbe sagten, es lediglich mit anderen Worten ausschmückten.

Wichtig ist aber zu sagen, dass ich nach einigen Stunden das Fest und dessen Spielregeln doch erfassen konnte. So gelang es mir mich unbemerkt unter das Volk zu mischen, einige ausgelassene Stunden zu verbringen. Meine Religionslosigkeit und die geistige Überlegenheit, die ich mir, ein Mensch aus einem viel fortschrittlicheren Jahrtausend, gegenüber diesem Bauernvolk zumaß, beflügelten mich eher, ließen mich in sorgloser Extase versinken, als mich zu blockieren oder mir gar im Wege zu stehen.

Im Laufe des Vormittags trank ich wohl viel zu viel Wein, der mich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit nicht ermüdete, sondern in jenen betrunkenen Zustand an der Schwelle des euphorischen Wahnsinns versetzte, den ich kaum noch gewohnt war.

So stellte ich mich in die Reihe derer, die den Pharao durch Worte aufzuheitern versuchten. Da die Schlange relativ lang war, aus zwanzig oder mehr mit Gold verzierten Ägyptern bestand, konnte ich in Ruhe den Worten der anderen lauschen und mir meine eigenen zurecht legen, ich wusste nämlich noch nicht, was ich eigentlich sagen wollte. Die Sonne knallte mir auf den Rücken, sie peitschte mich. Für jemanden, der aus Mitteleuropa kommt, glaubte ich mich allerdings ganz gut gegen sie zu behaupten, alles eine Sache des Willens, sage ich mir immer.

„Treten Sie bitte vor und verkünden sie ihr Anliegen!“, wurde ich im gleichen, gelangweilten und routinierten Tonfall wie schon die zwanzig Ägypter vor mir aufgerufen. Ich wunderte mich, dass ich die ägyptische Sprache problemlos verstand. Vielleicht, weil sich grundsätzlich alle Sprachen ähneln, sich nur die Ausdrücke, Worte und Buchstaben, um die gleichen Dinge zu sagen oder zu beschreiben, unterscheiden.

Ich hatte mir verschiedene Versionen meiner Worte bei der Audienz beim Pharao ausgedacht, so dass ich auf alle Fälle eine Auswahl hatte. Doch jetzt, wo ich vor ihm kniete waren mir alle entfallen, ich war unter Zugzwang, also blieb mir nichts anderes übrig, als die Wahrheit zu sagen, wollte ich ihn unterhalten: „Ich komme aus einer Zeit in ferner Zukunft. Ich bin hier als Besucher und bleibe nur diesen einen Tag. Ich wollte den Pharao fragen, ob es mir erlaubt sei, diesen Tag am Palast zu verbringen, um mich an eurer Herrlichkeit zu ergötzen.“ Ich glaubte meinen eigenen Worten nicht, als ich sie so unsicher dahinsagte. Das Blut staute sich in meinen Beinen, sie drohten einzuschlafen.

Der Pharao beugte sich leicht nach vorne, drehte den Kopf kaum merklich und musterte mich kritisch mit überheblichem Blick. Dann verzog er das Gesicht zu einem Grinsen, das schnell in ein gleichmäßiges Lachen überging, ohne, dass er dadurch seine Bedrohlichkeit, Autorität oder gar Ehre verlor. Er lachte so anmutig, wie eine Katze schnurrt.

„Du sollst einen Eindruck von uns bekommen, junger Mann!“, sagte er und klatschte in die Hände. „Was wünscht mein Herr?“, meldete sich sofort ein Diener. „Führe diesen Mann im Palast herum und zeige ihm alles. Er ist nur heute hier und will uns kennen lernen!“, sagte er mit gehobenen Worten, immer leicht schnurrend, während er sich über seine Selbstironie freute.

Der Diener kam sogleich angelaufen, stellte sich vor mir auf und machte eine Kopfbewegung, die mich anwies ihm zu folgen. Ich stand unsicher auf, denn meine Beine waren wirklich eingeschlafen, und wir gingen gemeinsam quer über den Platz. Als ich den Diener fragte, wo wir hingingen, sagte der mir mit kargen Worten und verhaltener Stimme: „Zum Palast!“.

Das Fest und die Pyramide ließen wir hinter uns und am Horizont sah ich den stolzen Palast, der noch heller erstrahlte, als es der Wüstensand schon zu allen Seiten tat. Die gleiche Sonne, die alles zum erstrahlen brachte, brannte auch wieder auf meinen Körper, schien mich in teuflischer Absicht quälen zu wollen. Als wir durch die Palasttore schritten, war ich erschöpft, die Hitze nicht gewöhnt, schwitzte ich am ganzen Körper, als sei das mein einziger Zweck zu leben, vor allem aber war mein Hals wie ausgetrocknet.

Neben dem Thronsaal zeigte mir der Diener noch viele andere, wahrscheinlich fast alle, Räume, Plätze, Facetten und Eigenarten des Palastes. Unter anderem die Schlafplätze aller Diener, ich durfte sogar einen kurzen Blick in das königliche Schlafgemach werfen. Alles war sehr eindrucksvoll, schöner als „hübsch“ aber nicht überwältigend. Besonders interessierten mich aber die Arbeitsräume der Diener.

Der Pharao schien ein großer Kunstliebhaber zu sein. Seinem Lieblingsmaler war ein riesiges Arbeitszimmer, durch die vielen Fenster, der hellste Raum im ganzen Palast, zugedacht. Damit dem Künstler aber trotzdem nicht zu heiß wurde, führte eine Art künstlicher Fluss direkt durch den Raum. Dieser machte die Temperaturen durch die Verdunstungskälte erträglich, wie mir der Diener, jetzt alles andere als wortkarg, sondern mit technischer Begeisterung, erklärte. An der Wand hingen ein paar sehr ansehnliche Malereien aus Papyrus. Unter anderem ein Portrait des Pharao, sehr ernst und würdevoll sowieso. Ich mochte die kantigen und schlichten Eindruck, den der Raum auf mich machte. Er erinnerte mich an irgendeinen Ort, an dem wahrscheinlich irgendwann während meiner Kindheit gewesen bin, den ich aber nicht genauer zuordnen konnte.


Die Goldschmiede, in der all der Schmuck, den die Ägypter an ihren halb nackten Körpern trugen, gefertigt wurde, so erzählte es der Diener, war sogar in ein eigenes Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Palast ausgelagert. Wenn es mir beliebte, könne ich nach der Führung selbst dorthin gehen, ihm sei es dort zu laut sagte er in etwas Mitleid erregendem Ton.

Ich folgte dem Diener weiter durch den riesigen Palast, dessen Aufbau oder Struktur mir völlig schleierhaft blieb. Das war mir aber egal, ich wollte alles bewusst nur auf mich wirken lassen. Der Sand kratzte noch in meinen Schuhen und rieb meine rechte Ferse auf. Auch das versuchte ich zu ignorieren. Wie in Trance ging ich immer hinter dem Diener her.

Dann blieb er plötzlich in einem dunklen Flur stehen. Die Wände waren hell, wie überall im Palast, aber es kam kein Licht in den engen Flur. Der Grund hierfür war offensichtlich: Der Raum hatte keine Wände, in denen Fenster hätten können, sondern nur Türen zu allen vier Seiten. Durch eine waren wir geschritten, die anderen lagen vor uns und waren verschlossen. Der Diener rief mit erstaunlich lauter Stimme, lauter, als ich von dem verhaltenen Mann je erwartet hätte: „Eule, ein Gast möchte eure Arbeit bewundern!“. Dass ich keinen eigenartigen ägyptischen Namen verstand, sondern den Vogelnamen „Eule“, mag daran gelegen haben, dass mir die fremde Sprache ganz selbstverständlich und durch eine fremde Macht übersetzt wurde. „Ich schreibe grade, es dauert noch etwas, kommt später wieder!“

Diese Antwort schien den Diener nicht befriedigt zu haben. Er sah mich entschuldigend an und sagte: „Wenn Eule schreibt, kann es Stunden dauern, wir sollten zurück zum Fest gehen, wir verpassen ja alles!“. Nachdenklich antwortete ich, denn ich war neugierig auf diesen Schriftsteller geworden: „Gehen sie nur zum Fest, ich habe großes Interesse an Literatur. Es macht mir nichts aus hier zu warten. Könnten sie aber so freundlich sein und mir etwas zu trinken holen, meine Kehle ist ganz trocken. Wenn ich selbst gehe, finde ich hierher nicht zurück!“ Der Diener nickte erleichtert, vielleicht sogar etwas dankbar, sagte „Einen Moment bitte!“ und war schon durch die Tür, durch die wir gekommen waren, verschwunden. Es dauerte einige Minuten und er kam mit einem Krug Wein zurück. Dankbar strahlend nahm ich den begehrten Wein an mich und begann ohne jede Hemmung zu trinken.

Das kostbare Getränk durchströmte meinen Hals, meinen Körper, ich fühlte mich befriedigt, nie hatte ich etwas anderes gebraucht, als diese Flüssigkeit. Ich war müde geworden. Der Wein machte sich endlich bemerkbar. Also rief ich, musste mich zu einer lauten Stimme zwingen: „Ich lege mich etwas hin, rufen sie mich bitte, wenn sie fertig geschrieben haben!“

Ein leichter Tritt gegen meine Seite, etwas stärker, ich war gezwungen die Augen zu öffnen, schützte mich durch meine Arme vor einem weiteren Tritten. Ein kleiner Mann, mit heller, trotzdem ägyptischer Haut, natürlich immer noch weit dunkler als meine eigene, blickte auf mich hinab. Er sah Angst einflößend, aber gleichzeitig interessiert aus. Ich richtete mich widerwillig auf und schüttelte ihm die Hand. „Guten Tag, ich bin heute Praktikant am Palast hier, ich möchte ihre Arbeit bewundern!“ „Mein Name ist Eule, ich werde ihnen gerne einen kurzen Einblick in meine Arbeit gewähren. Es ist eigentlich alles ganz einfach und schnell erklärt – folgen sie mir bitte!“ Er ging durch eine der Türen, welche es war, konnte ich nicht sagen. Man schien hier besonderen Wert darauf zu legen, die Türen zu schließen, so war es mir völlig unmöglich die schlichten Holztüren zu unterscheiden.

Plötzlich drehte er sich aber um und fragte mich stürmisch: „Als sie da auf der Erde lagen, haben sie da etwas geträumt?“. Ich glaubte etwas geträumt zu haben, doch war ich mit anderen Dingen beschäftigt, und hatte wohl sofort vergessen. Ich verneinte also unsicher.
Eule guckte mich an und lächelte leicht, er hatte mich wohl durchschaut. „Das hier ist mein Arbeitsraum.“, sagte er. Wir befanden uns in einem gewöhnlichen Zimmer, von der Qualität der Ausstattung entsprach er etwa den Schlafräumen der Diener. „Das hier ist mein Regal, dort stehen eigene Erzählungen, Entwürfe und wichtige Dokumente drin. Das da drüben ist mein Schreibtisch!“, erläuterte er und wies mit dem Finger quer durch das Zimmer, auf einen kleinen Schreibtisch, auf dem einige Papyrusrollen lagen. Eine Schreibunterlage war halb von einer Zeichnung verdeckt, neben dem Bild, stand Tinte in einem größerem Fass, daneben ein Füllfederhalter.

„Das war dann auch schon alles, was es zu sehen gibt, danke, für das Interesse!“. Ich ging zögerlich zum Schreibtisch und beugte mich über eine Papyrusrolle, immer darauf gefasst, dass Eule sich auf mich stürzen würde, um mich aus dem Zimmer zu befördern. Es passierte jedoch nichts. Mit dem ersten Satz begann eine Verzauberung, nie hatte ich so etwas schönes zuvor gelesen. Die Geschichte handelte von einem Jungen, der allerlei Dinge erlebte. Der Stil fesselte aber was der Junge erlebte, verzauberte mich. Ich durchlief Gewissen und Sehnsüchte, Gedanken und Gefühle, Entfremdung und Selbstmitleid, vor allem aber durch die in jeder Beziehung unendliche Dunkelheit.

Etwas schüttelte mich am Arm. Ich wurde gewaltsam aus dieser alles offenbarenden und überaus reizvollen Welt gerissen. Für eine Sekunde war Eule mein größter Feind, ich besonn mich aber schnell wieder. „Hey, sie, die Geschichten sind noch nicht fertig, noch nicht ausgereift! Hören sie bitte auf zu lesen!“

Ich war erschrocken und Angst und Schuldgefühle durchströmten meinen ganzen Körper. Mein Herz pochte und ich glaubte leicht zu zittern. Natürlich Entschuldigte mich sofort.. „Wie haben ihnen die Geschichten denn gefallen?“, fragte Eule mit glänzenden Augen. „Sie sind genial, lassen sie mich ein Wort dafür finde… sie sind der Sinn…des Lebens!“, sagte ich zu Tränen gerührt.

Diese Worte schienen dem kleinen Mann gefallen zu haben. „Bis jetzt haben sie nur mein Arbeitszimmer gesehen, dort zur rechten Tür befindet sich mein Schlafzimmer, uninteressant. Die linke Tür dürfte aber von großem Interesse für sie sein, soll ich ihnen den Raum meiner Inspiration zeigen?“ Ich nickte langsam und so ehrfurchtsvoll, wie andere einen Gott und wieder andere eine schöne Frau anbeten.

Andächtig und langsam, wie Eule sich bewegte, folgte ich ihm. Kurz vor der Tür drehte er sich noch einmal zu mir um und sagte mit leiser Stimme, wobei er beschwörend mit dem rechten Zeigefinger umherfuchtelte: „Aber ich zeige dir das Zimmer nur unter der Bedingung, dass du still bist, du musst sehr ruhig sein, sonst weckst du sie!“ Ich nickte so ehrfurchtsvoll, wie schon zuvor. Diesmal hörte ich aber gar nicht zu. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt mir vorzustellen, was sich hinter der Türe befände.

Der Raum war warm, ungefähr dreißig Grad schätzte ich und stank fürchterlich. Zunächst einmal war alles von der undurchdringlichen Dunkelheit verdeckt. Doch Eule schloss die Tür leise und öffnete eine kleine Luke die sich beim Eingang befand, so dass fahles Licht eindringen konnte.

Jetzt sah ich sie. Sie lagen scheinbar willkürlich im Raum verteilt in spartanischen Betten, oder besser auf leicht gepolsterten Holzplatten, nackt und in der Rückenlage durch Leinen fixiert.

Im ersten Moment erschrak ich. Doch dann gelangte ich schnell zu der Annahme, dass es sich wohl um eine Leichenhalle handeln müsse.
Diese Wesen sahen alles andere als lebendig aus, wie sie dort nackt im schwachen Licht lagen. Meine Augen wanderten von einem weißen Ägypter zum nächsten, sie mussten tot sein. Doch diese Annahme erwies sich als grundlegend falsch.

Denn Eule, in der Dunkelheit waren nur seine Umrisse zu sehen, flüsterte mir zu: „Jetzt zeige ich dir den wichtigsten Teil meiner Arbeit, pass gut auf!“ Dann lief er, genau wie eine Katze, auf Samtpfoten und mit bedachten Schritten in der Dunkelheit zu einem der Betten.

Sicher kann ich sagen, dass er die Gurte löste und doch, durch welche Bewegung er den Ägypter oder die Ägypterin weckte, konnte ich nicht ausmachen. Vielleicht schüttelte er ihn mit beiden Händen, oder er stütze den Kopf mit einer Hand und gab ihm leichte Ohrfeigen. Jedenfalls erwachte er, denn einen Dialog zwischen den beiden konnte ich gut verstehen.

„Guten Morgen Sahacharin, wie hast du geschlafen? Hast du wieder etwas geträumt?“, fragte Eule mit freundlicher, väterlicher Stimme. Ich kam näher konnte jetzt leicht die Gesichtszüge einer Ägypterin erkennen, die auf der Liege lag.

„Gut, danke. Ja, ich habe geträumt.“. Mir gefielen ihre Gesichtszüge sehr gut. Ich kann nicht sagen, ob ich mich beim bloßen Anblick ihres Gesichtes in sie verliebe, beim betrachten ihres nackten, für eine Ägypterin sehr weißen Körpers, vielleicht sogar einzelner Bereiche, oder ich einfach ihre warme und herzliche Art zu reden so liebte, wie sie die Augen leicht rollte, ihr Nase blähte und ihren süßen Mund bewegte, so dass ihr ganzes Gesicht einen kecken, unnachahmbaren Glanz bekam. Genauso, wie ich mich nicht zu erinnern vermag, ob ich sie vom ersten Augenblick, als ich sie sah liebte, oder erst bei einem späteren Gang. Das Resultat ist jedenfalls in allen Fällen gleich und die Ursachen verschmelzen in ihrerm Glanz mit der banalen Wirkung.

„Ich habe von einem Mann geträumt, ich lief ihm hinterher. Denn ich hatte gesehen, wie er mich beim Schlafen gestört hatte und ich konnte ihn so nicht gehen lassen. Um uns herum war dichter Dschungel, ganz so, wie es mir meine Großmutter erzählt hat. Ich hatte manchmal das Gefühl, er sei verschwunden, die dunklen Blätter des Urwalds machten eine Sicht unmöglich. Ratlos stand ich da, als er plötzlich wieder deutlich sichtbar vor mir auftauchte, immer als sei er nie weg gewesen. Als wir den Dschungel durchquert hatten, sah ich die Wüste, in all ihrer Vertrautheit. Ich dachte mir, hier müsse ich ihn fangen können, doch er rannte schneller als ich, entfernte sich immer weiter von mir, uneinholbar. Schon wieder war er gänzlich verschwunden, als er unvermittelt vor mir auftauchte. Er streichelte meine Wangen, streichelte mir verliebt über mein ganzes Gesicht, wie du es gemacht hast, als ich aufgewacht bin. Ich fühlte mich frei und glücklich wie nie zuvor, doch dann wachte ich auf, du hattest mich ja geweckt.“

All dies erzählte sie mit einer Euphorie, die in meinem Weltbild nicht mit der Routine und Abgeklärtheit ihrer Wortwahl in Einklang zu bringen war. Eule strich ihr über die Haare und säuselte mit leisen und vertraulichen Worten: „Vielen Dank, dass du mir deinen Traum erzählt hast, ich kann sie gut für meine Arbeit gebrauchen. Doch jetzt schlafe weiter, meine Kleine.“ „Vorher muss ich aber noch aufs Klo!“ sagte sie bestimmt. „Geh nur mein Kleines und wenn du willst kannst du ja auch etwas essen, und vor allem trinken, trinken ist wichtig mein Kind, es ist alles zurechtgemacht.“
Sie stand auf und warf mir nur einen kurzen Blick zu, einen als sei ich ein Geist, den sie zwar sehen konnte, der aber gar nicht existieren durfte.

Wir machten viele solcher Gänge. War ich bei dem ersten noch sehr abgestoßen und der festen Überzeugung, hinter all dem stecke eine sexuelle Perversion von Eule, merkte ich bald, dass er zu allen seinen Mitarbeitern –das ist in diesem Fall wohl die treffendste Bezeichnung- das gleiche zutiefst herzliche und persönliche Verhältnis pflegte. Seine Rolle würde ich am ehesten mit der eines all umsorgenen Vaters oder gar Gottes vergleichen. Mir ging jedes Mal das Herz auf, wenn ich hörte, wie er mit seinen Mitarbeitern, so nannte er die Träumenden auch wirklich, umging.

Es lief mir aber vor Freude fast über, als ich sah, was er aus den Träumen machte, wie er sie mit in seine Geschichten einband. Ein oder zwei Mal geschah mir etwas, was mich über alle Maßen befriedigte: Ein alltäglicher Traum, den ich vielleicht zehn Stunden zuvor mit meinen eigenen Ohren direkt vom Träumenden vernahm, war durch das Zusammenspiel mit anderen Träumen, unter besonderem Blickwinkel oder in speziellen Zustand von Eule zu einem Geniestreich niedergeschrieben geworden. Ich bebte vor Glück, wie man es nur in wenigen Momenten, etwa, wenn man den Eindruck hat, etwas perfektes wäre genau auf einen zugeschnitten worden, verspürt. Ich blätterte überhaupt fast jeden Abend heimlich in Eules Aufzeichnungen, denn eine offizielle Erlaubnis gab es nicht, er schien es aber zu tolerieren, denn er erwischte mich ein paar Mal, ohne, dass er mich darauf ansprach.
Ein Tag wurde zu Wochen, Wochen zu Monaten und Monate zu Jahren, doch das merkte ich gar nicht, vielmehr lebte ich, wie sich ein Kind, unbesonnen und zeitlos einem Spiel widmet. So hätte ich in die unendliche Zeit weiterleben wollen. Wir machten unsere Gänge. Ich traf meine Geliebte dabei täglich oder häufiger, auch wenn sie nichts von ihrem Glück wusste, wurde ständig mit einer königlichen Schreibkunst konfrontiert, oder besser gesagt beliefert, die meine Sinne befriedigte und mich über alle maßen glücklich werden ließ. Ich konnte mir schon nicht mehr vorstellen anders zu leben.
Wie viel Zeit wirklich vergangen war, weiß ich nicht.Es war mir auch egal. Ich hatte aber trotzdem immer das Gefühl nur Gast zu sein, irgendwann wieder abreisen zu müssen, selbst, wenn diese Vorstellung für mich unerträglich war. Eule ließ mich kleinere Arbeiten verrichten, Briefe auf Papyrus schreiben, denn auch der ägyptischen Schrift war ich mächtig, oder den Mitarbeitern die Mixtur einspritzen, die er ihnen zweimal pro Tag verabreichte. Der Eindruck, ich sei nur ein nutzloser Gast, fiel aber nie von mir ab und begleitete mich wie alles andere auch in einer gleichmäßigen Kontinuität.
Eines Abends konnte ich nicht einschlafen. Ich lag wach im Bett und fragte nach einer Begründung für meine Schlaflosigkeit. Eigentlich war ich ein Mensch der keine Probleme mit dem Einschlafen hatte, wenn er nicht von besonders hartnäckigen Gedanken verfolgt wird. Ich presste die Augen zusammen, aber es bewirkte nichts, ich fühlte nur die Leere, meine Müdigkeit, die brennende Frage nach dem Grund meiner Schlaflosigkeit bedrückte mich. Bei dem Versuch nicht mehr zu suchen, jeglichen Gedanken herunterzufahren, um endlich einschlafen zu können, merkte ich, wie meine Gedanken, ohne dass ich es verhindern konnte, sich im besonderen Maße um mich drehten, als kämpften sie gegen mich und feierten ihr Überlegenheit.
Da traf mich einer der Gedanken, die ich schon längst nicht mehr kontrollieren konnte und durchfuhr meinen ganzen Körper. War ich nicht dabei ein Mitarbeiter Eules zu werden? Dass Eule mich nach meinen Träumen fragte, war ich gewöhnt, seit ich hier war. Doch hatte an diesem Morgen mein Arm beim Aufwachen geschmerzt. Es war ein leichter Schmerz, ein süßes Zwicken an dem Teil des Oberarms, wo ich selbst immer die Spritzen bei Eules Mitarbeitern einstach. Ich hatte mich nicht weiter darum gekümmert, weil ich noch müde war und andere Dinge zu tun hatte.
Ein innerliches Zittern durchfuhr mich, mein Herz raste und war unangenehm laut, klopfte in meiner Brust, als wolle es mich von innen zerstören. Ich musste hier raus, zog mir hastig meine Sachen über und hatte schon einen Plan gefasst: So schnell wie möglich würde ich hier heraus rennen. Eule schlief im gleichen Zimmer wie ich. Besser gesagt, hatte er mich von Anfang an in seinem Schlafzimmer untergebracht, weil ihm nur seine drei Räume geeignet schien. Ich hatte sein Schnarchen immer als überaus beruhigend, freundlich und ausgeglichen empfunden, doch als ich mich nun durch das Schlafzimmer tastete, war es bedrohlich, vorwurfsvoll und diktatorisch geworden. „Es war ein Fehler hierher zu kommen!“ sagte ich mir innerlich immer wieder, machte dabei aber keinen Mucks.
Bei der Tür kam die schwierigste Phase meiner Flucht. Ich musste versuchen meine überschwängliche Freude darüber, dass ich sie erreicht hatte, zu unterdrücken, denn das machte hektisch und verhinderte, dass ich sie leise öffnete und wieder schloss. Die Klinke klackte laut, als ich sie betätigte. Zum Glück übertonte Eule das Klacken, indem er grade Luft einziehend schnarchte.
Ich ließ die Tür nur angelehnt, denn ich wollte ein weiteres Klacken verhindern. Alles war wie in einem Traum, nachdem ich mich durch ein dunkles Zimmer getastet hatte, in dem eine Bestie auf mich lauerte, stand ich nun vor drei Türen von der nur eine in die Freiheit führte. Über die Situation erschrak ich einen Moment lang, wie einer, der mit blanken Tatsachen konfrontiert wird, dann wurde mir endlich klar, dass mir von keiner dieser Türen Gefahr drohte, weil Eule sich ja in der Tür hinter mir befand. Ich durchschritt also willkürlich eine. Schaute vorsichtig in einen dunklen Raum hinein, aus dem mir sofort ein beißender Gestank entgegen kam. Ich wollte die Tür schon wieder schließen, da fiel mir Sahacharin, meine arme Ägypterin ein, die unmenschlich unter Eule, diesem Tyrannen, leiden musste. Ich öffnete den Lichtschacht, doch fiel jetzt in der Nacht noch viel weniger Licht ein, als tagsüber. Zum Glück kannte ich die Wege zu den träumenden Mitarbeitern alle auswendig und den zu Sahacharin werde ich wohl nie vergessen.
So stand ich bald vor ihrer Liege, streichelte ihre Arme verliebt, ging dann dazu über ihre Beine und den Bauch zu streicheln. Als ich ihr Gesicht tätschelte, ihre Lippen, die meinen Berührungen auf wundersame Weise nachgaben, schade, dass es so dunkel war und ich es nicht sehen konnte, wachte sie auf. „Guten Morgen“ sagte sie verträumt, „Ich habe geträumt!“. „Wenn du möchtest, kannst du mir den Traum erzählen!“ bot ich ihr an und versuchte dabei mit der gleichen Stimme und im gleichen Tonfall, wie ich es von Eule so oft gehört hatte, zu reden.
„Wer bist du?“ Fragte sie mit ängstlicher Stimme. „Ich komme von weit her, bitte höre mich an! Ich habe Eule bei seiner Arbeit geholfen. Doch er spritzt euch Drogen, er beutet euch aus, lässt euch immer schlafen, um eure Träume zu stehlen, stiehlt euch euer Leben, um immer neue Ideen für seine Geschichten zu haben! Ich wollte dich fragen, ob du mitkommen möchtest, ich könnte dich befreien!“ Dies alles sprach ich in einer Geschwindigkeit und Atemlosigkeit aus, wie ein Läufer, dessen Weg kurz vor der Ziellinie von einem Passanten versperrt wird, der ihn dazu zwingt argumentativ zu begründen, warum er passieren muss.

Aus der Dunkelheit, da, wo meine Geliebte liegen musste, schallte ein Lachen. Sie lachte mich aus, mit meinen tollkühnen Plänen! Das Lachen verhallte schnell und sie sprach „Was bist du nur für ein Narr! Warum suchst du dir für deine Fluchtpläne ausgerechnet die Geliebte von Eule aus! Ich würde ihn niemals verraten, bin jeder Zeit bereit für ihn zu sterben!“ Nach diesen Worten schrie sie, so laut, dass alle Mitarbeiter aufgewacht sein mussten: „Hört Leute, hört! Dieser Mann will uns verraten und Eule bestehlen! Wir müssen Eule davon berichten, wenn er uns morgen weckt!“
Die kleine Sprechpause, die sie gemacht hatte, um Luft zu holen und ihren Worten Nachdruck zu verleihen, weitete sich ins unendliche aus, denn ich schlug mit beiden Fäusten so stark ich konnte auf die Stelle ein, wo Sahacharin liegen musste. Ich sah aber nicht sie, sondern immer nur den dunklen Schatten, den bösen Geist, den die Dunkelheit aus ihr machte.
Wie oft ich zuschlug, weiß ich nicht mehr, ich weiß nur, dass ich sie nur zum Schweigen bringen wollte und ich von ihr abließ, als ich mir sicher war, dass sie nicht weiterreden könne.
Sofort schlug wieder mein Herz, stärker und feindlicher, als eh und je. Ich hatte die Geliebte von Eule misshandelt! Ich musste flüchten! So schnell ich konnte, denn Lautstärke machte mir nichts mehr aus, rannte ich aus dem Zimmer zurück in den Flur und stand wieder vor den Türen. Ich versuchte eine bisher ungeöffnete zu durchschreiten, doch ich drückte die Klinke vergeblich herunter, denn die Tür war abgeschlossen. Auch mein verzweifeltes und kräftiges Rütteln an der Tür half mir nicht. Ich nahm also die letzte Tür und fand mich im Arbeitsraum von Eule wieder. Schnell kroch ich unter den Schreibtisch und kauerte mich dort auf den Boden. Mein Herz schlug und schlug, pochte und pocht, belastete mich.
Totale Stille. Nur Eules Schritte waren aus der Ferne zu hören. Erst jetzt wurde mir klar, dass es keinen Ausweg gab: Die einzige Tür in die Freiheit war verschlossen! Die Schritte waren schon viel näher gekommen! Ich kniff die Augen zusammen und begab ich mich auf einen heimlichen Streifzug durch Gewissen und Sehnsüchte, Gedanken und Gefühle, Entfremdung und Selbstmitleid, vor allem aber durch die in jeder Beziehung unendliche Dunkelheit.

Gez. Eule, dem gütigen und allmächtigen Pharao gewidmet.

 

Hallo Popla!

Eine durchaus ungewöhnliche Geschichte, mit interessantem Plot. Hast Du viel recherchiert? Insgesamt hast Du einen recht ausgeschmückten Stil gewählt, oft längere, komplexere Sätze eingefügt. Manchmal wurden sie mir fast zu langatmig, auch könntest Du manches schlicht und einfach weg lassen, meiner Meinung nach. Allerdings hältst Du den Stil recht konsequent durch und man liest sich auch ein. :)
Dass S. am Schluss Alram schlägt, kommt für mich nicht sonderlich überraschend, selbst, wenn sie nicht die Geliebte von Eule wäre, wäre es eine durchaus nachvollziehbare Reaktion. Der letzte Satz allerdings ist ein schöner Abschluss!
Allerdings hast Du auch ein paar Stellen in dem Text, die mir nicht so gut gefallen haben oder unlogisch erscheinen. Ich hab sie Dir rausgesucht, wenn Du etwas ändern möchtest.

„die Menschen halb nackt mit Schmuck von unschätzbarem Wert überhangen,“ – überhangen…vielleicht schöner: behangen?

„Sofort fiel mir der Pharao mit einem Stab in der rechten Hand, oben eine Rundung, fast zu einem Kreis geschlossen, wie man es aus dem Museum oder von Bildern kennt, auf.“ – hier wird der Satz durch den langen Einschub über den Stab recht unübersichtlich.

„so schwer fiel es das Verhalten der Diner“ – fiel es, das …. Diener

„Mich jedenfalls sprachen diese gut gemeinten Worte, die den König aufheitern sollten, überhaupt nicht an, es schien mir, als sagten alle Ägypter das Selbe, nur mit anderen Worten.“ – Der Prot versteht alles, ist also nah dran. Im nächsten Absatz erwähnst D aber, dass er sich langsam zurechtfindet und dann erst unters Volk mischt? Zudem finde ich die Formulierung nicht so gelungen…

„Meine Religionslosigkeit und die geistige Überlegenheit, die ich mir, ein Mensch aus einem viel fortschrittlicheren Jahrtausend, gegenüber diesem Bauernvolk zumaß,“ – hehehe…. Bauernvolk ;)

„Im laufe des Abends“ - Laufe

„Die Sonne knallte mir auf den Rücken, sie peitschte mich“ – Ich dachte, es ist bereits Abend? Das kommt später noch einmal…

„Vielleicht, weil sich grundsätzlich alle Sprachen ähneln, sich nur die Ausdrücke, Worte und Buchstaben, um die gleichen Dinge zu sagen oder zu beschreiben, unterscheiden.“ – hm….es gibt schon recht große Unterschiede, zwischen einzelnen Sprachen, doch….

„Ich wollte den Pharao fragen, ob es mir erlaubt sei, diesen Tag ein Praktikum am Palast zu verbringen, um mich an eurer Herrlichkeit zu ergötzen.“ – Praktikum erscheint mir in dem Zusammenhang sehr fremd und auch unpassend.

„Seinem Lieblingsmaler war ein riesiges Arbeitszimmer, durch die vielen Fenster, der hellste Raum im ganzen Palast, zugedacht.“ – zwischen Fenster und der kein Komma

„Der Sand kratzte noch in meinen Schuhen und rieb meine rechte Verse auf.“ - Ferse

„Ein kleiner, Mann, mit heller ägyptischer Haut“ – kein Komma nach kleiner

„Ich fühlte mich schuldig so naiv in seinen Sachen gelesen zu haben. Entschuldigte mich selbstverständlich sofort“ – dieses Abgehakte passt überhaupt nicht zu dem sonstigen Stil!

„Doch dann gelangte ich schnell zu der Annahm,“ - Annahme

„Meine Augen wanderten zu einem weißen Ägypter zum nächsten, sie mussten tot sein.“ – von einem zum nächsten

„Sicher kann ich sagen, dass er die Gurte löste und doch, durch welche Bewegung er den Ägypter weckte“ – DEN ÄgypteER

„Ich kam näher konnte jetzt leicht die Gesichtszüge einer Ägypterin erkennen, die auf der Liege lag.“ – DIE ÄgypterIN

„Ich kann nicht sagen, ob ich mich beim bloßen Anblick ihres Gesichtes in sie verliebe, beim betrachten ihres nackten, für eine Ägypterin sehr weißen Körpers, vielleicht sogar einzelner Bereiche, oder ich einfach ihre warme und herzliche Art zu reden so liebte, wie sie die Augen leicht rollte, ihr Nase blähte und ihren süßen Mund bewegte, so dass ihr ganzes Gesicht einen Kecken, unnachahmbaren Glanz bekam.“ – das klingt so, als ob er sie schon lange, lange beobachtet und reden gehört hätte. Aber in der Situation hat sie ja kaum was gesagt…. einen kecken

„Das Resultat ist jedenfalls in allen Fällen gleich und die Ursachen verschmelzen in ihrem Sinn mit der sinnfälligen Wirkung.“ – der Satz wirkt auf mich ein bisschen pseudophilosophisch….

„Vielen Dank, dass du mir deinen Traum erzählt hast, ich kann sie gut für meine Arbeit gebrauchen. Doch jetzt schlafe weiter meine Kleine.“ – ich kann ihn…. weiter, meine

„Vorher muss ich aber noch auf Klo!“ – Klo erscheint mir als Stilbruch, keine Ahnung, welches Wort da besser passen würde, aber Klo….

„Sie stand auf und warf mir nur einen kurzen Blick zu, einen als sei ich ein Geist,“ – einen, als sei ich. Aber ich würde das „einen“ rauslassen….

„Seine Rolle würde ich am ehesten mit der eines all umsorgen Vaters oder gar Gottes vergleichen“ – entweder umsorgenden oder besorgten, denke ich.

„Ein alltäglicher Traum, den ich vielleicht zehn Stunden zuvor mit meinen eigenen Ohren direkt vom Träumenden vernahm, war durch das Zusammenspiel mit anderen Träumen, unter“ – hier musste ich kurz noch mal nachlesen, ob Du etwas davon geschrieben hast, dass er länger bleibt. Hast Du aber nicht, glaube ich. Ich würde das auf jeden Fall zuvor noch mal erwähnen, etwa so, dass er vor lauter Faszination total vergessen hatte, dass er eigentlich ja nur einen Tag bleiben wollte….und dann eben doch länger bleibt.

„Ein alltäglicher Traum, den ich vielleicht zehn Stunden zuvor mit meinen eigenen Ohren direkt vom Träumenden vernahm, war durch das Zusammenspiel mit anderen Träumen, unter besonderem Blickwinkel oder in besonderem Zustand von Eule zu einem Geniestreich niedergeschrieben geworden und ich bebte vor Glück, wie man es nur in wenigen Momenten, etwa, wenn man den Eindruck hat, etwas perfektes wäre genau auf einen zugeschnitten, verspürt.“ – dieser Monstersatz ist mir insgesamt zu lang und komplex, vielleicht könntest Du ihn in 2 aufsplitten….vor allem der letzte eingeschobene Teilsatz ist zu umständlich so.

„die meine Sinne befriedigte und mich über alle maßen glücklich werden ließ.“ - Maßen

„ich fühlte nur die Leere, meine Müdigkeit und die brennende Frage nach dem Grund meiner Schlaflosigkeit bedrückte mich.“- die Verbindung von „und“ und die beiden Verbkonstruktionen (fühlen - bedrücken) machen den Satz für mcih auf den ersten Blick schwieriger.

„Ich durchschritt also willkürlich eine. Guckte in einen dunklen Raum hinein, aus dem mir sofort ein beißender Gestank entgegen kam. Ich wollte die Tür schon wieder schließen, da fiel mir Sahacharin, meine arme Ägypterin ein, die unmenschlich unter Eule, diesem Tyrannen, leiden musste. Ich öffnete den Lichtschacht, doch fiel jetzt in der Nacht noch viel weniger Licht ein, als tagsüber.“ – Zuerst sehr kurze Konstruktion, evtl dem Stil angleichen und verbinden. „Gucken“ – passt für mich nicht ganz zur restlichen Wortwahl. Ausserdem…erwähnst Du vorher schon mal, dass es stinkt in dem Raum?

„Wie oft ich zuschlug, weiß ich nicht mehr, ich weiß nur, dass ich sie nur zum Schweigen bringen wollte und ich von ihr abließ, als ich mir sicher war, dass sie nicht weiterreden könne.“ – hm. Brutaler Kerl. Ich weiß nicht, aber da er sie vorher als Geliebte bezeichnet, erscheint mir die Gewalt nicht stimmig, trotz der Umstände.

Insgesamt ein interessanter, aber auch teils stilistisch noch nicht ausgereifter Text. :)

Schöne Grüße
Anne

 

Vielen dank Mausi!
Ich denke deine Kritik hat die Geschichte insgesamt verbessert!
Ein paar sachen habe ich so gelassen, weil mir nichts besseres eingefallen ist, oder weil ich sie aus irgendwelchen Gründen angemessen fand...
Vielen dank für die Kritik!

 

Hallo,

also zuerst habe ich die Geschichte nicht ganz verstanden. Nachdem du mir sie aber ein wenig erläutert hast, hab ich sie nochmals gelesen und viele Dinge erschienen mir klarer.
Manche Teile erscheinen mir aber ein wenig zu ausführlich beschrieben,es kann auch sein, dass es Absicht ist.
Und die Moral der Geschichte?Hm,gibt viele Möglichkeiten.Aber vielleicht könnte man noch einen kleinen Hinweis oder Wink vertragen, damit es am Schluß klarer wird.

 

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