Ein Monolog
Ihr sagt, ich sei homosexuell, sei lesbisch, weil ich Frauen liebe. Ihr sagt, es würde Euch nicht stören, ich sei ja dieselbe, ich sei jetzt nicht anders für Euch. Doch fragt Euch selbst: Ist es wirklich so? Seht Ihr mich nun nicht mit anderen Augen? Bin ich Euch nicht plötzlich fremd? Ihr würdet wohl sagen, dass es Euch nicht störe, dass Ihr mich so akzeptiert wie ich bin. Doch wieso gebt Ihr mir dann diese Namen? Macht Ihr mich nicht zu etwas Anderem, in bestem Fall Besonderem, indem Ihr mich bezeichnet, mir einen Stempel aufdrückt, mir eine Schublade zuweist? Ich aber möchte nicht anders, nicht besonders sein, möchte nicht unterschieden werden. Gebt mir also keine Namen mit denen Ihr Euch von mir abgrenzt. Echte Akzeptanz, ehrlicher Respekt wird solange ein Traum bleiben wie es Worte gibt, die eine Andersartigkeit ausdrücken, wo es keine gibt.
"It is what one can say which delimits and organizes what one can think", Benveniste.
Nun werdet Ihr sagen, dass ich aber nunmal anders sei, es sei von Euch ja nicht böse gemeint, wenn Ihr mich Homo oder Lesbe nennt. Aber wieso bin ich anders? Bin ich nicht auch nur ein Mensch, der liebt? Ihr werdet sagen: "Ja, aber anders." Und meine Antwort wird sein: "Nein, von ganzem Herzen."