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Encore une fois

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15.11.2009
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Encore une fois

Acht Schritte!
Es sind nur acht verdammte Schritte! Wie könnt ihr bei nur acht Schritten wieder und wieder Fehler machen? Wir haben es doch oft genug einstudiert, oder? Manchmal klappt es doch sogar schon beim ersten Versuch! Also warum sind wir immer noch hier? Warum muss ich erneut eine Wiederholung nach der anderen über mich ergehen lassen? Bitte? Eure Gelenke schmerzen?
Das interessiert mich nicht!
Mir macht das ebenso wenig Freude wie euch, das könnt ihr mir glauben! Ihr seid ein Haufen unkonzentrierter Stümper! Ihr haltet mich länger hier gefangen als nötig. Ich bin auch müde, ich möchte mich auch ausruhen, mich in mein Bett legen und schlafen. Aber ihr lasst mich nicht und wenn ich nicht schlafe, werdet ihr es auch nicht tun.
Ihr seid jämmerlich und das fällt alles auf mich zurück! Ich tue alles für euch, sage euch sogar jeden Schritt einzeln an, und trotzdem geht immer etwas schief! Immer fällt einer von euch aus der Reihe, ruiniert alles. Ist das denn wirklich so schwer? Sich acht Schritte einzuprägen?
Acht, verdammt nochmal!
Es tut weh. Ja, es tut weh! Und wie es das tut! Seht ihr nicht die Tränen in meinen Augen? Seht ihr nicht, dass ich mich schäme? Für euch? Für mich? Ich bin verzweifelt! Verzweifelt, weil ihr mir nicht gehorchen wollt! Weil ihr euch sträubt, exakt das zu tun, was ich von euch verlange! Doch ich lasse mich von euch nicht zerstören! Ihr werdet mir jetzt folgen, Schritt für Schritt!
Noch einmal!

Schritt Eins:
Das Wasser aufdrehen.

Schritt Zwei:
Seife aus dem Spender nehmen.

Schritt Drei:
Die Seife flächendeckend verreiben.

Schritt Vier:
Die Seife gründlich abschrubben.

Schritt Fünf:
Aus dem Wasser, aber das Becken nicht berühren.

Schritt Sechs:
Das Wasser mit dem Handgelenk abstellen.

Schritt Sieben:
Zum Handtuch, aber dabei nichts berühren.

Schritt Acht:
Sorgfältig abtrocknen.

Na also. Warum nicht gleich so? War das jetzt so schwer?
Moment … haben wir auch nichts vergessen? Wir haben jeden Schritt eingehalten, oder? Auch in der richtigen Reihenfolge? Ich … ich bin mir nicht sicher. Seid ihr nicht da ans Becken gekommen? Ganz kurz? Wir sollten … sichergehen … nur für den Fall. Ja, ich spüre den Schmerz auch. Ja, ich sehe das Blut. Aber … aber das war nicht richtig, versteht ihr? Etwas war verkehrt weil … weil ihr nicht aufgepasst habt! Weil es nur acht verdammte Schritte sind und ihr zu dumm seid, sie ordnungsgemäß auszuführen, ihr nutzlosen Idioten! Ich bin so müde … ich will endlich ins Bett. Es ist schon so spät … aber es geht nicht anders … es muss sein.
Noch einmal!

 

Moin,

im Moment fliegen mir die Ideen für Kurzgeschichten nur so zu :D. Diese ist noch ein Stück anders als meine bisherigen Texte in dieser Rubrik, aber ich hoffe, dass sie zu gefallen weiß.

Lieben Gruß und viel Spaß wünscht der

Pale Man

 

Hey Pale Man,

eine Parabel worauf? Ich überlege hier schon die ganze Zeit, aber die Schuppen wollen mir nicht von den Augen fallen.

Unsinniges einstudieren bis zur totalen Erschöpfung aller Beteiligten, aber mit welcher Konsequenz? Das am Ende Lehrender und Lernende ermüdet, ausgelaugt und physisch und psychisch ko sind? Das man in einem solchen Zustand nicht mehr in der Lage ist, sich zu konzentrieren und besser schlafen gehen sollte. Sicher nicht Deine Absicht, aber das ist alles, was ich daraus entnehmen kann und das ist mir persönlich zu wenig.

Der Text verspricht mir irgendwie eine Metaebene, aber ich finde die nicht und das lässt den Text für mich schwächeln. Mag aber auch sein, dass die für andere sonnenklar auf der Hand liegt und ich mal die Brille putzen sollte.

Warum muss ich schon wieder eine Wiederholung nach der anderen über mich ergehen lassen?

Du hast eine "wieder" Überflutung in den ersten Zeilen - das dicke könnte gut raus

Weil es nur acht verdammt Schritte sind und ihr zu dumm seid,

verdammte

Beste Grüße Fliege

 

Ei Fliege.
Da spricht ein Zwangsneurotiker zu seinen eigenen Händen. Und er muss sich so oft die Hände waschen, bis sie bluten.

Okay, das ist jetzt ein reiner "ich bin so smart ,ich seh das"-Kommentar, aber ich hab den Text gestern schon gelesen und weiß nicht recht, was ich dazu sagen soll. Es ist ein Gimmick-Text, ein Bildrätsel auf der einen Seite, und auf der anderen behandelt er eben das Phänomen dieser Zwangsstörung, das in der Popkultur seit Jahren super-in ist und da geht er natürlich nicht sehr in die Tiefe.

Der Text funktioniert, macht mir aber beim Lesen keine rechte Freude und einen Erkenntnisgewinn kann ich auch nicht daraus ziehen ,weil ich das Thema schon kenne. Das einzige, was man hier kriegt, ist: Okay, ich entschlüssel das Bilderrätsel.
Ich fände mal die Erfahrung interessant: Wie fühlen sich Zwangsneurotiker wirklich selbst? Und ich hab das Gefühl der Text hier geht in die Richtung, ist dann aber zu kurz gefasst, um das richtig zu vermitteln. Also ich weiß es nicht, wie sich Leute fühlen, die gegen ihren Willen handeln.
Es gibt von Maria diese Drogengeschichte "Puppis Kopf" die behandelt auch so ein Thema und wurde dafür geliebt, das ist schon ein spannendes, oft bearbeitetes Feld, aber gerade deshalb ist es auch schwer, da was Neues zu finden.

Gruß
Quinn

 

Quinn schrieb:
Ei Fliege.
Da spricht ein Zwangsneurotiker zu seinen eigenen Händen. Und er muss sich so oft die Hände waschen, bis sie bluten.

Ach so! Tja, Pale Man, dann nehme meine Blindheit für ein Kompliment. Hab ich doch bei Deinem Nick auf irgendwas größeres gewartet. Auf so was Schlichtes wäre ich im Leben bei Dir nicht gekommen. Ich hätte so gern eine Parabel gehabt ...

 

Moin Leute,

Quinn, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Mein Hauptanliegen war es, den Leser ein wenig in die Irre zu führen und das ist mir bei dir, Fliege, ja offenbar gelungen ;). Der Text war mehr eine kleine Fingerübung für zwischendurch.

Zitat von Quinn: Ich fände mal die Erfahrung interessant: Wie fühlen sich Zwangsneurotiker wirklich selbst? Und ich hab das Gefühl der Text hier geht in die Richtung, ist dann aber zu kurz gefasst, um das richtig zu vermitteln. Also ich weiß es nicht, wie sich Leute fühlen, die gegen ihren Willen handeln.
Ich kann nicht für andere Zwangsneurotiker sprechen, aber ich habe mich immer so gefühlt wie in dem Text. Dieses Gefühl wollte ich dabei auf das Kernelement, den sich ständig wiederholenden Vorgang, reduzieren.
Heutzutage habe ich meinen Waschzwang unter Kontrolle, aber als Teenager habe ich manchmal eine halbe Stunde oder mehr am Waschbecken verbracht und war mit jedem Waschvorgang einem Wutausbruch näher. Aber ich stimme dir zu, dass man aus der Thematik deutlich mehr herausholen kann. Ich würde dann allerdings eine ganz neue Geschichte dazu schreiben. Hier liegt der Fokus wirklich nur auf der Zwangshandlung selbst und der Verschlüsselung derselben.

Zitat von Fliege: Ach so! Tja, Pale Man, dann nehme meine Blindheit für ein Kompliment. Hab ich doch bei Deinem Nick auf irgendwas größeres gewartet. Auf so was Schlichtes wäre ich im Leben bei Dir nicht gekommen. Ich hätte so gern eine Parabel gehabt ...
Das Kompliment wird gerne angenommen :). Eine Parabel werde ich eines Tages bestimmt auch noch in meinen Hirnwindungen entdecken. Wenn es soweit ist, werde ich sie mit Freuden hervorzerren und dir kredenzen ;).

Liebe Grüße

Pale Man

 

Ah, ich muss mal einen "ich bin so unsmart, ich hab's nich gesehen" Kommentar loswerden (hallo Fliege). Ich hab den Text gestern kurz nach dem Posten gelesen (ok, vielleicht echt schnell gelesen, weil er mich auch nicht absorbiert hat). Und ich dachte auch, jo, irgendeine Parabel, die jetzt so verschwurbelt ist, dass ich keine Lust hab, mich damit zu beschäftigen.
Und jetzt mit den Kommentaren ... fühl ich mich echt doof. Vor allem, weil mir Zwangsneurosen nicht fremd sind.

Vielleicht liegt's daran, dass ich in meinen Zeiten des Waschzwangs (da war ich noch richtig klein) niemals so distanziert hätte: da sind doch nicht "die Hände" dreckig, ich bin dreckig, ich, ich, ich! Hilfe, Igitt, das klebt an den Fingern, ich muss das waschen, ich muss das abmachen, ich will wieder sauber sein ... äh ja, wollen wir uns über Neurosen unterhalten? :D

 

Hallo Pale Man

Warum zum Teufel steht der Text nicht unter der Rubrik Satire?

Er ist in seiner Handlung sehr intensiv und lud mich zu einem herzhaften Lachen ein, wäre da nur nicht dein Kommentar #6, den ich zuvor schon gelesen hatte. Ein Zwangsneurotiker meinetwegen, aber als Empfindungen bei einem Waschzwang, da hatte ich doch etwas Mühe solches in den Acht-Schritte-Vorgang hinein zu interpretieren. Du outest dich als Ex solcher Nöten und es wäre vermessen, dir deine Gefühle von damals abzusprechen. Aber an sich hat diese Zwangsform keine Tendenz sich selbst Schmerzen zuzufügen, sondern Unreines zu beseitigen resp. fernzuhalten. Na ja manche meinten schon, Parallelen zu de Sade darin zu erkennen. Von dem her scheint mir, dass deine Erinnerungen sich da etwas satirische Kapriolen leisteten. Gut, du sagst der Text sei eine Komprimierung auf den Vorgang. Als solche mit manischer Zahlenfolge versehen und ohne symptomatische Definition, scheint er mir absolut gelungen.

Der Titel, der präzis das Wiederholende und nicht das Symptom (manie de l'ablution oder Ablutomanie) benennt, hast du ja anscheinend zur Verwirrung gesetzt, wobei es in Deutsch den gleichen Stellenwert einnähme.

Hat Spass gemacht zu lesen, insofern eine Überraschung im Alltag.

Schöne Grüsse

Anakreon

 

Moin,

Zitat von Möchtegern: äh ja, wollen wir uns über Neurosen unterhalten?
Bitte nicht, eine Diskussion über psychische Störungen wollte ich nicht wirklich anregen :D.

Zitat von Anakreon: Aber an sich hat diese Zwangsform keine Tendenz sich selbst Schmerzen zuzufügen, sondern Unreines zu beseitigen resp. fernzuhalten.
Und jetzt muss ich mir selbst widersprechen und doch etwas zum Thema beitragen ;).
Hier geht es nicht um den zugefügten Schmerz, der ist eher eine Nebenerscheinung. Ein Waschvorgang kann nämlich zu einem handfesten Ritual auswachsen, das minutiös durchgeführt werden muss. So war es bei mir. Die tatsächliche Sauberkeit der Hände ist immer mehr in den Hintergrund gerückt, aber das Ritual musste Schritt für Schritt perfekt eingehalten werden, oder ich musste noch einmal anfangen. Dazu gehörten bestimmte Bewegungsabläufe, Reihenfolgen und Körperhaltungen. Auf die Dauer hat das ganz schön genervt, deswegen habe ich dem Erzähler auch eine gereizte Stimmung gegeben :D.
Es hat mich übrigens sehr gefreut, dass dich mein Text unterhalten konnte. Wenn ich ihn mir unter dem satirischen Aspekt noch einmal durchlese, kann ich das gut nachvollziehen. So war er eigentlich nicht konzipiert, aber mir gefällt die Interpretation.
Zum Titel: Den habe ich eigentlich nur genommen, weil das meine Französischlehrerin (wer hätte es gedacht?) in der zehnten Klasse andauernd gesagt hat, wenn etwas gemeinsam gelesen wurde. Wieder und wieder und wieder ...
Außerdem war meine Neurose damals auf dem Höhepunkt, passt also gleich doppelt :D.

Lieben Gruß
Pale Man

 

Hallo Pale Man,

das meiste was man zur Geschichte sagen kann, wurde ja schon gesagt.

Ich habe das schon auch verstanden, was da passiert, mir war es aber zu "mechanisch" geschildert, ich weiß nicht wie ich mich da besser ausdrücken soll.
Das einzig Spannende ist für mich halt dieses Abgeben von Verantwortung. Der Protagonist macht ja die Hände für sein Verhalten verantwortlich, darüber hinaus sieht er seine Hände als Fremdkörper an ("eure Gelenke") oder vielleicht fühlt er sich auch in seinem gesamten Körper fremd. Das ist auch allgemein bei so psychologischen Krankheiten immer wieder faszinierend für mich, dieses vollkommene Fehlen einer oder zumindest die stark verzerrte Selbstwahrnehmung. Wie Magersüchtige, bei denen eindeutig das Untergewicht messbar ist, mit Daten und Fakten wie Körpergewicht, Bauchumfang usw., und die dennoch darauf beharren, zu viel zu wiegen. Dieses Leugnen von offensichtlichen Tatsachen ist für mich sehr faszinierend, also, wie geht so was?
Um wieder auf den Waschzwang zurückzukommen, das ist hier halt auch so, dass jeder ihm sagen könnte, was er da macht und er alles von sich weisen und auf die Hände schieben würde. Und sich selbst verteidigen und ins Recht rücken, denn er tut ja 'sein Bestes', um die Hände sicher durch die acht Schritte zu lenken, er kann nichts dafür wenn sie es vermasseln, er gibt sich doch so viel Mühe es ihnen beizubringen usw.

Aber die Geschichte bietet wenig. Es ist ein innerer Monolog, der einen nicht sonderlich berührt, oder mich zumindest nicht. Wenn du wie du schreibst selbst betroffen warst - gut, das ist dann schon was anderes, also du wirst beim Schreiben/Lesen wohl schon etwas fühlen oder gefühlt haben. Aber der Funke springt nicht so recht über.

Das Encore une fois ist mir aus dem Französischunterricht allerdings auch noch stark in Erinnerung. :D

 

Alles schon gesagt? Vielleicht, aber ich meine, es sei die Rede des Kleinbürgers,

lieber Pale Man,

die da gesprochen wird, der monologisiert, so wie’s Erzieher tun, die keinen Widerspruch dulden, egal was sie auch tun & es doch immer nur gut meinen, alles geschieht doch nur zum besten …

Es sind nur …. Wie könnt ihr … Wir haben es doch oft genug … Also warum … immer noch … Warum muss ich … / Das interessiert mich nicht! / Mir macht das ebenso wenig Freude …, das könnt ihr mir glauben! … usw.,
was in der Regel mit dem Ruf nach eigener Ruhe schließen will, sich aber selbst rechtfertigt im Vorwurf
Aber ihr lasst mich nicht …
und in Selbstmitleid ergeht.
Da hat Anakreon mit seiner Anfrage nach Satire recht.
Aber ich hätt’ dann noch einen unerwarteten Zusammenhang zu konstruieren:

Acht Schritte!

Acht ist nun mal keine heilige Zahl, aber auch nicht sonderlich unheilig.
Kuriosität am Rande und eher ein Zufallsfund bei der Beschäftigung mit dem Dual an anderer Stelle hier vor Ort, wenn die acht etymologisch auf das indogermanische, wenn auch nicht sichere (wie denn auch anders?) rekonstruiert wird mit oktou, was „eigentlich“ nach Duden Bd. 7 „die beiden Viererspitzen“, nämlich die beiden (auch dass ein neuhochdeutsches Restprogramm des Duals) Hände ohne Daumen bezeichnet.
Und weil’s so schön ist: an die zwei Viererreihen schließt sich nahtlos die neun an, idg. rekonstruiert als [e]neuen, womit die Interpretation als „neue Zahl“ nicht mehr fern sein konnte (vgl. Duden Bd. 7, hier S. 559, lk. Spalte, zuvor ebd. S. S. 20, r. Sp.).

Aber auch in entgegengesetzte Richtung gibt’s interessantes und abwegiges zu diesem Schritt:

Schritt Sechs:
Das Wasser mit dem Handgelenk abstellen.

Sieben ist (anders als acht) eine heilige Zahl (daher haben wir auch die 7-Tage-Woche). Wasser ist auch heilig, schon allein, weil’s lebensnotwendig ist, was in der Religionsgeschichte dann eine geheimnisvolle Lebenskraft symbolisiert. Mit der Waschung sucht man, sich von Sünden zu reinigen (muss ja nicht immer per Ablass und Barem erfolgen) und die Wasser sollen besondere Kräfte übertragen.

Flüsse wie der Ganges führen ihren Religionsgemeinschaften heiliges Wasser. Wer den Fluss nutzt, erspart Schritt sechs, der also entsubstantiviert und wieder zum Zahl- bzw. Eigenschaftswort schrumpft.

Mit nahezu mathematischer Präzision können wir mit Freud Neurose als individuelle Religion definieren, um „die Religion als eine universelle Zwangsneurose zu bezeichnen.“ (S. freud, Zwangshandlungen und Religionsübungen)

Vergnügt gelesen und ausgelassen interpretiert vom

Friedel

 

Moin Tserk und Friedel,

@Tserk

Das Encore une fois ist mir aus dem Französischunterricht allerdings auch noch stark in Erinnerung.
Also habe nicht nur ich gelitten :D.

@Friedel
Himmel, auf solche Ideen wäre ich nie im Leben gekommen! Die Interpretation gefällt mir ja fast besser als mein eigener Text :D.

 

Hm, die Zwangsneurose habe ich mir immer als etwas vorgestellt, das auf eine Unvereinbarkeit von Tun und Denken gründet. Dass der Zwangsneurotiker nicht will, was er tut, dass er gegen seinen Willen handelt, immer wieder, und keinen Schimmer hat, warum und daran verzweifelt. Als wenn der Wille auf seinem hohen Thron seine Untergebenen nicht mehr kontrollieren kann, aber die Sache auch wieder nicht soweit geht, dass man die Körperteile nicht als zu einem gehörig betrachtet. Indem Text aber domptiert der Kopf die Hände, will also nicht zu dieser Anschauung passen.

Insofern enthält der Text für mich eine neue Sicht auf diese Störung, wobei ich allerdings bis zum klärenden Kommentar #6 erst eine Ballettlehrerin gedacht hatte, dann an eine Hygienebeauftragte in eine Klinik, die einer Horde Chirurgen das effizient Händewaschen lehrt (absurd komisch erscheint es mir jetzt).

Viele Grüße,
-- floritiv

 

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