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Ketzers großer Coup

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23.07.2001
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Ketzers großer Coup

Herzensangelegenheiten
oder
Ketzers großer Coup

Am späten Abend war ein heftiges Sommergewitter niedergegangen und hatte eine Menge Regen mitgebracht. Das Licht der Laternen spiegelte sich in den kleinen Pfützen wider und der Dunst der Feuchtigkeit hing wie zarte Watte über der Straße.
Dies war eine der besseren Wohngegenden, eine ruhige Sackgasse mit hohen Hecken und breiten Einfahrten. Einige führten zu großen, modernen Häusern, andere zu alten prächtigen Villen.
Ketzer stand im Schatten eines Baumes und beobachtete ein altes Landhaus, das von der Straße zurückgesetzt in einem riesigen Grundstück lag.
Die Frau, die hier wohnte war alt, lebte allein mit ihrer Katze und schien schon etwas verwirrt. Ketzer war in einem Geschäft aufmerksam geworden, als die Frau sich mit der Verkäuferin unterhielt:
„Meinen Sie nicht, daß es besser wäre, wenn Ihr Personal mit bei Ihnen im Haus wohnen würde? Ich hätte Angst,“ raunte die Verkäuferin ihrer betagten Kundin zu. Sie hatte sich leicht über den Tresen gebeugt und ihre Stimme gesenkt, damit nicht jeder mithören konnte.
„Ach wo, was soll man denn schon von einer Alten wie mir wollen?“ Die kleine, schmächtige Frau hingegen gab sich keine Mühe, ungehört zu bleiben. „Ich hab` doch kaum etwas, das sich für einen Spitzbuben lohnen würde.“ Sie schüttelte belustigt den Kopf, daß ihr weißer Haarknoten wippte und sah dabei kurz zu Ketzer hinüber, der sich in der Nähe für Konservengemüse zu interessieren schien, aber dennoch jedes Wort mitbekam.
„Und ihre Sammlung, haben Sie die denn wenigstens gesichert?“ Auch die junge Angestellte maß Ketzer mit kritischen Blicken.
„Sie meinen die Herzen?“ Die Augen der alten Frau wurden groß vor Begeisterung. „Ja, daran hänge ich. Irgendwie habe ich zu Herzen eine besondere Verbindung.“ Dann hob sie bedeutungsvoll die Hand. „Da hab ich was.“ Gleich darauf zog sie ein wohl faustgroßes, metallenes Herz aus ihrer Handtasche und reichte es vorsichtig der Verkäuferin. Diese starrte einen Moment sprachlos, sah ihr Gegenüber an und flüsterte: „Gold?“ Die alte Frau lächelte verschmitzt, nahm es zurück, wog es in der Hand und ließ es wieder in der Tasche verschwinden. Ketzer hatte genau erkannt, daß es schwer war.

Danach war er schon mehrfach hier in der Straße gewesen. Einmal hatte er geklingelt und behauptet, eine Umfrage zu machen, um so vielleicht noch wichtige Informationen zu erhalten. Dabei hatte er seinen alten Kumpel Tom verflucht, der vor Wochen allein ein dickes Ding gedreht hatte und dann wohl mit der Beute verschwunden war. Tom hatte es drauf. Er konnte den Leuten Vertrauen einflößen. Ihm fiel immer irgendein Vorwand ein, unter dem er ins Haus gelassen wurde und alles ausspionieren konnte. Vielleicht lag das auch an seinem Äußeren. Er trug dabei meistens einen uralten Anzug und eine karierte Kappe, wie sie Sherlock Holmes in den alten Filmen immer getragen hatte. Ketzer war da nicht so begabt. Er wußte, daß er nicht sehr vertrauenerweckend wirkte. Ketzer war gerade mal mittelgroß, schlank, und seine Haltung wirkte immer etwas lauernd. Sein schmales Gesicht mit den schrägstehenden kleinen Augen verstärkten diesen Eindruck. Er hatte sich zwar einen künstlichen Bart angeklebt und war auch sicher, daß ihn die Alte nicht wiedererkannt hatte, aber etwas interessantes hatte er trotzdem nicht erfahren.
Ein anderes Mal hatte er beobachtet, wann das Personal das Haus verließ. Er war an jenem Abend lange geblieben, um ganz sicher zu gehen.
Jetzt stand er da, und wollte das Ding drehen.
Ketzer fühlte sich geradezu aufgefordert und so überquerte er die Straße.
Das schwere, gußeiserne Tor stand einen winzigen Spalt offen. Er schlüpfte hindurch, hielt sich dicht an den Hecken, die den Kiesweg säumten und gelangte so zum breiten Vorplatz. Die Eingangstreppe war von zwei Laternen nur schwach erhellt aber er wollte kein Risiko eingehen. Er spurtete geduckt hinüber zum Haus, in den Schatten eines großen Strauches.
Mit dem Haupteingang wollte er es gar nicht erst versuchen. Türen sind meist gut gesichert. Statt dessen wird aber schon einmal ein Fenster offen gelassen, und selbst wenn es in einem oberen Geschoß sein sollte, würde es für ihn wohl kein Problem darstellen.
Dicht an das Haus gedrängt schob er sich um eine Gebäudeecke bis zu einem Seitenflügel, der von der Straße aus nicht eingesehen werden konnte. Ketzer befand sich nun vor einer weit ausladenden Terrasse, zu der man vom Haus her durch drei große, doppelflügelige Glastüren gelangte. Er wartete einen Moment, bis sich seine Augen an das spärliche Licht gewöhnt hatten und suchte nach einer Möglichkeit, in das Haus zu gelangen. Das mittlere Glas hob sich durch einen dunklen, senkrechten Streifen von den anderen ab. Gebückt schlich er vor und kniete nieder. Die beiden Flügel standen tatsächlich einen Spalt breit auseinander. Vorsichtig fuhr er mit einer Hand dazwischen und ertastete einen Widerstand. Die beiden Fenster waren von innen mit einem einfachen Bindfaden aneinandergebunden, wodurch wohl verhindert werden sollte, daß sie sich ungewollt ganz öffneten.
Ketzer mußte grinsen. Alte Menschen waren oft nachlässig, und er hatte im Stillen mit so etwas gerechnet. Er nahm seinen Rucksack von den Schultern, fand darin ein Messer und durchtrennte das Band.
Er schlüpfte ins Haus und hielt inne. Irgendwo im Raum mußte sich eine alte Uhr befinden, die mit ihrem lauten Ticken die Stille zerschlug und sein Herz rasen ließ.
Aber so war es immer. Sobald er in ein fremdes Haus geschlichen war, wurde er nervös. Im Freien erwischt zu werden war eine Sache, drinnen war es Einbruch.
Der Unterschied ließ sich in Jahren ausdrücken.
Es roch nach Bohnerwachs. Wenn es draußen schon finster war, so herrschte hier völlige Schwärze. Nur langsam schälten sich Konturen aus dem Dunkel. Der Raum war groß und mit altmodischen Möbeln eingerichtet. Bilder hingen an den Wänden. Durch einen Vorhang halb verdeckt, erkannte Ketzer die Umrisse einer Tür. In ihr ein wie Diamant leuchtender Punkt. Es war das Schlüsselloch, durch das schwaches Licht strahlte. Ketzer tastete sich langsam vor, bereit, sofort hinter ein Möbelstück zu huschen, wenn sich etwas regen sollte.
Er stellte er sich seitlich, in die Nähe der Scharniere. Falls die Tür geöffnet würde, stand er in deren Schatten.
Vor Jahren war es ihm passiert, daß von innen geöffnet und ihm der Flügel voll gegen die Stirn gerammt wurde. Nur durch Toms beherzte Reaktion und eine schnelle Flucht wurden sie vor einer Festnahme bewahrt. Ketzer bedauerte, daß sein Kumpel sich aus dem Staub gemacht hatte. Sie waren ein gutes Team gewesen.
Ketzer lauschte einige Sekunden. Wenn man sich in absoluter Stille aufhält und bemüht ist, selbst auf das leiseste Geräusch eines Insekts aufmerksam zu werden, klingt der eigene Atem wie das Zischen einer Dampflok. Das leiseste Rascheln der eigenen Kleidung kann erschrecken.
Es dauerte eine Weile, bis diese Geräusche in den Hintergrund traten und sich seine Sinne durch alle Barrieren hindurch in den jenseitigen Raum tasteten.
Es war still. Ketzer war überzeugt, daß er selbst das leiseste Umblättern von Buchseiten gehört hätte, tiefes Atmen, leise Bewegungen. Nichts!
Vorsichtig ertastete er die Tür bis zum Rahmen.
Sie war nur angelehnt.
Sehr achtsam schob er die Finger in den Spalt und öffnete langsam.
Der Raum war nicht groß. Auf einem kleinen Tisch in der linken Ecke stand eine Lampe, die am Abend wohl vergessen worden war und den Raum nur schwach erleuchtete. Dunkel glänzte der geflieste Boden. Nur wenige Möbel standen in dem kleinen Zimmer. An der Wand neben der Lampe, also Ketzer gegenüber, stand eine alte, mit Kunstleder bezogene Liege. Anstelle der Rücken und Seitenlehnen war fein säuberlich eine Reihe bunter, geschmackloser Kissen angeordnet. An der linken Wand stand ein alter, schäbiger, kleiner Schrank, und das war’s auch schon.
Ketzer machte vorsichtig einen Schritt in das Zimmer hinein, wandte seinen Blick nach rechts und..... für Sekunden schien sein Herzschlag auszusetzen.
Die Wand war schmucklos. Ein häßliches Portrait war auf den Boden gestellt worden, doch in der Mitte prangte das schönste Kunstwerk seiner Gilde: rechteckig, in der Größe eines Bildes, aus Stahl und - was das Wichtigste war: Es hatte nur ein einziges Zahlenrad.
Der Tresor war uralt und in Ketzers Augen kaum ernst zu nehmen.
Mit wenigen Schritten stand er davor und betastete den Schließmechanismus.
Schnell ließ er den Rucksack von den Schultern gleiten, öffnete ihn mit ruhigen Händen und angelte ein Stethoskop hervor.
Er war fast am Ziel und mußte schnell arbeiten.
Die beiden Hörerenden steckte er sich in die Ohren und während er an dem Zahlenrad drehte, fuhr er mit dem Stethoskop über die Stahloberfläche der kleinen Luke.
Als er die richtige Stelle gefunden hatte, hielt er inne, konzentrierte sich und drehte langsam an dem Kombinationsrad, bis das erste Klicken zu hören war. Dann drehte er in die andere Richtung bis zum nächsten Klicken.
Vier Zahlen, ein Dreh an dem Verschlußgriff und die schwere, kleine Stahltür glitt langsam auf. Bis auf eine unscheinbare Schachtel war das Fach leer.
Ketzer zog sie heraus, setzte sich mit seiner Beute auf die Liege und hob vorsichtig den Deckel ab.
Vor ihm lagen Herzen, genau solche, wie er eines bei der alten Frau gesehen hatte. Sie waren groß und glänzten golden. Aber diese waren leicht und offensichtlich hohl: leere, kunstvoll gefertigte Metallbehälter in Herzform.
Die Enttäuschung hätte nicht größer sein können.
Er war so sicher gewesen, die Sammlung gefunden zu haben und nun mußte er doch weitersuchen.
Achtlos stopfte er seine Beute in den Rucksack, legte das Werkzeug dazu und wandte sich zum Gehen.
Kaum hatte er einen Schritt gemacht, da durchzuckte ihn ein Schreck, wie ein elektrischer Schlag.
Im fahlen Licht der schwachen Lampe sah er, daß die Tür fast geschlossen war, obwohl er sie doch so weit geöffnet hatte, daß er selbst bequem hindurchschlüpfen konnte.
Ein kleiner Spalt war noch auf. Mit schnellen Sätzen sprang er darauf zu. Kurz vor der Berührung gab es einen kleinen Schwenk, ein metallisches Klicken, und die Tür war gänzlich geschlossen.
Wie angewurzelt blieb Ketzer stehen und ein kalter Schauer ließ ihn frösteln.
Mit zitternder Hand griff er nach der Klinke und drückte sie langsam und mit Bedacht herunter.
Nichts geschah. Er blieb eingeschlossen. Schweiß stand ihm in dicken Perlen auf der Stirn, sein Herz schien mit jedem Schlag seine Brust zu sprengen.
Ketzer preßte sein ganzes Gewicht gegen die Tür. Vorsichtig und so leise wie möglich rüttelte er am Schloß.
Ohne Erfolg. Hektisch sah er sich nach einer anderen Möglichkeit um und stellte erst jetzt fest, daß der Raum kein Fenster hatte. Oben in der Wand befand sich eine kleine Lüftungsöffnung, zu klein, um hindurchzukriechen.
Der Raum wurde eng. Die Wände schienen von Sekunde zu Sekunde näher zu rücken. Er mußte raus. Panisch suchte er in seinem Rucksack nach Werkzeug, mit dem er das Schloß öffnen konnte. Doch urplötzlich hielt er inne. Da war ein leises Scharren. Auf der anderen Seite mußte sich etwas bewegt haben. Ob es Schritte waren oder andere Ursachen hatte, konnte er nicht ausmachen.
Ketzer preßte ein Ohr an die kalte Platte und lauschte.
Die Geräusche wiederholten sich. Es war jemand hinter der Tür.
Nur mit Mühe konnte er die aufsteigende Panik niederhalten.
Sobald er die Tür offen hatte, würde er abhauen, so schnell wie möglich, auch ohne Beute.
Ketzer lauschte, und bald war es wieder ruhig. Mit jeder Sekunde, in der es still blieb, normalisierte sich sein Herzschlag. Schließlich hockte er sich nieder und kramte in seinem Rucksack weiter.
Mit zwei speziell gebogenen Drähten wollte er sich gerade über das Schloß hermachen, als ihn der nächste Schlag traf. Die runde Öffnung war kein Schloß. Es handelte sich lediglich um eine durchgehende Gewindehülse ohne Schließfunktion. Tausend Gedanken jagten ihm gleichzeitig durch den Kopf. Wenn dies kein Schloß war, mußte es eine andere Verriegelung geben. Ein Riegel, oder etwas Ähnliches auf der anderen Seite der Tür, an das er nicht herankam, und das jemand ganz bewußt betätigt hatte. Langsam gewann die mühsam unterdrückte Panik Oberhand. Mit schweißnassen Händen packte er die Klinke und rüttelte daran. Es war ihm egal, wieviel Lärm er machte. Er wollte raus. Ketzers Atem ging so schnell, daß seine Lunge schmerzte. Sein Herz hämmerte in der Brust. Mit jedem Schlag ging ein Beben durch seinen Körper.
Die leise Stimme, die in dem Lärm fast unterging, konnte ihn kaum noch mehr treffen.
„Herzchen!“ Ketzer griff sich an die Brust und taumelte einen Schritt zurück.
Und dann wieder, leise aber doch klar:
„Herzchen, sei doch nicht so laut.“ Die alte Stimme klang überhaupt nicht aufgeregt. Die Tür dämpfte natürlich, aber Ketzer glaubte doch eine sonderbare Liebenswürdigkeit zu vernehmen.
Er klopfte. „Hören Sie?“ Vielleicht ließ sich die Frau überreden und er konnte verschwinden.
„Wenn Sie aufmachen, werde ich sofort das Haus verlassen. Ich verspreche es. Ich habe auch nichts bei mir, was Ihnen gehört.“ Eine Weile blieb es still.
„Hallo! Hören Sie mich?“
„Herzchen, Du mußt dich noch eine Weile gedulden.“ Sie klang, als redete sie mit einem ungeduldigen Kind. „Ich bin gleich so weit, nur noch ein paar Minuten.“
Ketzer ließ sich in die Hocke nieder und spähte durch das Loch, das er zuvor für ein Schloß gehalten hatte. Ein leichter Luftzug ließ ihn blinzeln und was er dann sah, saugte ihm gleichsam die restliche Kraft aus dem Körper.
Im fahlen Licht der Zimmerbeleuchtung stand die kleine Frau wie in einem mystischen Schein und band sich langsam, mit ungelenken Bewegungen eine lange Gummischürze um. Neben ihr stand eine kleine Kiste, aus der geordnet, schwarze Griffe ragten. Eine dunkle Katze strich um ihre Beine. Immer wieder hob sie bettelnd ihre Pfoten und miaute erwartungsvoll.
Gleich darauf verschwand die Frau aus seinem Sichtbereich. Das seltsame Licht verlieh ihren Bewegungen den Anschein des Gleitens oder Schwebens. Kurz danach erschien sie wieder und hielt ein Gerät in den Händen, von dem Ketzer nicht gleich ausmachen konnte, was es war. Doch als sie sich wieder der Tür zuwandte, mit diesem sonderbaren, gütigen Lächeln, erkannte er die kleine Gasflasche, deren Schlauchende sie langsam auf Ketzers Guckloch zuführte.
Ketzer sprang auf, wollte etwas sagen, doch statt Worte brachte er nur disharmonisches Glucksen hervor.
„Nur noch einen kleinen Moment Herzchen. Nur noch einen kleinen Moment.“ Das Geräusch, mit dem sie das Schlauchende in die Gewindehülse schraubte, klang wie das hilflose Fiepen einer gequälten Kreatur. Ketzer zitterte am ganzen Körper. „Herzchen, nur noch einen Augenblick Herzchen.“
Schritt für Schritt taumelte er zurück und stieß gegen die Liege. Kissen fielen zu Boden. Haltsuchend glitt seine Hand über den kalten Kunststoff und ertastete ein Stück grob gewirktes Tuch. Ketzer wandte seinen Blick und hielt eine Mütze in Händen, wie er sie aus alten Sherlock Holmes Filmen kannte.
Schluchzend vergrub er sein Gesicht in den Stoff und rutschte langsam zu Boden. Der Rucksack polterte von seiner Schulter, die metallenen Herzen rollten heraus. Eines sprang auf und blieb mit geöffneten Halbschalen liegen, gerade so, als sei es bereit.
Ketzers leises Wimmern wurde bald von dem dezenten Zischen an der Tür überdeckt und die Worte; „Herzchen........Herzchen...“, zogen wie endlose Echos durch sein schwindendes Bewußtsein.

 

Tut mir leid, aber diese Kritik verstehe ich nicht:
Was ist mit den Sätzen?
Was ist mit der Versicherung?
Welcher Kampf?

 

Hallo Manfred!

Deine Geschichte hat mir gut bis sehr gut gefallen – nur beim Ende steige ich noch nicht ganz durch und die Geschichte lässt noch einige Fragen für mich offen. Ich versuche, sie mal selbst zu beantworten:

Erstens, die Frage der Verkäuferin: "Gold?" Ich glaube, sie hat nur vermutet, dass das Herz aus Gold ist. In Wirklichkeit war es Metall, deshalb war es auch recht schwer, oder?
Zweitens, der Schluss. Die Kammer war eine Gaskammer, oder? Die Herzen dienten mehr oder weniger als Lockmittel und Ketzer ist darauf reingefallen.
Bitte korrigiere mich, falls ich damit falsch liegen sollte.

Ich finde, du hast die Geschichte sprachlich wieder wunderbar zu Papier gebracht, sie war spannend, und ich konnte alles gut nachvollziehen. Bis auf das Ende, das war mir zu unrealistisch. Aber das ist nur meine persönliche subjektive Meinung. Kann ich mir eben nur schwer vorstellen, dass eine alte Frau sowas tut.
Ansonsten, die Personenbeschreibungen, Atmosphäre, etc., ist dir alles gut gelungen.

So direkt war das Ende für mich nicht vorhersehbar; dass Ketzer aber nichts Wertvolles in dem Haus finden würde, war mir aber beinahe schon vom Anfang an klar.

Beim Titel muss ich Olympic zustimmen; trifft nicht eindeutig zu. "Ketzers letzter Coup" würde besser passen, aber das verrät zu viel. Es müsste eben eine Überschrift sein, die zwar den Kern der Sache trifft, aber trotzdem noch nicht zu viel vorwegnimmt.

Ein paar Anmerkungen noch:

Licht der Laternen spiegelte sich in den kleinen Pfützen wieder
wider
„Meinen sie nicht, daß es besser wäre, wenn ihr Personal mit bei ihnen im Haus wohnen würde? Ich hätte Angst,“ raunte die Verkäuferin ihrer betagten Kundin zu.
Direkte Ansprache wie sie in obigem Satzbeispiel vorkommt, gehört groß geschrieben (fett gedruckte Wörter).
Komma gehört nach den Anführungsstrichen.

Rechtschreibfehler:
Zitat: "mittelgoß"
Zitat: "Endruck"

Auf Grund seiner Beobachtungen vermutete er
Aufgrund
Der Unterschied ließ sich in Jahren ausdrücken.
Ein sehr schöner Satz; hat mir gut gefallen. :thumbsup: :D
bereit, sofort hinter ein Möbel zu huschen
Formulierung klingt für mich komisch; vielleicht kenne ich sie aber auch bloß nicht. "Möbelstück" hört sich für meinen Geschmack besser an.
aus Stahl und- was das Wichtigste war
Bindestrich: "und – was das Wichtigste war"

Vergleiche diese Satzstelle:

wie sie Sherlock Holmes in den alten Filmen immer getragen hatte
mit dieser hier:
wie er sie aus alten Scherlock Holmes Filmen kannte
Sherlock-Holmes-Filmen

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen und ich hab' mich gut unterhalten.

Viele Grüße,

Michael :)

 

Ein paar Dinge noch, dein Antwort auf Olympics Kritik war vorhin noch nicht dagestanden:

„Und ihre Sammlung, haben sie die denn wenigstens gesichert?“ "gesichert" klingt so komisch, eher "versichert".
"gesichert" finde ich persönlich in Ordnung. Mein muss wertvolle Gegenstände ja nicht unbedingt versichern lassen, sondern kann sie ja auch versteckt in der Wohnung aufbewahren. Vor allem bei einer alten Frau, wie sie in deiner Geschichte vorkommt, könnte ich mir letzteres gut vorstellen.
"Ketzer hatte genau erkannt, daß es schwer war." Lass den Satz am besten weg, ich glaube jeder Leser hat begriffen, dass das Herz schwer sein muß, wenn es aus Gold ist.
Ich würde den Satz drin lassen, dadurch wird der Leser noch mehr auf die falsche Fährte gelockt und er kann Ketzers Taten nach seinen Beobachtuangen gut nachvollziehen. Deine Entscheidung.
"Ketzer fühlte sich geradezu aufgefordert und so überquerte er die Straße. " Lass den Satz am besten weg...
Wäre mir persönlich egal, ob dieser Satz im Text vorkommt oder nicht. Ist vielleicht nicht unbedingt nötig, stört aber auch nicht.
"Die mittlere der Türen unterschied sich von den anderen durch einen dunklen, senkrechten Streifen zwischen den beiden Flügeln. " Lass das weg...
siehe Bemerkung des vorangehenden Zitats

Soweit meine Meinung, beim Rest stimme ich Olympic zu. Und "Kampf" ist ja in Anführungsstriche gesetzt.

Viele Grüße,

Michael :)

 

Olympic,
zu meiner kurzen Antwort:
Ich hatte einen beschissenen Tag. Meine Laune war im Keller.
Da kam dann einer, der es nicht mal schaffte "Hallo" zu sagen und offensichtlich die Geschichte nicht richtig gelesen hatte, gerade recht.
Die eigene, momentane Laune bestimmt die Art in der man liest.
"Lass das weg..." kam da als Befehl auch gerade richtig.
Meine Laune hat sich gebessert und die Wogen sind geglättet.
In diesem Sinne
Gruß
Manfred

Hallo Michael,
ich bewundere immer wieder Deinen Fleiß. :thumbsup:
Das Dir die Geschichte trotz allem gefallen hat freut mich sehr.
Auch Olympic habe ich wohl Unrecht getan, denn so klar, wie ich dachte scheint die Handlung doch nicht zu sein.
Ich will im Folgenden einige Dinge klären und hoffe, daß die Leser die Geschichte zuerst lesen, denn sonst wäre die Spannung weg.

--------
Erstens, die Frage der Verkäuferin: "Gold?" Ich glaube, sie hat nur vermutet, dass das Herz aus Gold ist. In Wirklichkeit war es Metall, deshalb war es auch recht schwer, oder?
-------Richtig, das Herz ist nicht aus Gold. Deshalb ist es aber nicht schwer. Schwer ist es, weil da ein Herz drin ist. Das Herz von Tom.

-------
der Schluss. Die Kammer war eine Gaskammer, oder? Die Herzen dienten mehr oder weniger als Lockmittel und Ketzer ist darauf reingefallen.
------Genau. Der sollte denken, es wäre Gold. Deshalb war auch die Tür nur mit Bindfaden gebunden und das Licht in der Kammer an.
Übrigens: Ich kenne einige alte Menschen und die kommen auf die tollsten Dinger. Die Sache mit dem Bindfaden ist daher nicht so unwahrscheinlich.

-------
Kann ich mir eben nur schwer vorstellen, dass eine alte Frau sowas tut.
-------Natürlich tut eine alte Frau sowas nicht. Aber ist das bei so einer Geschichte wichtig?
Roald Dahl hat das nicht gekümmert, mich auch nicht.

------
Beim Titel muss ich Olympic zustimmen; trifft nicht eindeutig zu. "Ketzers letzter Coup" würde besser passen, aber das verrät zu viel.
-------Der Titel ist nicht so super, eben, wie bei den meisten meiner Geschichten. Ist schon Tradition bei mir

---------
„Und ihre Sammlung, haben sie die denn wenigstens gesichert?“ "gesichert" klingt so komisch, eher "versichert".
-------gesichert ist richtig. Wie du geschrieben hast.

-------
"Die mittlere der Türen unterschied sich von den anderen durch einen dunklen, senkrechten Streifen zwischen den beiden Flügeln. "
--------Das ist ein Hinweis darauf, daß da ein Spalt offen ist.

Die Sache mit dem Kampf verstehe ich nicht. Da ist doch kein Kampf. Ketzer kippt um. Ihre Schwierigkeit ist lediglich ihn auf die Liege zu bekommen, um ihn besser aufschneiden zu können. Kann sie aber auch am Boden machen.

Danke für die Rechtschreibkorrekturen. Ich werde den Text verbessern.
Schau diesbezüglich bloß nicht so auf diese Antwort.:dozey:

Liebe Grüße
Manfred
:D

 

Keine Sorge, bei Antworten achte ich weniger auf die Rechtschreibung... :D

Eine Sache hat mich jetzt sehr überrascht:

Erstens, die Frage der Verkäuferin: "Gold?" Ich glaube, sie hat nur vermutet, dass das Herz aus Gold ist. In Wirklichkeit war es Metall, deshalb war es auch recht schwer, oder?
-------Richtig, das Herz ist nicht aus Gold. Deshalb ist es aber nicht schwer. Schwer ist es, weil da ein Herz drin ist. Das Herz von Tom.
Darauf wäre ich nie gekommen!
Um es noch mal eindeutig zu machen, es ist ein Metallherz, und darin liegt das menschliche Herz von Tom, richtig?
Langsam verstehe ich.
Jetzt ist mir auch klar, was dieser Satz zu bedeuten hat:
Eines sprang auf und blieb mit geöffneten Halbschalen liegen, gerade so, als sei es bereit.
Diese Textpassage hatte ich bisher nicht kapiert - ist jetzt sonnenklar.
Auch sehe ich jetzt den Hinweis, dass Tom sich ja scheinbar aus dem Staub gemacht hat, als ein gutes Indiz für das Ende.

Tja, schade, dass ich nicht selbst draufgekommen bin, es ist nicht gut, wenn ein Autor seine Geschichte erklären muss, aber vielleicht versteht ja ein anderer Leser, der die Postings noch nicht gelesen hat, wie der Schluss mit dem Herz gemeint ist.

Zum Titel noch mal:
Da würde ich irgendwie die Herzen mit einbauen. "Sammlerherze" z. B. gefällt mir schon mal ganz gut. Ist noch nicht optimal, wäre aber zumindest schön zweideutig und es trifft den Kern des Inhalts.

Vielleicht fällt dir ja selbst noch was ein.

"Kampf" ist wohl die falsche Bezeichnug. Es ist nicht mal eine Auseinandersetzung, aber ich denke, Olympic meint wohl, dass beide, also die alte Frau und Ketzer, sagen wir, verständlicherweise nicht gerade die besten Freunde sind, und sich die Frau für den Einbruch rächt. Und Ketzer, das "starke" Geschlecht in der Geschichte, hat keine Möglichkeit, sich zu wehren.
Vielleicht ist "Angriff" der alten Frau etwas besser ausgedrückt.

Dass mir das Ende zu weit hergeholt erscheint muss die Geschichte ja nicht zwangsläufig schlecht machen. Bis zum Ende war sie sehr überzeugend und nachvollziehbar für mich, und den Schluss fand ich dann einfach zu unrealistisch.
Aber andere empfinden wieder anders, und es gibt sicherlich veröffentlichte Geschichten mit ähnlicher Auflösung, die recht erfolgreich sind.
Wie gesagt, ist eben nur mein persönliches subjektives Empfinden.

So, das wär's dann mal wieder.

Viele Grüße,

Michael :)

 

Am Schluß findet er ja auch Toms Mütze.
Das sollte darauf hinweisen, daß mit Tom dort etwas geschehen ist.
(Dieser herzlose Mensch.)

Zitat von Olympic:
----------
Das Ende, Ketzer ist viel stärker als die alte Frau, doch trotzdem erliegt er im "Kampf"... bei Roald Dahl hatte die liebenswerte alte Frau immer eine Tasse Tee mit der sie ihren Besucher ins Jenseits beförderte...
------------ Ich denke, er meint schon die körperliche Stärke, denn er hat übersehen, daß Ketzer durch Gas betäubt wurde.

Danke für Dein Interesse.

 

Stimmt, bei der Stelle mit der Mütze hab' ich drüber weggelesen.

Grüße - Michael :)

 

Hallo Dreimeier,

endlich antworte ich dir auch mal auf eine deiner Geschichten, nachdem ich "Erika und Jürgen" und "Der Bankraub" bereits vor einigen Monaten einmal gelesen hatte, noch bevor ich hier angemeldet war. Beide gefallen mir übrigens ausnehmend gut. So auch diese hier.
Du hast einen schönen, sicheren Stil und bist anscheinend bei all deinen Geschichten (zumindest die, die ich bisher kenne) auf Spannung und Handlung bedacht. (Nicht, dass ich etwas gegen abstraktere Geschichten hätte.)

Zu meinem Glück ist "Ketzers großer Coup", bei mir zumindest, so aufgegangen, wie du es geplant hattest. Ab dem Satz "Eines sprang auf und blieb mit geöffneten Halbschalen liegen, gerade so, als sei es bereit." hatte ich schon (oder erst) so eine Ahnung, dass die Alte auf Jagd nach menschlichen Herzen ist. Wollt ich natürlich nicht glauben, umso spannender war es, weiterzulesen. Dass du es nicht gänzlich aufklärst, in dem du es einfach aussprichst, find ich okay. Lässt so noch etwas Zeit und Raum zum grübeln und grauen. ;)

Was ich als etwas zu viel des Guten empfinde, sind die übergenauen Beschreibungen, die du manchmal lieferst. So zB wie du hier das Haus beschreibst, mit all den Möbelstücken hier und dort und an der linken und rechten Wand, etc.
Du versuchst damit zwar offenbar ein Bild zu schaffen, ist aber in diesem Detailreichtum nicht unbedingt notwendig, finde ich, weil es für die Geschichte nicht wesentlich ist. Ist aber Geschmackssache.

Grüße
Visualizer

 

Hallo Visualizer,
das tut gut. Toll, daß Dir meine Geschichten gefallen.
Die Sache mit den ausführlichen Beschreibungen kommt daher, daß ich mir die Umgebung sehr genau vorstelle. Ich stehe praktisch in diesem Raum und versuche mir vorzustellen, wie sich Ketzer fühlen würde. Wenn ich das so beschreiben würde, wäre die Geschichte noch ausführlicher. Da spielen Schatten und kleine unerwartete Lichtreflexe eine Rolle, Knacken im Holz und das Schaben von Zweigen, draußen an der Hauswand. Alles Sachen, die Ketzers unterschwellige Angst schüren.
So gesehen bremse ich mich noch.
Schön, daß die Geschichte so angekommen ist, wie ich es erhofft habe.
Danke fürs Lesen und viele Grüße
Manfred

 

Hallo Manfred,

die Geschichte hat mir recht gut gefallen. Auch wenn die Idee nicht neu sein mag, hat mir die Story an sich doch zugesagt, und vorhersehbar war das Ende für mich nicht. Dass er nicht einfach etwas klaut und wieder verschwindet war mir zwar irgendwie klar :D, aber an das von Dir geschilderte Ende hatte ich während dem Lesen nicht gedacht.

Den Einbruch hast Du recht akribisch geschildert, vielleicht fast ein wenig zu ausführlich. Das hat mir ein bisschen Spannung genommen, weil dadurch etwas das Tempo verloren ging.

Ein paar Anmerkungen noch:

Du hast sehr oft das Wort „Tür“ verwendet, das ist mir richtiggehend ins Auge gestochen. :D Vielleicht kannst Du das ein wenig reduzieren.

„Die kleine, schmächtige Frau hingegen, gab sich keine Mühe“
>>> zweites Komma meines Erachtens unnötig

„unter dem er in’s Haus“
>>> ins Haus

„aber etwas interessantes hatte er trotzdem nicht erfahren“
>>> Interessantes

„Jetzt stand er da, und wollte das Ding drehen.“
>>> Komma unnötig, oder aber: „...da, und er wollte das Ding drehen.“

Dicht an das Haus gedrängt schob er sich um eine Gebäudeecke bis an einen Seitenflügel, der von der Straße aus nicht eingesehen werden konnte. Ketzer befand sich nun an einer weit ausladenden Terrasse, zu der man vom Haus her durch drei große, doppelflügelige Glastüren gelangte. Er wartete einen Moment, bis sich seine Augen an das spärliche Licht gewöhnt hatten und suchte nach einer Möglichkeit, in das Haus zu gelangen.
>>> recht oft „an“ :D

„Daneben, durch einen Vorhang halb verdeckt, erkannte Ketzer die Umrisse einer Tür. in ihr...“
>>> „In“ oder Komma, wenn es klein weitergehen soll

„bis diese Geräusche in der Hintergrund traten“
>>> den

„Wenn sie aufmachen, werde ich sofort das Haus verlassen. ... nichts bei mir, was ihnen gehört.“
>>> Sie, Ihnen

Soweit von mir.

Viele Grüße

Christian

 

Hallo criss,
das mit dem Lektorat hier bei kg. klappt ja prima.
Danke auch für Deine Korrekturen. Ich werde sie wohl morgen einarbeiten.
Heute bin ich zu müde.
Visualizer hat ja auch schon auf die überzogene Ausführlichkeit hingewiesen.
Ich will nicht undankbar sein und akzeptiere natürlich Eure Sicht. Sicher habt Ihr auch recht aber ich habe beim Schreiben eine bestimmte Vorstellung von dem filmischen Ablauf der Geschichte und in meine Vorstellung gehört das mit rein. Der Vorwurf, den ich mir machen muß ist der, daß ich das nicht geschafft habe rüberzubringen. Darüber werde ich mir Gedanken machen müssen. Aber, ob das überhaupt geht?
Danke fürs Lesen und viele Grüße
Manfred

 

Ich will nicht undankbar sein und akzeptiere natürlich Eure Sicht.
Dankeschön. :D

Unsere Sichtweise ist natürlich subjektiv und soll Dir als Autor nur die Möglichkeit geben, Deine Geschichte aus einer anderen Betrachtungsweise anzuschauen.
Was Du übernimmst, bleibt selbstverständlich Dir überlassen.

Dieses "wie einen Film ablaufen lassen" mag ich und versuche oft, es selbst zu praktizieren. Aber mir ging es dabei auch schon so, dass ich mich in Details verzettelt hab, und letztlich war ich dankbar, dass ich darauf aufmerksam gemacht wurde.

Frohes Schaffen noch. :)

Christian

 

Ja, nochmal "Hi",

Der Raum war groß. Zu seiner Linken stand ein Schreibtisch, dahinter erkannte er ein Bücherregal. In die gegenüberliegende Wand war ein riesiger Kamin eingelassen, vor dem zwei mächtige Ohrensessel standen, zwischen ihnen ein kleiner Tisch. Bilder hingen an den Wänden. An der rechten Wand stand eine Anrichte. Daneben, durch einen Vorhang halb verdeckt, erkannte Ketzer die Umrisse einer Tür.
Ich hab mir diesen Teil jetzt noch einmal rausgepickt. Du beschreibst zB diesen Raum also genau so, wie du ihn vor deinem geistigen Auge siehst. Ich hab mir diesen Abschnitt, mit ein paar Sätzen davor und danach, jetzt noch einmal durchgelesen und mir wollte sich auf Anhieb kein greifbares Bild erschließen. Ich mußte es wirklich ein paar mal lesen und mich ziemlich konzentrieren, um alle Möbelstücke in meinem Kopf so an die richtige Position zu rücken, damit ich sie auch wirklich innerhalb deines beschriebenen Raumes sehen kann. Nur um im Endeffekt draufzukommen, dass die ganze "Arbeit" eigentlich umsonst war, weil ich diese Informationen, dieses Bild, ja eigentlich gar nicht brauche, um der Geschichte folgen zu können. Ich hoffe du weißt, was ich mit diesem etwas überspitzt formulierten Beispiel meine.

Ich glaube nicht, dass ich jemand bin, der zu wenig Vorstellungskraft hat (nenn mich ja auch nicht umsonst Visualizer) ;), aber genau das sind Beschreibungen, die dem Leser, in ihrem Detailreichtum, eine im Grunde unnötig hohe Konzentration abverlangen, im Vergleich zum resultierenden Effekt.
Vielleicht würde es reichen, den Raum als "altmodisch, doch liebevoll und heimelig möbliert" zu beschreiben (nur als Beispiel). Das liest sich schnell und jedem Leser bleibt selbst überlassen, als Innenarchiteckt zu fungieren. ;)

Ich möchte deinen Drang zur "filmischen Beschreibung" aber sicher nicht schlecht machen. Denn ich bestreite auch nicht, dass du dadurch Atmosphäre schaffst. Aber vielleicht helfen dir meine Gedankenansätze dabei, verschiedene Lesegewohnheiten besser zu verstehen oder nachvollziehen zu können.

Grüße
Visualizer

 

Hallo.criss
Hallo Visualizer.

Natürlich habt ihr recht.
Ein Autor, der trotz kritischer Hinweise auf seinem Standpunkt beharrt, sollte nicht veröffentlichen, sondern seine Geschichten in seinem Kämmerlein lassen.

Es hat halt etwas gedauert meine Sturheit zu überwinden und die Sache kritisch zu betrachten.:shy:

Ich werde den Text noch einmal durchgehen und sicher einige Kürzungen vornehmen.

Wohl aber erst in den nächsten Tagen.

Danke für Euer Interesse und liebe Grüße:D :D

Manfred

 

He Eric, Du treuer Kritiker,
wo hattest Du Dich denn versteckt? Bist ja nach dem Abi direkt untergetaucht.
Aber irgendwann findet jeder zu kg. zurück.:thumbsup:

Daß Dir diese Geschichte gefallen hat freut mich natürlich, und besonders, daß Du einen Punkt angesprochen hast, den ich noch überhaupt nicht bedacht hatte.
Warum dreht die Frau gerade auf Herzen ab?
Für mich klafft da jetzt eine große Lücke in der Geschichte, die ich in absehbarer Zeit schließen muß.
Im Moment arbeite ich aber an einer Neuen, die mich voll beschäftigt. Wenn die also fertig ist werde ich mich um die alte Frau kümmern.
Vielen Dank für Deinen Hinweis,
und bis bald
Manfred

 

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