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Halt's Maul, Behindi!

J

jerado

Guest

Halt's Maul, Behindi!

"Mama, Mama, was hat die Frau dort?"
"Psst, Florian, so etwas fragt man nicht!"

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"Das sind schon arme Leute; welch ein Glück haben wir, dass ihr normal seid."
"Das Mädchen ist auch normal. Mit der hab ich vorher am Meer gespielt."
"Was hast du?"
"Gespielt."
"Naja, Hauptsache, du hast nicht zuviel Kontakt mit ihr. Bleib mal ein bisschen hier."
"Aber warum, es macht doch Spaß!"
"Du machst was ich sage..."

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"Kinnand die nicht mal ihr Maul halten. Soiche wie de miassad ma scha am Anfang dawerfa."
"Ah geh, Franz, de kinnand ja ah nix dafür."
"Des is oh wurscht, se rengt me einfach af. Jiatzt geh i eana glei amoi hi. Dann werns owa Augn macha."

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Es macht ihm viel Spaß. Zusammen mit einem Betreuer spielt er mit einem Ball im Wasser. Trotz seiner einseitigen Lähmung kann er den Ball gut kontrollieren und auch seine dauernden Geräusche fallen bei dem ganzen Lärm der kleinen Kinder kaum auf.

Doch Marc, sein Betreuer, will, dass sie zurück zum Platz gehen, denn sie müssen eine neue Schicht Sonnencreme auftragen.
"Marc, das ist schön."
"Ich weiß, dass dir das Spaß macht. Bitte sprich ein bisschen leiser, O.K.?"

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Marc merkt wie ihnen Blicke nachgeworfen werden. Vorwurfsvolle Blicke. Er möchte Christian nicht schimpfen oder ermahnen leiser zu sprechen oder zu versuchen, seine stöhnenden Geräusche, die er immer von sich gibt, zu unterbinden, denn in einer so guten Verfassung hat er ihn schon lange nicht mehr gesehen. Es tut ihm gut, mal etwas außerhalb der Klinik zu sehen. Menschen ohne Krankheit kennenzulernen. Gott sei Dank haben sie genug Spenden bekommen um den Urlaub mit fünfzehn Behinderten und genauso vielen Betreuern einigermaßen zu finazieren.

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Er kann nicht verstehen, warum er leiser sein soll. Es macht doch Spaß. Was ist das für ein Mann, der da auf ihn zukommt? Er läuft dem Mann mit offenen Armen entgegen und lallt Begrüßungsformeln. Doch der Mann scheint sie nicht zu hören und er spricht immer lauter. Er umarmt den Mann. Der möchte sich aus seinen Armen winden, was aber nicht gelingt. Doch dann schlägt dieser ihm die Hände weg und trifft ihn dabei im Gesicht.
"Halt's Maul, Behindi. Lass mich los!"
Benommen liegt er am Boden. Doch es kommt Marc und hilft ihm auf und schreit den Mann an, dass das Konsequenzen haben wird.
"Was hab ich gemacht? Gemacht?"
"Nichts, nichts, ganz ruhig. Der Mann ist einfach nicht ganz richtig im Kopf."

 

hallo Kristin.

du hast recht, die geschichte klingt so unrealistisch. Deshalb hab ich sie umgeändert und dabei deine Idee aufgenommen.

Ich hab das mit den Behinderten-Special erst später gesehen; kannst ihn gerne verschieben.

mfg jerado

 

deine geschichte ist gar nicht schlcht. ein bisschen voll vielleicht aber das ist geschmackssache.

wa sich allerdings eher anzweifeln muss, ist die wortwahl. ein ekel wie der antiheld würde doch nie sagen "Halt's Maul, Behindi". er würde eher sagen:

"gusch/halts maul du krüppel/missgeburt/"

gruss harkhov der harkhovische

 

Hallo jerado!

Auch mir gefällt dieser letzte Satz, der alles zurechtrückt, sehr gut. Die Ganze Geschichte, diese einzelnen, verschiedene Eindrücke und Reaktionen, das stllest Du alles sehr schön gegenüber. Auch die Kinder, die miteinander spielen, ohne ihre Vorurteile. Die Erwachsenen, unüberlegt und intollerant oftmals, auch hilflos. Wie Du die Sache mit dem Schlagen am Schluss geändert hast, hat mir gut gefallen, sie wirkt plausibel. Gut gemacht.

"Der möchte sich aus seinen Srmen winden" - Armen

schöne Grüße
Anne

 

Hallo jerado,

ich kenne ja die Version nicht mehr, die Kristin noich gelesen hat, diese hier aber gefällt mir gut.
Der Schlag ins Gesicht wirkt plausibel, und das Ende ist wirklich gelungen, auch wenn die Betreuer in der Realität eher dazu neigen, das Distanzgefühl der Betreuten anzupassen. Auch diesen Konflikt in Marc, der Christian nicht aus Rücksicht auf die anderen gegen seine eigenen Überzeugung bremsen möchte hast du ja angesprochen.
Der Stil aus Mini Episoden passt hervoragend zu deiner Geschichte.

Lieben Gruß, sim

 

Hallo jerado,

Deine Gegenüberstellungen zeigen wie schwer es für viele Menschen ist, mit Menschen umzugehen, die "anders" sind als sie selbst, anders als die "Norm". Ich könnte die Reihe fortführen wie z.B.:

-Sie waren Freunde -so nahm er an- doch seitdem er sich nur noch rollender weise fortbewegen kann, kehrte ihm sein Freund den Rücken, wechselte gar auf die andere Straßenseite, ohne Gruß, ohne jegliches Wort.

Grüße Heidi

 

Hallo jerado!
Sehr gelungene Geschichte. Mir gefällt dieser Episodenstil sehr gut.
Die Reaktion des Betreuers kann ich nachvollziehen.

Wirklich viel konnte ich nun nicht zu deiner Geschichte sagen. Sorry, aber ich wollte dich wissen lassen, dass sie mir gut gefallen hat.

bye und tschö

 

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