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Erleichterung

Beitritt
20.07.2012
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Erleichterung

Eine einsame träne ran ihr über das viel zu blasse Gesicht. Sie wischte sie nicht weg, starrte unnachgiebig gradeaus. Immer weiter, in jenes kühle Grau, welches so sehr schmerzte. Minuten vergingen. Stunden. Sie regte sich nicht, die Augen stur auf den Horizont gerichtet, an dem der letzte Schimmer längst verloren war. Plötzlich stand sie auf, griff das alte abgewetzte Küchenmesser und lies es geschehen. Bevor sich Ihre Augen für immer schlossen, erwärmte das Gefühl von Erleichterung den in tiefes Rot getauchten Raum.*​

 

Hallo Depressa Fantasia,

so leid es mir tut: Das ist keine Kurzgeschichte, sondern etwas, das in diesem Forum als typischer Anfängertext - härter: Anfängerfehler - gesehen wird. Suizidtexte (dazu gibt es einen Thread) sind für den Leser - anders als vielleicht für den Autor - weniger wertvoll und dramatisch, sondern lassen einen, weil bis auf die Aussage des Erzählers, er tue es aus diesem oder jenem Grund, nichts über die Figur, über sein Leben, seine Hintergründe bekannt ist, mit einem Schulterzucken zurück. Schlimmer noch, weil der Leser nicht weiß, warum der Erzähler (die Erzählerin) leidet, erregen solche Texte unter Umständen Missbilligung: "Was heult der / die denn so rum?" Da spielt es keine Rolle, ob der Erzähler eine Erfindung ist oder dieses Stimmungsfragment etwas Autobiographischem ähnelt.

Ich rate dir, dich im Forum umzusehen. Lies Geschichten, vielleicht auch die, die von anderen Lesern / Autoren empfohlen worden sind. Stell dir die Frage, was eine Kurzgeschichte eigentlich ist und zu welchem Zweck Geschichten geschrieben und vor allem gelesen werden. Therapeutische Texte sind nicht unbedingt ohne Sinn, aber du darfst den Erwartungshorizont der Leser nicht vergessen, die wollen nämlich in der Regel unterhalten werden: mit lebendigen Figuren, einer spannenden Handlung, starken Ideen, einem interessanten Stil ...


Viel Spaß hier noch!

Sam:)

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Depressa,

dein Name passt ja wirklich toll zu diesem Text.
Wie Sam bereits erwähnte, sind solche Texte ein Ärgernis. Sie sind kurz, sie sind voller Gejammer und bersten vor pseudophilosophischen Bildern.
Literaturforen sind voll damit und alle überbieten sich darin, den traurigsten ud tiefgründigsten Text zu schreiben.

Eine einsame träne ran ihr über das viel zu blasse Gesicht.

Bei Filmen nennt man das glaube ich den "Sexy Cry". Der Prot verbirgt seine Gefühle, nur eine einzige Träne bahnt sich ihren Weg. Das ist alt und faul.

Ich weiß mit Sicherheit, dass es schwierig ist, sich vorsätzlich am Arm (ich denke mal, es sind hier die Pulsadern) zu schneiden. Das Fleisch ist widerstandsfähiger als man denkt und es tut wirklich weh, hinzu kommt eine natürliche Hämmung, sich selbst zu verletzen. Daher zögern auch viele und haben am Ende mehrere Schnittwunden vom vielen Versuchen. Hier verklärst du die Sache zu einem einfach zu bewerkstelligendem und befreienden Akt, was imo total an der Realität vorbeigeht. Du tust mit Selbstmord das, was Twilight mit Vampiren gemacht hat.
Ich hoffe, dass es dir hier nur um den Effekt geht und nicht mehr dahinter steckt. Lies vorsichtshalber mal den von Sam verlinkten Thread über Suizid-Texte.

Aus handwerklicher Sicht ist das hier jedenfalls ein Reinfall.


MfG
Tim

 

hallo depressa,

du hast diese geschichte geschrieben. ok. das ist schon mal ein anfang! :) vielleicht fällt dir noch eine zweite ein?! und sams tipps sind wirklich einen versuch wert!

schöne grüße petdays

 

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