Ein Sommertraum
Ein Sommertraum
Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem sich mein Leben entscheidend verändern sollte.
Es war einer dieser unerträglichen heißen Sommertage, an denen man sich nichts sehnlichster wünscht, als an einem See in der Sonne zu liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. So beschloß ich also mich in mein Auto zu setzen und einen nahegelegenen Waldsee aufzusuchen. Versteckt zwischen üppiger Vegetation lag der kleine, namenlose See, an dem sich die Leute trafen, denen der Rummel und das sonnenölverseuchte Wasser öffentlicher Badeanstalten auf den Sender ging.
Nachdem ich mich eine knappe Stunde durch rollende Blechlawinen auf flimmernden Asphalt gekämpft hatte, erreichte ich endlich mein Ziel. Ausgerüstet mit einer großen Decke, einem Badetuch, Lesestoff, einem mit nagelneuen Batterien bestückten Radiorekorder und diversen kulinarischen Köstlichkeiten, machte ich mich zu Fuß auf den Weg um etwa zwanzig Minuten später mein ganz persönliches Paradies menschenleer vorzufinden.
Es war zehn Uhr morgens und für diese Zeit recht ungewöhnlich der einzige Mensch an diesem Ort zu sein. Schließlich breitete ich mich im Schatten eines mächtigen Laubbaumes aus, dessen knorrigen Äste wie schützende Arme über mir lagen. Schnell hatte ich mich meiner Kleidung entledigt und sprang kopfüber in das blaugrüne Naß. Das Wasser, aufgeheitzt durch die Hitze der vergangenen Tage, besaß eine angenehme Temperatur und es war ein Genuß seine Bahnen, im Schein der hoch am Himmel stehenden Sonne, zu ziehen.
Das Leben kann so schön sein, dachte ich, und mir war, als würde ich, mit jeder meiner Kraulbewegungen, einen Teil meiner Alltagssorgen verdrängen. Ziemlich verausgabt kehrte ich schließlich zum Ufer zurück um mich von der Sonne verwöhnen zu lassen. Ich zupfte meine Decke aus dem schützenden Schatten des Baumes in die pralle Sonne, streckte alle viere von mir und genoß die angenehme Wärme auf meinem Rücken.
Ein Druck auf die Playtaste meines Tapes, und aus den Boxen schallte die beruhigende Musik Bob Marleys, Reggae vom Feinsten, die Musik der mein Herz gehört. Nach einer Weile schloß ich die Augen und widmete mich ganz den Klängen der Musik. So döste ich vor mich hin um schließlich einzuschlafen. Das mich die Sonne dabei unbarmherzig grillte, bemerkte ich längst nicht mehr.
„Hey! Hallo! Alles in Ordnung?“ Zwischen Traum und Realität schwankend rief mich eine angenehme Stimme auf den Boden der Tatsachen zurück. Das ich mir inzwischen einen elenden Sonnenbrand eingeheimst hatte, war die bittere Konsequenz meiner Unachtsamkeit. Verwirrt drehte ich mich um und öffnete die Augen. Bei dem Anblick der sich mir bot, war ich mir nicht sicher, ob ich noch träumte oder diese wunderbare Gestalt wirklich vor mir stand. Ihr langes, schwarzes Haar das bis zu den Hüften reichte, bedeckte ihren sonnengebräunten Körper wie ein seidener Schal. Mit ihren grünblauen Augen schenkte sie mir einen Blick der meinen Herzschlag sofort beschleunigte. Ein feenhaftes Lächeln umspielte ihre Lippen und zog mich in einen unbeschreiblichen Bann. Unfähig, etwas vernünftiges zu sagen, gab ich lediglich einen merkwürdig gurgelnden, unartikulierbaren Laut von mir.
„Sorry, wenn ich Dich geweckt habe“, sagte sie, „aber Dein Rücken sieht ganz schön verbrannt aus.“
Es tut auch verdammt weh, dachte ich, versuchte diese Tatsache aber zu verbergen.
„Danke das Du mich aufgeweckt hast.“, bedankte ich mich und langsam kehrte mein Sprachvermögen zurück.
„Der Platz hier gefällt mir. Stört es Dich wenn ich mich hier hinlege?“, fragte sie. Welcher Mann hätte sich durch ihre Anwesenheit wohl gestört gefühlt, schoß es mir durch den Kopf.
„Das ist ein freies Land.“, antwortete ich und hätte mir im gleichen Moment am liebsten auf die Zunge gebissen nach diesem dämlichen Kommentar. Sie behielt ihr wundervolles Lächeln und breitete ein riesiges Badetuch aus, dessen Fläche eine überdimensionale Micky Maus zierte. Ihr schneeweißer Badeanzug betonte ihre Figur und bildete einen aufregenden Kontrast zu ihrer dunklen Haut. Sie entnahm ihrer knallgelben Badetasche eine Flasche mit Sonnenschutzmittel und aus dem Augenwinkel konnte ich beobachten wie sie ihren Körper gleichmäßig eincremte. Sie tat dies mit solch einer Anmut, als wäre es ein Ritual, das sie vollzog. Ich rauchte eine Zigarette, blickte über den See und suchte fieberhaft nach einem vernünftigen Gesprächsthema. Es wollte mir beim besten Willen nichts einfallen. Tausend Fragen schossen mir durch den Kopf. Wer war sie? Woher kam sie? Ich malte mir aus, wie es wohl sein mochte ihren Rücken einzucremen.
„Vielleicht wäre es ganz gut, wenn Du Deinen Rücken etwas eincremen würdest. Sieht echt übel aus.“, sagte sie plötzlich. Ihre Worte durchfuhren mich wie ein Feuerstoß. Konnte sie etwa Gedanken lesen? Sie kam auf mich zu, setzte sich neben mich und hielt mir die Flasche mit Sonnenöl unter die Nase. Mein Herz fing an zu rasen, schlug einen Trommelwirbel und ich befürchtete schon jeden Augenblick einfach in Ohnmacht zu fallen. Ein angenehmer Duft, der an Zitrusfrüchte erinnerte, stieg mir in die Nase.
„Zeig mal her“, sagte sie, „meine Güte, tut das nicht weh? Achtung! Nicht erschrecken.“, warnte sie mich und ließ die farblose Flüssigkeit direkt aus der Flasche auf meine Haut strömen. Ich spürte ihre zarten Hände, bereit in diesem Moment jeden Sonnenbrand der Welt zu akzeptieren, und hätte am liebsten die Augen geschlossen um bis zum nächsten Tag in dieser Position zu verharren. Auf meine Frage hin, woher sie denn käme, erfuhr ich, daß ihr Name Saba war und sie erst seit kurzem in dieser Gegend wohnte. Sie studierte Medizin im vierten Semester und hatte aus vielerlei Gründen die Universität gewechselt. Ob sie ein Singledasein fristete, wagte ich nicht zu fragen, zu groß war die Angst vor einer enttäuschenden Antwort. Wir unterhielten uns über dieses und jenes, beobachteten den Sonnenuntergang und bemerkten nicht wie die Zeit verging. Seit meiner letzten Beziehung, die über drei Jahre zurücklag, hatte ich mich mit keiner Frau derart gut unterhalten. Irgendwann schwammen wir gemeinsam im Abendrot dieses traumhaft schönen Tages. Der See und alles ringsum, gehörte in diesem Moment nur uns beiden alleine. Als wir das Wasser wieder verlassen hatten, saßen wir eine Weile still nebeneinander auf ihrer Decke. Sie hielt ihre Augen geschlossen und legte den Kopf in den Nacken. Am liebsten hätte ich sie in dieser Haltung gemalt.
„Kennst Du die Blaue Stunde?“, unterbrach sie das Schweigen.
„Die Blaue Stunde?“, fragte ich, „Nein. Was soll das sein?“ Sie lächelte, hielt ihre Augen aber weiterhin geschlossen.
„Die Blaue Stunde ist etwas ganz besonderes. Es kann sein, daß man ein Leben lang vergeblich darauf wartet sie zu erleben.“ Ihre Worte machten mich neugierig.
„Und wie ist es, wenn man sie erlebt?“, fragte ich.
„Ich will versuchen es Dir zu erklären. Wenn du eine Weile ganz still bist, und dich auf die Geräuschkulisse konzentrierst, die dich umgibt, was alles kannst du dann akustisch wahrnehmen?“ Ich konzentrierte mich und nach einer Weile intensiven Schweigens war ich überrascht, welch vielfältige Musik die Natur aufbot. Ich konnte das unverkennbare Zirpen der Grillen vernehmen, den Ruf einer sich auf abendlicher Jagd befindlichen Eule. Irgendwo heulte ein Hund. Das säuseln des Blattwerkes in der sanften Brise wirkte mystisch und selbst das Wasser des See besaß seine eigene Sprache. Ich konnte nur ahnen, wie viele undefinierbaren Laute, die übrigen noch überlagerten. Der Planet lebt, dachte ich, und die großen Städte verzehrten dieses Leben.
„Und nun, versuche Dir den Begriff Stille zu veranschaulichen.“, sprach sie mit sanfter Stimme weiter. Ich sah sie nachdenklich an, über solche Dinge hatte ich mir bisweilen noch keine Gedanken gemacht.
„Hm? Ich weiß nicht,......Irgendwie ist es Leben in der Stille, oder so ähnlich.“ Etwas besseres fiel mir als Antwort nicht ein.
„Ja, schon“, flüsterte sie, „aber ist es nicht so, daß niemals absolute Stille herrscht? Kannst Du Dich daran erinnern, jemals absolute Stille erfahren zu haben?“
„Wenn ich so darüber nachdenke, ehrlich gesagt, nein. Mit dem Denken verhält es sich wohl nicht anders, als mit dem Hören. Man kann es nicht abstellen.“ Sie dachte eine Weile nach bevor sie antwortete.
„Im Grunde genommen hast du recht, aber es gibt sie tatsächlich, die absolute Stille, auch wenn sie vielleicht nur für wenige Minuten oder Sekunden anhält. Alles um Dich herum verstummt nach und nach. Irgendwann hörst Du nur noch Dein eigenes Atmen, alles ist still. Ein kollektives Schweigen der Tiere, des Waldes, des Windes und Dir selbst. Es ist als würde Gott den Atem anhalten und Du selbst eins werden mit der Natur. Das ist der Augenblick, indem Du die Blaue Stunde erlebst.“ Sie öffnete ihre Augen, sah mich an und wartete auf eine Reaktion meinerseits. Nachdenklich erwiderte ich ihren Blick und ihre Augen waren wie ein tiefer Brunnen ihrer Gefühle. Ich hatte das Gefühl, daß unsere Gedanken in jenem Augenblick miteinander verschmolzen und etwas mit uns passierte. Ich spürte es ganz deutlich. Heute weiß ich, es war Liebe auf den ersten Blick.
„Eine wunderschöne Geschichte.“, flüsterte ich. Wie gerne hätte ich sie in jenem Moment in die Arme genommen und geküßt.
„Keine Geschichte“, sagte sie, „sondern das Leben.“ Irgendwann blickte sie auf ihre Uhr und stellte erschrocken fest, daß es spät geworden war.
„Oje“, setzte sie an, „jetzt muß ich aber los. Ich halte morgen ein Referat und muß unbedingt noch etwas dafür tun.“ Kurze Zeit später war sie in ihre Klamotten geschlüpft. Sie trug weiße Jeans und darüber ein mangofarbenes Seiden T-Shirt. Ihr Haar band sie zu einem Pferdeschwanz zusammen, packte anschließend ihre Tasche und war abmarschbereit. Das alles passierte innerhalb weniger Minuten und ich fühlte mich gefühlsmäßig völlig überfordert. Sie wartete auf mich und wir gingen zusammen zu unseren Fahrzeugen zurück. In diesen Minuten dachte ich verzweifelt darüber nach, was ich tun konnte um sie wiederzusehen. Viel Zeit blieb mir dafür nicht, aber wie durch ein Wunder schien sie abermals meine Gedankengänge zu erraten.
„Bist Du eigentlich öfter hier?“, fragte sie mich und es keimte Hoffnung in mir auf.
„Sehr oft sogar“, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen. „Ich liebe diesen Ort, vor allen Dingen, weil nicht jeder Hans und Franz diesen Platz kennt.“
„Würde mich freuen, wenn wir uns einmal wieder hier treffen würden.“ Sie sprach mir aus der Seele und am liebsten hätte ich lauthals gejubelt.
„Das wäre toll!“, sagte ich, „Wenn das Wetter weiterhin so bleibt, dann werde ich wohl die meiste Zeit meines Urlaubes hier verbringen.“, winkte ich mit dem Zaunpfahl. Schließlich erreichten wir unsere Fahrzeuge.
„War echt toll sich mit Dir zu unterhalten.“, sagte sie, als sie hinter dem Steuer ihres Wagens saß. Dann fuhr sie davon und mit ihr ein wunderschöner Traum. Alles um mich herum erschien mir auf einmal trostlos und öde. Ich wußte, daß ich mich unsterblich verliebt hatte und die quälende Frage, ob dies wohl auf Gegenseitigkeit beruhte, brannte in mir. In der darauffolgenden Nacht tat ich kein Auge zu. Ich ließ den Tag immer und immer wieder Revue passieren. Ärgerte mich, weil ich sie nicht nach ihrer Telefonnummer gefragt hatte?!. Vielleicht wäre es aber auch zu aufdringlich gewesen. Vielleicht hatte sie es aber sogar erwartet?! Vielleicht! Vielleicht! Vielleicht! Diese Gedanken quälten mich die ganze Nacht und am Morgen wachte ich völlig zerschlagen auf und mein erster Gedanke galt wieder ihr. Mein Frühstück wollte mir nicht so recht schmecken und dabei saß ich vor dem Fernseher um mich mit einer dieser dämlichen Talkshows abzulenken. Das Gesülze einer Siebzehnjährigen, die allen Ernstes von der wahren Liebe sprach, ging mir tierisch auf den Wecker. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, packte meine Sachen zusammen, und fuhr zum See. Schließlich erreichte ich die Stelle, an der ich Saba am Vortag kennengelernt hatte. Keine Spur von ihr. Meine Enttäuschung war unbeschreiblich. Einige Leute, die ich nur am Rande wahrnahm, waren anwesend. Ich war der letzte der an diesem Tag den See verließ. Die Sonne ging bereits unter und ich fühlte mich unglücklich und schrecklich einsam. In dieser Nacht lag ich in meinem Bett und versuchte mir einzureden, daß man schnell einmal verliebt ist, aber dem keine allzu große Bedeutung beimessen sollte. Es nützte alles nichts. Es hatte mich erwischt und ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an die Frau mit dem wunderschönen Namen Saba. In der darauffolgenden Woche verging kein Tag, an dem ich nicht am See auf sie wartete. Von früh morgens bis in die Nacht hinein wartete und wartete ich vergeblich. Ich spielte sogar mit dem Gedanken meine Campingausrüstung mitzunehmen und den Rest meines Urlaubes am See zu verbringen. Es war mir gleich, ob dies verrückt war. Mein Verstand wurde durch unkontrollierbare Gefühle völlig mattgesetzt.
Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Entgegen aller Logik und Vernunft packte ich mein Zelt in den Wagen und fuhr zum Ort meiner Hoffnungen und Träume. Bei meiner Ankunft regnete es noch heftiger als zuvor und es war merklich kühler geworden. Ich schallte mich einen Narren. Wie konnte ich ernsthaft hoffen die Frau meiner Träume bei solch einem Wetter hier anzutreffen. Schwermütig und bis auf die Haut durchnäßt machte ich mich auf den Weg zurück zu meinem Wagen. Mein Campingvorhaben gab ich erst einmal auf, denn ich kam mir ziemlich albern vor. Dennoch wußte ich, daß mich mein Weg am nächsten Tag wieder hierher führen würde. Traurig und in Selbstmitleid versunken startete ich den Wagen und fuhr den schmalen Feldweg entlang. Langsam näherte ich mich der Biegung die auf die Überlandstraße führte. Ich war mit meinen Gedanken bei Saba und der Regen prasselte so heftig gegen die Windschutzscheibe, daß die Wischer Mühe hatten mir freie Sicht zu verschaffen. In diesem Moment passierte es. Ein Wagen bog von der Hauptstraße ab und schoß genau auf mich zu. Ich stieg voll in die Eisen, aber der aufgeweichte und schlammige Boden machte ein Bremsen unmöglich. Es kam wie es kommen mußte. Ein Scheppern und Krachen, dann wurde ich nach vorne geworfen, prallte mit dem Kopf auf das Lenkrad und wurde schließlich wieder in den Sitz gepreßt. Ich spürte wie mir das Blut aus der Nase lief. Der Fahrer des anderen Wagens hatte anscheinend mehr Glück gehabt als ich, denn ich sah eine schemenhafte Gestalt auf mich zukommen. Der Regen wurde immer schlimmer und mittlerweile konnte man kaum noch die Hand vor Augen sehen. Das hatte ich nun davon, ich kam mir vor wie ein Idiot der sich blindlings in eine ihm völlig unbekannte Frau verliebt hatte und nun mit blutender Nase und zerbeulter Karre mitten auf einem Feldweg, irgendwo in der Pampa, stand. Das heftige Klopfen an der Seitenscheibe riß mich aus meinen Gedanken. Noch immer leicht benommen, kurbelte ich das Fenster nach unten, um im gleichen Moment die größte Überraschung meines Lebens zu erleben. Es war niemand anderes als Saba die da vor mir stand und deren Blick mir verriet, daß sie nicht minder verblüfft war.
„Du?“, schrie sie es fast heraus und der Regen trommelte dazu auf das Dach meines Wagens. Ich zuckte nur mit den Schultern.
„Oh Gott, Deine Nase!“ Wieder zuckten nur meine Schultern. Saba war die erste von uns beiden die Herr der Situation wurde. Wir wechselten über in ihren Wagen, wo sie mich notdürftig verarztete.
„Zum Glück ist sie nicht gebrochen.“, stellte sie fest.
Lieber meine Nase, als mein Herz, dachte ich.
„Was um alles in der Welt machst Du denn bei diesem Wetter hier?“, war ihre längst überfällige Frage. Ich sah sie lange und verliebt an.
„Na ja, um die Wahrheit zu gestehen: Ich hatte gehofft Dich hier anzutreffen. Allerdings hatte ich mir das ganze etwas anders vorgestellt.“, sagte ich und versuchte dabei ein charmantes Lächeln aufzusetzen, daß allerdings durch meine leicht deformierte Nase ziemlich bizarr gewirkt haben mußte.
„Und Du?“, setzte ich an, „was treibt Dich bei diesem Hundewetter hierher?“ Sie sah mir tief in die Augen und ich hatte das Gefühl, als berührte sie dabei meine Seele. Von diesem Augenblick an war ich endgültig verloren.
„Na ja, um ebenfalls die Wahrheit zu sagen: Ich hatte auch gehofft Dich hier anzutreffen. Ganz schön verrückt. Was?"
Für mich war das alles wie ein Traum, und als sich unsere Lippen berührten um in inniger Leidenschaft miteinander zu verschmelzen, da wußte ich, daß dieser Traum in Erfüllung gegangen war. An diesem Abend sind wir zu ihr gefahren. Sie kümmerte sich liebevoll um meine Nase und ich blieb die Nacht über bei ihr. Was in dieser Nacht geschah ist unser Geheimnis und soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden.
Seit nun mehr als drei Jahren sind Saba und ich zusammen, und wir lieben uns noch genau so, wie am ersten Tag. Hin und wieder kommen wir, an schönen Tagen, zu unserem See, erleben gemeinsam die Blaue Stunde und gestehen uns unsere Liebe. In jener Nacht, unserer ersten gemeinsamen Nacht, da wurde mir eines bewußt:
Jeder von uns schreibt sich sein eigenes Happyend, indem er sich selbst in der Gegenwart glücklich macht.
Ende