Was ist neu

(Hotel) Foyer

Mitglied
Beitritt
10.03.2012
Beiträge
5
Zuletzt bearbeitet:

(Hotel) Foyer

Milo sah sie schon durch die verglaste Tür der Hotellobby. Sie stand am Eingang und war dabei, eine Zigarette zu rauchen. Irgend eine Slim Line-Marke wahrscheinlich. Sie ist eine von den speziellen Typen, die Milo im Laufe seines Lebens zu unterscheiden gelernt hat. Dafür hat er mittlerweile ein sehr gutes Auge. Er beobachtet sie und rechnet seine Chance aus, sie später noch ansprechen zu können. Er vermutet, dass sie nach oben gehen wird, um sich frischzumachen. Danach wird sie die Hotelbar besuchen. Er hofft, dass sie eine Dusche nimmt, denn er weiß, dass sich so seine Chancen verbessern würden, sie mit aufs Zimmer zu nehmen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen, die eine Dusche nehmen, bevor sie eine Hotelbar aufsuchen, statistisch gesehen eher dazu bereit sind, ihn auf sein Zimmer zu begleiten als diejenigen, die nicht duschen. Milo hat den Zusammenhang nie verstanden. Er hatte sie schon beim Frühstück gesehen und ein Lächeln von ihr bekommen. Es sieht gut für ihn aus.

Milo hat im Laufe der Zeit eine ganz eigene Philosophie über das Leben in Hotelbars, Lobbys und Foyers entwickelt und ist der festen Überzeugung, dass dies eine Parallelwelt ist, in der ganz eigene Regeln gelten. Er hat diese besondere Atmosphäre lieben gelernt und wollte an manchen Tagen nirgendwo anders sein als in irgendeiner verdammten Hotelbar irgendwo auf der Welt.

Er überlegt sich, was sie wohl interessieren könnte, und ob sie vielleicht über ihre Arbeit sprechen will. Da sie keinen Schmuck trägt und ihre Kleidung offensichtlich teuer ist, vermutet er, dass sie eine Geschäftsfrau ist. Möglicherweise eine erfolgreiche. So ganz genau kann man das aber nie sagen. Vielleicht Künstlerin, oder einfach nur reich, aus welchen Gründen auch immer.

Milo versucht stets, Gespräche über die Arbeit zu vermeiden, weil es unweigerlich dazu führt, dass er auch nach seiner eigenen gefragt wird. Seine Arbeit macht er selten zum Thema, und er wüsste auch nichtmal, wie er seinen Job angemessen beschreiben könnte. Tatsächlich kennt er niemanden, der einen solchen Job in dieser Weise macht. Was nicht bedeutet, dass er der Einzige ist. Am Anfang hat er viel darüber nachgedacht und sich mit der Frage gequält, ob sein Job etwas Normales sei, das im Grunde jeder machen könnte, der sich nur damit beschäftigt. Nach mittlerweile acht Jahren denkt er einfach nicht mehr darüber nach.

Damals hatte er für eine Computerfirma im Industriebereich programmiert und war viel unterwegs. Später hatte er auch komplette Projekte betreut, weil er mit den Kunden stets gut auskam und seine Kunden sich bei ihm besonders verstanden fühlten. Das sagte zumindest sein Chef. Eines Abends hatte er einen Geschäftstermin für ein neues Projekt, in einer Hotelbar. Er war eine halbe Stunde zu früh zum Termin erschienen und sah, dass seine Auftraggeber noch in einem Gespräch mit anderen Leuten waren. Russen, wie er vermutete. Sein Chef war auch dabei. Er mochte die Russen in diesem Geschäft nicht, weil sie seinem Arbeitgeber das Leben schwer machten, indem sie Preise anboten, gegen die niemand ankam. Er mochte seinen Chef und wünschte sich, dass er bei den Verhandlungen Erfolg hat. Milo hätte sich nie selbst gefragt, woher er wusste, dass es um Verhandlungen ging.

Nachdem er dann sein Gespräch beendet hatte, hing er, wie meistens, den ganzen Abend an der Hotelbar. Milo hat auf diese Weise schon tausende von Leuten kennengelernt, meistens Geschäftsleute, die irgendwelche Termine hatten und viel reisten. Milo saß an der Bar und bestellte sich gerade einen Bloody Mary, als sich jemand - ein Russe - neben ihn an die Bar setzte. Er hatte ihn ein paar Stunden zuvor mit seinem Chef und seinen Kunden zusammen an dem Tisch sitzen sehen. Der Russe fing ein Gespräch an und Milo fand, dass er freundlich war. Da sie in derselben Branche tätig waren, kamen sie auf die Arbeit zu sprechen und diskutierten die Marktlage ihrer Produkte. Milo sprach von den Produkten der Russen und brachte seine eigenen Beurteilungen ein. Bei einem Produkt sah ihn der Russe entgeistert an, brach das Gespräch ab und ging wortlos. Er konnte nicht sagen wie, aber er konnte aufgrund der wenigen Gesprächsfetzen, die er von der Gesprächsrunde mit den Russen mitbekommen hatte, bis ins Detail rekonstruieren, worum es in dem Gespräch ging. Und in dem ging es um ein Produkt, welches noch gar nicht existierte.
Am nächsten Morgen bekam Milo einen Anruf von seinem Chef, der ihn fragte, wie er an diese Informationen gelangt sei. Die Russen hatten postwendend einen Anwalt mobilisiert, der gerade dabei war, ihm den Arsch aufzureißen. Die Teilnehmer des abendlichen Gesprächs hatten ein NDA vereinbart und durften nicht mit anderen darüber sprechen. Milo war verblüfft und erklärte seinem Chef, er habe nur darüber gesprochen, was er von dem Gespräch mitbekommen hatte. Sein Chef glaubte ihm. Milo hatte ihn nie belogen, aber er müsse die Konsequenzen tragen, und dazu gehörte auch, Milo auf der Stelle zu entlassen.

Ein paar Tage später hatte ihn der Russe angerufen, mit dem er in der Hotelbar gesprochen hatte. Der Russe hatte durch einige Recherchen über Milo herausgefunden, dass dieser scheinbar ein Talent dafür besaß, immer ziemlich genau zu checken, worüber Leute sprachen. Nun, der Russe machte sein Geschäft genau damit: Dass er immer irgendwie wusste, was Leute, wichtige Leute, so redeten.

Er wollte sich mit ihm treffen und mit ihm über einen Job reden. Milo hatte gerade seinen Job verloren und dachte sich, er wolle zumindest mal hören, was der Russe zu sagen hatte. Als er die Lobby betrat, sah er den Russen an einem kleinen Tisch sitzen. Die Lobby war nicht sonderlich gut besucht, und unweit des Russen saßen ein paar Araber und, wie Milo vermutete, ein paar Deutsche, die Tee tranken und sich auf englisch unterhielten. Der Russe sah ihn hereinkommen und winkte ihn zu sich an den Tisch. Er sah müde aus und nervös. Trotzdem waren seine Augen hellwach und machten den Eindruck, als wenn er dringend weit weg wollte. Sie machten ein bisschen Smalltalk und der Russe rang sich sowas wie eine Entschuldigung dafür ab, dass er seinen Job verloren hatte und das alles irgendwie ein seltsames Missverständnis gewesen war. Der Ausdruck des Russen änderte sich plötzlich, und er sah ihn ernst an. Er fragte Milo, ob der die Männer am Tisch in der Nähe verstehen könne. Der Russe bat Milo darum, den Leuten mit dem Tee zuzuhören. Und ob er ihm dann sagen könne, was sie sagten. Milo war verblüfft. Und tat es dann einfach. Er konzentrierte sich und hörte zu.

Wenn Milo sich konzentriert und zuhört, passiert etwas. Denn wenn er zuhört, stellen sich Worte und Teile von Worten als Bilder dar und er ist in der Lage, diese Bilder in seinen Gedanken zu bewegen, zu verschieben, neu anzuordnen und miteinander zu verbinden. Er sortiert doppelte aus und macht von anderen Kopien. Er sieht, was Menschen reden. Er sieht die Worte wie Puzzleteile, und er sieht ein Gespräch, dem er folgt, wie ein Puzzle, in dem Teile fehlen. Ab einer für ihn ausreichenden Zahl von Bildern kann er die Teile zu einem großen Bild zusammenfügen. Lücken füllen sich durch den Kontext von dem, was er bereits gesehen hat.

Er hat sich nie Gedanken darüber gemacht, wieso er das kann. Er hat sich nichtmal Gedanken darüber gemacht, ob man sich darüber Gedanken machen sollte. Er funktioniert ganz einfach eben so. Er hat es schon immer als gegeben angesehen. Er hat, seit er denken kann, immer sehr gut Bilder in seinem Kopf vervollständigen können. Allerdings funktioniert das nur, wenn er Menschen sprechen hört. Er kann sich kein ein Bild aus Schrift oder anderen Bildern machen. Er kann ironischerweise unglaublich schnell lernen, wenn ihm jemand nicht alles erzählt. Und dass niemand einem alles erzählt, ist für Milo eine unanfechtbare Konstante in der Welt. Wahrscheinlich kam es ihm deswegen nie ungewöhnlich vor: Die Wahrheit, die unablässig zu jedem Menschen durchdringen will, wird mit allen Mitteln bekämpft. Richtig klar wurde ihm das, als er ein paar Jahre bei einer englischen Zeitung gearbeitet hatte. Er betrachtete diese Eigenschaft als einen natürlichen und notwendigen Schritt gesellschaftlicher und sozialer Evolution.

Der Russe beobachtete ihn und fischte sich eine Zigarette aus einer Papierpackung. Er zündete sie sich mit Streichhölzern einer Berliner Spedition an. Milo fragte sich, was der Russe wohl für einen Transport organisiert haben mochte.

Milo hatte sich eingerichtet und folgte dem Gespräch der Männer am Nachbartisch. Er bekam das meiste nur als Wortfetzen mit. Er hätte die allermeisten Wörter nichtmal wiederholen können, da sie in der phonetischen Erscheinung, mit der sie in sein Innenohr eintraten, absolut keinen seiner Sprache bezüglichen Sinn ergaben. Bei Milo formten sich jedoch diese Bilder und Muster, die sich teilweise wiederholten. Am Anfang kreisten diese Sprach- und Bilderfetzen in einer Art Vakuum, schwerelos, ohne ein erkennbares Zentrum. Mit der Zeit - und je mehr es wurden - bildeten sich komplexere Muster heraus und es entstand ein Bezugspunkt. Ein Zentrum, um den die Fetzen zu kreisen schienen. Der Russe sagte kein Wort, zündete sich eine weitere Zigarette an und versuchte sich sichtlich krampfhaft zu entspannen. Er bestellte sich einen Vodka und für Milo einen Bloody Mary (er konnte sich daran erinnern, dass Milo sich einige davon an dem besagten Abend bestellt hatte).

Milo hatte indessen Spaß an diesen Sachen. Er machte es irgendwie ständig, aber unbewusst. Für ihn war es normal, aber als der Russe ihn darum gebeten hatte, es ganz bewusst zu tun, war es irgendwie intensiver. Die ganze Sache dauerte ungefähr drei Stunden, als sich die Gruppe am Tisch in der Nähe aufzulösen begann.

Der Russe wollte wissen, was er gehört hatte. Milo erzählte ihm nicht, was er gehört hatte, sondern beschrieb ihm das Bild, welches sich in seinem Kopf geformt hatte. Der Russe machte sich Notizen. Milo sah, dass er Steno schrieb. Er wollte jedes Detail wissen, an das er sich erinnern konnte. Nach fünfzehn Minuten hatte der Russe eine ziemlich exakte Version dessen, was Milo gehört, also irgendwie gesehen hatte. Der Russe gab noch einen Bloody Mary aus und verabschiedete sich. Sie vereinbarten einen Termin am nächsten Morgen und der Russe bot ihm an, für ihn zu arbeiten. Was er tun sollte, hatte er jedoch nicht gesagt.

Dieses Spiel geht schon seit Jahren genau so. Milo bekommt Geld dafür, dass er sich in die Nähe irgendwelcher Leute setzt, meistens in Restaurants, Hotelbars oder, wenn’s sein muss, auch in die U-Bahn in irgendeiner verdammten Stadt, und dem Russen seine Bilder beschreibt. Er weiß nie so wirklich, worum es im Großen und Ganzen dabei geht, und er ist sich mit sich einig, dass es auch besser so ist. Den Namen des Russen hat er bis jetzt auch nicht wissen wollen.

„Guten Abend, darf ich mich zu Ihnen setzen?”

Ihre Haare sind noch nicht getrocknet.

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Milgrim, willkommen auf KG.de!

Wegen der zahlreichen Fehler wurde Deine Geschichte aus Seltsam ins Korrekturcenter verschoben. Hier hast Du Zeit, den Text zu verbessern.

Die folgenden Beispiele sollen Dir verdeutlichen, was ich meine. Aus dem Fetten geht hervor, was falsch ist und wie es richtig wäre. Blau sind Links zu Seiten, die Dir bei der Überarbeitung helfen können.

Milo sah sie schon durch die verglaste Tür der Hotellobby. Sie stand am Eingang und war dabei Komma eine Zigarette zu rauchen, irgend eine Slim-line-Marke wahrscheinlich. Sie ist eine von den speziellen Typen, die Milo im Laufe seines Lebens zu unterscheiden gelernt hat - dafür hat er mittlerweile ein sehr gutes Auge. Er beobachtet sie und rechnet seine Chance aus, sie später noch ansprechen zu können. Er vermutet Komma dass sie nach oben gehen wird Komma um sich frischzumachen. Danach wird sie die Hotelbar besuchen. Er hofft Komma dass sie eine Dusche nimmt, denn er weiß Komma dass sich so seine Chancen verbessern würden, sie mit aufs Zimmer zu nehmen.
Im Folgenden sind die Bezüge kaputtgeschachtelt:
Er hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die eine Dusche nehmen, bevor sie eine Hotelbar aufsuchen Komma eher zu der Kategorie gehören, bei denen der Verlauf des Abends weitaus offener ist kein Komma als bei anderen. Er hatte sie schon beim Frühstück gesehen und ein Lächeln von ihr bekommen. Es sieht gut für ihn aus.
Ganz verzäunigt, grammatisch und stilistisch Wurstsalat. Die Erfahrung gemacht, dass Menschen zu einer Kategorie gehören, bei denen der Verlauf offener ist als bei anderen: Uff?
Sowas kannst Du viel einfacher viel besser ausdrücken: Menschen, die duschen, bevor sie in die Bar gehen, sind eher zu Abenteuern bereit. Eine, die duscht, bevor sie in die Bar geht, will auch hinterher *Wort einsetzen*, sowas in der Art willst du wohl sagen, aber in dem Satz da verheddert sich der Leser nur. So Dinger hast Du etliche drin.
Milo erzählte ihm nicht,
was er "gehört" hatte,
Formatierung: Immerhin die vielen falschen Zeilensprünge sind ganz leicht zu reparieren. :)

Die Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung sind hier mit vielen Beispielen nachzulesen. Auch die Kommaregeln solltest Du Dir genauer ansehen.
Das/dass ist ganz oft verkehrt. Hier kannst Du den Unterschied nachlesen und für immer verstehen und Dir merken.
Hier steht alles über Groß- und Kleinschreibung.

Alle Änderungen kannst Du direkt im Geschichtsfeld vornehmen: Über den roten Bearbeiten-Knopf rechts unter dem Text.

Bei Fragen oder nach Abschluß der Korrekturarbeiten schreib mir oder Tserk eine Nachricht. Sobald der Text fehlerfrei ist, schieben wir ihn in die Ursprungsrubrik zurück.

Viel Erfolg!
Makita.

 

Alles klar. Danke. Einige Änderungen hab ich bereits gemacht. Der Rest folgt die Tage.

 

Hallo Milgrim

Er hofft, dass sie eine Dusche nimmt, denn er weiß, dass sich so seine Chancen verbessern würden, sie mit aufs Zimmer zu nehmen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen, die eine Dusche nehmen, bevor sie eine Hotelbar aufsuchen, statistisch gesehen eher dazu bereit sind, ihn auf sein Zimmer zu begleiten als diejenigen, die nicht duschen.

Hier verdoppelst du die Aussage mit dem Duschen, was mir überflüssig erscheint. Von der Schlussfolgerung her zögere ich etwas, sie einfach als gegeben, hinzunehmen. Es klingt sehr nach Macho, wie er seine Chancen statistisch bewertet, bei dieser Frau zu landen. Hygiene ist eine kulturelle Errungenschaft und bestimmt kein zwanghafter Auslöser zur Promiskuität. Wobei Letzteres, das Erstere durchaus empfehlenswert erschein lässt. :D

Er hat dieses besondere Flair lieben gelernt und wollte an manchen Tagen nirgendwo anders sein als in irgendeiner verdammten Hotelbar irgendwo auf der Welt.

Hier wäre Atmosphäre statt Flair die treffendere Wortwahl, oder wenn diese Stimmung dem Französischen entlehnt sein soll, Ambiente angezeigt. In der deutschen Sprache wird es zwar als synonym angenommen, doch verwendet man Flair nach meinem Empfinden korrekter für Gespür.

Er mochte seinen Chef und wünschte sich, dass sein Chef Erfolg bei den Verhandlungen hat. Milo hätte sich nie selbst gefragt, woher er wusste, dass es um Verhandlungen ging.

Chef … Chef, dies ist eine unweigerliche Stolperfalle für den Leser. Besser wäre das zweite Wort Chef zu ersetzen, beispielsweise: … dass dieser Erfolg bei den Verhandlungen hat. Den zweiten Satz würde ich streichen, denn er erscheint mir völlig unwichtig und einzig als Füllmaterial dienend.

So nun zur Geschichte insgesamt. Ich war erst etwas enttäuscht, da sich die Geschichte völlig vom ersten Absatz wegbewegte und auf ein ganz anderes Thema einschwenkte, was für eine Kurzgeschichte an sich nicht Sinn macht. Doch am Schluss war mir klar, als du diese Frau erneut benutztest, es ging dir darum, die Stimmung einer gediegenen Hotelbar zu vermitteln. Für mich nicht ganz so gelungen, aber durchaus tragbar.

Am Thema der Kerngeschichte fand ich Gefallen. Die fiktiv überzeichnete Fähigkeit, welche du Milo zuschreibst, gibt ihr einen Reiz. Wenngleich bildhaftes Denken an sich eine simple Gegebenheit ist, die jeder Mensch in sich hat und trainiert werden kann, wenn auch nicht unbedingt puzzlelösend.

Vom Stil her könntest du nochmals daran feilen. Insbesondere in der ersten Hälfte liest es sich hölzern. Später hatte ich den Eindruck, es sei im Lesefluss angenehmer geworden, du hättest dich da sicherer gefühlt. Anhand der gezeigten Beispiele kannst du dir ja vielleicht Gedanken machen, oder nimm dir ein Buch eines Autoren, dessen Schreibweise dich fesselt und lass dich von seiner Schreibtechnik etwas beeinflussen.

Doch insgesamt habe ich deine Geschichte gern gelesen, auch wenn ich mir da als Leser inhaltlich und in den Formulierungen noch etwas Schliff wünschte.

Schöne Grüsse

Anakreon

 

Hallo Anakreaon

Hier verdoppelst du die Aussage mit dem Duschen, was mir überflüssig erscheint. Von der Schlussfolgerung her zögere ich etwas, sie einfach als gegeben, hinzunehmen. Es klingt sehr nach Macho, wie er seine Chancen statistisch bewertet, bei dieser Frau zu landen. Hygiene ist eine kulturelle Errungenschaft und bestimmt kein zwanghafter Auslöser zur Promiskuität. Wobei Letzteres, das Erstere durchaus empfehlenswert erschein lässt.

Ich finde die Verdoppelung an dieser Stelle noch tragbar. Als einen Macho sehe ich die Figur allerdings nicht. Er denkt lediglich über seine Erfahrungen nach :)

Hier wäre Atmosphäre statt Flair die treffendere Wortwahl, oder wenn diese Stimmung dem Französischen entlehnt sein soll, Ambiente angezeigt. In der deutschen Sprache wird es zwar als synonym angenommen, doch verwendet man Flair nach meinem Empfinden korrekter für Gespür.
Das stimmt. Atmosphäre passt hier wirklich viel besser.

Chef … Chef, dies ist eine unweigerliche Stolperfalle für den Leser. Besser wäre das zweite Wort Chef zu ersetzen, beispielsweise: … dass dieser Erfolg bei den Verhandlungen hat. Den zweiten Satz würde ich streichen, denn er erscheint mir völlig unwichtig und einzig als Füllmaterial dienend.
Chef ist eindeutig doppelt.

Danke für deine Kritik :)

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Zurück
Anfang Bottom