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Müllplatzdienst

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06.05.2012
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Müllplatzdienst

eine kleine Geschichte von Medsmiley

Es war kühl, der Wind jagte heulend die Blätter zwischen den Internatshäusern auf. Katharinas Haus hatte mal wieder Müllplatzdienst. Dick eingemummelt trat sie aus dem Haus und ging in Richtung des Müllplatzes- sie war dran. Sie hatte sich eine andere Zeit ausgesucht, aber Frieda hatte das einfach geändert. Katharina fand das total doof, aber sie hatte nichts dagegen getan. Was denn auch?

Sie fror etwas im Gesicht, aber das war nicht weiter schlimm, denn es kamen wenigstens kaum welche, die ihren Müll wegbrachten. Katharina redete nicht gerne. Sie war verschlossen und schüchtern und schnell zu beeindrucken. Deshalb hasste sie diese Aufgabe, da sie lieber selber den Müll wegräumte, den die anderen nicht ordentlich weggebracht hatten.
Am Anfang ging es noch gut, aber zur Hälfte der Zeit kam dann das, was sie auf keine Fälle haben hatte wollen: Kai kam und brachte seinen Müll weg... Er erblickte Katharina und grinste dann bösartig. Langsam kam er auf sie zu und pfefferte ihr den gelben Sack so hart vor die Füße, dass dieser aufplatzte und sich sein Inhalt auf dem Boden rundherum verteilte. Er deutete auf das Durcheinander und befahl ihr, alles aufzusammeln. Seufzend bückte sie sich und begann mit der Arbeit.
Sie sammelte alles gehorsam auf, doch in ihrer Würde war sie tief getroffen. Das sie sich das, von Kai anhören musste. Wie er sie immer noch auslachte und immer noch keine Luft bekam. Sie wünschte sich, dass er am Lachen ersticken möge.
Als sie die Aufgabe endlich erfüllt hatte, war es Kai leider noch nicht genug mit der Quälerei. Er grinste böse und sagte mit einer finsteren Gangsterstimme nur, er komme wieder. Na toll.
Jetzt fing es auch noch an zu regnen. Als ob der Wind und die Tatsache, dass sie Mülldienst hatte ihr nicht schon genügen, hatte Katharina nun auch noch Mülldienst bei Wind und Regen. Grrrrrrrr...
Und da war er schon wieder. Diesmal hatte er seine Jungs bei sich, seine Getreuen, seine Jünger. Fünf bescheuerte Jungs, die Katharina allesamt zwei Säcke Müll vor die Füße pfefferten und von ihr verlangten, sie wegzubringen.
In Katharina brodelte es vor Wut. Kai und seine Leute gingen ihr langsam aber sicher auf die Nerven und das Lachen der anderen um sie herum steuerte nicht gerade zu einer Besserung ihrer Laune bei. Langsam bückte sie sich, was konnte sie schon gegen diesen bescheuerten Obermacho machen?
Da schubste Kai sie. Katharina landete genau in einer riesigen Matschpfütze und ihre frischen und vor allem neuen Klamotten saugten sich mit der eiskalten Dreckbrühe voll. Jetzt zitterte sie vor Wut. Zwei Jahre hatte sie sich nun schon von Kai mobben und herumschubsen lassen. Es reichte.
Unter brüllendem Gelächter seitens der Jungs mühte Katharina sich auf. Als sie sich Kai zuwandte und er sie erneut schubsen wollte lief das Fass in Katharinas Inneren endgültig über: gewaltsam rammte sie Kai ihr Knie in seine Heiligkeiten.
Er stolperte mit vor Schmerz und Überraschung verzerrtem Gesicht zurück gegen die nächste Mülltonne. Seine Jünger stürzten auf Katharina doch sie hatte alles im Griff. Ein tritt hier, ein Kinnhaken da und ein Ellebogen im Bauch dort. Die Jungs wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Da verprügelte sie doch allen Ernstes dieses kleine schüchterne MÄDCHEN, dass sich im Unterricht noch nicht mal traute, zu fragen, ob sie auf Toilette gehen könne. Das durfte doch alles nicht wahr sein.
Als sie sich endlich alle wieder aufgerichtet hatte, spuckte Katharina heftig vor ihnen aus und rief ihnen mit unbekannt lauter Stimme zu, dass sie sich das kleine süße Schneckchen von nun an in ihren Allerwertesten stecken können und das sie es nie, nie wieder wagen sollten, sie dermaßen zu demütigen. Dieser Streich an der kleinen Streberin machte eine ganz und gar nicht gute Wendung für Kai und seine Jungs.
Jetzt waren sie die dummen Jungs. Wie konnte das nur geschehen? Eben noch waren sie die angesagtesten Jungs der Schule und nun waren sie kleine, dreckige Jungs auf einem Müllplatz zu Füßen eines Mädchens, dass sie soeben verhauen hatte. Das würde ihre Welt von nun an für immer verändern!

Die Zeit verging und Katharina verschaffte sich gehörig Respekt und nicht nur bei Kai und seinen Jüngern. Auch die anderen Schüler hatten den Gesinnungswechsel von ihr mitbekommen. Nun wurde sie nicht mehr gehänselt oder dergleichen, jetzt betrachtete man sie mit Respekt und ging mit ihr wie mit allen anderen um. Doch Kai und seine Leute wollten es nicht richtig eingestehen und ärgerten sie anfangs wo es ihnen möglich war, allerdings wurden sie deshalb von den anderen ausgeschlossen und mit Verachtung gestraft. Ab da beachteten sie Katharina einfach nicht mehr. Aber Rache wollten sie haben, Katharina sollte ordentlich bezahlen...

 

Hallo,

Es war kühl, der Wind jagte heulend die Blätter zwischen den Internatshäusern auf.
Nie mit dem Wetter anfangen, außer man hat eine wirklich brilliante Idee oder die erste Hälfte des Satzes ist das Wetter und die zweite dann ein spitzen Einstieg. Sonst: Nie mit dem Wetter anfangen. Das wirkt immer wie eine Verlegenheitslösung.
Pause im Gespräch … längere Pause … es wird peinlich … „Regnet es bei euch auch so?“

Kai und seine Leute gingen ihr langsam aber sicher auf die Nerven
Langsam, aber sicher? Hier? Die tyrannisieren sie. Das hat doch nix mit nerven zu tun.

gewaltsam rammte sie Kai ihr Knie in seine Heiligkeiten.
„gewaltsam“? Im Gegensatz zu den vielen Malen wenn ein Mann gewaltlos ein Knie in die Kronjuwelen bekommen hat?

Ja, ich nehm mal an du bist noch sehr jung und in der Geschichte wird so ein wenig eine Rachephantasie ausgelebt.
Das Mädchen wird völlig tyrannisiert von Schurkenfiguren - es gibt auch offenbar keiner, der da eingreift , was ich seltsam finde. Und dann hat sie über Nacht Kung-Fu gelernt und tritt allen Jackie-Chan-mäßig in die Schnauze.
Ich denke das sind Ideen und Gefühle, die jeder mal hat, der sich ungerecht behandelt fühlt (Wenn ich groß bin, werde ich es euch zeigen – wenn Erwachsene oder Jugendliche so etwas haben und noch viele Faktoren dazu kommen, passieren sehr eklige Sachen, über die man sehr lange in der Zeitung liest).
Aber als Geschichte eignet sich das nur sehr bedingt. Man kann so Geschichten bestimmt für sich selbst schreiben, als so eine Art Ventil, aber fremde Leute werden daraus keinen Nutzen ziehen, sondern eher über die Autorin nachdenken.

Formal ist das hier auch keine abgeschlossene Geschichte, sondern eher der Anfang zu etwas. Und dass sich ein Mädchen widerspruchslos so tyrannisieren lässt und dann aber auf einmal alle platt macht … es wirkt schon sehr naiv.
Machen Jungs sowas? „Räum den Müll ein?“ So behandelt man doch eher andere Jungs, oder? Und nicht unbedingt ein Mädchen.
Wenn du wirklich Probleme in deinem Leben hast und diese Geschichten als Ventil für etwas schreibst, weil du mit irgendwas nicht klar kommst, schau dich um in deinem Umfeld, ob es jemanden gibt, mit dem du darüber reden kannst. Lehrer sind dazu ausgebildet, dir Rat zu geben oder dich an entsprechende Stellen zu vermitteln. Das ist auch ihr Job. Dafür sind sie da.
Es ist keine sehr praktikable Lösung, irgendjemandem aufs Maul zu hauen, weil man sich ungerecht behandelt fühlt. Und auch nicht, sich wie der letzte Mist behandeln zu lassen.
Und beides ist keine gute Botschaft für eine Geschichte.

Gruß
Quinn

 

Hallo Quinn,

Ja, ich bin noch nicht lange hier, wollte diese Seite aber nutzen, um die Geschichte zu verbessern und zu ändern. Ich habe sie vor langer Zeit geschrieben, aber nicht mit dem Hintergrund, den du annimmst. Wir sollten eine Geschichte schreiben, in der es zu einem plötzlichen Ausbruch bei einem Menschen kommt.
Da sie (die Geschichte) mir, so wie sie ist, nie recht gefallen hat und ich gerade Lust habe, mal kreativ zu sein, will ich sie ändern und setze auf eure Hilfe.
Deshalb: Danke für deine Kritik. Ich werde, sobald mir was Gutes eingefallen ist, mich auch daran setzen und sie umschreiben.

MfG,
Medsmiley

 

Hallo Medsmiley
Zunächst mal ein Lob für einige Stellen, die mir an deiner Geschichte wirklich gut gefallen haben.

Das sie sich das, von Kai anhören musste. Wie er sie immer noch auslachte und immer noch keine Luft bekam. Sie wünschte sich, dass er am Lachen ersticken möge.
Bestimmt kein perfekter Satz - aber ich habe mit ihr mitempfinden können und diese Stelle hat Atmosphäre bei mir geschaffen.
Da schubste Kai sie. Katharina landete genau in einer riesigen Matschpfütze und ihre frischen und vor allem neuen Klamotten saugten sich mit der eiskalten Dreckbrühe voll. Jetzt zitterte sie vor Wut.
Das Bild von frischer Kleidung die sich mit eiskalter Brühe vollsaugt, fand ich auch stark.
An einigen Stellen würde ich ändern: Wer ist Frieda? Ist die nicht total überflüssig? Vielleicht eher sowas: "Der Plan wurde einfach geändert"?
Und "sie fror etwas im Gesicht" - obwohl es extrem windig und eiskalt ist... "im Gesicht" muss weg und "etwas" vermutlich auch.
Ganz problematisch finde ich die Botschaft hinter der Story. Ich, als geborener Mega-Pazifist bin mitten ins Wutzentrum getroffen. Was ist denn die Message? Du musst meines Erachtens nach deine Botschaft überdenken, festlegen und dann die Geschichte danach ausrichten. Wenn es meine Story wäre, hätte sie vielleicht den Müllplatzkampf gewonnen, triumphiert und wäre dann von der Schule geflogen. Auf keinen Fall hätte sie den Respekt der anderen dafür verdient!
Und an der Rechtschreibung und Zeichensetzung geht noch eine ganze Menge, aber kurz vor einer größeren Umstrukturierung hilft es dir denke ich nicht, das aufzuzählen.
Viel zu tun: anpacken! :)

 

hallo Medsmiley,

als erstes würde ich die Geschichte nach "Jugend" umziehen lassen, denn es ist doch eine Jugendgeschichte, oder nicht?!

Ich fand deine Prot recht widersprüchlich. Auf der einen Seite das schüchterne, verängstigte Mädchen , was leicht zu beeindrucken war. Das "leicht zu beeindrucken" passte für mich auch nicht.

Der Geschichte würden ein paar Dialoge gut tun und weniger Tammtamm am Ende.

och Kai und seine Leute wollten es nicht richtig eingestehen und ärgerten sie anfangs wo es ihnen möglich war, allerdings wurden sie deshalb von den anderen ausgeschlossen und mit Verachtung gestraft. Ab da beachteten sie Katharina einfach nicht mehr. Aber Rache wollten sie haben, Katharina sollte ordentlich bezahlen..
Den letzten Teil der Geschichte bist du im Dauerlauf abgehandelt. Und dann der letzte Satz..."Katharina sollte ordentlich bezahlen" Gefiel mir so nicht.

Passte alles nicht so zusammen, auch der Charakter von Katharina war nicht glaubhaft. Vieleicht kann Katharina ein bisschen weniger auf die Pauke hauen und die Jungs ein bisschen weniger brutal. Das ist alles zu aufgesetzt. Bring doch ein paar Dialoge rein, z.B.:

Katharina stand fröstelnd an ihrem Platz, als sie Kai und seine zwei Jungs sah. Sie bekam eine Gänsehaut und das nicht nur von der Kälte. Ihr Herz klopfte wie wild.
"Hier friss Müll", grinste Kai und schmiss ihr die Mülltüte vor die Füsse, die prompt aufging. Der Inhalt verteilte sich auf den nassen Boden.
"Was soll das?" Katharina versuchte ihre Stimme streng klingen zu lassen, aber heraus kam nur ein Flüstern.
"Hast du was gesagt?", meinte Kai und ging drohend einen Schritt auf sie zu.
Katharina senkte den Kopf und sammelte schnell die leeren Dosen, die Essensreste und das ganze Papier auf und stopfte den Müll wieder in die Tüte.
"Na also, du Schlampe. Warum nicht gleich so."

Naja, sowas eben. Das bringt ein bisschen Leben in die KG. Und dann lass dir was einfallen, wie Katharina sich weniger aggressiv zur Wehr setzt. Vieleicht hilft ihr jemand oder sie spielt Kai einen Streich oder oder oder...

Viel Spass beim Überarbeiten.

lg Engelchen

 

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