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Kann denn Liebe Sünde sein?

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10.06.2003
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Kann denn Liebe Sünde sein?

Kann denn Liebe Sünde sein?

Gülseren – Das Mädchen, das Rosen ausstreut. Der Name vermittelte ein harmonisches Bild. Doch Ibrahim Demirbilek, ihr Vater, sah die langjährige Harmonie in der muslimischen Familie durch die mißratene undankbare Tochter massiv gestört.

27 Jahre war es nun her: Die Eltern, die Großfamilie und fast das gesamte Hab und Gut ließen sie in ihrer türkischen Heimat zurück. Gut, so oft es nur ging fuhren sie in Urlaub mit ihrem uralten Ford-Transit – in das Land ihrer Väter. Mit dem gut verdienten Geld, den Gütern aus der Wohlstandsgesellschaft und ihrer Arbeitskraft versuchten sie sich etwas eigenes aufzubauen. 10 Monate am Fließband bei Ford – 2 Monate Hausbau in der Türkei. Und das alles für die Kinder, Gülseren und Bülent. Zu mehr Kindern hatte es nicht gereicht. Bülent trat wie erwartet in die Fußstapfen des Vaters. Er heiratete seine Großcousine, so wie es schon vor 19 Jahren bestimmt worden war und arbeitete ebenfalls in den Ford-Werken am Band. Doch ja – da gab es auch noch Gülseren – das schwarze Schaf in der Familie, jedenfalls für Ibrahim.

Schon bei der Geburt hatte Ibrahim einem Geschäftsfreund aus der Türkei versprochen mit 18 werde sie seinen Sohn heiraten. Und unter Türken gilt ein Wort noch etwas, dachte er immer. Nun bereitete sie ihm diese Schande.

Es war Samstag Morgen. Ibrahim saß gerade bei einem Kaffee über der Morgenzeitung. Gülseren schlich sich durch den Flur, als wäre der Boden aus feinstem zerbrechlichem Porzellan.
„Gülseren, streng dich nicht an“, brüllte Ibrahim.
Er riß die Tür auf, so daß sie fast aus den Angeln flog. Gülseren stand wie angewurzelt da mit langem schwarzem bildschönem Haar und gut gestylt, wie es sich für einen 16-jährigen Teenie, der ankommen wollte gehörte.
„Komm sofort her! Wo warst Du schon wieder diese Nacht und wie siehst du überhaupt aus?“
Ohne abzusetzen ging die Bewegung des Türaufreissens in Prügel für die Tochter über. Gülseren heulte und schluchzte. Ibrahim prügelte immer weiter und schimpfte in seiner Muttersprache.

„Ibrahim hör auf! Sie ist doch deine Tochter“, kreischte Aische und fing an selbst zu weinen.
„Laß uns doch in Ruhe darüber reden.“
Als Mutter und Ehefrau oder Türkin in Deutschland war sie selbst mit diesen Widersprüchen in ihrer ganzen Gefühlswelt erschüttert. Da gab es den Koran, die Erziehung, die Forderungen einer Männerwelt aber auch die eigene Betroffenheit, Mitgefühl und ihre Erlebnisse. Vor allem aber ein weinendes mitfühlendes Mutterherz und ein bißchen auch das Herz einer Freundin.
„Ibrahim warte, ich rede mit ihr.“
„Da gibt es nichts mehr zu reden.“
„Du siehst es doch! Wie eine Nutte läuft sie rum.“
„Was haben wir nur verbrochen? So eine Schande. Du wirst zu den Großeltern in die Türkei gehen und die Regeln des Koran befolgen lernen – gleich nächste Woche.“
Ibrahim riß seine Tochter an den Haaren in ihr Zimmer und warf die Tür hinter ihr zu.
„Ibrahim, so laß uns doch erst Mal reden.“
„Aische, ich habe entschieden. Ich bin der Mann im Haus und halte du deinen dummen Mund.“

Da war es wieder, dieses befremdende Gefühl. Als wäre sie mit einem Fremden verheiratet. Liebe – was war es wohl für ein Gefühl? Aische hatte es gegenüber einem Mann nie kennengelernt und gegenüber ihrem Ehemann erst recht nicht.
Und körperliche Liebe kannte sie nur als Zeugungsakt, Orgasmus als verruchtes schmutziges westliches kapitalistisches Wort aus der Zeitung. Aische begann wieder zu weinen.
„Und wag dich nicht jetzt dieses Miststück auch noch trösten zu gehen – die soll brüten.“

Sie rannte einfach davon, die Holzstiegen des alten riesigen und rissigen Mietshauses hinunter. Sogar die Tür hatte sie offengelassen. Weg – einfach nur weg. Doch es war nicht Gülseren sondern Aische.

Nur ihre Schwester Yasemin konnte sie vielleicht verstehen. Schließlich mußte sie Ibrahims Bruder heiraten. Sie konnte keine Kinder bekommen, vielleicht sogar wegen ihrer Geschlechtsteilbeschneidung, die sie im zarten Alter von 3 Jahren der Tradition wegen ertragen mußte. Dafür hatte sie von ihrem Mann so manch blauen Fleck und Tritt in den Bauch einstecken müssen, von den verbalen Entgleisungen ganz zu schweigen.

Sie dachte an Gülseren – wie konnte sie ihr nur helfen glücklich zu werden, ohne ihre Familie zu verlieren? Eigentlich gar nicht. Die Haustür flog auf und ein Windstoß gab ihr einen kurzen Moment das Gefühl frei zu sein. Aische lief und lief, als wäre ein Monster hinter ihr her.

Ein furchtbares Quietschen hallte durch die enge noch fast menschenleere Straße des Arbeiterviertels. Es gab einen dumpfen Schlag und ein menschlicher Körper flog aufs Pflaster. Der Busfahrer stieg leichenblaß aus und mußte sich übergeben. Er konnte nicht hinsehen, geschweige denn hingehen. Schlagartig kam Leben in die Totenstille. Doch scheint dies fast unpassend. Vielleicht besser umgekehrt: Der Tod holte sich dieses eben noch blühende Leben.

Eine Stimme war zu hören:“ So hol doch jemand einen Notarzt!“
„Zu spät, glaube ich.!
„Da ist wohl nix mehr zu machen.“
Nach unendlich lange vorkommenden 10 Minuten ertönte Martinshorn und Blaulicht war zu sehen.

„Kennt jemand die Frau?“
Betretenes Schweigen.
„Ja, ich – Die wohnt, glaub ich in dem Türkenbunker dahinten. Hab sie manchmal mit ihrer Tochter gesehen. Die gehen ja fast nie alleine raus.“
Ein Polizeibeamter ging in Richtung des Wohnhauses von Familie Demirbilek. Ibrahim kam schon von dem Lärm beunruhigt auf die Straße.
„Ist etwas mit meiner Frau?“
„Wie heissen sie denn?“
„Demirbilek. Ibrahim Demirbilek.“
„Ihre Frau hatte einen Unfall. Sie wurde ins Johanniter Krankenhaus gebracht.“
„Wir bringen sie hin. Wir haben noch einige Fragen an sie.“
„Wie geht es ihr? Ist es schlimm?“
„Es sieht nicht gut aus!“
Die Fahrt zum Krankenhaus nahm Ibrahim gar nicht wahr. Er war wie in Trance. „Was habe ich nur verbrochen?“
Mehrere Stunden saß er völlig geistesabwesend vor der Intensivstation. In seinem Gesicht konnte man tiefsten Schmerz und Aufgabe der eigenen Person erkennen.
„Herr Demirbilek – hallo, Herr Demirbilek.“
„Ja.“
„Es tut mir leid, wir konnten nichts mehr für ihre Frau tun. Sie können jetzt zu ihr, wenn sie möchten.“

Aus der Ferne hörte man zwei Schwestern reden:
„Der Lauf der Welt ist doch grausam. Gestern Morgen war sie mit ihrer Tochter hier und freute sich bald Großmutter zu werden und wenige Stunden später das hier. Ob sie es dem werdenen Großvater wohl schon erzählt hatten. Sie hatten doch solche Angst davor.....Psssst.“

Ibrahim brach mit schmerzverzerrtem Gesicht ohnmächtig zusammen.

 

ein kurzer Einblick in eine fremde und doch nicht ganz so unbekannte Welt.
Die KG ist gut geschrieben. Allerdings finde ich nicht, dass sie in diese Kategorie gehört. Ich denke, dass sie in "Gesellschaft" besser aufgehoben ist.

 

Danke Yva,

endlich einmal eine positive Rückmeldung. :) Zumindest wäre sie in der anderen Rubrik genauso gut, wenn nicht besser aufgehoben. Ein bißchen Angst vor Reaktionen auf die Geschichte habe ich schon, denn sie soll ja nicht die andere Kultur verunglimpfen. Hoffentlich wird sie von niemand falsch verstanden.

Grüsse

Hajue

 

Hi,

eine starke Geschichte. Die immer heftigen Themen Liebe, Tod, Verzweifelung werden glaubwürdig in einen gesellschaftlichen Kontext gebracht. Ich kaufe jedenfalls den Inhalt ab.(Vielleicht weil ich so eine Welt nicht kenne und nicht weiß wie es wirklich da zugeht?)

Ich finde jedoch auch, daß die Geschicht ehier wirklich nicht in die Rubrik gehört. Besser wäre Alltag oder Gesellschaft.

weiter so

riese

 

Hallo, mir gefällt die Geschichte nicht, ich finde sie zu klischeebeladen. Gibt es in der Türkei tatsächlich Klitorisbeschneidung? Ich weiß es nicht. Grüsse provisorischeWelt

 
Zuletzt bearbeitet:

Da ist mir doch tatsächlich ein Meilenstein in multikultureller Gesellschaftsbeschreibung aus deutscher Sicht entgangen... :rolleyes:

Danke provisorischeWelt, dass du mich mit deinem Posting auf diese Geschichte aufmerksam gemacht hast...

Um mich gleich mal den anderen anzuschließen:
Ja, du hast dich tatsächlich in der Rubrik geirrt. Diese Geschichte gehört nicht nach Gesellschaft, nicht nach Alltag - nein, eindeutig nach Humor ! Andernfalls kann ich der Geschichte keinen festen Boden zusichern.
Über diese nur von Klischees triefende Geschichte kann man lediglich lachen, was sicherlich nicht in deinen Erwartungen lag, welche ich wiederum auf deine Unwissenheit zurückführe. Dazu zitiere ich Zaza, die zu einer Geschichte in einer anderen Rubrik folgendes schrieb:
"Über Ausländer zu schreiben und dabei nicht ins Klischeehafte zu verfallen, fordert richtige Information, meinetwegen Recherche."
Deinem Text nach zu beurteilen, verfügst du hier weder über Kenntnisse über ausländische Lebensweisen noch hast du recherchiert. Abgesehen vielleicht von den Bedeutungen der Namen, die aber keinerlei Relevanz haben; wobei du bei ihrer Anwendung auch hier ins Fettnäpfchen getreten bist.
Die Frau ist dem Manne Untertan, der Bruder darf auf die Schwester einprügeln um sie zu züchtigen, Tochter soll zu den Großeltern in die Heimat geschickt werden - :lol:.
Und die Beschneidung - na ja :rotfl:.

Ach übrigens: wenn der Vater tatsächlich so konservativ, nein, nicht konservativ, streng religiös lebt - dann liest er mit Sicherheit keine Morgenzeitung zum Kaffee, sondern lauscht und sieht den konservativen Sendern seiner Heimat zu. :rolleyes:

 

Hallo Hendek,

mein Anspruch bei Eintritt in dieses Forum war eigentlich konstruktive Kritik mit konkreten Beispielen, wo eine Geschichte verbessert werden kann. So bin ich das bisher auch von Lektoren gewöhnt.

Mit ironischen und sarkastischen Bemerkungen ist wahrscheinlich niemandem außer dem Verfasser selbst geholfen.

Meilenstein in multikultureller Gesellschaftsbeschreibung

Danke, Ihr seid alle die Größten und macht keine Fehler. Das soll nicht heissen, dass ich keine Kritik vertragen kann, im Gegenteil, aber der Ton sollte doch ein wenig angemessener gewählt werden. Sonst kann man das ganze Forum unter Humor abbuchen.

Grüsse

Hajue

 

Du kannst von mir nicht erwarten, dass ich zu einer Geschichte, bei deren Entstehung der Autor selbst nicht mal ansatzweise die Mühe gemacht hat, sich über das ausgesuchte Themengebiet zu informieren, um keine Klischeevorstellungen zu untermauern, sondern selbst diese lediglich unterstützt und auf dem Silbertablett serviert, was sowieso in deutschen Köpfen vorhanden ist; konstruktiven Kommentar abliefere.

Wenn du durch Annäherung und Veranschaulichung einen verständlicheren Einblick in einen mittlerweile benachbarten Kulturkreis gewährt hättest mit deiner Geschichte, die trotz Differenzen ein Anrecht auf Akzeptanz hat; dabei dann aber unglücklich in Ungereimtheiten gestolpert wärst, hättest du von mir eine entsprechende Kritik mit ausreichend konstruktivem Material erhalten.

Aber so nicht. Deine Geschichte ist schlicht und einfach banal, weil sie jeglicher Realität fernbleibt und den gesunden Menschenverstand links liegen lässt; sprich: sie hat weder Hand noch Fuß.
Lasse zuerst einmal an dir selbst erkennen, dss du bereit bist, ausreichend Zeit, Wissen, Akzeptanz und Verständnis für deine eigene Geschichte zu opfern, dann kriegst du auch, was dir auf dieser Seite kostenlos und unverbindlich zusteht.

 
Zuletzt bearbeitet:

Danke, Ihr seid alle die Größten und macht keine Fehler. Das soll nicht heissen, dass ich keine Kritik vertragen kann, im Gegenteil, aber der Ton sollte doch ein wenig angemessener gewählt werden.
:teach: Du widersprichst dir in zwei Sätzen zweimal, denke ich. Wenn dir der Ton nicht passt, solltest du dich seines selber nicht bedienen. Dass du es tust, deutet doch darauf hin, dass dir Hendeks Kritik gegen den Strich ging.
Aber zumindest an Zeit, da möchte ich Hendek widersprechen, scheint es nicht gemangelt zu haben, die Geschichte ist, auf den ersten, flüchtigen Blick, ja immerhin frei fon Vehlern (was Rechtschreibung usw. angeht).
Grüße,
...para

 
Zuletzt bearbeitet:

Batch, ponch, als Moderatoren solltet ihr doch ein wenig mehr auf die Konstruktivität eurer Kritiken achten, auch wenn es spät war (siehe: Kristin). Irre ich mich?
Grüße,
...para

PS:
Hey, endlich mal wieder ein volles Profil, hajue. War ein Jahr in Montabaur stationiert. Oh du schöner Westerwald!

 

Jetzt muss ich den Autor mal in Schutz nehmen. Niemand würde sich hier über die Geschichte aufregen, wenn es um eine erzkatholische Familie ginge, wo der Vater die Tochter schlägt und zur Abtreibung zwingen will, woraufhin sich die Mutter aus Scham über die Lasterhaftigkeit der Tochter mit einem zugespitzten Kruzifix die Pulsadern aufschnitte.
Aber ach, hier handelt es sich um eine Geschichte mit Ausländern in Deutschland! Aus dem orientalischen Raum! Im Sinne der Toleranz muss jedes noch so beschissene Verhalten, jeder noch so abartige, perverse "Brauch", der importiert wird, gewissermaßen respektiert werden. Weil sonst ist man ja Ausländerfeind oder ... eh schon wissen.
Gerade erst macht in Österreich ein Fall Schlagzeilen, wo eine in Österreich lebende junge Pakistani von ihren Eltern ob ihres westlichen Lebenswandels zurück nach Pakistan verschleppt wurde, um sie zu den wahren Werten zu bekehren.
Tut mir Leid, aber meiner Facon nach hat Toleranz seine Grenzen. Und unrechtmäßiges Verhalten - Gewalt, Nötigung, Zwangsverheiratung, etc. - darf nicht nur für in Deutschland oder Österreich Geborene gelten, sondern auch für Ausländer. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Verhaltensweisen bzw. Bräuche in diesem Text nicht Hirngespinste sind, sondern mitunter vorkommen. So wie es bei uns gute und böse Menschen, liebenswerte und beschissene Menschen gibt, gibt es die auch unter unseren Nachbarn aus anderen Ländern. Zwei Beispiele dafür kenne ich aus flüchtigem Bekanntenkreis: Zum einen eine zwar "echte" Türkenfamilie, bei der die in Österreich geborenen Töchter jedoch ganz normalen westlichen Lebensstil praktizieren dürfen; zum anderen ein Arschloch von einem Südosteuropäer, der zu Gewalt gegen seine junge Frau neigte und dafür auch noch von seiner Familie unterstützt wurde. Schließlich muss der Mann das Sagen haben, ne?
Es ist ja schön, dass wir eine friedliche Koexistenz anstreben. Aber ich habe dann Probleme mit einer anderen Kultur, wenn sie Menschenrechte und Menschenwürde massiv verletzt. Und das lässt sich nicht mit irgendwelchen Traditionen entschuldigen. Meinetwegen nennt mich jetzt einen engstirnigen ultrakonservativen alten Sack.

Die Geschichte selber fand ich ehrlich gesagt auch ziemlich dürftig. Inhaltlich hätte sie durchaus Potenzial. Spannend wäre eine Beschreibung gewesen, wie das junge Mädchen zwischen "den Welten" hin- und hergerissen wird, wie der Vater auf Einhaltung der Tradition pocht, obwohl er seine Tochter liebt, wie die Mutter verzweifelt versucht, Unheil von ihrer Tochter abzuhalten.
Anstatt dessen reihen sich beliebte Klischees aneinander die auch nicht dadurch besser werden, dass Muslime und nicht Deutsche oder Amerikaner im Mittelpunkt stehen.
Der Stil wurde gerechtfertigter Weise bereits kritisiert: Allzu simpel und hölzern, verzweifelte Versuche, etwas Elan reinzubringen.
Fazit: Ich habe schon bessere, aber auch schlechtere Geschichten hier gelesen.

Und hier noch ein paar Anmerkungen zu einigen meiner Meinung nach unsinnigen Kritikpunkten:

Dass es in der Türkei Beschneidungen gibt, kann man zB hier nachlesen.

@ Hendek

Ach übrigens: wenn der Vater tatsächlich so konservativ, nein, nicht konservativ, streng religiös lebt - dann liest er mit Sicherheit keine Morgenzeitung zum Kaffee

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch in Deutschland türkische Zeitungen gibt.

@ Kristin

Interessant, dass man der Frau ansah, dass sie Demirbilek hieß.

Im Text wird beschrieben, dass einer der Passanten sie kennt.

Ebenso interessant, dass man Schwangerschaftsuntersuchungen auf der Intensivstation vornimmt.

:confused: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Zwei Krankenhausschwestern unterhalten sich miteinander und erwähnen, dass Mutter und Tochter am Vortag da waren. Nirgends steht etwas von einer Untersuchung auf einer bestimmten Station - wieso auch? Dass weder der Ohrenarzt noch der Zivi die Schwangerschaftsuntersuchung vorgenommen hat, erklärt sich irgendwie von selbst.

 

Hehe, Rainer, gut gemeint, aber ich glaube, du hast keine zwei Minuten nachgedacht über meine zwei Beiträge, ehe du deins gepostet hast. :rolleyes:

Niemand würde sich hier über die Geschichte aufregen, wenn es um eine erzkatholische Familie ginge, wo der Vater die Tochter schlägt und zur Abtreibung zwingen will, woraufhin sich die Mutter aus Scham über die Lasterhaftigkeit der Tochter mit einem zugespitzten Kruzifix die Pulsadern aufschnitte.
Könnte durchaus sein. Ich hätte die Geschichte in so einem Falle erst gar nicht gelesen.
Das ist aber kein Argument.
Wenn sich jemand in ein mir äußerst vertrautes Terrain wagt und dabei nur das Blaue vom Himmel herunterholt - und mir fällt sowas auf, dann wird er mit solchen Kommentaren meinerseits rechnen müssen.
Wenn ich über eine Thema, oder spezifischer, über einen betimmten Kulturkreis keinerlei bzw. nicht hinreichend Informationen habe, dann halte ich die Klappe und verzapfe keinen Unsinn. So einfach ist das!

Dass es in der Türkei Beschneidungen gibt, kann man zB hier nachlesen.
Falls es deiner Aufmerksamkeit entgangen ist - es geht um die Beschneidungen von Mädchen. :rolleyes:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch in Deutschland türkische Zeitungen gibt.
Hast du zwei Sekunden darüber nachgedacht, wie das von dir erwähnte Zitat gemeint sein könnte?
Natürlich gibt es in Deutschland auch türkische Zeitungen, seit vier - fünf Jahren sogar alle gängigen, aber das Verhalten eines streng konservativen bzw. religiösen Vaters ist nicht kongruent zu dem von Hajue beschriebenen.

 
Zuletzt bearbeitet:

Hm, ich bin hier zwar kein Mod, aber ich denke, die Diskussion über die kulturellen Unterschiede zw. Deutschland und der Türkei bzw. wie man damit umgeht sollte vielleicht in den KK verlagert werden.

Dieses Posting soll mal rein vorsorglich gelten

 

off-topic-Alarm:

@ Kristin

Stimmt, da geht es nur um die Jungen. Aber lies mal hier nach. Das sollte doch etwas nachdenklich stimmen, vor allem in Bezug darauf, ob wir mit unserer "Toleranz" nicht wider die Interessen der Geschändeten handeln.

Es wundert mich einfach, dass eine Krankenschwester, die die Frau im Rahmen einer Schwangerschaftsuntersuchung kennen gelernt hat nun plötzlich auf der Intensivstation arbeitet

Wo steht, dass die beiden auf der Intensivstation arbeiten? Vielleicht arbeitet nur die eine dort und die andere arbeitet in der gynäkologischen Abteilung?

Mein Passanten-Kommentar bezog sich auf die Tatsache, dass ein Passant dem Polizisten den Weg weist, der Polizeibeamte (der Aische NICHT kennt) dann aber in Ibrahim den Ehemann erkennt.

Das steht im Text aber eindeutig anders und sehr klar:

Ibrahim kam schon von dem Lärm beunruhigt auf die Straße.
„Ist etwas mit meiner Frau?“
„Wie heissen sie denn?“
„Demirbilek. Ibrahim Demirbilek.“

Inwiefern diese Kritikpunkte nicht angebracht sind, würde mich doch sehr interessieren.

Ich möchte nicht den Klugscheißer spielen. Aber wenn ich der Ansicht bin, dass dem Autor Unrecht getan wird, melde ich mich auch mal zu Wort. Natürlich darf, soll, muss harte Kritik angebracht sein. Aber dann sollten die Kritikpunkte Hand und Fuß haben. ;)


@ Hendek

Wenn sich jemand in ein mir äußerst vertrautes Terrain wagt und dabei nur das Blaue vom Himmel herunterholt - und mir fällt sowas auf, dann wird er mit solchen Kommentaren meinerseits rechnen müssen.

Mit Verlaub. Aber der Autor hat ja nicht geschrieben, dass alle muslimischen Türken frauenschlagende Arschlöcher sind, die ihre Tochter zu den bösen Großeltern zwecks Beschneidung schicken, wenn sie sich westlich anziehen. Oder?
Ich verstehe jetzt nicht, wo "das Blaue vom Himmel" heruntergeholt wurde. Ist diese Geschichte völlig unrealistisch? Dass sie schlecht geschrieben und klischeebeladen ist, darüber sind wir uns scheinbar ja einig.

aber das Verhalten eines streng konservativen bzw. religiösen Vaters ist nicht kongruent zu dem von Hajue beschriebenen.

Ich verstehe trotzdem nicht, was das mit der Zeitung zu tun hat.

Aber wir wollen uns nicht streiten, sondern ganz doll lieb haben, okay? :)

 
Zuletzt bearbeitet:

Hey Rainer, der Autor braucht auch gar nicht(s) zu pauschalisieren, es reicht, wenn er allgemein Blödsinn schreibt.

Ich verstehe jetzt nicht, wo "das Blaue vom Himmel" heruntergeholt wurde.
Genau das ist der Punkt. Weil hier eben so viele sind, die das nicht verstehen und auch nicht differenzieren können, aber trotzdem ihren Senf ablassen müssen.

Übrigens, ist dir aufgefallen, dass du dir selbst widersprochen hast?

Ich streite mich nicht. Ich gehe nur nicht konform mit dem Geschreibsel mancher Autoren und Kritiker.

 

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