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Gut geht’s mir. Und dir?

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22.06.2012
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Gut geht’s mir. Und dir?

Scheiße der Wecker. Ahhh mein Kopf. Drecksnacht.
Aufstehen! Schwindel.
Schleppe mich ins Bad, mach das Licht an.
Du siehst scheiße aus.
Duschvorhang zur Seite und rein da.
Steh einfach nur da, schließe meine Augen. Lasse warmes Wasser auf meinen Kopf prasseln.
Verdammt, ich komm‘ zu spät.
Trockne mich ab. Steh‘ vor meinem Schrankspiegel.
Ich sollte mal wieder Sport treiben.
Verdammt, keinen Kaffee. Eine Scheibe Brot abschneiden.
Man, scheiße nochmal - geschnitten.
Mhh, Blut. Frühstück für Sieger!
Zieh‘ die Schuhe an, pack‘ meinen Rucksack. Raus aus der Wohnung.
Verdammt, ist das hell heute.
Lauf‘ zur Tadenstraße. Gott ist das scheiße heiß..
Bieg‘ links ab. Gleich kommt das portugiesische Kaffee bei dem die ganzen Snobs sitzen und einen anglotzen als sei man ein Alien.
Oha, heut‘ wird streng geschaut. Achja ich seh' heut‘ auch beschiss‘n aus. Glaub‘ ich würd‘ auch so beknackt schau'n.
Am Grünen Jäger vorbei an der Ampel warten.
Jeden Tag wart‘ ich an dieser beschissenen Ampel.
Einmal grün sein verdammt. Ich hab's eilig.
Eine Frau bleibt neben mir steh‘n. Klar öffne dein Haar. Schüttel' es mir doch gleich ins Gesicht.
Mh Kiwi? Ja ich glaub es ist Kiwi.
Endlich grün. Komm auf geht's.
Vorbei an drei Gestalten, durch ihre verkackt‘n Rauchschwaden, die ihre Kippen absondern.
Oahh mein Schädel..
Vorbei an der Jettankstelle. Hier sitzt normal immer der gleiche Penner und bettelt um Kohle.
Heute nicht. Heute hätte ich ihm was gegeben, ganz sicher.
Endlich. U-Bahn Feldstraße. Ich liebe diesen Duft von altem Bier und getrockneter Kotze vom Vorabend.
Ahja da ist ja die Lache. Ich könnt‘ "schland" reinritzen. Hehe.
Die Treppen runter. Ich hör die U-Bahn.
Ich steig' ein. Jawoll ein Sitzplatz. Ein ganzer 4er für mich alleine.
Die Bahn fährt los. Sehe mich im Fenster. Lieber wieder wegschau'n.
Haltestelle Sternschanze. Ein alter Mann setzt sich neben mich.
Schweißgeruch..
"Gott sieht alles" Aufnäher auf seinem Rucksack.
Konnte gestern nicht einschlafen. Hoffentlich hat er das nicht gesehen...
Haltestelle Schlump. Aussteigen.
Ein fetter Kerl versperrt mir den Weg.
Wieder Schweiß. Morgen verschenk ich Seife.
Aus der Haltestelle raus und bleib in der Sonne stehen.
Genieße den Moment, raus aus dem Chaos.
Eine Frau lächelt mir zu. Ich nicht.
Auf geht's, ach was soll's, du kommst eh zu spät.
Einen Kaffee bitte. 1€. passt.
Ein junger Mann kommt auf mich zu.
Nein ich hab kein Feuer, rauche nicht, 'tschuldige.
Wieso entschuldigt man sich wenn man nicht raucht?
Warum entschuldigt man sich eigentlich so oft. Geht mir aufn Sack.
Laufe über die Kreuzung. Wow es ist grün.
Gleich bin ich da.
Endlich. Der Hörsaal.
Setze mich in die letzte Reihe.
Schlag mein Skript auf.
Kollege fragt mich wies mir geht.
Gut geht’s mir.
Danke.
Und dir?

 

Gar nicht schlecht, finde ich. Da ist Dynamik drin, liest sich ganz gut. Ich musste mich nicht groß überwinden, um bis zum Ende durchzuhalten. Andererseits ist Deine Geschichte natürlich eher nichtssagend, das Ende fad, Gedanken und Erlebnisse auf dem Weg zur Uni, mehr nicht.

Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen Kaffee und Cafè. Das erste ist das, was man trinkt, das zweite das, wo man es trinkt :).

"Eine Frau lächelt mir zu. Ich nicht." ich glaube, besser wäre "lächelt mich an", und dass der Protagonist sich nicht selbst anlächelt ist auch klar.

Jannes

 

sosukay,
habe deine Geschichte durchweg leicht grinsend gelesen. Ein innerer Monolog, wie ihn die Meisten wohl nur allzu gut kennen, und dank dem die Geschichte nicht langweilig wird. Mir gefällt wie du die Thematik beschreibst. Schön minimalistisch projezierst du dem Leser Bilder vors innere Auge, für die manch andere wohl drei mal so viele Buchstaben bräuchten. Das gibt Geschwindigkeit und Kurzweiligkeit.

Ahja da ist ja die Lache. Ich könnt‘ "schland" reinritzen. Hehe.
Mir gefällt, dass dein Prot. trotz seines harten Katers noch Humor hat. Mach ihn sympathisch.

Kann es sein, dass deinen Prot. irgendetwas beschäftigt, und er sich deswegen in den Schlaf getrunken hat?

"Gott sieht alles" Aufnäher auf seinem Rucksack.
Konnte gestern nicht einschlafen. Hoffentlich hat er das nicht gesehen...

Stress mit den Frauen? Scheint ja richtig genervt von ihnen zu sein.
Eine Frau bleibt neben mir steh‘n. Klar öffne dein Haar. Schüttel' es mir doch gleich ins Gesicht.
Eine Frau lächelt mir zu. Ich nicht.

Kleiner Fehler:
1€. passt.
Passt.

Endlich. Der Hörsaal.
Setze mich in die letzte Reihe.
Schlag mein Skript auf.
Kollege fragt mich wies mir geht.
Gut geht’s mir.
Danke.
Und dir?
Auch das Ende gefällt mir gut. Passt zu einem Studenten, der wohl einen über den Durst getrunken hat, und mit Restalkohol im Schädel seine Gedanken mit uns teilt. Die Geschichte muss meiner Meinung nach auch kein großes Abenteuer inszenieren. Passt in die Rubrik Alltag.

 

Die Geschichte muss meiner Meinung nach auch kein großes Abenteuer inszenieren.

... schon richtig, aber eine Geschichte sollte es schon sein und die sehe ich hier nicht. Rubrik "Alltag" heißt doch nicht, dass der Text belanglos und alltäglich sein soll.

Fazit: Nett flott geschrieben, der Rest finde ich nichtssagend und das reicht mir einfach nicht.

Herzlichst Heiner

 

Hallo sosukay,

beim ersten Blick auf deinen Text ist mir aufgefallen, dass du viel zuviele Apostrophe verwendest. Das übliche Zeichen für einen Apostroph ist ' und nicht ‘. Auch empfiehlt es sich, nicht so oft eine neue Zeile anzufangen. Momentan sieht der Text dadurch seltsam aus.

Inhaltlich schilderst du die Gedanken und Eindrücke von jemandem, der so ziemlich alles blöd findet. Ist das eine Überzeichnung mit einer satirischen Absicht? Will der Text nur das aussagen, oder gibt es da noch mehr?

Gefallen hat mir, wie du kleine Dinge registrierst, z. B. wie der Protagonist eine Scheibe Brot abschneidet und der Kiwi-Geruch im Haar der Frau vor der Ampel.

Freundliche Grüße,

Berg

 

heiner

"Alltag" heißt doch nicht, dass der Text belanglos und alltäglich sein soll.
"Unter Alltag versteht man routinemäßige Abläufe bei zivilisierten Menschen im Tages- und Wochenzyklus.

Der Alltag ist durch sich wiederholende Muster von Arbeit und Arbeitswegen, Konsum (Einkauf und Essen), Freizeit, Körperpflege, sozialer sowie kultureller Betätigung, Arztbesuche und Schlaf uvm. geprägt."

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alltag)

 

Alltägliches in einer Geschichte kann auch unterhaltsam und erhellend sein. Besonders schön: wenn jemand alltägliche flüchtige Gedanken und Gefühle, die wir mehr oder weniger alle haben, so gut in Worte fasst, dass wir denken: "Ja genau! So ist es! Aber so hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können."

Ich überlege, ob ich mal was über's Zähneputzen schreiben sollte.

 

Hej sosukay,

das Problem diese Textes ist nicht seine angebliche Alltäglichkeit (obwohl mir diese Rubrik jetzt schon leid tut, sollte sie in Zukunft von ausladenden Geschichten über Zähneputzen, Kaffeemaschinen, Aufbackbrötchen und dergleichen heimgesucht werden).

Langweilig ist nicht, dass da "Alltag" beschrieben wird. Was nicht funktioniert ist das Konzept. Die versuchte Darstellung einer Gedankenabfolge funktioniert nicht. Eben nicht jeder könnte das denken.

Fakt ist: Niemand denkt so.
Niemand denkt das Wort "Schwindel" wenn ihm schwindelig ist.
Niemand denkt den Satz "Ich mache das Licht an." wenn er das Licht anmacht.
Das funktioniert vllt als Satire und in Comics, aber nicht in dieser Form und als Kurzgeschichte.

LG
Ane

 

… mag sein, dass ich mich in meinem Kommentar undeutlich ausgedrückt habe. Es ging mir um belanglose Alltäglichkeiten, die ich in dieser Geschichte vorfand und die, so finde ich, keine Geschichte tragen können.

 

Gar nicht schlecht, finde ich. Da ist Dynamik drin, liest sich ganz gut. Ich musste mich nicht groß überwinden, um bis zum Ende durchzuhalten. Andererseits ist Deine Geschichte natürlich eher nichtssagend, das Ende fad, Gedanken und Erlebnisse auf dem Weg zur Uni, mehr nicht.
Nach der Logik sind Texte okay, bei denen man nicht das Bedürfnis verspürt, sich die Augen aus dem Kopf zu kratzen.


Zum Text: Mir ging's wie Ane. Wenn ein Text schreibt: "Schwindel", wenn dem Ich-Erzähler schwindelig ist, finde ich das schwierig.
Die Erzählperspektive finde ich da schon unglücklich gewählt. Und wenn der Text - wie man dann merkt - nur als Gimmick hat, diese Erzählperspektive zu verwenden und sonst gar nichts, dann finde ich das nicht gut.

Der Stream of Conciousness ist so ein Autoren-Mythos, von dem wohl viele gehört haben und dann wollen sie das auch so machen und ihn imitieren - dazu 2 Sachen: 1. Die meisten verstehen gar nicht, was das ist (die denken es wäre ein innerer Monolog), und wie viel Kunstfertigkeit es erfordert, das durch zu ziehen.
2. Die Form ist so gut wie tot und sonderlich lebendig war sie nie, experimentelle Lyrik, experimentelle Prosa - das ist die Heimat des SoC. Wenn man das wirklich machen will - und auch noch alleinstehend, und nicht eingebettet in einen Erzählrahmen - dann viel Glück.
Das ist ein bisschen so, als fände man die alte Axe-Werbung geil und beschließt im Urlaub dann von einer 30 Meter Klippe zu springen, weil man das sehr, sehr stylish findet.

Wenn man mit dem Schreiben anfängt, greft man oft zum Ich-Erzähler und einer möglichst direkten Erzählform. Das birgt aber viele Gefahren, über die man sich bewusst sein muss. Deshalb ist es oft leichter mit einer ganz klassischen Erzählform anzufangen 3. Person+ Präteritum oder so. Erfahrungsgemäß kann da wenig schief gehen und es zwingt einen auch in einen "Autor"-Modus, das ist vielleicht nervig, aber viele Klippen entstehen da gar nicht erst.

Gruß
Quinn

 
Zuletzt bearbeitet:

Hey zigga,

bin überrascht wie nah deine Gedanken zu dieser Arbeit an meinen liegen.
Allerdings möchte ich nicht zu viel ausplaudern.
Meine Idee war es, in paar Minuten über etwas zu schreiben, bei dem man sich selbst wiedererkennt. "hoffentlich nicht zu oft"
Vieleicht findet sich auch nicht jeder in diesem Text, jedoch bin ich mir sicher, dass es einige sind.
Aus diesem Grund hab ich es in die Rubrik "Alltag" gepostet.
Wir sind ja schon fast alle dazu verdammt immer freundlich zu sein.Was aber nicht heißt das es in unseren Köpfen ab und an gehässig zugeht.

Danke für die ganze Kritik
Hoffe ich finde bald die Zeit jedem zu antworten.

 

Nach der Logik sind Texte okay, bei denen man nicht das Bedürfnis verspürt, sich die Augen aus dem Kopf zu kratzen.


Hallo Quinn,

Du hast recht. Nur weil man nicht schon nach den ersten beiden Sätzen keine Leseblockade bekommt, ist eine Geschichte noch lange nicht gut.
Jannes

 

Hallo sosukay,

irgendwie bin ich deinem Prot. gerne gefolgt auf seinem Weg zur
Uni. So halbbenebelt und rammdösig wie man/frau nach einer
durchzechten Nacht eben ist.

Trotzdem, eine Alltagssituation macht noch keine Geschichte,
wie hier schon mehrfach erwähnt wurde.


LG

 

Hallo!

Du solltest auf jeden Fall weiterschreiben. Ich finde, das ist gar nicht so schlecht, wie du schreibst.

Endlich. U-Bahn Feldstraße. Ich liebe diesen Duft von altem Bier und getrockneter Kotze vom Vorabend.
Ahja da ist ja die Lache. Ich könnt‘ "schland" reinritzen.
so was zum Beispiel. Ist schon sehr nüchtern und direkt und so was gefällt mir persönlich gut.

Also: Ich glaube, du hast schon gute Ideen, musst halt nur lernen, sie in Geschichtenform zu pressen. Zu diesem Zweck empfehle ich dir, hier auf dieser Seite aktiv zu bleiben, auch wenn du ma was auf die Fresse kriegen solltest. Da lernt man am meisten, finde ich.

Es ist keine richtige Geschichte, die du geschrieben hast, aber ich fand es auch nicht wirklich langweilig.

Lollek

 

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