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Lisa

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26.05.2003
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Lisa

Lisa

Es war ein verregneter kalter Februarmorgen als John sich schwerfällig aus dem Bett erhob. Ihm taten Kopf und Glieder weh. Trotzdem galt sein erster Gedanke seiner Freundin Lisa, mit der er am Vorabend eine unschöne Auseinandersetzung hatte. Warum muss sie auch immer so Naiv sein, dachte er. Aber im nächsten Moment bedauerte er was er am Donnerstag gesagt hatte, und nahm sich vor sich bei Ihr zu entschuldigen. Sie würden ja heute Abend zusammen in die Disco gehen, wie jeden 2. Freitag eines Monats. Es war ja der Happy Hour Abend dort, den kann man sich nicht entgehen lassen.

Mit unsicheren Schritten ging er in die Küche und nahm ein Aspirin zu sich.
Plötzlich schrak er hoch. Er hatte gar nicht gemerkt das er schon fast 2 Stunden zuviel geschlafen hatte, und er auf jeden Fall zu spät zur arbeit kommen würde.Auch das noch, dachte er, gerade heute wo der neue Auftrag reinkommt, und der alte noch ein wenig bearbeitet werden muss.


Schnellstmöglich zog er sich an, aß eine wenig was, rannte zum Auto und war schon auf dem Weg zur Arbeit. Zum Glück gab es keinen Stau, da die Hauptverkehrszeit schon vorbei war.
Auf der Arbeit verlief alles wie er es sich ausgemalt hatte. Sein Vorgesetzter schrie ihn an das er keine Verspätungen dulde, und seine Kollegen nervten mit dem noch unfertigen Auftrag.
Zum Glück war der Freitag nur ein halber Arbeitstag, also konnte er um 13h wieder los.

Auf dem Parkplatz musste er wutentbrannt feststellen dass sein neuer 3er BMW auf der Fahrerseite einen großen Kratzer hat. Der war neu, und er war nicht durch ein anderes Auto gekommen. Da er an einer Hauptstraße geparkt hatte, war es fast unmöglich den Täter zu finden. So nahm er dieses Makel Zähneknirschend hin, und machte sich auf dem Heimweg.

Daheim warf er sich auf sein Sofa und war sofort eingeschlafen.

John erwachte, weil sein Handy klingelte. Schwerfällig erhob er sich, und nahm ab:
„John, verdammt, wo bleibst du denn….“ Es war Lisa, und sie klang nicht gerade erfreut.
„Wie Spät ist es denn?“ fragte John zurück.
„Viertel vor Elf.“
„Tut mir leid Lisa, aber ich bin wohl eingenickt. Ich hatte…“
„Ist mir egal, ich bin jetzt mit Hendrik unterwegs zum Casablanca. Kommst du trotzdem noch? Wir müssen nämlich noch was bereden.“
Er schluckte. So hatte er sich den Abend nicht vorgestellt.
„Ja, ich beeile mich. Über was müss….“
Es klickte und das Gespräch war weg.
Der werde ich heute meine Meinung sagen, dachte John stocksauer, während er sich für die Disco fertig machte.

Das Casablanca war ca. 15km über die Autobahn entfernt.
Ein Klacks mit meinem neuen Wagen.
Unbewusst nahm er war das es angefangen hatte zu schneien, er machte sich aber keine Gedanken darüber. Vielmehr beschäftigte ihn was Lisa ihm sagen wollte.
Will sie sich bei mir wegen gestern entschuldigen? Oder hat sie noch mehr an mir auszusetzen?
Er würde es bald erfahren.

Als er am Casablanca ankam war die Hölle los. Ein Auto hatte sich in der Einfahrt zum Parkplatz gedreht, und war in 2 andere Wagen reingerutscht. John interessierte das nicht sonderlich, er wollte nur Lisa treffen. Der BMW war schnell auf einen anderen Parkplatz gestellt. Er beeilte sich in die Disco zu kommen, musst aber noch im immer kräftigerem Schnee draußen warten, da die Warteschlange länger war als erwartet.

Innen angekommen fing er direkt an nach ihr zu suchen.
Warum wartet sie nicht direkt am Eingang? Hat sie es sich doch anders überlegt?
Nach anderthalb Stunden suchen fand er sie. Lisa stand am Eingang und wie er erfuhr war sie gerade erst angekommen.
Was hat sie so lange mit Hendrik gemacht? Der werde ich gleich aber was sagen….
Doch so weit kam es gar nicht. Sie hatte in entdeckt und kam auf langsam auf ihn zu. John bemerkte das sie ganz verweinte Augen hatte.
Ist etwas passiert? War da nicht eben ein Unfa…
„Ich mache Schluss …“ Hörte er Lisa mit gebrochener Stimme sagen.
Sofort krampfte sich alles in seiner Brust zusammen, und er fühlt wie die Tränen in seine Augen stiegen. Eine Welt brach führ ihn zusammen.
Aber…ich liebe dich doch über alles… Unfähig zu sprechen wurden diese Worte nur gedacht.
Sie drehte sich um und rannte in Richtung der Toiletten. John folgte ihr nicht sondern blieb erstarrt stehen.
War es das….so einfach gibt sie die 2 Jahre alte Beziehung auf…?

Er rannte raus zu seinem Auto. Er wollte allein sein. John beschloss nach Hause zu fahren, da der Abend wohl nicht mehr zu retten sei, und er nicht in die Versuchung von Alkohol kommen wollte.

Die Straßen auf dem Heimweg waren wie ausgestorben, aber John bemerkte dies nur am Rande. Auf der Autobahn fuhr er immer schneller, es war ja keiner in sicht. Nach ca. 5km begegnete er dem 1. Fahrzeug auf der Autobahn.
Großartig, so ein schleichender LKW, und dann auch noch mit den ganzen Lichtern
Da von hinten kein Verkehr kam, ging er auf die linke Spur ohne zu verzögern.
Sofort bemerkte er seinen Denkfehler: Es war kein LKW sondern der Streuwagen gewesen, den er soeben passiert hatte. Doch es war schon zu spät.
Der BMW geriet außer Kontroller, und fing an sich zu drehen. Sein letzter blick auf dem Tacho hatte im ca. 185km/h gezeigt.
Der Wagen prallte mit der Front gegen die linke Leitplanke, und die Airbags lösten aus.
John war starr vor schreck. Unfähig auch nur einen Gedanken zu fassen.
Dann ging es auch schon Abwärts, auf der rechten Seite die Böschung runter.
Für ihn kam alles wie eine Ewigkeit vor, bis der Wagen mehrmals gegen Hindernisse prallte.
Ein stechender Schmerz. Zuerst in der Brust, dann auch Rücken und der Nacken. Ihm wurde dunkel vor den Augen. Dann stand der BMW endlich.
Keine Bewegung war mehr möglich. Der Wagen war total zusammengedrückt und lag auf dem Dach.
John bemerkte eine wohltuende Wärme die seinem Körper entlang lief. Als er bemerkte das es sein eigenes Blut war, überkam ihn wieder Panik und Übelkeit. Er wollte sich bewegen, sich aus dem Gefängnis befreien, aber es war unmöglich. Langsam wurde ihm schwindelig, und es wurde ihm schwarz vor den Augen.
Ist das mein Ende? Wieder war die Panik da.
Lisa…ich liebe dich.

Sein 1. Gedanke an diesem Tag galt seiner Lisa, und der letzte Gedanke an diesem Tag und für immer galt ihr auch.

ENDE

 

Anmerkungen des Autors:

Hi Kurzgeschichtenmitglieder, ich bin hier neu und wollte direkt etwas zu dieser Community beitragen.
Dies ist im Übrigen überhaupt die 1. Kurzgeschichte die ich in meinem Leben geschrieben habe.

Die Geschichte weidme ich der Nicole, die mir den Link zu dieser Site gegeben hat.

Viel Spass beim lesen, ich freue mich auf die Kritiken. :)

 

Schade das ich niemanden für meinen Versuch begeistern konnte. :(

 

Ein bisschen Geduld wäre ratsam. ;-)
Die Geschichte steht ja gerade erst 2 Tage hier ... man bekommt nicht immer diekt am ersten Tag Feedback.
Aber es kann helfen, in der Zwischenzeit auch mal andere Geschichten zu kommentieren - oft revanchieren sich Autoren dann nämlich. :)

 

Geschrieben von Sqoerk
Schade das ich niemanden für meinen Versuch begeistern konnte. :(

naja, ich schreibe es mal ganz ehrlich, begeistern konntest du mich mit diesem Versuch wirklich nicht.

Das liegt zum einen an dem Plot, der einfach alles andere als originell ist.

Streit, Schluss, Autounfall, Tod, alles Bereuen zu spät.
Eigentlich auch keine Selbsterkenntnis, außer dass er Lisa liebt, nicht aber, dass er mal seinen oberflächlichen Egoismus in Frage stellt.

Allerdings hast du das alles stilistisch gut beschrieben, die Geschichte und die Charaktere waren lebendig, wenn auch etwas klischeehaft.
Das Millieu war stimmig, und glaubwürdig.

Ansonsten, herzlich willkommen auf KG.de :)

Liebe Grüße, sim

 

Danke für die Antwort...
jetzt weiss ich wenigstens mehr, und werde meinen nächsten Versuch mehr in die Richtung ändern.

 

Hallo Sqoerk!

So schlecht fand ich die Geschichte gar nicht. Etwas kitschig, die Story etwas zu platt, aber für den Anfang ganz gut.

Was mich gestört hat, war der letzte Satz: Du solltest unbedingt vermeiden, den Leser für blöd zu halten. Der kommt von allein auf deine Intention (ok, im Idealfall). Am besten, du löschst den Satz.

Was du ebenfalls vermeiden solltest, sind konkrete Zahlenangaben: 13h, 15km, der 1. Gedanke ... nicht mal ausgeschrieben, das sieht nach Faulheit aus.
Besser: mittags statt 13h, nach einigen Kilometern statt 15km, und zum ersten Gedanken hab ich dir ja schon was gesagt ;)

Viel Glück bei deinen nächsten Geschichten

Mfg
xka

 

Geschrieben von xkaxre
Was mich gestört hat, war der letzte Satz: Du solltest unbedingt vermeiden, den Leser für blöd zu halten. Der kommt von allein auf deine Intention (ok, im Idealfall). Am besten, du löschst den Satz.

Na Ja...ich bin eben wohl von mir ausgegangen :)

Was du ebenfalls vermeiden solltest, sind konkrete Zahlenangaben: 13h, 15km, der 1. Gedanke ... nicht mal ausgeschrieben, das sieht nach Faulheit aus.
Besser: mittags statt 13h, nach einigen Kilometern statt 15km, und zum ersten Gedanken hab ich dir ja schon was gesagt ;)

Das werde ich mir bestimmt merken. Es ist eigentlich keine Faulheit, sondern die Macht der Gewohnheit.

Danke für das Kommentar, ich werds mir zu Herzen nehmen. Ich schreibe auch schon an der nächsten Geschichte, aber habe ein weniger kitschiges Thema gewählt.

 

Hi Sqoerk!
Also ich fand Deine erste Geschichte nicht übel.
Ein wenig platt ist sie schon (also ohne großartige Höhepunkte). Aber für den Anfang doch nicht schlecht.
Vor allem, kann ich mir vorstellen, das es im Leben oft solche Situationen gibt.
Ich finde, Du einen guten Schreibstil und mit der Zeit wirds immer besser. Also nicht den Kopf hängen lassen!

Gruß Joker

 

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