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Gertrud

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02.04.2002
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Gertrud

„Und ihr kommt auch alle in den Sommerferien ?“ „Aber sicher. Die Kinder freuen sich schon. Merle hat schon Pläne geschmiedet. Das Baumhaus, dass sie schon so lange planen, soll endlich gebaut werden. Und die beiden wollen natürlich wieder ins Wellenbad. Du weißt ja wie sehr die zwei es lieben mit ihrer Oma in den Wellen zu toben.“ Ein verlegenes Lächeln legte sich über Gertruds Gesicht: „Nein, so fit bin ich auch nicht mehr.“

Leise hörte sie die Kinder in einer unendlichen Ferne jubeln. Heimlich schlichen sich ihre Gedanken zu den beiden. Die Geburt der ersten Enkelin, die der zweiten, Kindergarten, Schule. Wie die Zeit vergeht ! Wo ist sie geblieben, die Zeit ? Es lagen bereits über 8 Jahre zwischen der Geburt ihrer ersten Enkelin Sophie und der Gegenwart. 8 Jahre – nicht länger als eine Woche der Jugend. Die Unendlichkeit des Seins für Sophie. Was wohl aus ihr wird ? Ein aufgewecktes Mädchen. Ob Gott es zulassen wird, dass sie Sophies Entwicklung noch miterleben darf ? Sie träumte sich Sophie erwachsen, sah sie mit ihrem Freund. Auch Merle war erwachsen. Wie wird sich die Beziehung der Zwei entwickeln ? Die beiden – mal prügeln sie sich und im nächsten Augenblick sind sie wieder ein Herz und eine Seele. Sind ihre Kinder auch so gewesen ? Ihr Blick fixierte liebevoll lächelnd ihre Tochter, die ihr direkt gegenüber saß. Ihre Kleine – heute ist sie 37. Wie sehr muss sie selbst gealtert sein ?

„Gertrud“, hörte sie eine sanft weckende Stimme neben sich. Es war ihr Schwiegersohn. Die Gegenwart hatte sie wieder. „Nicht einschlafen Mutti !“, lachte ihre Tochter und lehnte sich über den Tisch, um ihr tief in die Augen zu schauen. Gertruds verträumtes Lächeln wurde breiter: „Ja, ich werd denn mal so langsam zum Campingwagen gehen. Es ist schon spät.“ „Schlaf gut Mutti. Ich komm später nach. Wir sehen uns dann morgen“, verabschiedete sich die nichtsahnende Tochter an diesem Abend von ihrer Mutter.

Gut gelaunt ging die Feier weiter, bis Herbert, ein guter Freund, der eigentlich schon gegangen war, zurückkam und scheinbar in Panik geraten war: „Gertrud, Gertrud“, schrie er immer wieder in Richtung ihres Campingwagens zeigend. Er drehte sich immer wieder um und warf weitere Wörter in den Raum: „Schnell – Gertrud – ruft einen Notarzt“ Diese Worte wirkten auf Simone wie ein Rammbock, der sie in den Magen traf. Herbert klang verdammt ernst. Simone guckte ihn an, stand auf und packte ihn an den Schultern: „Was ist mit ihr ?“ Sie wollte eigentlich gar keine Antwort darauf, hatte Angst. Angst davor ihre Mutter zu verlieren. Ihr standen die Tränen in den Augen, denn Herberts plötzliches Schweigen sagte mehr als genug. „Nein“, flüsterte Simone. In den Tiefen Herberts Augen sah sie ihren Vater zu Boden fallen. Sie sah die Leute im Supermarkt, die um ihn herum standen, den Notarzt, der versuchte ihn zu retten und schließlich den Leichenwagen, der ihn mitnahm. „Nein, nicht noch einmal. Bitte nicht noch einmal“, dachte sie und schüttelte Herbert anschließend: „Wo ist sie ?“ Sie betonte jedes Wort. Ihre Stimme begann zu zittern. „Simone“, begann er vorsichtig. Seine Lippen pressten sich aufeinander, er fand keine passenden Worte. Sie lies von ihm ab, um zum Wohnwagen ihrer Mutter zu laufen. Auf halben Weg sah sie die Frau, die sie groß gezogen hatte, leblos auf dem Sandweg liegen. „MUTTI !!!“ Ihr hallendes Schreien verschwand in der Nacht, wurde dumpf, genau wie alles um sie herum. Ihre Mutter lag dort, gab kein Lebenszeichen von sich. Sie beugte sich über sie, versuchte sie durch vorsichtiges Schütteln zu wecken. Doch sie zeigte keine Reaktion. Simone konnte die Worte ihres Mannes hören: „Ich rufe einen Notarzt“, jedoch war sie nicht in der Lage sie wahr zu nehmen. Ihr Atem war lauter als seine Worte. „Mutti ? – Mutti, bitte, geh nicht ! Bitte, geh nicht !!!“ Während sie diese Worte aussprach, zog Herbert sie sanft nach hinten und nahm sie anschließend in den Arm, während ein weiterer Mann, den Simone nicht kannte, versuchte ihre Mutter zurück ins Leben zu holen. Simone klammerte sich an Herbert fest, sah ihre Mutter und eine halbe Ewigkeit später den Notarzt. In dem Stimmenwirrwarr konnte sie keine Stimme erkennen, die gegenwärtigen Bilder wurden immer wieder von den Bildern des Todestages ihres Vaters überblendet.

Immer wieder und wieder kamen ihr diese Bilder in den folgenden Tagen in den Sinn. Aber für ihre Kinder musste sie stark sein. Wie sollte sie den beiden erklären, dass ihre Oma tot ist, nie wieder kommt ? Können sie das überhaupt schon begreifen ? Mit 7 und 8 ½ Jahren ? Sie wollte ihre Kleinen in den Arm nehmen, ihre Trauer mit ihnen teilen. Aber zuerst musste sie sich fangen. Sie ließ ihren Mann zu Hause anrufen, damit Tina noch etwas länger auf die beiden aufpasst. Sie selbst war nicht in der Lage diesen Anruf zu tätigen.

Am nächsten Tag stand Simone Sophie und Merle gegenüber. „Mama ist wieder da !“, freuten sich die zwei und fielen ihr um den Hals. „Guck mal, Mama, Tina hat uns gezeigt, wie man Brausekuchen macht“, sagte Sophie stolz und reichte ihr ein Stück. „Und dann haben wir eine tolle Höhle in meinem Zimmer gebaut. Komm, ich zeig sie dir !“, strahle Merle und nahm die Hand ihrer Mutter, um sie zu der Höhle zu führen, „die Kissen haben wir aus dem ganzen Haus. Und innen drinne ist sogar eine Küche.“ Merle versuchte Simone in die Höhle zu ziehen. Wie sollte Simone es ihren Kindern nun erzählen ? Sie waren so glücklich. Wie könnte sie dieses Glück zerstören ? Sie atmete kurz tief durch und fing dann an: „Merle ? Komm mal da raus.“ Ihre Stimme klang ernst, aber trotzdem liebevoll und gefasst, „Sophie ? Komm mal her.“ Beide Kinder standen ihr nun erwartungsvoll gegenüber. „Als wenn sie vorm Weihnachtsmann stehen würden“, dachte Simone und traute sich kaum noch weiter zu reden. Wieder sah sie die Bilder vor sich. Ihre leblose Mutter, der Notarzt gleichzeitig das Selbe mit ihrem Vater. Dann holte sie eine lachende Kinderstimme zurück ins Kinderzimmer: „Guck mal, Mama, ich bin größer als Sophie !“ Merle stand auf einem umdrehten Karton und jubelte.

„Oma ist tot“, brachte es Simone dann doch noch über die Lippen ohne in Tränen auszubrechen. Doch ihre eigenen Worte verletzten sie selbst. Sie ließ es sich nicht anmerken. Wollte für ihre Kinder stark sein. „Wiesoooo ?“ Merles Augenbrauen zogen sich zu einem fragenden Gesicht nach unten, ihre erwartungsvollen Augen verlangten eine Erklärung. Simone musst erst einen dicken Klos herunterschlucken, bevor sie antworten konnte. „Ich weiß es nicht.“ Die folgende Pause war untypisch für die beiden quirligen Kinder. Niemand bewegte sich, die fragenden Kindergesichter veränderten sich nicht. „Was ist passiert ?“, fragte eine erstaunlich erwachsen klingende Stimme aus dem Mund einer 8 ½ Jährigen.
Wieder überkamen Simone die schrecklichen Bilder des Vortages. Der alles sagende Blick des Notarztes kurz nach seinem Eintreffen, seine Worte „es tut mir leid, wir können nichts mehr für sie tun“, die Simone nur in dumpfer Ferne erreichten und der Leichenwagen, der die Endgültigkeit dieser Worte bestätigte.
„Sie hatte einen Herzinfarkt“, erklärte Simone, „als wir sie gefunden haben, war sie schon tot. Sie ist früher gegangen. Vorher war alles in Ordnung. Sie hat noch mit uns gelacht.“ Sophie nahm ihre Kleine Schwester an die Hand: „Komm Merle, wir malen Bilder von Oma, damit wir nicht vergessen, wie sie aussah.“ So marschierten die beiden Kinder an ihrer Mutter vorbei ins Esszimmer. Simone blieb stehen, lehnte sich gegen die Wand hinter sich und rutschte zu Boden. „Stark sein !“, dachte sie sich, konnte aber nicht mehr gegen ihre Tränen ankämpfen. Sie schloss die Tür und blieb alleine im Kinderzimmer. Einige Zeit später schaute sie nach ihren Kindern, die im Esszimmer ihre Malsachen ausgebreitet hatten. Die beiden verglichen ihre Werke. „Aber der eine Schuh ist ja viel zu klein“, sagte Sophie und deutete auf Merles Bild. „Ja, vielleicht ist sie ja daran gestorben. Weil ihr der Schuh so sehr gedrückt hat“, lachte Merle und faszinierte auch Sophie für diesen üblen Scherz. Merle schien also noch nicht alt genug zu sein um zu begreifen, was es bedeutet, wenn jemand stirbt. Wie kann sie über so etwas Witze machen ?
Gertruds Beerdigung rückte immer näher und Simone war sich sicher, dass Merle dort völlig falsch aufgehoben sei. Also wollte sie Merle an diesem Tag bei einer Freundin unterbringen. „Merle, wir gehen morgen zu Omas Beerdigung. Ich will, dass du so lange bei Monika bleibst, ja ?“ „Aber ich will auch zu Oma.“ Merle hatte diesen quengelnden Gesichtsausdruck, ohne dies auch durch ihre Stimme zum Ausdruck zu bringen. „Oma ist gar nicht mehr da“, erklärte Simone ihrer Tochter. Merle hatte wieder diesen fragenden Blick. „Warum gibt es dann eigentlich eine Beerdigung ? Ist der Sarg leer ? Oma ist doch jetzt im Himmel, oder ?“ „Nur die eine Hälfte eines Menschen wird beerdigt“, begann Simone ihre Erklärung, „die andere Hälfte kommt in den Himmel.“ Meike schien ziemlich verwirrt zu sein: „Nur eine Hälfte eines Menschen ? Was kommt denn in den Himmel ? Die Beine oder der Kopf ?“ Zum ersten Mal seit dem Tod ihrer Mutter zauberte sich ein ehrliches Lächeln auf Simones Gesicht: „Nein Merle. Der Körper wird beerdigt. Die Seele kommt in den Himmel. Aber die Seele guckt bei der Beerdigung zu und verabschiedet sich.“ „Und warum darf sich Oma nicht von mir verabschieden ?“ Simone nahm ihre Kleine in den Arm: „Von dir wird sie sich ganz bestimmt auch noch verabschieden. Ganz allein von dir. Bei der Beerdigung würdest du dich langweilen.“ Mit dieser Antwort gab Merle sich zufrieden und wartete auf ihre Oma.

 

Hi hastdunmotto ,

das ist eine wirklich schöne, wenn auch traurige Geschichte.
Sehr schön finde ich, wie du die Reakionen der Kinder beschreibst, was meiner Erfahrung nach, sehr autentisch ist.
Auch das Malen der Bilder und die Kommentare zu dem zu kleinem Schuh kann ich sehr gut nachvollziehen.
Auch die Fragen danach, welcher teil denn in den Himmel kommt.
Meine Kinder haben selbst schon so seltsame Fragen gestellt.
Von mir ein sehr dickes Lob.

Rub.

 

Danke Rub ;)
schön zu sehen, dass es doch jemand gelesen hat. :)

 

Hallo hastdunmotto,

ich schließe mich gerne an. Das ist wirklich eine sehr schöne Geschichte, in einem flüssigen, gut lesabaren Stil erzählt.

Eine Stelle ist mir allerdings aufgefallen, an der etwas zu fehlen scheint:

Wieder sah sie die Bilder vor sich. Ihre leblose Mutter, der Notarzt gleichzeitig das Selbe mit ihrem Vater.

Gruß

Arno

 

Moin Arno1808, ich habe den Satz geändert... aber ist es wirklich notwendig dort noch mehr zu beschreiben ? Ich würde mich dann ja einfach nur wiederholen...

 

Hi Motty,

der Tod kam ganz schön überraschend. Für den Leser, meine ich. Lag daran, dass du zuerst aus der Sicht der Oma erzählt hast und ich mich daher auf eine nostalgische "ach, wie die zeit vergeht"-Geschichte eingestellt hatte. Am interessantesten wurde es ab der Stelle, bei der die Mutter es ihren Kindern erklären will. Sie will selber stark sein und sich nichts anmerken lassen. Warum eigentlich? Wieso sollen die Kinder nicht merken, dass es ihrer Mutter schlecht geht und dass der Tod etwas Schlimmes ist? Gerade der jüngeren der Kinder hätte das klarmachen können, dass nach dem Tod keiner mehr wiederkommt.

Ähm, ich selbst habe dazu sowieso eine etwas "kältere" Einstellung und würde wahrscheinlich einigermaßen ruhig bleiben - ich mag diese ganzen Trauerzeremonien nicht, und auch nicht dieses Tragen von Trauerkleidung (ich mag dunkle/schwarze Sachen, aber nicht NUR wenn auf einmal wer tot ist). Ich halte das nämlich alles für ziemlich egoistisch. Denn man trauert ja oft nicht in der Art "es tut mir leid dass du nicht mehr da bist und sovieles nicht mehr erleben kannst" sondern überwiegend in der Form "du bist nicht mehr, was mach ICH jetzt nur?" Hmm... gehört nicht zur eigentlichen Kritik, war nur son Einwurf... Vielleicht trauer ich schon, zeig es nur nicht so demonstrativ um bemitleidet zu werden.

Die Geschichte hat mir also gefallen. Was sich schon darin zeigt, dass ich sie zu Ende gelesen habe obwohl sie recht lang war. Sie war schnell und flüssig zu lesen und ich hab keine besonderen stilistischen "Aussetzer" bemerkt.

Viele Grüße,
Mario

 

Hallo Motto,

Geschrieben von hastdunmotto
Leise hörte sie die Kinder in einer unendlichen Ferne jubeln.
...
...
Ihr Blick fixierte liebevoll lächelnd ihre Tochter, die ihr direkt gegenüber saß. Ihre Kleine – heute ist sie 37. Wie sehr muss sie selbst gealtert sein ?
Ich finde diesen Absatz sehr schön. Dieser sentimentale Rückblick zu Beginn der Geschichte stimmt einen schon irgendwie ein.

verabschiedete sich die nichtsahnende Tochter an diesem Abend von ihrer Mutter.
"nichtsahnende Tochter" - das klingt so, als wolltest Du schon viel zu früh die dunklen Schatten heraufbeschwören. Meine Meinung nach könnte man besser noch bis zum Ende dieses Absatzes die "heile Welt" beibehalten.

den Augen, denn Herberts plötzliches Schweigen sagte mehr als genug. „Nein“, flüsterte Simone. In den Tiefen Herberts Augen sah sie ihren Vater zu Boden fallen. Sie sah die Leute im Supermarkt, die um ihn herum standen, den Notarzt, der versuchte ihn zu retten und schließlich den Leichenwagen, der ihn mitnahm. „Nein, nicht noch einmal. Bitte nicht noch einmal“, dachte sie
Meiner Meinung nach könnte man den Text etwas ansprechender machen, wenn man diesen kurzen Moment der Erinnerung an den Vater in einen neuen Absatz packt und die so etwas von der Realität absondert. So ähnlich wie auch Gertrud selber kurz vor ihrem Tode die Zeit nochmal resümmiert, könnte auch die Tochter diesen Gedankengang in einen eigenen Absatz haben. Wenn sie Herbert dann schüttelt, sollte dann wieder ein neuer Absatz folgen - weil hier die Realität wieder anfängt.

"In den Tiefen Herberts Augen"
Ich vermute mal, das soll entweder "in den Tiefen von Herberts Augen" oder "in Herberts tiefen Augen" heißen.


später den Notarzt. In dem Stimmenwirrwarr konnte sie keine Stimme erkennen, die gegenwärtigen Bilder wurden immer wieder von den Bildern des Todestages ihres Vaters überblendet.

Immer wieder und wieder kamen ihr diese Bilder in den folgenden Tagen in den Sinn. Aber für ihre Kinder

Hui... da ist ein ganz schöner zeitlicher (und inhaltlicher) Sprung. Während der bisherige Text mit dem eigentlichen Tode und der Erinnerung an den Vater zu tun hat, geht es nun eher um die Kinder.

Vielleicht köntne man das noch irgendwie trennen, eine Bridge oder sowas einfügen, damit dieser Übergang nicht so plötzlich in einem Absatz geschieht.
Natürlich kann man auch argumentieren, dass der Tod oftmals so plötzlich und rapide ist, dass er einen in einem Absatz überraschen kann, aber ich denke nicht, dass das Intention des textes ist.

Kindergesichter veränderten sich nicht. „Was ist passiert ?“, fragte eine erstaunlich erwachsen klingende Stimme aus dem Mund einer 8 ½ Jährigen.
Wieder überkamen Simone die schrecklichen Bilder des Vortages. Der alles sagende Blick des Notarztes kurz nach seinem Eintreffen, seine Worte „es tut mir leid, wir können nichts mehr für sie tun“, die Simone nur in dumpfer Ferne erreichten und der Leichenwagen, der die Endgültigkeit dieser Worte bestätigte.
„Sie hatte einen Herzinfarkt“, erklärte Simone, „als wir sie gefunden haben, war sie schon tot. Sie ist
Hier kommt mir das ein wenig zeitlich falsch vor. Hier ist vom "Vortag" die Rede... obwohl Simone schon (siehe oben) "in den folgenden Tagen" darüber nachgedacht hat.

Ich weiß, mit den Absätzen nerve ich ein wenig, aber "Wieder überkamen... - ... Endgültigkeit dieser Worte bestätigte." würde ich wieder ein wenig einzeln packen.

„Ja, vielleicht ist sie ja daran gestorben. Weil ihr der Schuh so sehr gedrückt hat“, lachte Merle und faszinierte auch Sophie für diesen üblen Scherz. Merle schien also noch nicht alt genug zu sein um zu begreifen, was es bedeutet, wenn jemand stirbt. Wie kann sie über so etwas Witze machen ?
ich weiß nicht, wessen Perspektive das ist. Ich denke, für den neutralen Beobachter ist diese Frage etwas unpassend. Simone wiederum sollte nach mehr als Acht Jahren mit den Kindern wissen, dass Kinder ihre eigene Art haben (und brauchen), Dinge zu verarbeiten - und dass sie diese Witze keineswegs verurteilen sollte.

„Und warum darf sich Oma nicht von mir verabschieden ?“ Simone nahm ihre Kleine in den Arm: „Von dir wird sie sich ganz bestimmt auch noch verabschieden. Ganz allein von dir. Bei der Beerdigung würdest du dich langweilen.“ Mit dieser Antwort gab Merle sich zufrieden und wartete auf ihre Oma.
Sehr stark geschrieben. Die Situation macht einen wirklich traurig...
Ich frage mich nur, ob Merle wirklich so lange auf ihre Oma warten wird. Dafür, dass sie schon "die Sache mit dem Tod" begriffen hat, wäre es wieder ein wenig kindisch, auf die leibhaftige Oma zu warten. Ich vermute schon, dass sie das Versprechen der Mutter richtig versteht. Oder dass sie irgendwann in der nächsten Zeit von der Oma träumt.

Liebe Grüße,

Markus

 

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