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Mitwirkungspflicht

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01.01.2012
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Mitwirkungspflicht

Mitwirkungspflicht​

„Das ist heute so.“
„Da kann man nichts machen.“
„Irgendwann trifft es jeden.“
„Ich wünsche dir viel Glück.“
"Du machst das schon."

Was sollten sie auch sonst sagen, die Familie, die Freunde, die Nachbarn...? Er selbst konnte gar nichts sagen. So viele Jahre hatte er sich gefürchtet. Zu recht. Jetzt war es so weit. Keine Arbeit mehr. Wann die Abfindung aufgebraucht war liess sich ausrechnen. Seine Chancen waren gering, es gab zu viele wie ihn, zu viele, die nicht mehr gebraucht wurden. Er wollte nicht aufgeben, er bemühte sich, er versuchte es, jeden Tag erneut, er konnte gar nicht anders.

Baumann hatte den Antrag schon vor über eine Woche ausgefüllt, Tag für Tag hat er sich nicht überwinden können, ihn einzureichen. Das war das letzte Eingestehen seines Versagens. Er musste sich das Eingestehen. Er musste an den Stadtrand fahren, dahin, wo die Anträge abgegeben wurden. Alle erforderlichen Belege waren ordentlich in einer Mappe abgeheftet. Sein Lebenslauf und seine Kontaktdaten lagen ebenfalls bei. Er war einer von Dutzenden, die im Foyer warteten. Er schaute sich um, ging auf den Empfang zu und entdeckte den Apparat, der auf Knopfdruck eine Nummer hergab. Er drückte den Knopf und bekam eine Nummer. Nach der Anzeigetafel waren fast fünfzig vor ihm. So viele warteten aber nicht. Jemand stand auf und ging zu den Schaltern, er setzte sich auf den freigewordenen Platz, weil sonst keiner Anstalten machte ihn zu besetzen. Links neben ihm sass eine junge Frau, die vor sich auf den Boden starrte. Rechts sass ein junger Mann und nickte ihm zu.

"Hier warten aber weniger Leute als angezeigt wird", sagte Baumann.
"Mensche gehen wieder. Andere werden weggebracht. “Das erste mal hier?”
Baumann nickte.
“Dann machen Sie sich mal auf was gefasst.”
“Auf was denn?”
Der Mann seufzte und flüsterte: “Es wird immer schlimmer.” Er schaute sich lauernd um, dann flüsterte er noch etwas leiser: “Zwangsarbeit. Sie deportieren uns.”

Er sagte nichts. Er wurde Teil des Schweigens der Wartenden. Er stand auf, stellte sich an die Wand. Endlich erschien seine Nummer auf der Anzeigetafel. Daneben die Schalternummer. Er stellte sich vor das Pult und erklärte was er wollte, legte die Mappe hin und den Ausweis dazu. Eine junge Frau griff danach. Sie tippte etwas ein. Sie druckte etwas aus. Sie legte das mit dem Ausweis auf das Pult und nannte eine Zimmernummer. Alles ohne einen direkten Blick. Hinterher hätte er nicht sagen können, ob sie blaue oder braune Augen hatte.

Er war jetzt registriert. Er durfte den Flur betreten, der zu den Aufzügen führte. Die Kabine fasste zwölf Personen. Er trat als letzter ein und fuhr nach oben. Der Wartebereich. Er zog eine Nummer. Er zählte 28 Wartende. Er stellte sich an die Wand. Er war der neunte, der auf einen Sitz wartete. Und dann weiter. Bis seine Nummer aufgerufen wurde. Von einem Security. Neben dem stand ein zweiter, der die Hand in der Tasche hatte. Baumann zeigte seine Registrierung vor. Einer der beiden zeigte auf eine Tür auf der anderen Seite des Wartebereichs. Eine Tür, die nicht geöffnet wurde, seit Baumann hier war. Er ging hin und öffnete sie. Dahinter lag ein stiller Flur, etwas düster, es roch nach alter Luft. Die Türen waren nummeriert. Er klopfte an, drückte die Klinke herunter und trat ein.

“Guten Tag.”

Keine Antwort. Er setzte sich auf den Sitz vor dem Schreibtisch und betrachtete den Sachbearbeiter dahinter. Etwa sein Alter. Offenbar sehr beschäftigt. Der Mann löste den Blick wierwillig vom Bildschirm und musterte sein Gegenüber lächelnd.

“Guten Tag, Herr...”

Baumann nannte seinen Namen. Er legte die Registrierung vor. Der Sachbearbeiter wiederholte den Namen und rief ihn auf. Dann studierte er die Mappe.

“Gut”, sagte er. “Mal sehen was wir machen können.”

Er tippte mit flinken Fingern, er las auf dem Schirm, der von der anderen Seite des Schreibtischs nicht einsehbar war. Er stellte Fragen und bekam Antworten. Dann bekam Baumann die Vereinbarung. Er überflog die zwei Seiten Text und unterschrieb. Der Sachbearbeiter händigte ihm das Duplikat aus. Dazu bekam er die Terminkarte. Der nächste Termin war eingetragen. In vier Wochen.

“Wann...”
“Sie werden benachrichtigt, Herr Baumann.”

Er zögerte, dann bedankte er sich und ging zur Tür. Er warf noch einen Blick auf den Sachbearbeiter, der nur Augen für seinen Bildschirm hatte. Er ging leise, schloss die Tür beinahe sanft und seufzte. Dann wurde es plötzlich hell. Scheinwerfer blendeten ihn. Eine Menschenmenge, die nur schemenhaft zu erkennen war, gaffte ihn an. Es war still, aber diese Stille rauschte. Dann explodierte etwas hoch über ihm und Farben zuckten ihm über die Augen, ein schrille Fanfare dröhnte los und Beifall brandete ihm entgegen. Eine Gestalt näherte sich ihm von der Seite. Er hielt die Hand vor die Augen und erkannte Kevin Kern. Im nächsten Moment hielt ihm Kern vors Gesicht und rief begeistert: “Das ist er!” Er grinste Baumann an und rief noch begeisterter: “Sie sind es!”

Das Publikum applaudierte. Kevin Kern machte ausholende Gesten und feuerte die Leute an. Tausende. Sie jubelten und die Scheinwerfer blendeten. Aber das war nicht echt. Rund um erstreckte sich eine riesige Halle, er sah Fernsehkameras und Techniker, aber er atmete die abgestandene Luft eines Korridors.

“Wissen Sie was Sie sind?” fragte der Kern und stellte sich blöd, er wusste genau, dass Baumann keine Ahnung hatte was da vor ging. Baumann mochte den Kern nicht, er hatte ihn noch nie gemocht. Er hatte Lust ihm in die Fresse zu treten. Aber er stand nur da und schüttelte den Kopf. Er versuchte gar nicht erst irgendwas zu sagen. “Sie wissen es nicht!” freunte sich der Moderator. “Wissen Sie wer Sie sind?”
“Ja.”
“Dann verraten Sie es uns. Oder nicht?” fragte Kern das Publikum.
Baumann nannte seinen Namen in den Beifall. Kern wiederholte ihn. “Und was haben Sie für einen Beruf?”
“Wo bin ich hier?”
“Das kann ich Ihnen sagen, Herr Baumann. Sie sind in der Deutschlandhalle.”
“Nein.”
“Doch”, widersprach der Moderator. “Nicht wirklich, aber in echt. Und wissen Sie warum?”
“Nein.”
“Weil sie der Zehnmillionste sind, Herr Baumann! Sie haben den zehnmillionsten Antrag auf Arbeitslosengeld drei gestellt! Sie haben Geschichte gemacht!” Kern beschwichtigte den Beifall und fragte: “Und wissen Sie wer noch hier ist?”
“Nein.”
“Ihre Nachbarn, ein alter Schulfreund und Ihr letzter Chef! Und natürlich Ihre Familie. Was sagen Sie dazu?”

Baumann sagte nichts. Er streckte den Arm aus und machte einen Schritt nach vorn. Er berührte etwas weiches. Eine nachgiebige Folie. Die Deutschlandhalle, das Publikum und der Moderator liessen sich einrücken und verbiegen. Baumann liess die Hand sinken, dann drehte er sich um und ging durch die Tür.

“Was soll das?” sagten Baumann und der Sachbearbeiter gleichzeitig.
Baumann wartete auf eine Antwort.
“Sie müssen da wieder rein.”
“Nein.”
“Doch. Mitwirkungspflicht. Entweder gehen Sie darein, oder Sie bekommen keine Leistung. Ausserdem werden wir Schadenersatz geltend machen.”

Baumann überlegte. Dann schüttelte er den Kopf. Der Sachbearbeiter drohte mit dem Sicherheitsdienst. Baumann schaute sich um. Er stand auf. Er nahm den Stuhl. Er schwang den Stuhl und schmetterte ihn mit bestialischer Kraft auf den Schreibtisch. Es krachte. Der Bildschirm flog vom Tisch, Papiere wurden aufgeweht, Stifte schleuderten wie Geschosse durch den Raum. Der Sachbearbeiter rollte ein Stück nach hinten, er starrte Baumann an und rang einen Moment um Fassung.

“Das hilft Ihnen nicht weiter”, sagte sie schroff. “Denken Sie an Ihre Bedarfsgemeinschaft!”

Der Mann war ein Profi. Baumann liess die Überreste des Stuhls fallen. Der Sicherheitsdienst war schon auf dem Weg.

Baumann schüttelte den Kopf. "Nein."

Das Publikum wartete. Der Moderator improvisierte. Die Regie telefonierte. Der Sicherheitsdienst riss die Tür auf. Der Sachbearbeiter stand auf. Er zeigte auf das offene Fenster. Der Sicherheitsdienst schaute hinaus. Sie machten Meldung und warteten auf Anweisungen. Die liessen nicht lange auf sich warten. Bereit halten. Sie wurden zu Kevin Kern durchgestellt. Der Moderator hatte eine Sensation zu berichten.
Die Show ging weiter. Frau Baumann und die beiden Kinder wurden auf die Bühne gebeten, Stühle wurden herbei gebracht, ein kleiner Tisch aufgestellt. Der Ablauf war durcheinander geratene. Die Musik war dramatisch und wurde tieftraurig. Kameraleute gingen in Position für die Nahaufnahmen. Kevin Kern zeigte der Nation seinen Trauerblick.


“Frau Baumann, Thomas, Nicolle... Ich muss euch was sagen...”

 

Hallo Piedro


Leider erzeugst du hier mit den beiden gewählten Themen (Arbeitslosigkeit und die mediale Ausschlachtung menchlicher Schicksale) bei mir keine Spannung.
Der Einstieg mit dem von Anfang an arbeitslosen Prot ist zäh, über viele Abschnitte hinweg geschieht nicht viel, "der Mann" (gib ihm einen Namen, das wirkt persönlicher) stellt einen Antrag(für was?), geht zum Arbeitsamt, zieht Nummern, wartet, wartet und erfährt, dass manche Menschen deportiert werden, - was mich zum ersten Mal neugierig macht (warum? wohin?), doch im Verlauf der Geschichte spielt das plötzlich keine Rolle mehr, da fühl ich mich schon etwas veräppelt.
Statt dessen kommt er in ein Büro, stellt Fragen (welche?), bekommt Antworten (aha?), überfliegt eine Vereinbahrung(hm?) und unterschreibt die dann. Informationsgehalt gleich Null!
Sorry, du lässt den Leser völlig aussen vor und arbeitest mit dem Geplänkel nur auf die Pointe mit dem "Haupttreffer" hin.

So steht er dann also unfreiwillig im Rampenlicht einer TV-Aufzeichnung. (Wer ist Kevin Kern, muss man den kennen oder ist es eine Anspielung auf "Kerner"?)

Jedenfalls begeht er in der Folge Selbstmord via zufällig offenstehendem Fenster und die Produktion schneidet Material für eine Trauersendung.

Das wars - und ich als Leser bleibe entäuscht zurück.

Auch sprachlich wirkt dein Text eher wie eine Ideenskizze, was sich durch die stichwortartigen Sätze gegen Schluss noch verstärkt.

Das Publikum wartete. Der Moderator improvisierte. Die Regie telefonierte. Der Sicherheitsdienst riss die Tür auf. Der Sachbearbeiter stand auf. Er zeigte auf das offene Fenster. Der Sicherheitsdienst schaute hinaus.
Das kann man zwar als Stilmittel einsetzen, allerdings muss jeder Satz eine passende Message besitzen. Hier gebrauchst du es nur als knappe Handlungsbeschreibung.

Statt zu beschreiben, was dein Mann an diesem Tag macht, hätte ich mir gewünscht, etwas über sein Umfeld zu erfahren, um zu verstehen, weshalb er sich am Ende wirklich umbringt. Die Mitwirkungspflicht, um die es hier ja geht, hast du viel zu wenig thematisiert. Ich könnte mir vorstellen, dass ihm der Sachbearbeiter vor die Wahl steht, entweder Talkshow oder Deportation. Als er merkt, dass er mit der Talkshow seine Seele verkauft hat, dreht er durch, flüchtet und wird gejagt, aber das hatten wir dann schon bei "Running Man".;)

Textkram:

Das war das letzte Eingestehen seines Versagens. Er musste sich das Eingestehen. Er musste an den Stadtrand fahren, dahin, wo die Anträge abgegeben wurden.
eingestehen. Er musste ... Er musste.
Diese Redundanz wirkt langweilig, dabei braucht es die gar nicht.
Und weshalb alles so verschlüsserlt, fährt er nicht einfach aufs Arbeitsamt?

"Mensche gehen wieder. Andere werden weggebracht. “Das erste mal hier?”
Menschen. Und hier stimmt was mit der direkten Rede nicht.

Er sagte nichts. Er wurde Teil des Schweigens der Wartenden. Er stand auf, stellte sich an die Wand.

Alles ohne einen direkten Blick.
ohne aufzublicken

Baumann nannte seinen Namen. Er legte die Registrierung vor. Der Sachbearbeiter wiederholte den Namen und rief ihn auf. Dann studierte er die Mappe
Das ist komisch vom Zeitablauf, er wiederholt den Namen und ruft ihn dann doch noch einmal auf?

dass Baumann keine Ahnung hatte[KOMMA] was da vor ging.
Er versuchte gar nicht erst irgendwas zu sagen.
Er versuchte erst gar nicht, etwas zu sagen.
“Sie wissen es nicht!” freunte sich der Moderator.
“Sie wissen es nicht!”, freute sich der Moderator.
“Dann verraten Sie es uns. Oder nicht?”[KOMMA] fragte Kern das Publikum.
Nicht wirklich, aber in echt.
Den verstehe ich nicht.

Entweder gehen Sie darein,
da rein
“Das hilft Ihnen nicht weiter”, sagte sie schroff.
sie? (der Sachbearbeiter.)
“Frau Baumann, Thomas, Nicolle... Ich muss euch was sagen...”
Abstand zwischen ...

Gruss dot

 

danke.

ein bisschen was habe ich schon korrigiert (aber noch nicht hier).

über anderes werde ich nachdenken.

 

*“Zwangsarbeit. Sie deportieren uns.”

Du weißt vermutlich gar nicht, wie nahe Du an der Wirklichkeit bist,

lieber Piedro –

und (weil wir uns noch nicht begegnetsind) damit erst einmal herzlich willkommen hierorts!

Zwangsarbeit ist zwar verfassungsmäßig (GG Art. 12 III) wie auch nach Europäischer Konvention zum Schutze der Menschenrecht (EMRK Art. 4 II) verboten – aber auch da gibt's Ausnahmen wie außer im Rahmen herkömmlicher, für alle gleichermaßen öffentlicher Dienstleistungspflicht, und an den Haaren herbeigezogen und juristische verbrämt, als gäbe es nicht die Arbeitspflicht von Strafgefangenen und die militärische Dienstpflicht, die nicht unter Art. 4 Abs. 3 EMRK fallen. Bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung ist Zwangsarbeit nach dem bereits genannten Artikel des GG durchaus zulässig. Und jetz’ küddet: Die Arbeit dient im Strafvollzug nicht der Ausbeutung, sondern der Resozialisierung des Verurteilten, der durch sinnvolle Beschäftigung befähigt werden soll, nach seiner Entlassung in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. - Auch in Österreich und in der Schweiz ist aus diesem Grunde die Arbeitspflicht Grundsatz des Strafvollzuges.
Es gilt also - trotz aller Erfahrung nach dem 31. Januar 1933, wie schnell Gesetze sich ändern lassen - Zwangsarbeit, wenn auch nicht mehr als Galeerensträfling. Wenn wir uns von Finnland über Ungarn bis nach Griechenland, wo soeben Fachisten die drittstärkste Parlamentsvertretung stellen - und das nach der bitteren Erfahrung der teutschen Besatzungsmacht, fortbewegen, sollte man schon etwas nachdenklich werden über den Zusammenhang Kapital(ismus) und Faschismus.

Und ist man durchs Private Fernsehen – dem sich ja das öffentlich rechtliche mit seinem angeblichen Bildungsauftrag anpasst, auf das ein Verblödungsauftrag daraus werde - nicht auch zum Wohle des Konsumtieres eingerichtet worden?

Die Langeweile – da muss ich dot ein wenig widersprechen – in der Agentur für Arbeit, ehemals auch hierorts schlicht Arbeitsamt genannt, kann am besten durch Langeweile dargestellt werden, weshalb man den Vorschulkindern antrainieren sollte, Langeweile auszuhalten.

Gleichwohl sollte man Flüchtigkeit vermeiden, Rechtschreibung und Zeichensetzung einhalten:

Baumann hatte den Antrag schon vor über eine Woche ausgefüllt, …
Da fehlt ein r …

Der Mann löste den Blick wierwillig …
Da hat sich ein d verdrückt.

Das war das letzte Eingestehen seines Versagens. Er musste sich das Eingestehen.
Das erste Eingeständnis (wie dieses hier auch) ist die Substantivierung des zwoten, das nun aber hinwiederum immer noch als Verb daherkommt und somit mit Kleinbuchstaben beginnt.

“Das erste mal hier?”
Das erste Mal …


„[…]“
„Ich wünsche dir viel Glück.“
"Du machst das schon."
Warum, nachdem die im dt. Sprachgebiet übliche Regelung erfolgreich praktiziert wurde, auf einmal die angloamerikanischen einleitenden Gänsefüßchen?

…, die Nachbarn...?
Zwischen dem Wortabschluss imd den drei Auslassungspunkten i. d. R. noch eine Leertaste bedienen …

Wann die Abfindung aufgebraucht war[,] liess sich ausrechnen.
Er stellte sich vor das Pult und erklärte[,] was er wollte, …

“Wissen Sie was Sie sind?”[,] fragte der Kern und stellte sich blöd, er wusste genau, dass Baumann keine Ahnung hatte[,] was da vor ging.

So viel bzw. wenig für heute. Ich weiß, dass Du die weiteren Schnitzer selbst findest, lieber Piedro.

Gruß

Friedel

 
Zuletzt bearbeitet:

auch dafür herzlichen dank. meine lektorin ist leider out of order, virtuell... merkt man gleich, gelle?

was die zwangsarbeit angeht... da werde ich den akzent auf einem baumann unsympathischnen paranoiden noch setzen...

... aber ich denke schon, dass ich weiss worüber ich spreche, der zwang, seine arbeitskraft für sein existenzminimum einsetzen zu müssen - die drohung der sanktionierten existenzsicherung ist nichts anderes als verfassungswidriger zwang - ist zwangsarbeit. ob in einem steinbruch oder als möbelpacker oder gartenarbeiter... das ist nur ein marginaler unterschied. und das haben wir schon. über pressemeldungen lassen sich auch muster einer gezielten umsiedlung von erwerbslosen aus bestimmten vierteln erkennen. eigene feststellungen aus dem haus der agentur für arbeit haben ergeben, dass 100% aller geprüften eingliederungsvereinbarungen einer rechtlichen prüfung nicht stand hielten. die meisten waren trotzdem gültig, nicht zuletzt, weil oft behauptet wird, die unterschrift sei voraussetzung für das alg-II. das ist rechtswidrig, aber alltag. und ich weiss wovon ich spreche, ich kann jedes wort belegen. da droht die realität längst jede literarische darstellung ad absurdum zu führen. die realität ist so grotesk, dass man sie lieber nicht zur kenntnis nimmt. vielleicht heisst es in ein paar jahrzehnten dann wieder: "davon haben wir nichts gewusst."

 

Bingo!, so kann's kommen!

Man, wie beneidenswert, da hastu eine Lektorin - wenn auch out of order,

lieber Piedro,

aber notfalls gibt die Plattform ein manierliches Lektorat ab, mit dem nach meinen Erfahrungen derzeit der Diogenesverlag nicht mehr mithalten kann. Und endlich mal einer, der konsequenter als Brecht die Kleinschreibung durchzieht.

Gruß

Friedel

 

hi friedel.

ich finde das lektorat hier sehr hilfreich, und die kritik ist erfreulich gandenlos.


bei brecht bin ich allerdings versucht in grossbuchstaben zu verfallen...

 

@Friedel/Piedro

Bitte bleibt bei der Geschichte, für Kaffeklatsch gibts PM oder die entsprechenden Threads.

Weiterer OT wird gelöscht. (Da sind wie hier gnadenlos :D)

 

Hi Piedro!

Tut mir leid, aber mich lässt dein Arbeitsloser völlig kalt.
Der hat weder einen Namen noch irgendein Profil.
Ich bekomme keinerlei Infos über ihn und deshalb kann ich mir
auch kein Bild von ihm machen.
Am Schluss erfahre ich gerade noch, dass er Frau und Kinder hat.

Er meldet sich an.
Er wartet, dann stellt man ihm Fragen; er antwortet.
Etwas wird gelesen, unterschrieben, kopiert...usw.

Und dann kommt das mit der "Überraschung" und dann springt er.

Da nimmt mich nichts mit.
Und das ist schade, denn das Thema an sich gibt ja einiges her.

Das Ganze liest sich wie ein Gerüst für eine Geschichte.
Vielleicht noch etwas ausarbeiten?


Gruß
Malina

 

da bin ich ganz bei dir.

deshalb fühle ich mich hier so gut aufgehoben.

interessant ist für mich auch, dass ich hier beinharte kritik kriege, im lit.forum nebenan die blumen.

ich muss ehrlich sagen: die kritik ist mir lieber.

ich geh das demnächst noch mal an, aber im moment habe ich anderes um die ohren, was mich vom schreiben abhält.

bedankt.

 

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