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Gefangen

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07.09.2008
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Gefangen

Entblößt sitzt der Gefangene auf einem Stuhl. Seine Hände sind hinter dem Stuhlrücken fest zusammengebunden, die Füße an den Stuhlbeinen ebenfalls. Mit einem Isolierband wurde sein Mund geknebelt, die Augen mit einem einfachen Tuch verbunden. Seine Glieder schmerzen bereits von dem ewig langen sitzen, in der immer gleichen Position. Doch die Schmerzen sind zu ertragen. Er weiß, dass schlimmere Schmerzen kommen werden und er fragt sich wie viel er aushalten können wird und vor allem wie lange. Der Schweiß sammelt sich auf seiner dunklen Haut, in seinem Mund fließt kein Speichel mehr. Von oben fühlt er eine erdrückende Hitze auf ihn zukommen. Etwas krabbelt durch seine dunklen Haare, aber vielleicht halluziniert er auch nur. Wie spät es wohl ist?

Schwere Schritte nähern sich dem Raum. Es müssen mehrere Personen sein. Mindestens drei, vielleicht auch mehr. Engelsgleich erscheinen vor seinem geistigen Auge seine Frau und seine beiden kleinen Töchter. Er fragt sich ob er sie wiedersieht. Lautstark wird die Tür aufgerissen, er zuckt zusammen.

Mit schnellen Schritten nähert sich ihm eine Person und reißt mit Gewalt den Knebel aus dem Mund.

>> Hamid Ahmad? <<, fragt ein Mann von vorne kommend mit lauter Stimme.
>> Nein <<, antwortet der Gefangene leise.

Rechts am Kinn trifft ihn ein Faustschlag. Die Lippe platzt von der Wucht auf. Er spuckt Blut.

>> Wie lange arbeiten Sie schon für Ashad? <<, die Frage kommt wieder von der gleichen Person.
>> Ashad? <<, stottert er. >>Wer soll das sein? <<
>> Ashad ist der Mann, der sich zu dem heutigen Anschlag bekannt hat. <<

Heute Morgen explodierte am Los Angeles International Airport eine Kofferbombe. Man hörte davon den ganzen Tag über im Fernsehen und im Radio. Morgen werden die Zeitungen voll damit sein.

>> Ich kenne keinen Ashad. Wie spät ist es? <<
>> Er hat sie angerufen. <<
>> Ich hatte niemals Kontakt zu einem Ashad. <<
>> Was haben sie am Flughafen gemacht? <<
>> Ich wollte nach Dubai fliegen. <<
>> Sie wollten fliehen? <<
>> Ich wollte meine Familie besuchen. <<
>> Onkel Yasir? <<

Einen Moment lang verharrt der Gefangene, hebt dann langsam den Kopf und schaut in die Richtung, aus der die Frage kam.

>> Ich habe keinen Onkel Yasir. <<

Ihn trifft ein so harter Faustschlag von der linken Seite am Kopf, dass er samt Stuhl zu Boden kippt. Da seine Hände hinter dem Stuhl zusammengeschnurrt sind, fällt er auf seinen rechten Arm und schreit vor Schmerz auf. Zwei Männer richten ihn wieder auf. Dann packt ihn ein Mann von vorne am Gesicht und drückt seine Backen fest zusammen.

>> Hören Sie Hamid Ahmad. Wir wissen alles über Sie. Über Ihre Frau, Ihre Kinder, Ihre Freunde, Ihre Arbeitskollegen, Ihre Familie in Dubai. Einfach alles. Wir wissen wann Sie aus dem Haus gehen, in welchem Supermarkt Sie einkaufen, wann Sie Ihre Frau vögeln und wann Sie auf Toilette gehen. Also hören Sie auf uns zu verarschen und erzählen Sie von Ashad. Hat er weitere Anschlagspläne? Dann raus damit. Nur so können Sie Ihrer Familie helfen. Sie möchten doch nicht das Ihre achtjährige Tochter gefoltert wird bis ihr Daddy bereit ist auszusagen oder? <<, blafft ihn der Mann an.

>> Mein Name ist Ibrahim Karimi. Ich bin seit zwanzig Jahren amerikanischer Staatsbürger und habe mit alldem nichts zu tun. Das muss alles eine Verwechslung sein <<, antwortet er, wobei durch das Klappern seiner Zähne die Worte nur verzerrt kamen.

>> Sicher. Eine Verwechslung. <<

Wenige Augenblicke später wird sein Stuhl tief nach hinten gekippt und ein Tuch über seinen Mund gehalten. Eine andere Person gießt einen Eimer Wasser langsam auf sein Gesicht hinab. Er spürt wie das Wasser in Mund und Nase läuft und obwohl er sich mit aller Kraft auf dem Stuhl windet, gibt das Material, mit dem er an den Stuhl gebunden ist, keinen Millimeter nach. Sein Herz hämmert jetzt als würde es alleine fliehen wollen.

In seinen Gedanken sieht er seine Frau, umarmt von ihren beiden Töchtern, lächeln. Ihnen wird es gutergehen.

Das fließen des Wassers hört auf. Es sind vielleicht 15 Sekunden vergangen, doch ihm kam es endlos lang vor. Der Stuhl wird wieder aufgerichtet, das Tuch weggenommen. Er atmet schwer und spuckt das Wasser aus.

>> Erzähl uns von Ashad oder wir werden deine Familie genauso behandeln wie dich hier. <<
>> Das kann ich nicht <<, spricht der Gefangene langsam. >> Ich kenne diesen Mann nicht. Wirklich nicht. <<

Das Tuch, welches um seine Augen gewickelt ist, wird ihm weggerissen. Er blinzelt etwas, es fällt ihm schwer die Augen wieder zu öffnen. An der Decke befindet sich scheinwerferhelles Licht, der Raum ist weiß und völlig steril. Vor ihm steht ein großer Mann in einem schlechtsitzenden Anzug, der Bauch hängt über den Gürtel herab, die Glatze sieht in dem hellen Licht wie auf Glanz poliert aus. Dies muss der Mann sein mit dem er die ganze Zeit spricht. Links und Rechts steht jeweils ein Mann in Militärkluft. Der Gefangene schaut sich nach einer Uhr im Raum um, kann jedoch keine finden.

>> Es reicht. Ins Loch mit ihm <<, sagt der dicke Mann.

Die beiden Männer lösen mit einem scharfen Messer die Fessel, packen den Gefangenen und schleifen ihn hinter sich her. Sie öffnen die Hintertür des Verhörraums. Dort befindet sich „das Loch“. Es ist ein kleiner dunkler Raum. Maximal ein Meter hoch und vielleicht 1,50 Meter breit. Ehe die beiden Männer ihn hinein schubsen können, hat er noch die Gelegenheit auf eine Uhr zu schauen, die vom Stuhl aus nicht zu sehen ist. Sie zeigt 10:42 Uhr an. Er lächelt. Dann schließen die beiden Männer die Tür und er verschwindet in völliger Dunkelheit.

 

Hallo Jensson,

habs jetzt dreimal gelesen, aber ich versteh es nicht. Erst dachte ich, ich hätte etwas überlesen, aber da fehlt eine Mitte und ein Schluss.

Sorry, hat mir daher leider nicht gefallen. Obwohl der Ansatz vielversprechend war.

Schöne Grüße
MrsMurphy

 

Hallo Mrs Murphy,

die Kurzgeschichte habe ich durchaus bewusst so geschrieben, dass es einem nicht gleich leicht fällt sie zu verstehen. Hinweise zur Lösung sind allerdings eingebaut.

Glaubst du der Gefangene ist schuldig oder unschuldig?

 

Ich weiss nicht warum, aber ich glaube schuldig.

Na, habe ich die 50% Chance gut genutzt? ;o)

 

Da stimmt was nicht

Auch ich habe die Geschichte jetzt 3 x mal gelesen.

Einmal abgesehen von den Grammatikfehlern: Worauf willst Du hinaus?

Du musst die Hinweise schon so setzen, dass das Ganze logisch und stimmig ist.

Folgende 2 Passagen:

"Engelsgleich erscheinen vor seinem Auge seine Frau und seine beiden Töchter"

Ich hatte niemals Kontakt zu einem Ashad. <<
>> Was haben sie am Flughafen gemacht? <<
>> Ich wollte nach Dubai fliegen. <<
>> Sie wollten fliehen? <<
>> Ich wollte meine Familie besuchen

Das könnte auch heißen, er wollte sich mit ihr in die Luft sprengen. Dafür würde auch das "Engelsgleich" in der obigen Passage sprechen, denn er sieht als fanatischer Islamist seine Familie nach seiner "guten Tat" jetzt im Himmel.

So gesehen wäre dein Protagonist dann wohl schuldig.

Aber dennoch: Es bleiben viel zu viele Fragen offen. Was hat es mit Ashad auf sich? Warum die Uhrzeit? (10.43 Die Koffebrombe explodierte am Morgen. Auch ein bissl komisch) Was hat es mit "dem Loch" auf sie?

Ein viel versprechender Ansatz, aber für mich wirft der Text mehr Fragen auf als er beantwortet.

Bin gespannt auf deine Lösung

loom

 

Hallo jensson,

zu Deiner Geschichte: hat Deine Tastatur keine normalen Anführungszeichen?

Sprachlich hat sie mir gefallen, Athmospäre kam auch rüber, doch wie MrsMurphy fehlt mir etwas - das wer wann wo warum wohin wozu mit wem. Im Augenblick ist es nicht mehr als eine Szene, wenn auch eine gelungene.

Natürlich kannst Du mich als Leser absichtlich mit all den Fragen allein lassen. Aber ich mag keine Friss-oder-stirb-Geschichten, keine Wenn-dus-nicht-kapierst-bist-du-unter-meinem-Niveau-und-sollst-verdammt-sein-Geschichten, nein, wirklich nicht.

Wäre bei Deiner Schreibe schade drum

Gruß, Pardus

 

Ashad ist der Drahtzieher des Anschlags und hat Hamid Ahmad dazu beauftragt diesen auszuführen.
Die Kofferbombe am Los Angeles Airport war allerdings nur zur Ablenkung gedacht und sollte die gesamte Aufmerksamkeit der amerikanischen Polizei bekommen.
Hiernach (in meinen Gedanken ab kurz vor elf) sollen größer angelegte Anschläge erfolgen von denen auch Hamid Ahmad wusste.

Die Idee war nur eine Szene aus diesem Gedankenspiel zu schreiben, nämlich die des Verhöhrs nach dem Anschlag ohne dabei dem Leser alle Informationen zukommen zu lassen.

 

Hallo jensson!

Willkommen auf kg.de.

Würdest du bitte endlich die Anführungszeichen korrigieren? (Und bei der Gelegenheit kannst du auch noch nach andern Fehlerchen fischen.)

Inhaltlich: Da wird ein mutmaßlicher Terrorist im Amerika gefoltert. Das ist alles (und ernsthaft, Jack Bauer kann das besser!).
Das, was du erzählst, ist keine Geschichte, nur eine Szene. Das ist deine Absicht? Warum? Nein, sorry, da sind nicht alle Informationen drin, das wichtigste fehlt. Infos über deinen Protagonisten, etwas, das ihn für den Leser interessant macht. Im Moment ist er nur ein Nichts und Niemand. Ob der Typ schuldig oder unschuldig ist? Wen interessiert's?
Also, Interesse wecken, dann, als nächstes, sollte ein Konflikt folgen (das ist das einzige, was dein Text hat) und schließlich muss noch eine Art Auflösung kommen, kein: "Leser, mach dir den Text selbst." Dazu lese ich nicht. Ich will, dass du mir die Geschichte erzählst, warum sonst sollte ich einen Text von dir auch nur anklicken?
Ich hoffe also, dass du dieses Textfragment mit Inhalt füllst.

Grüße
Chris

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Jensson,
beim Lesen deiner Verhörszene wurde mir schon klar, dass der Verhörte ein Terrorist ist.
Möglich ist jedoch, dass er an dem ersten Kofferbombenanschlag am Morgen nicht unmittelbar beteiligt war, sondern „seine Stunde“ erst noch kommen muss.
Falls doch, ist in jedem Fall ein zweiter Anschlag geplant, für den er in erster Linie verantwortlich ist.
Seine Fixierung auf eine Uhrzeit
Zitate:
„Wie spät es wohl ist?“
„Ich kenne keinen Ashad. Wie spät ist es?“
„….hat er noch die Gelegenheit auf eine Uhr zu schauen, die vom Stuhl aus nicht zu sehen ist. Sie zeigt 10:42 Uhr an. Er lächelt.“

lässt für mich den Schluss zu, dass genau für 10:32 Uhr oder unmittelbar danach SEIN Anschlag, bzw. ein erneuter Anschlag geplant ist.
Der kurz bevorstehende Erfolg seines Attentats stimmt ihn in seinem Fanatismus zufrieden.
„Er lächelt.“
Er weiß, man hat die zweite Bombe bisher nicht gefunden.
Damit ist sein Auftrag erfüllt.
Er und seine Familie werden nach seiner Vorstellung Gottes Ehre erfahren.
„In seinen Gedanken sieht er seine Frau, umarmt von ihren beiden Töchtern, lächeln. Ihnen wird es gutergehen“ (gut ergehen = zwei Wörter)

Die Aussicht auf himmlische Ehre lässt ihn seine Gefangenschaft in dem „Loch“, das du einem lebendigen Grab gleich beschreibst, fast freudig akzeptieren.

Dennoch liegt in deiner Geschichte ein Zeitfehler vor:
Der erste Anschlag fand morgens statt und den ganzen Tag über haben die Medien bereits darüber berichtet.
Die von dir hervorgehobene Uhrzeit 10:32 Uhr, also ebenfalls morgens, macht nur Sinn, wenn du einen Hinweis darauf gegeben hättest, dass der Verhörte sich bereits einen Tag, oder zumindest die ganze Nacht gefesselt auf diesem Stuhl befunden hätte.
Dann aber macht deine Aussage des Verhörchefs
„Morgen werden die Zeitungen voll damit sein.“ wiederum auch keinen Sinn.
Befänden wir uns zum Zeitpunkt des Verhörs bereits am nächsten Morgen gegen 10:32 Uhr, dann hätte man den Anschlag vom Vortag bereits in den Zeitungen lesen können….

Die Zeit für den ersten Anschlag oder die für das Verhörende muss so oder so korrigiert werden.
Andere die Zeit für den 2. Anschlag in 22:32 Uhr um. Dann ist das Ganze stimmig.

Gruß
kathso60

 

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