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Ein Zeichen der Hoffnung?
Ein Zeichen der Hoffnung?
Es ist wieder einmal Morgen. Ein neuer trostloser Tag ist angebrochen. Ich schaue aus dem gesprungenen Fenster. Seit Jahren herrscht dort das selbe Grau in Grau.
Ich ziehe mich an. Immer wieder die selben verblichenen, zerrissenen Sachen.
Mal das Radio ausprobieren. Nichts. Immer noch nur atmosphärische Störungen, kein Radiosender, kein Funk, seit mehr als zwanzig Jahren nichts als Rauschen.
Jetzt brauche ich einen Schluck Wasser. In den Kanistern ist wirklich nur noch ein Schluck. Also werde ich neues Wasser holen müssen. Vier Kilometer bis zur nächsten unverseuchten Quelle und das bei der Kälte.
Obwohl, seit vier Jahren steigen die Temperaturen wieder und das sehr schnell. Angefangen hat es mit 40°C minus heute haben wir schon wieder +5°C, an manchen Orten sogar +10°C, einer davon ist ganz in der Nähe der Quelle. Der Winter war kürzer, als von den Wissenschaftlern berechnet.
Es wird Zeit das ich mich auf den Weg mache. Die Quelle ist nicht sehr ergiebig, wer zu spät kommt braucht Stunden um seine Kanister zu füllen.
Um meinen alten Kinderwagen, in den ich die Kanister stelle, werde ich von vielen beneidet. Eigentlich haben sie gar keinen Grund neidisch zu sein, den bei den schlechten Wegen nützt er nicht viel.
Langsam aber sicher zerfrißt mich der Krebs. Ich huste Blut. Vor einigen Monaten ist meine Frau an Krebs gestorben. Es fing ähnlich an wie bei mir: Zeitweilige Atemnot, Blut husten, Hungergefühl trotz reichlichen Essens. Sie wurde immer dünner, genauso wie ich nun. Eines Tages lag sie tot in ihrem Bett. Sie ist erstickt, weil ihre Lunge zerfressen war.
Ich mache mich mit meinen Wagen auf den Weg zur Quelle. Unterwegs fällt mir ein neuer Anschlag auf: "Weitere Quelle als Nutzwasser freigegeben."
Das heißt, wir haben jetzt eine Quelle für Trinkwasser und zwei für Nutzwasser. Das ist schon ein kleiner Fortschritt. Ein anderer Anschlag sagt, das die Strahlenwerte endlich wieder sinken.
Die hohen Herren haben einiges nicht bedacht, als sie den berühmten und gefürchteten Knopf drückten. Die meisten von Ihnen konnten sich in Raumschiffen retten. Diese feigen Schweine. Weis der Himmel, wann sie wiederkommen - hoffentlich nie.
Dort hinten sehe ich etwas heute sehr seltenes: Eine schwangere Frau.
Seltsam, nahe der Quelle ist ein Menschenauflauf. Ich gehe hin, dränge mich durch die Menge. Dann erkenne ich, warum die Leute hier stehen.
Auf einer kleinen Wiese steht ein Baum - ein grüner Baum.