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Jahrestag

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05.04.2003
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Jahrestag

Jahrestag

Sie hatten sich auf diesen Jahrestag eigentlich sehr gefreut. Seit fünf Jahren kannten sie sich jetzt, liebten sich und hatten viel miteinander unternommen. Jeder hatte zwar seine eigene Wohnung, aber die meiste Zeit verbrachten sie zusammen in ihrer Wohnung. Das war ja auch viel einfacher, hier kannte sie sich aus, kannte ihre Waschmaschine, ihr Bügeleisen und alle ihre anderen Haushaltsgeräte. So konnte sie sich um seine Wäsche und auch um sein leibliches Wohl kümmern. Ganz selten übernachtete sie bei ihm.

Doch für ihn war seine Wohnung seine Fluchtburg. Hierhin zog er sich zurück, wenn er glaubte mal wieder alleine sein zu wollen. Und das kam in letzter Zeit häufig vor.

Doch jetzt stand dieser Jahrestag an, fünf Jahre Gemeinsamkeit. Er wußte, daß sie sich sicher etwas besonderes davon erhoffte. Vielleicht einen Heiratsantrag. Er war sich nicht sicher. Er war sich auch nicht sicher ob er das überhaupt wollte. Sich lieben und zusammen sein war eine Sache, aber sich binden war doch ein gewaltiger Einschnitt in sein bisher so schönes Leben. Er liebte sie, sie passten so gut zusammen und hatten so viele Gemeinsamkeiten. Er wußte nicht was er tun sollte.

Und dann war er da dieser besondere Tag. Sie hatte darauf bestanden zu Hause zu essen und sie hatte sich sehr viel Mühe gegeben. Er hatte ihr einen großen Strauß roter Rosen mitgebracht.

Nun standen sie sich mit einem Glas Champagner gegenüber. Er wollte sie an sich ziehen und küssen, doch sie schob ihn sanft zurück, hob das Glas, sah ihn an und sagte: „So sollte man eine Liebe beenden, wenn man merkt, daß sie zur Routine wird und ein wenig langweilig. Laß` uns unser Abschiedsessen geniessen.“

Sie setzte sich an den schön gedeckten Tisch und forderte ihn auf, der eindeutig etwas dumm schaute, sich auch zu setzen.

 

Hi Helga,

eine kurze, schöne Geschichte mit überraschendem Ende! Gefällt mir sehr gut! :) Ich hab ein wenig schmunzeln müssen, weil ich damit nun wirklich nicht gerechnet habe... :) So ganz frei nach dem Motto; "Man sollte aufhören, wenn es am Schönsten ist..."... :D

Coole Story!

Griasle,
stephy

 

Hi stephy,
freut mich, daß Dir meine Story gefallen hat.
Ich lege immer wert darauf, meine Kurzgeschichten auch wirklich kurz zu schreiben.
Demnächst kommt was Neues.
Gruß Helga W.

 

Hallo Helga,

das ist bestimmt die einundfünfzigste Art jemanden zu verlassen. Jedenfalls hat Paul Simon diese in seinem Lied nicht beschrieben.
Ich finde es schön, wie du die gängigen Klischees der jahrestagvergessenden Männlichkeit umschiffst, um zu einer wirklich lakonischen Pointe zu kommen.


Laß` uns unser Abschiedsessen geniessen

da werden ss und ß genau andersherum gesetzt.
Lass uns unser Abschiedsessen genießen

Auch ist dieser Satz eine Aufforderung, die eines Ausrufezeichens bedarf.

Lieben Gruß, sim

 

Hallo Helga!
ich wusste erst nicht vorauf du hinaus wolltest. Ich dachte erst, er macht ihr auf jeden Fall einen Heiratsantrag, und sagte dann zu mir: oh wie langweilig, dass ist ja jetzt schon klar, wie langweilig.
Aber das Ende gefällt mir sehr gut.

Ein paar kleine Anmerkungen habe ich aber, du fängst den zweiten und dritten Absatz beide mit 'Doch'.

Doch für ihn war seine Wohnung seine Fluchtburg.
Hier verwendest du auch kurz hinter einander das Wort 'seine'.
Hier vielleicht anstatt 'doch' 'aber' nehmen. Zum Beispiel: "Für ihn aber war seine Wohnung eine Fluchtburg."

Er liebte sie, sie passten so gut zusammen und hatten so viele Gemeinsamkeiten. Er wußte nicht was er tun sollte.
Beide Sätze fängst du mit 'er' an. Im zweiten Satz kommt nach dem 'nicht' ein Komma.
Du könntest schreiben: "Er liebte sie, sie passten so gut zusammen und hatten so viele Gemeinsamkeiten. Dennoch war ihm nicht klar, was er tun sollte."

Er wußte, daß sie sich sicher etwas besonderes davon erhoffte
Ich bin mir nicht sicher, ob du die alte Rechtschreibung nimmst. Wenn nicht heißt es 'dass'.

Er war sich nicht sicher. Er war sich auch nicht sicher ob er das überhaupt wollte.
Wieder beide Sätze mit 'er' angefangen. Außerdem verwendest du in beiden Sätzen 'war sich nicht sicher', das ist eine unschöne Wiederholung. Aber ich muss gestehen, momentan weiß ich auch nicht, wie du das am besten ändern könntest. Ich denke noch mal darüber nach und sage es dir dann.
Im zweiten Satz kommt nach dem 'sicher' ein Komma.

Er wußte nicht was er tun sollte.
Nach dem 'nicht' ein Komma.

So, das wars aber auch.

bye und tschö

 

Hi moonshadow,
Rechtschreibung ist so eine Sache für sich. Der Nachteil beim Computerschreiben ist eigentlich die Schlodderigkeit, mit der man schreibt. Man übersieht vieles.
Trotzdem, danke. Helga W.

 

Hi sim,
vielen Dank für die Kritik. Meine Kurzgeschichten sollen mir Freude machen und wenn es ein Medium, wie das internet gibt, um sie zu veröffentlichen, mache ich es einfach.
Da schleicht sich dann schon der eine oder andere Fehler ein.
Gruß Helga W.

 

oh Helga, ich hoffe du hast meine Kritik nicht missverstanden. Mir kam zum Ende schmunzelnderweise wegen der gelungenen Überraschung einfach das Lied "fifty ways to leave your lover" von Paul Simon in den Sinn. Der Satz war also nicht im entferntesten negativ gemeint.
Für die Rechtschreibfehler musst du dich nciht rechtfertigen oder entschuldigen. Ich habe hier noch niemanden erlebt, der es schafft, eine Geschichte ohne Fehler zu posten, und ich mache, wenn sie mir auffallen, nur darauf aufmerksam, weil ich mich freue, wenn man mich auf meine aufmerksam macht. Ich suche allerdings nicht extra danach, obwohl ich denen, die sich auch diese Mühe machen sehr dankbar bin.

Liebeb Gruß, sim

 

Hallo Helga,

eine nette, kleine Geschichte für zwischendurch, mit einer unerwarteten Pointe hast Du geschrieben. Besonders gefallen hat mir, wie Du zuerst ein typisch weibliches Klischeebild von Deiner Protagonistin entwirfst - sie ist nicht etwas deshalb gerne in ihrer Wohnung, weil sie es sich dort richtig gemütlich gemacht hat, oder weil die Wohnung voller liebgewordener Gegenstände ist, sondern weil sie da ihr Bügeleisen, ihre Waschmaschine und ihre Haushaltsgeräte kennt. (Beim Lesen mußte ich seufzen. :))
Man rechnet also überhaupt nicht mit der Art, wie sie eine langweilig gewordene Beziehung beendet. Sehr schön!

Die Kommasetzung solltest Du noch einmal überprüfen. Nur ein Beispiel:
"Sie hatte darauf bestanden (Komma!) zu Hause zu essen.."

Liebe Grüße
Barbara

 

Hallo Helga,

ich weiß nicht, ob ich die Geschichte gut finden soll. Doch, eigentlich ist sie gut. Der Mann tut mir nur so schrecklich leid... irgendwie... warum ist die Frau denn so kühl auf einmal? Es wurde doch vorher mit keinem Wort erwähnt, dass sie unglücklich sind. Oder habe ich da was verpasst?
...bin irgendwie verwirrt...

 

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