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Elefantenrüsselfische

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02.06.2002
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Elefantenrüsselfische

Ein Mandalischer Elefantenrüsselfisch lebte im Manda-See. Nein! Es war damals ganz anders. Im Manda-See lebte ein gewaltiger Schwarm von Elefantenrüsselfischen. Wo der Manda-See liegt? Natürlich in Mandalien, sonst hieße der Mandalische Elefantenrüsselfisch vielleicht Bayrischer Elefantenrüsselfisch und lebte im Chiemsee.

Die Fische waren klug. So klug, dass sie sich in Höhlen verbargen, wenn sie an der Wasseroberfläche Bootsrümpfe sahen.
Sie mochten sich nicht fangen lassen, um dann im Restaurant als Stäbchen herum zu liegen.
Nein, darauf hatten sie überhaupt keine Lust. Damals wusste also niemand, wie diese Lebewesen aussahen. Keiner hatte eine Ahnung, dass sie überhaupt existierten.

Sie liebten Spiele so sehr. Mit ihren Rüsseln saugten sie eimerweise Wasser an und bespritzten sich gegenseitig. Es fanden viele Wasserschlachten statt und dabei wurden die Teilnehmer patschnass.
Eines Nachmittags bemerkten einige Fische schwimmende Kinder an der Wasseroberfläche.
Der Mandalische Elefantenrüsselfisch schlug vor, die Kinder nass zu spritzen. Es sollte endlich einmal jemand auf ihn aufmerksam werden. Das gelang natürlich nicht, weil Menschen Elefantenrüsselfisch-Wasser nicht von Manda-See-Wasser unterscheiden können.
Ein anderer Fisch hatte die Idee, alle, die mit gelben Badehosen schwammen am Bauch zu kitzeln.
Gesagt, getan: Zuerst gab es ein Gekreische, aber die Kinder fanden schnell heraus, wer gekitzelt wurde und wer nicht. Also zogen nur noch wenige gelbe Badeanzüge an.

Nach einer Woche, das Kitzeln war schon langweilig geworden, schob ein großer kräftiger Fisch ein Mädchen von unten langsam in die Luft. Er ließ es über der Wasserfläche kurz zappeln und warf es in einem hohen Bogen ins Wasser.
Alle Kinder wollten wieder gelbe Badehosen anziehen.
Und die Fische veranstalteten Wettbewerbe in Weitwurf und Balancieren.

Die Erwachsenen standen zuerst mit Ferngläsern am Ufer und stürzten sich dann mutig mit gelben Badehosen ins Wasser. Aber bei ihnen funktionierte der Spaß nicht. Sie waren zu schwer oder die Fische nicht kräftig genug. Und wenn Boote in der Nähe fuhren, fielen die Spiele ins Wasser. Mandalische Elefantenrüsselfische liegen nun mal nicht gern auf Tellern herum.

Dann änderten ehrgeizige Fischer die Fangmethode: Sie schütteten Gift ins Wasser und warteten, bis die toten Tiere an der Wassereroberfläche trieben um sie dann für die Teller im Restaurant einzusammeln. Elefantenrüsselfisch-Stäbchen mit Couscous und Kokosnuss-Soße: Die Gäste verschluckten sich daran und fielen tot vom Stuhl. Danach benutzten die Fischer wieder Netze und Angeln.

Wir wissen nicht, ob ein paar Mandalische Elefantenrüsselfische überlebt haben. Aber eines ist sicher: Der Spaß mit den Menschen ist ihnen vergangen und der Trick mit der gelben Badehose funktioniert nicht mehr.

[ 19.06.2002, 09:55: Beitrag editiert von: Emma ]

 

Hi, Emma und Willkommen auf KG.de,

Deine Geschichte schlägt für mich mal nach oben, mal nach unten aus.
Was mir gefällt, ist Deine Art, ganz natürlich von den
Afrikanischen Elefantenrüsselfischen zu erzählen, so, als gäbe es sie auf jeden Fall (und wer weiß? ;) ).
Auch ist die Erzählung kindgerecht.
Insgesamt kommt sie mir jedoch etwas zu sehr dahingeschrieben vor, vor allem, weil meiner Meinung nach die Entscheidung der Fische, sich zu erkennen zu geben, etwas zu schnell erzählt kommt. Ich könnte mir vorstellen, das da ein großes Fischmeeting ist, in dem erst einmal darüber diskutiert wird, ob das Risiko eingeganen werden kann, ob die Menschen vertrauenswürdig genug erscheinen.
Dann wiederum gefällt mir, wie zwischen Kindern und fischen so ein Spiel entsteht. Beide Seiten haben etwas voneinander. Zu dem Zeitpunkt, da die Fischer sich entscheiden, Gift einzusetzen, könnte man noch Kinder einführen, die etwas dagegen unternehmen wollen; so würde eine gute kindlicher-Spaß-gegen-Erwachsenendrang-die-Welt-zu-zerstören-Situation entstehen. Den Wink, das Menschen zumeist kurzsichtig agieren (da auch Menschen durch das Gift sterben), gefällt mir dabei wieder gut - so wird das Kind zum Nachdenken angeregt.
Also, insgesmt finde ich, Du kannst die Geschichte durchaus noch um einiges verfeinern, wobei sie auch länger würde, aber das ist sicherlich kein Problem.
DIe Idee mit den afrikanischen Elefantenfischen finde ich jedenfalls klasse. Da hättest Du vielleicht noch etwas mehr bgeschreiben können - nicht zuviel, so dass die Phantasie nicht zum Zug kommt, aber einen dicken, fetten Rüssel hätte man ja doch erwähnen können.
Vielleicht gefällt Dir ja eine meiner Ideen... :)

Ach ja, noch was Nebensächliches: irgendwo steht, dass die Fische nicht als Schnitzel enden wollen - das würde ich Filet oder so einsetzen.

Gruß, baddax

 

Hallo baddax, danke für deine Gedanken!
Es gibt den Afrikanischen Elefantenrüsselfisch, und du hast recht: Diese Geschichte ist einfach "dahingeschrieben". Vor ein paar Jahren hatte ich einen Adressaten, der nicht lesen wollte. Eineinhalb Seiten waren für ihn das absolute Maximum.
Ein Meeting mit Risiko- und Marktanalyse ist Erwachsenenkram. Kinder sind spontan und kennen so was (noch) nicht.
Grüße von Emma
PS. Mein Lieblingsmärchen besteht aus fünf Sätzen. (Franz Hohler: Der König ganz für sich.)

 

Ja Wliikommen auf KG.de
Deine Geschichte ist sehr gut geschrieben und mir hat sie auch gefallen!
Mach nur weiter so!

 

Ossi: SPAMMER!
Du bist jetzt 102 Beiträge dabei und solltest wissen, dass "Tolle Geschichte" etc. als Kritik hier nicht ausreicht. Wenn Du nicht mehr zu sagen hast, dann lass es ganz, ok?

Dankeschön.

 

OK Dann schreibe ich dann alle stellen raus , die mir gut gefallen haben und teile es ihr/ihm mit ist das so OK?
Ich werde es in Zukunft lassen solche kurzen Kritiken zu scheiben.

 

Ossi: es geht nicht darum, kurze oder lange Kritiken zu schreiben. Aber sie sollten schon gehaltvoller sein, ok?
Nix für ungut.

 

Original erstellt von Time Table:

Fische werden patschnass? Krass... das hammse nun davon wenn Sie schwimmen gehen.
Elefantenrüsselfische können Elefantenrüsselspucke von Viktoriaseewasser unterscheiden. Menschen können Spucke von Regenwasser unterscheiden. Nass ist anders als nass, oder? ;-)

[ 14.06.2002, 11:56: Beitrag editiert von: Emma ]

 

Hallo Emma!

Deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie ist nicht kompliziert wie manch andere Geschichten.
Nur eins ist mir jetzt bei deiner letzten antwort aufgefallen.

"Nass ist anders als nass, oder? ;-)"

Versteh ich irgendwie nicht. Wenn man nass ist, ist man nass. Ich denke mal das du das auf das Wasser bezogen hast bzw. wenn man im Wasser schwimmen geht. Das man dann nass ist, aber dann ist man doch nass??? Ui Kompliziert.

Ansonsten sehr gut geschrieben.
Bis bald.
Aitzo^-^

 

PS: Was ich vergessen habe. :)
Die Fische würden bestimmt ganz süß ausehen.

 

Hallo Aitzo,
ich habe nass und nass auf Spucke, Pferdesabber, Regen, Elefantenrüsselfischspucke und auf Apfelsaft bezogen. Alles ist nass. Wenn wir für eine Dusche wählen könnten, würden wir den Regen nehmen oder sogar nasses Trinkwasser.
Grüße von Emma

[ 16.06.2002, 15:14: Beitrag editiert von: Emma ]

 

Hi Emma!

Deine Geschichte ist toll! Lustig und kindgerecht geschrieben, sehr bildhaft, so daß man sich sehr gut vorstellen kann, wie die Fische mit den Kindern spielen, und ziemlich originell! Freut mich sehr, sowas hioer zu lesen!
Das mit dem Schnitzel und dem wasser ist mir auch aufgefallen, aber nochwas: "Es starben Fische und Menschen an Fischvergiftung..." Ähm: eine Fischvergiftung bekommt man, wenn man schlechten Fisch gegessen hat. Muß ich als Nordkind wissen! *g*

Das Meeting der Fische kann man durchaus auch so gestalten, daß Kinder spaß dran haben. Im Kindergarten wird ja auch manchmal abgestimmt, oder?

Lieben Gruß,

chaosqueen :queen:

 

Hallo baddax und chaosqueen,
Fischfilet habe ich schon länger nicht mehr gegessen und deshalb erst jetzt baddax' Tip verstanden. 1999 hatte ich einen 11-jährigen Adressaten, der Schnitzel und Pommes verschlungen hat und Filet weder korrekt schreiben noch aussprechen konnte. Ich habe "Schnitzel" durch "Stäbchen" ersetzt und hoffe, dass euch das auch gefällt.
Elefantenrüsselfischstäbchen mit Couscous und Kokosnusssoße klingt lecker! Egal, die Gourmets haben sich daran zu Tode verschluckt.
"Fischvergiftung" ist ein Wortspiel und bleibt in der Geschichte drin, ohne Interpretationsanleitung.
Die Motivation bei Kindern habe ich immer nach dem Motto "Machemerdes? - Aujadesmachemer!" erlebt. Es führt zu genialen Spielen und geht auch mal daneben. Erwachsene nennen es "Trial and Error".
Grüße von Emma

[ 18.06.2002, 10:02: Beitrag editiert von: Emma ]

 

Hi Emma,

ich habe deine Geschichte gerne gelesen. Mir gefiel deine lakonische Art, in knappen Sätzen die seltsamsten Dinge zu behaupten, z.B:.

"Es fanden viele Wasserschlachten statt und dabei wurden die Teilnehmer patschnass."

Darüber mußte ich sehr lachen, weil ich natürlich glaubte, wer im Wasser ist, ist sowieso patschnaß - aber dann wurde mir klar, dass es eine andere Nässe sein muß...:)

Witzig fand ich auch: "Und wenn Boote in der Nähe fuhren, fielen die Spiele ins Wasser." (Wo sie doch im Wasser spielen!)

Ich würde Deine Geschichte gerne illustriert sehen, vielleicht sollte man sie Kindern vorlesen und diese bitten, ganz viele mandalische Elefantenrüsselfische zu malen?

Liebe Grüße
Barbara

 

Hi Barbara,
danke für's Lesen und Antworten.
"Eine andere Nässe" schreibst du? Genau!
Es handelt sich nämlich um Elefantenrüsselfischspucke und die ist wahrscheinlich, nein, das stelle ich mir jetzt lieber nicht so genau vor.
Grüße von Emma

 

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