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Nur eine Bahnfahrt

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24.08.2003
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Nur eine Bahnfahrt

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Die Szenerie: Eine U-Bahn. Die Uhrzeit: 22.53. Der Ort: Hamburg.

Der Protagonist des folgenden Textes ist ein junger Mann, ungefähr Anfang, Mitte Zwanzig. Er ist schlank, trägt eine Brille, und sein Haar ist ein wenig länger, als die Mode es zur Zeit vorschreibt.
Die Antagonistin ist eine Schwarze. Ihr Alter lässt sich schwer schätzen, aber sie ist wohl noch sehr jung. Ihr Haar ist lang, sie trägt es in vielen Rastazöpfen geflochten.
Der Erzähler ist ein gleichgültiger, gefühlskalter Mensch mit einem Diktiergerät und scharfen Augen. Denn er als Einziges sieht die Gruppe Faschos, die in die Bahn einsteigen und den jungen Mann anrempeln, wodurch er von einer nebensächlichen Person zum Protagonisten wird. Er beschwert sich nämlich, und bekommt von den angetrunkenen Neonazis einen Schlag in die Magengrube, der ihn an die Wand des Wagens prallen lässt und ihn mit dem Rücken gegen eine Sitzbank schleudert. Er sinkt zu Boden, schnappt nach Luft.
Als nächstes pöbeln die Faschos die Schwarze an. Deswegen ist sie auch die Antagonistin. Sie beleidigen sie und machen Witze, über ihre Hautfarbe, ihre Frisur. Vergleichen ihre Haare mit Würmern oder anderen ekligen Dingen, ihre Haut bezeichen sie als dreckig und empfehlen ihr, sich zu waschen. Sie sackt vor Angst in sich zusammen. Die Faschos reagieren darauf, indem ihre Hänseleien fieser werden. Einer von ihnen zieht das Mädchen an einem ihrer Zöpfe.
Jetzt hat der Protagonist sich wieder aufgerappelt. Er befiehtl den Nazis mit dem Mut der Verzweiflung, die Finger von dem Mädchen zu lassen.
Diese reagieren darauf, indem sie ihn umzingeln und ihn zusammentreten.
Dann werden sie auf den Erzähler der Geschichte aufmerksam, der in sein Diktiergerät spricht, um das Ereignis für die Nachwelt aufzuzeichnen...
"Gib das her!"
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Mönckebergstraße. Die Nazis steigen aus. Der Erzähler der Geschichte und der Protagonist sind verprügelt und zusammengeschlagen worden. Die Antagonistin weint vor Angst. Der Erzähler hat mindestens eine gebrochene Rippe, eine Platzwunde am Schädel und Nasenbluten. Dadurch, dass die Nazis ihn immer wieder mit dem Kopf gegen das Plastikfenster geschlagen haben, hat er eine Gehirnerschütterung bekommen. Er droht, das Bewusstsein zu verlieren.
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Irgendwie eigenartig.

Hallo Vita,

du hast eine sehr angenehme Schreibe, auch wenn du manche Sätze hättest schöner formulieren können.

Ein Beispiel:
"...der ihn an die Wand des Wagens prallen lässt und ihn mit dem Rücken gegen eine Sitzbank prallen lässt"
2mal 'prallen lässt' liest sich nicht sehr schön.

Auch kommt das Potenzial der Geschichte nicht ganz zur Geltung.
Und dennoch.. eine interessante Idee, eine Szene so zu formulieren.

Gruß
Gabriel

 

Hallo vita,

interessant, Deine Geschichte, insbesondere natürlich die Erzählperspektive. Deine sprachlich sehr schönen Beschreibungen hast Du der Situation gut angepasst.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich auch etwas verwirrt bin. Denn offensichtlich ist der Erzähler der Gegebenheit nicht mit dem Erzähler der Kurzgeschichte identisch, oder sehe ich das falsch? Es scheint eher so, als ob ein zusätzlicher allwissender Erzähler auf die Situation schaut, in der jemand seinem Diktiergerät die Situation erzählt. Dann allerdings deutest Du durch das <Klick> jeweils an, dass die folgenden Sätze die sind, die der beteiligte Erzähler in sein Gerät spricht - was sich dann sowohl durch die Wortwahl als auch die in den Sätzen geäußerten Informationen als nicht möglich erweist. Du siehst also, ich bin etwas :confused:

Ansonsten wie gesagt gut gemacht, hab ich gerne gelesen.

Liebe Grüße,
Juschi

 

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