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Entfernung und Nähe
Entfernung und Nähe
Ich liege auf meinem Bett, sehe die Decke an. Ich mache mir Gedanken über Gott und die Welt und stelle fest: Alles ändert sich - ausser ich! Selbst die Decke in meinem Zimmer passt sich der Zeit an. Sie ist aus Holz und in den wenigen Jahren, die ich sie jetzt kenne, ist sie bereits stark nachgedunkelt. Auch sind neue Spinnennetze zu den alten gekommen, und seit der Baum vor meinem Fenster durch einen Wohnblock ersetzt worden ist, fallen selbst die Schatten anders. Sogar die Holzlatten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Sie beugten sich nicht dem Zwang, ihren Platz halten zu müssen.
Ich stehe auf und gehe nach draussen. Auch ich will mich dem Zwang, an einem festen Ort zu bleiben nicht unterwerfen. Die Sonne scheint angenehm auf mich herab, ich verspüre den Drang los zu laufen und gebe ihm nach. Ich laufe los ohne mich umzusehen, bis die Erschöpfung mich einholt. Als ich stehen bleibe und um mich blicke, hat sich die Landschaft stark verändert: Aus dem Wohnblock, den ich aus meinem Fenster sehe, ist eine grosse Wiese geworden. Viele Blumen und Gräser wachsen hier und versuchen sich gegenseitig zu überragen; sie reichen mir bereits bis über die Knie. Zwei Bienen fallen mir auf, die gerade um den Nektar eines Klees kämpfen. Auf der weichen Erde ringen zwei Ameisen um einen riesigen Kern. Ich laufe wieder los, diesmal nicht so lange.
Nun bin ich am Rand eines kleinen Waldes angelangt, vor mir ein Strauch Erdbeeren. Ich entreisse dem Strauch einige seiner Früchte. Ungefähr die Hälfte werfe ich weg, da sie noch nicht ganz reif sind, die übrigen esse ich. Dann laufe ich weiter.
Als ich das nächste Mal zum stehen komme, liegt ein See vor mir.
Inzwischen sind ein paar Wolken aufgezogen und es ist heißer geworden. Der See zieht mich mit seiner glitzernden Oberfläche magisch an. Ich springe hinein und zerstöre damit die Ruhe, die über dem See lag. Das kühle Wasser ist erfrischend und ich schwimme quer durch den See. Unterwegs stechen mehrere Vögel neben mir in das Wasser und tauchen im nächsten Moment mit ihrer noch zappelnder Beute wieder auf.
Auf dieser Seite des Sees sind einige Bäume. Ich gehe los und entdecke ein kleines Dorf. Es besteht aus maximal zwanzig Häusern. Als ich auf der Strasse an den Häusern vorbei gehe, höre ich die Hausfrauen, wie sie sich gegenseitig, aus den offenen Fenstern heraus, in einer fremden Sprache anschreien.
Ich fange wieder an zu laufen. Um mich herum nehme ich nichts wahr, ausser der Luft, die an meinen Ohren vorbei zischt. Nach einer langen Zeit halte ich wieder an, und sehe mich von vielen, hohen Gebäuden einer Stadt umgeben. Ich gehe langsam weiter und erreiche einen Platz mit vielen Cafés. Ich setzte mich in eines und esse ein Eis. Die Serviertochter hat einen verbissenen Blick und ich bleibe nicht lange.
Als ich wieder auf die Strasse trete, zieht gerade ein Zug von Demonstranten vorbei, denen ich mich anschliesse. Sie ziehen schreiend durch die Stadt, halten drohend ihre Schilder in die Luft, und ich mitten drin. Nach einiger Zeit kommt die Polizei um die nicht genehmigte Aktion aufzulösen, doch die Demonstranten weigern sich lauthals, manche halten wütend Steine in die Luft.
Schliesslich holen die Polizisten ihre teuren Gummigeschosse hervor und verwünschen ihre Waffen, die viel zu kleine Magazine haben.
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Ich liege auf meinem Bett, sehe die Decke an. Ich mache mir Gedanken über Gott und die Welt und stelle fest: Alles ändert sich - ausser ich! Selbst die Decke in meinem Zimmer wird vom Wandel mitgerissen. Sie ist aus Holz und in den wenigen Jahre, die ich sie jetzt kenne, hat sie ihre Farbe bereits deutlich verändert. Auch sind neue Spinnennetze zu den alten gekommen. Seit der Baum vor meinem Fenster durch einen Wohnblock ersetzt worden ist, fallen selbst die Schatten anders. Sogar die Hotzlatten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Sie beugten sich nicht Dem Zwang ihren Platz halten zu müssen.
Ich stehe auf und gehe nach draussen. Auch ich will mich dem Zwang, an einem festen Ort zu bleiben nicht unterwerfen. Die Sonne scheint angenehm auf mich herab, ich verspüre den Drang loszulaufen und gebe ihm nach. Ich laufe und geniesse es, die Landschaft an mir vorbeiziehen zu sehen. Ich laufe, bis die Erschöpfung mich einholt. Als ich stehen bleibe sehe ich mir das Gelände genauer an: Aus dem Wohnblock, den ich aus meinem Fenster sehe, ist eine grosse Wiese geworden. Viele Blumen und Gräser wachsen hier in friedlicher Atmosphäre; sie reichen mir bis über die Knie. Zwei Bienen fallen mir auf, die sich gerade den Nektar eines Klees teilen. Auf der weichen Erde helfen sich zwei Ameisen bei einem riesigen Kern.
Ich laufe wieder los, diesmal nicht so lange. Nun bin ich am Rand eines kleinen Waldes angelangt, vor mir ein Strauch Erdbeeren. Ich pflücke einige der Früchte. Ungefähr die Hälfte verfüttere ich an Vögel, die übrigen esse ich. Dann laufe ich weiter. Als ich das nächste Mal zum Stehen komme, liegt ein See vor mir.
Inzwischen sind ein paar Wolken aufgezogen und es ist heißer geworden. Der See zieht mich mit seiner glitzernden Oberfläche magisch an. Ich springe hinein und geniesse das Gefühl der nassen Kleider auf meiner Haut. Das kühle Wasser ist erfrischend und ich schwimme quer durch den See. Unterwegs tauchen neben mir mehrere Vögel in die kühlenden Fluten ein, erscheinen aber im nächsten Augenblick wieder an der Oberfläche mit ihrer Beute im Schnabel auf.
Auf dieser Seite des Sees sind einige Bäume. Ich gehe los und bald taucht ein kleines Dorf auf. Es besteht aus etwa zwanzig Häusern. Als ich auf der Strasse an den Häusern vorbei gehe, höre ich die Hausfrauen, wie sie sich gegenseitig, aus den offenen Fenstern heraus, in einer fremden Sprache Neuigkeiten zurufen.
Ich fang wieder an zu laufen. Ich spüre, wie mir der Wind über das Haar streicht und wie er mir ein angenehmes Rauschen in den Ohren hervorruft. Nach einer langen Zeit halte ich wieder, umgeben von vielen hohen Gebäuden einer Stadt, an. Ich gehe weiter und erreiche einen Platz mit vielen Cafés. Ich lasse mich in einem nieder und esse ein Eis. Die Serviertochter ist sehr verkrampft und so bleibe ich nicht lang.
Als ich wieder auf die Strasse trete, zieht gerade ein Zug von Demonstranten vorbei, bei denen ich mich mit einreihe. Sie ziehen aufgebracht durch die Stadt, halten gut lesbar ihre Schilder in die Luft, und ich mitten drin. Nach einiger Zeit kommt die Polizei um die nicht genehmigte Aktion aufzulösen. Der Sprecher redet mit den Polizisten, die sich daraufhin dem Zug anschliessen.
Die Menschentraube geht weiter zu einem Verwaltungsgebäude, wo sie Steinproben abgibt, die etwas mit Umweltschutz zu tun haben sollen.