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Herr Butterblume schafft sich einen Fuchs

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12.02.2004
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Herr Butterblume schafft sich einen Fuchs

In seiner Wissbegier gelang es dem Kaninchen, kurz nach 15 Uhr ins Innere des Naturhistorischen Museums einzudringen. Unbehelligt hoppelte es an der wachsamen alten Dame an der Kasse vorbei, als diese gerade versuchte, einer Gruppe spanischer Touristen die Vorzüge des großen Museumsführers in Farbe zu erläutern. Die menschlichen Besucher starrten es mit offenen Mündern an, aber da es sie nicht beachtete, ließen sie es ebenfalls in Ruhe. Nur eine Amerikanerin rief aus: „Oh, how cute!“

Als erfahrener Höhlenbewohner schaffte es das Kaninchen irgendwie, sich in der labyrinthischen Anlage zu orientieren. Der Lageplan in der Eingangshalle war gar nicht schlecht. Dort sah es auch zum ersten Mal in seinem Leben einen ausgestopften Elefanten und Saurierskelette aus dem Mesozoikum, Relikte des grobschlächtigen Urzeitlebens. Füße hatten die ärgerliche Eigenheit, überall hinzutreten. Im Aufzug fühlte sich das Kaninchen zwischen Feinstrumpfhosen an Frauenbeinen und scharrenden Halbschuhen recht unwohl. Der Aufzug hielt mit einem Pling! im zweiten Stock. Er entließ alle eilenden und hoppelnden Besucher ins Reich der Säugetiere. Das Kaninchen brauchte lange, zwischen viel zu vielen Vitrinen mit Knochen, Diagrammen und ausgestopften Körpern das Ziel zu finden, doch endlich las es auf einer Plakette: „Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Füchse und wird daher meistens als 'der Fuchs' bezeichnet“.

Hinter Glas stand ein tonnenartiger Körper auf viel zu dünnen Beinen. Der Schwanz war buschig. Die ganze Erscheinung wirkte irgendwie lächerlich. Das Kaninchen hoppelte um die Ecke, um das aus dem Kopf stehende Dreieck des Gesichts genauer anzuschauen: Die Nase glänzte schwarz wie bei einem Teddybären. Das weiße Fell am Bauch reichte bis zu einer seltsam filigranen Schnauze. Die Ohren waren riesig. Schnurrhaare sträubten sich in alle Richtungen. Das hier war ein Fuchs! Nur zwei Details stimmten nicht: Erstens fehlte der infernalische Gestank. Zweitens vermisste das Kaninchen den typischen Ausdruck der Augen. Allein der Gedanke ließ sein Herz rasen. Schon fühlte es den Drang, auf den Boden zu klopfen und laut zu pfeifen!

Das Kaninchen war übrigens ein Männchen und hieß Herr Butterblume.
„Still jetzt!“ sagte Herr Butterblume zu sich selbst, „Du hast es bis hierher geschafft, jetzt bring es auch zu Ende!“
Mit der Akribie eines Technikers nahm er Informationen in sich auf: Es gab einen Längsschnitt durch einen Fuchsbau. Sehr beeindruckend! Es gab auch eine schematische Darstellung des Verdauungstraktes der Füchse, der sie in die Lage versetzte, Mäuse, Kaninchen, Regenwürmer, Rebhühner, Stockenten, Lämmer, Hühner, Gänse, Obst, Aas, Abfall und Kompost zu fressen. Herr Butterblume erfuhr, dass Füchse in Gefangenschaft bis zu vierzehn Jahre alt werden und ein Fuchs (38 Chromosomen) niemals Nachkommen mit einem Hund (78 Chromosomen) haben kann.

Gegen 17 Uhr war er fertig. Er hoppelte unter den Drehkreuzen durch, ließ alle Museumswärter hinter sich und gelangte durch die automatische Eingangstüre ins Freie. Draußen war es immer noch kühl. Herr Butterblume schnupperte in den Wind voller Menschengerüche, Autoabgase und Feuchtigkeit. Sobald kein Auto heranbrauste, überquerte er die Straße und machte sich auf den Weg zurück in den Wald.

*​
Zwei Meter unter dem sandigen Boden am Hang, wo Erlen ihre Wurzeln in die Tiefe bohrten und ganz in der Nähe ein Bächlein vorüberrauschte, war es dunkel. Es roch nach Wärme, Kindern und halbverdautem Gras. Die enge Höhle war erfüllt von hundert Stimmen: Bei jedem Schritt redeten die Bewohner der Kolonie auf Herrn Butterblume ein, ob er Antworten gefunden hatte, was er gesehen hatte, ob er an dem der ganzen Kolonie bekannten Plan festhalten wollte und ob es in der Menschenstadt wirklich so große Karotten gab. Er erreichte die Setzröhre mit seiner Partnerin und den fünf Jungen aus dem letzten Wurf, die sofort um ihn herumwuselten. Und seine Partnerin, sie hieß Holunderblüte, fragte: „Musst du wirklich gehen?“
Im Gang hielten die vielen Anderen etwas Abstand. Aus Respekt. Aber alle dachten, dass Herrn Butterblumes Plan Wahnsinn war und großes Unheil bringen musste. Andererseits war er der Fuchs-Experte. Schließlich hatte er sogar das Naturhistorische Museum besucht.

Welches Unheil konnte so ein langohriger Höhlenbewohner schon anrichten? Welche Kräfte konnte er nutzen? Die Antwort ist: Magie! Sie zog sich wie ein Bodennebel durch den ganzen Wald. Jedem Tier von der Ameise bis zum Zeisig war klar, dass Materie aus demselben Stoff ist wie Gedanken und eine Vorstellung, die beständig im Bewusstsein verweilt, sich unweigerlich materialisiert. Herr Butterblume in seinem Ehrgeiz bastelte seit letztem Sommer in seinen Träumen einen Fuchs, ausgefeilt bis in die kleinste Kleinigkeit, von den Barthaaren bis zum Schwanz. Er wollte nicht irgendeinen Fuchs, er wollte den bestmöglichen. Er wollte den Fuchs zuende denken und ihn der Wirklichkeit aufzwingen.

„Aber warum ausgerechnet einen Fuchs?“, fragte der Älteste der Kolonie, der im ganzen Wald geachtete Herr Hagebutte. Herr Butterblume antwortete mit verstocktem Schweigen. Er wusste es ja selber nicht genau. Es mochte daran liegen, dass das Thema Fuchs ihn immer wieder heimsuchte: der Tod des Vaters und der Mutter, von fünfzehn oder sechzehn Geschwistern, von Vettern und Cousinen und allen Abstufungen von Freunden und Bekannten: jedesmal ein Fuchs! Außerdem war die Aufgabe anspruchsvoll und machte ihm Spaß.

„Aber du musst doch sehen, dass ein neuer und besserer Fuchs viele von uns töten wird. Das steigert unser Problem noch. Es bringt keine Lösung.“
Herr Butterblume schaute Herrn Hagebutte ins mümmelnde Gesicht. Was sollte er gegen ein so primitives Argument einwenden, das nur auf Anwendung und Nutzen abzielte? Er dachte an die grausigen Momente, wenn er die zerfetzten Leichen der von den Füchsen Gerissenen aufsuchte. Jedesmal wenn er aus den Spuren das Geschehen rekonstruierte, stieß er auf eine gewisse Stümperhaftigkeit. Irgendwann hatte er gewusst, dass er selbst es besser konnte. War das nichts? Sollte nicht jeder die Fähigkeiten, die die Natur ihm gab ausbilden, um den Lauf der Welt voranzutreiben?

*​
So kam es, dass Herr Butterblume an einem Tag voller Sonne und Vogelgezwitscher auf die Lichtung hoppelte, wo die Magie am tiefsten war. Hier standen gelbe Farne, die ihm bis über die Ohren reichten. Die Bäume standen ringsum in einigem Abstand, so als machten sie Platz für alle Dinge, die sich zu ihren Füßen abspielten. Herr Butterblume setzte sich in eine Mulde, die von den Seiten her nicht einsehbar war, falls ein Jäger vorüberkam. Hier duckte er sich auf den Boden, legte die Ohren zurück, atmete ruhig und versetzte sich in einen Zustand äußerster Konzentration.

Noch wusste er nicht, ob es klappen würde. Er begann damit, einen beweglichen Rumpf auf viel zu dünnen Beinen zu imaginieren, der sich wand und umherschlich, alles noch aus Luft. Er stellte sich die Schnauze mit den Schnurrhaaren vor, den ganzen Kopf, ein umgekehrtes Dreieck mit großen Ohren, die nach allen Seiten lauschten. Wie mühsam es war, die geträumte Gestalt vom luftigen Raum abzugrenzen! Der Stoff, aus dem die Träume sind, ist wechselhaft und flüchtig!

Er imaginierte ein schlagendes Herz, das Netzwerk der Venen und Arterien bis in alle Verästelungen. Er konnte in Bereiche hineinzoomen, den Fuchs in alle Richtungen drehen, ihn größer und kleiner machen. Wie aufregend und spannend das war! Er gab dem Fuchs Lungen und Blut und Haare und Augen, ein Gedächtnis und Wissen über einfaches wie den Mäusesprung und kompliziertes wie Strategien bei der Jagd auf verschiedene Tiere. All dies strengte Herrn Butterblume sehr an, musste er doch immer darauf achten, dass die Grenze zwischen dem Luftgebilde und der Luft und dem Sonnenlicht und der Wirklichkeit nicht verschwamm. Doch es erfüllte ihn mit tiefer Befriedigung. Er genoss die Ahnung von etwas Großem, etwas Übersinnlichem und der sich nähernden Gefahr.

Am Nachmitag, als die Sonne die langen Schatten der Bäume quer über die Lichtung warf, war es, als erstarrte all das wie Herrn Butterblumes Pupillen, der unbewegt den Himmel fixierte. Ein Ruck ging durch die Szenerie, als würde die Welt ein winziges Stück auseinandergezogen, um Platz zu machen für etwas Neues. Herr Butterblume ließ sich auf den Rücken fallen, als hätte ein Donnerschlag ihn niedergemäht. Er öffnete den Mund, zeigte seine Kaninchenzähne und war müde und erschöpft und selig...

* * *​
Plötzlich war der Fuchs auf der Lichtung. Er sah sich um, als hätte er sich auf einer Bühne in einem Theater voller Zuschauer materialisiert. Seine gelben Augen wanderten umher. Er sah das Kaninchen, das zwischen den Farnen lag, er spürte eine Leere in den Eingeweiden, kurz: Er fiel über das Kaninchen her! Herr Butterblume konnte noch die Augen öffnen und ein Pfeifen des Entsetzens ausstoßen, ehe der Fuchs ihn zerfetzte und sein Blut in alle Richtungen verspritzte. Der Fuchs sah sich noch einmal um, als hätte ihn jemand ertappt. Das weiße Fell am Bauch war ganz von Blut bedeckt. Dann beugte er sich hinunter und fraß seinen Schöpfer auf.

 
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Hallo Berg,

das ist eine der Geschichten, die ich sehr gene aus der Versenkung hole, und die zurecht empfohlen wurde.
Ich wollte schon einen Komm schreiben, als Du sie frisch gepostet hast, aber ... was will man noch zu einem Text sagen, der rundum zu loben ist.

Höchst gelungen, wie Du dem klassischen Sypmathieträger "Kaninchen" (weil knopfäugig und Kuschelfellig) neue Dimensionen verpasst, negative Eigenschaften ohne ihn zum Buhmann zu machen, allzu Menschliches, ohne ihn in eine Rolle zu zwängen, die ihm nicht passt.
Fabelhaft auch die Konfrontation Menschenwelt - Tierwelt, in der beide mit ihren (angedichteten) Eigenarten stehen bleiben dürfen, und keine aus dramturgischen Gründen die Rolle der Dumpfbacke zugeschrieben bekommt.
Das Ende mit seiner lakonisch geschilderten Tragik hat es mir besonders angetan - eben weil selbiges. Kein großes Tamtam, ein leises, beiläufiges Drama. Nur schade, dass man nicht erfährt, ob es sich wirklich um einen Superfuchs handelt, oder die stinknormale Variante des Vulpus Vulpus.

Dass ich doch noch auf meine Meckerkosten komme:
ab und an fehlt ein Komma nach eingebetteter wörtlicher Rede, und
der Magieexkurs ist überflüssige Erzählereinmischung. Herr Butterblume kann vieles (lesen, zählen, sich den anatomischen Bauplan eines Fuchses merken), warum nicht auch Lebewesen durch Imagination materialisieren - das würde nicht weiter stören, wenn es als gegeben gesetzt würde.

Auf jeden Fall sehr gerne gelesen!

LG, Pardus

 

Danke für Eure freundlichen Kritiken zu dieser Geschichte, die nun auch schon wieder fast ein halbes Jahr alt ist!

@Pardus: Du schreibst:

Dass ich doch noch auf meien Meckerkosten komme:
ab und an fehlt ein Komma nach eingebetteter wörtlicher Rede, und
der Magieexkurs ist überflüssige Erzählereinmischung. Herr Butterblume kann vieles (lesen, zählen, sich den anatomischen Bauplan eines Fuchses merken), warum nicht auch Lebewesen durch Imagination materialisieren - das würde nicht weiter stören, wenn es als gegeben gesetzt würde.
Ich ticke eben so, dass ich Erklärungen brauche, um den inneren Skeptiker zu beschwichtigen. Du bist vermutlich ein anderer Lesertyp. Werde gleich die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede nochmal unter die Lupe nehmen!

Beste Grüße,

Berg

 

Hi Berg,

ich habe mir nicht die Mühe gemacht, alle Kommentare zu Deiner Geschichte zu lesen, vielleicht kommt daher etwas doppelt vor.

Mir gefiel sie zuerst sehr gut, der tapfere Hase, wissbegierig, talentiert, wagemutig, heldenhaft, und schließlich der getriebene dr. frankenstein, der seine nemesis erschafft und ihr zum opfer fällt.

"fabel"hafte Sprache, mich störten nur kleinere Dinge, auf die die anderen bestimmt schon eingegangen sind.

dieses Geschichte hat ihren eigenen kleinen Kosmos und Du erschaffst ihn sehr glaubhaft, sehr gelungen.

Aber ein zwei Tage später grüble ich über seine Aussage, seine Philosophie.

Ich komme dann immer zu dem Witz vo den zwei Planeten, und dem Virus Mensch. Unser Tatendrang und unser Streben nach mehr wird uns zum Verhängnis. Mhmmmmm, vielleicht passt es doch nicht so gut, wer ist dann schon der Planet...

ICh werde sie nochmal lesen, und auch gerne noch einmal und freue mich über meine eigenen Gedanken dabei, und dies allein macht Deine Geschichte schon toll!

Also danke dafür und ich werd wohl mal in Deine anderen Sachen reinschauen müssen!

liebe Grüße,
tierwater

 

hallo berg,

nette Geschichte, interessant, wie kommt das Kanninchen ins Museum, hat einen Namen, liebt Füchse, seltsam passt. Deinem Ton haftet Ruhe und gelassene Geschwätzigkeit an, fand ich gut.

Hat mir gefallen. Vll. ein paar sprachliche Ungereimtheiten, hat mich aber nicht weiter gestört.

Er erreichte die Setzröhre mit seiner Partnerin und den fünf Jungen aus dem letzten Wurf, die sofort um ihn herumwuselten. Und seine Partnerin, sie hieß Holunderblüte, fragte: „Musst du wirklich gehen?“

Sind Kaninchen nicht polygam, verkehrte Welt, war das beabsichtigt. Tut mir leid, aber wenn man bei mir von einer Kaninchen-Partnerin spricht, kommen mir andere Gedanken.

mfg mantox

 

Hi Berg!

Das ist wirklich eine schöne Parabel … die Faszination der Wunderwaffe (kann ja kein Mensch, äh, Kaninchen, riechen, dass man sich an tödlichen Waffen selbst verletzen kann, sowas passiert ja völlig unvorhergesehen immer).
Ich hätte nur eine Sache gerne anders gehabt, ich hätte die Magie rausgestrichen. Dann passt das noch viel besser zu der Lesart, die ich gerne hätte. :D
Das geht auch relativ leicht, da muss nur das hier ersatzlos raus:

Welches Unheil konnte so ein langohriger Höhlenbewohner schon anrichten? Welche Kräfte konnte er nutzen? Die Antwort ist: Magie! Sie zog sich wie ein Bodennebel durch den ganzen Wald. Jedem Tier von der Ameise bis zum Zeisig war klar, dass Materie aus demselben Stoff ist wie Gedanken und eine Vorstellung, die beständig im Bewusstsein verweilt, sich unweigerlich materialisiert.

wo die Magie am tiefsten war

Schön fand ich:
Als erfahrener Höhlenbewohner schaffte es das Kaninchen irgendwie, sich in der labyrinthischen Anlage zu orientieren.
Mein Lieblingssatz:
Füße hatten die ärgerliche Eigenheit, überall hinzutreten.
Nicht so gut (denn du bist hier noch in der Kaninchenperspektive, und Kaninchen wissen doch nicht, was Teddybären sind):
Die Nase glänzte schwarz wie bei einem Teddybären.
Wieder toll:
Herr Butterblume erfuhr, dass Füchse in Gefangenschaft bis zu vierzehn Jahre alt werden und ein Fuchs (38 Chromosomen) niemals Nachkommen mit einem Hund (78 Chromosomen) haben kann.
Und nochmal toll:
Andererseits war er der Fuchs-Experte. Schließlich hatte er sogar das Naturhistorische Museum besucht.

Echt, schöner Text, auch mit Sprachwitz, den ich mochte. :)

 

Hallo Möchtegern,

diesen Text zu lesen war eine Fleißaufgabe von dir, mit der ich wirklich nicht gerechnet hätte. ;)

Ich hätte nur eine Sache gerne anders gehabt, ich hätte die Magie rausgestrichen. Dann passt das noch viel besser zu der Lesart, die ich gerne hätte.
Das ist eine Überlegung wert, ja.

Freundliche Grüße,

Berg

 

ja, die find ich auch gut, trotz der Tiere, wo ich immer erstmal skeptisch bin. Wieso sollte man auch Tieren Menschliches überhelfen, aber hier ist das doch ganz in Ordnung.

Sprachlich kann man das ganze nochmal straffen. Vielleicht einfach bloss abschreiben, solange, bis keine Stolpersteine mehr da sind.

Die Magie finde ich nicht verwerflich. Ist doch was schönes und auch so herrlich größenwahnsinnig beschrieben.

Epilog, als Epilog ankündigen ist nicht so sinnvoll. Das macht man ja nur, wenn man verklickern will, dass ab einer bestimmten Stelle im szenischen Text noch mal einer auf die Bühne kommen soll und erzählen, was die Geschichte eigentlich soll, wie die nächsten hundert Jahre sich dadurch verändern, was aus den Protagonisten geworden ist, oder wie man das ganze aufs Hier und Jetzt stülpen soll.
Kann man schon auch in dieser Geschichte machen, aber vielleicht ohne Ankündigung.

Liebe Grüße!

 

Hallo Berg,

Mit gefällt der Text auch gut. Die ersten Sätze:

In seiner Wissbegier gelang es dem Kaninchen, kurz nach 15 Uhr ins Innere des Naturhistorischen Museums einzudringen. Unbehelligt hoppelte es an der wachsamen alten Dame an der Kasse vorbei

Es ist komisch, aber ich hab das Gefühl, man weiß schon hier, dass der Text gewinnen wird. Da steckt schon der ganze Charme des Textes drin. So eine Art Erzählsicherheit auch. Da wird nicht viel rumgezappelt, jetzt hoppelt hier ein Hase durch und das ist so.
Spätestens ab hier:

Das Kaninchen war übrigens ein Männchen und hieß Herr Butterblume.

hört man nicht mehr auf zu lesen.

Für mich ist es die Sprache, das Augenzwinkern, dieses leicht Ironische, das es cool macht. Ist nicht alles sonderlich ernst gemeint, man schriebt über einen Hasen, aber es ist ernst genug. Und dann frisst ihn der Fuchs zum Schluß einfach auf. :) Gefällt mir
Auf die Parabelebene geh ich jetzt nicht ein, haben schon die anderen viel gesagt.
Also ich bin auch überrascht, hab das nicht von dir erwartet. Cool.


MfG,

JuJu

 

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