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Ich hatte mal ein weisses Pferd

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12.04.2003
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Ich hatte mal ein weisses Pferd

Der Regen hat Angst vor der Erde. Vor dem Trockenen. Deswegen kommen ur oft die Straßenwäscher bevor es regnet. Sie arbeiten für den Regen. Sie machen die Strassen nass für ihn, damit er keine Angst haben muss.


Nicht die, die mag ich nicht. Erzähl eine Andere.


Ich hatte einmal ein weißes Pferd. Es konnte fliegen. Es war ein entlaufenes Aeroflot-Pferd. Es hieß Ario Doppelmembran Hausübung. Es trug mich überall hin. Zu den Elefanten und zu den Turnschuhkindern, zu den Dicken und zu den Ballnähern.

Einmal waren wir am Schottentor in Wien, und eine Frau weinte. Sie war gerade blind geworden. Wir konnten ihr nicht helfen. Nicht wirklich. Wir sagten, ok, na dann gehen wir für sie einkaufen.

Im Laden waren viele Leute. In der Schlange vor uns war ein etwas dümmlicher junger Bauarbeiter. Er trug viele Getränke in seinen Armen. Er litt offensichtlich, weil es schwer war und seine Arme brannten. Jemand hatte sie angezündet. Ich löschte das Feuer und half ihm mit den Getränken. Er bedankte sich und dann hatten wir uns nichts mehr zu sagen.

Die blinde Frau bedankte sich auch und lud uns zu sich ein für Samstagabend. Wir gingen dann hin, mit einem etwas mulmigen Gefühl allerdings. Aber es war schön und wir tranken Pfirsicheistee mit Erdbeeren. Ihre Freunde waren leckere geschmeidige Menschen.

Dann passierte etwas dermaßen furchtbares, dass es einfach nur dermaßen furchtbar war. Die Armee der Finsternis kam herbei geflogen auf Mutanten aus frisierten Kopiergeräten und Sumpfkuhkettensägen. Sie metzelten und massakrierten fast alle. Nur mich nicht.

Verstört und am Ende meiner Menschlichkeit trug ich den Kopf von Ario Doppelmembran Hausübung in meinen dicken Armen. Ich weinte. Ja, tatsächlich - ich weinte.

Aber niemand konnte mir helfen. Ario Doppelmembran Hausübung sollte von den Geiern der Finsternis gegessen werden. Seinen Kopf verkaufte ich dann. Für das Geld kaufte ich mir ein Schwert, welches drei Meter Lang war. Nach drei Tagen ging in noch mal ins Geschäft und tauschte es um, gegen zwei Krummsäbel.

Dann ging ich weit weg, ins Land der Würste. dort gab es einen Tunnel der ins Reich der Finsternis führte. ich baute die größte Taschenlampe der Welt und nahm sie mit auf meine Letzte Reise. Nun war sie gekommen, die Zeit der Rache.

Ich ging durch den Tunnel und dann war ich im Reich der Finsternis. Ja, dort. ich sagte zu den Arschlöchern, bringt mich zu eurem Häuptling. Sie verstanden kein Wort und holten einen Übersetzer. Der hieß Philipp Möhrwald und war ein gesund gewordener Psychopath und Trottel.

Ich hackte ihm schon mal den Kopf ab. Dann leuchtete ich das Reich der Finsternis einfach aus und das Böse verbrannte.

Danke du Spinner, du lieber lieber Spinner. Sie küsste mich auf die Wange, und es fühlte sich doch irgendwie gut an.

 

Schräg! Skurril! Abgefahren! Grandios!

Ich hätte gern mehr davon. Und etwas mehr Handlung.
Du bist sehr sparsam mit deinen Worten, und das ist gut so, weil so keiner von deinen Sätzen doppelt oder überflüssig ist. Das ist schon ein kleines Kunststück.

Was ich mir dennoch wünsche: Warum kommt die Armee der Finsternis? Vielleicht gibt's irgendwo noch eine Heldin? Der Erzähler erzählt ja jemandem die Geschichte. Da wäre es doch schön, wenn sich die Person, der sie erzählt wird, auch darin wiederfindet. Und warum erzählt der Erzähler? Eine Gute-Nacht-Geschichte für eine Tochter, die Angst vor Gewitter hat? Eine Erzählung für eine Geliebte, die große Schmerzen hat und abgelenkt werden muss? Zwei Sätze dazu wären nicht verkehrt.

Und wenn Du die Puste hättest, so einen ganzen Roman zu erzählen - ich würde ihn kaufen! :read:
LG, Nyx

 

hi nyx,

weisst du, ich halt mich lieber zurück mit der erklärung warum was so passiert. manchmal weiss ich es selbst nicht.

aber jetzt, jetzt geh ich den roman schreiben!

grüsse an die füsse,
harkhov der pustige.

 

Hi, deine bisher beste Geschichte, eindeutig. Allerdings mit einigen unüblichen Flüchtigkeitsfehlern, die du aber selber finden wirst, gell?
Erklärungsversuche unnötig, da Geschriebenes unterschiedlich wirken wird. Um was geht es? Ist das wichtig? Genau...
Gruß

 

Hat mir auch ganz gut gefallen. Besonders der Erzählstil. Einfach und man muss beim Lesen nicht nachdenken. :D War eben von einem Trottel erzählt.
Hat mich Teilweise an meine Bluttrilogie erinnert. Die frisierten Kopiergeräte etc.
Was Gutes für zwischendurch, aber das mit dem Roman lass mal, das hält man als Leser nicht lange durch. ;)

 

he, die geschichte war doch gar nicht von einem trotel erzählt. der übersetzer aus der geschichte ist ein trottel aber der machts ja nicht lange.

 

Ja, bei der Geschichte hat man sofort ein Bild im Kopf, das es erlaubt den Rest des Textes zumindest hinzunehmen/einzuordnen. Ich behaupte jetzt einfach mal: Du hast bis jetzt nur positive Kritiken, weil alle wenigstens eins verstehen: Jemand erzählt jemandem eine Geschichte. Darauf aufbauend gibt es sogar einen Helden/Antihelden. Dem passiert etwas Schlimmes und er rächt sich dafür.

Tja, die Rahmenhandlung, sowie das Gerüst der erzählten Geschichte sind klar. Aber wieso macht sich kein xxx die Mühe was zu interpretieren? Ich weiß es nicht...

Interessant finde ich den Wechsel der Erzählungen. Der Anfang wirkt wie eine melancholisch-romantische Geschichte. Wird aber abgelehnt. Stattdessen wird eine typisch aufgebaute Geschichte mit plötzlicher Disharmonie und konsequenter Lösung erzählt. Die dem Erzähler einen liebevollen "Spinner" und einen Kuss einbringt. Für mich bestimmt eine Tusse, die zuhört. Wer belohnt und fordert denn sonst so?

Er erzählt eine Standardstory mit viel Blut, viel Action, viel Schmerz. Einfach gestrickt, aber immer gut.

Also nein, ich möchte lieber die Regengeschichte hören. Erzählst Du sie mir mal?

 

ich wollte auch sagen, dass du damit recht hast was du geschrieben hast. die zuhörerin ist nicht gut für den erzähler. ich glaube das kommt nihct so wirklich rüber, da schau ich noch.

 

Für mich kommt es sehr gut rüber. Man muss eben beim Lesen mitdenken. Und ob der Leser das tut bleibt ihm selbst überlassen, das ist natürlich klar. Jedoch bleibt dem Autor auch überlassen, ob er dem Leser das abverlangt.

Brauchst diesbezüglich nicht mehr schauen, Deine Leser müssen nur hinschauen.

 

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