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Drachenpest
Es war Früherbst, und der alte Schäfer führte seine Herde zu den Wiesen. Ein Mann ritt über den Deich heran. Seine Rüstung glänzte in der Sonne. Das Schwert schlug gegen die Flanke des Pferdes. Ein Fremder, dachte der Schäfer.
"Kehrt um!", rief er. Der Fremde ritt weiter. "Kehrt…". Der Schäfer hörte Flügel schlagen, sah, wie der Drache aus dem Licht der Sonne auf den Reiter herabstürzte. Grün blitzten die Schuppen seiner Haut. Er streckte seine Vorderbeine aus und packte den Fremden mit den Klauen. Der hieb mit dem Schwert um sich. Es war ein ungleicher Kampf.
"Alter!", brüllte er, bevor ihn der Drache forttrug. "Ihr tragt die Drachenpest ins Land!"
"Er hätte umkehren sollen", sagte der Schäfer zu seinem Hund und setzte seinen Weg fort.
Wenn der Himmel wolkenlos war und der Mond sein silbriges Netz über die Dächer der Häuser warf, flogen Drachen über die Stadt. Ihre Schuppen glänzten wie Metall, Feuer loderte aus ihren Schlünden in den nächtlichen Himmel und die dunklen Silhouetten ihrer Leiber hoben sich gegen Myriaden von Sternen ab. Dann gingen Menschen auf die Straße und legten ihren Kopf zurück. Henry, Stadtschreiber, Lehrer, Poet und Musiker, war einer von ihnen. Der Mantel schlotterte um seine hagere Gestalt. Eine Spange aus Eisen hielt das straff zurückgekämmte graue schulterlange Haar zusammen. Sein Gesicht, das sonst aus tausend Zweifeln bestand, war gelöst. Es roch nach Orangen. Vom Marktplatz aus hatte Henry Sicht nach allen Seiten, und ihm schien wie Musik, wenn die Drachen über die Dächer der Häuser kreisten, wie Melodien, getragen, schwermütig, in die Tiefe gehend, wie grün schimmernde Noten im Takt der Flügelschläge, wie Töne, die sanken, stiegen und erst verebbten, wenn sich der Himmel bewölkte oder die Nacht dem Tage wich.
"Ein erhebender Anblick", brummte der Mann neben ihm. "Ich möchte es nicht missen, um alles in der Welt." Apotheker Woodruff zwirbelte den Bart und stützte sich auf seinen Gehstock.
"Wem sagen Sie das. Es ist wie Musik. Kommen Sie mit?" Henry machte sich auf den Heimweg.
"Und so praktisch dazu". Woodruff zog ein Bein nach. Man sagte ihm nach, er habe ein Buch über Foltermethoden im Haus, eine Streckbank für medizinische Zwecke entwickelt und an sich ausprobiert.
"Keine Steuereintreiber, keine Räuber, Wegelagerer oder andere kriminelle Elemente. Drachen halten die Stadt sauber."
"Wir kennen auch die Kehrseite: Es gelangen keine Informationen in die Stadt und unsere Wissenschaft stagniert." Der Orangenduft verflog. Ein leichter Wind kam auf, trug Gestank und das Geschrei der Katzen vom Fischmarkt herüber. Dort, wo tagsüber Fischhändler, Träger, Läufer und Publikum durcheinander quirlten, balgten sich zwei Kater um einen Fischkopf.
Hinter dem Fischmarkt stand der quaderförmige Bau der Papierfabrik, daneben lag die Brauerei mit dem Gasthof. Ein Mann schwankte heraus, scheuerte sein Gesäß an der Mauer entlang und brabbelte: "Drachen, die am Tag nur fliegen, werden keine Jungen kriegen."
Woodruff lachte. "Henry, ist das von dir?"
Der Stadtschreiber sagte nichts.
"Der Mann ist begabt", fuhr Woodruff fort. "Selbst im Bieresdunst, blühet seine Dichterkunst." Und wieder lachte er. Sie gingen an der Brauerei vorbei, dann blieb Henry stehen.
"Ich mache mir Sorgen."
"Jeff Dunway?"
"Er hätte längst zurück sein müssen, und wir bekommen keine neuen Bücher, wissen nicht, was draußen vor sich geht."
"In der Tat", der Apotheker schlug mit der metallenen Spitze des Stockes auf das Kopfsteinpflaster. Funken sprühten. "So lange war noch niemand fort geblieben."
Das Haus, in dem Henry wohnte, lag neben der Apotheke, ein paar Gassen vom Marktplatz entfernt. Es war das größte Haus im Ort.
Sobald Henry sein Haus betreten hatte, ging er in seine Bibliothek und las in dem Drachenbuch. Es war Jahrhunderte alt und wurde von den Stadtschreibern auf dem Laufenden gehalten. Die ersten Aufzeichnungen stammten von einem Mann, der inmitten der Drachen gelebt hatte, bevor Gainsborough ein Dorf gewesen war.
"Sie kamen bei Mondschein von irgendwo, verdeckten die Sterne, spien Feuer in die Nacht und ein seltsamer Geruch ging auf mich hernieder."
Das Nord-Tor von Gainsborough wurde Drachentor genannt. Von dort sah man den Wald, dahinter das Bergmassiv, auf dessen Gipfel die Drachen ihre Nester bauten. Durch das Süd- und durch das West-Tor kamen die Bauern mit Vieh, Obst und Gemüse. Durch das Ost-Tor rumpelten Karren zum Fischmarkt.
Im Frühherbst zog es die Drachen an den Ozean. Wenn die Jungen und Mädchen aus der Stadt zum Blaubeerpflücken in die Dünen kamen, flogen die Bestien über sie hinweg, landeten auf dem Strand und liefen ins Meer. So auch dies Mal. Sie schlugen ihre Flügel in die Schaumkronen der Wellen und vollführten seltsame Reigen. Dann tauchten sie ins Wasser. Nach einigen Minuten schossen die Köpfe mit den roten Augen und der lange Hals wieder hervor. Was die Drachen unter Wasser trieben, blieb den Augen der Kinder verborgen.
"Sie fressen Krebse", meinte ein sommersprossiges Mädchen.
"Sie suchen große Muscheln", befand ein Junge und schnitt eine Grimasse.
"Sie paaren sich", sagte ein älterer Bursche und starrte das Mädchen mit den veilchenblauen Augen bedeutungsvoll an.
"Wie machen die das denn?" Ein kleines Mädchen pustete die Tolle aus ihrem Gesicht und zeigte nach oben, als die Drachen wieder in die Berge zurück flogen. "Wie die Hunde? Denen ist doch der lange Schwanz im Weg."
"Seht mal, was ist das?", rief das Mädchen mit den veilchenblauen Augen und zeigte aufs Meer.
Über die Wellen hinweg, wo das Meer ruhiger wurde und dann noch mehrere tausend Meter, war ein dunkler Punkt. Ein Schiff? Es blinkte. Mal kurz, mal lang.
"Ein Signal." Der Grimassen schneidende Junge hüpfte auf und ab und lief dorthin, wo sich neben Seetang Treibgut angesammelt hatte. Mit einem Stock kehrte er zurück, ging zum Wasser und rief: "Sagt an. Kurz, lang. Ich male auf."
"So geht das nicht", krähte das kleine Mädchen mit der Tolle. "Wenn das Wasser kommt, sieht man doch nichts mehr. Wir machen es mit Muscheln. Zwei Muscheln nebeneinander ist lang, eine Muschel ist kurz."
Die Kinder liefern über den Strand, sammelten Muscheln. Einer sagte an:
"Kurz kurz lang kurz lang…", und sie legten die Muscheln auf den Sand, bis sich das Signal wiederholte.
Als Henry über den Strand stakste, war das Schiff fort. Er spürte das Salz auf den Lippen, blickte gen Norden auf die Klippen, sah die Wracks und atmete tief durch. "Ein Heliograph", sagte er den Kindern und holte Kohle und Papier aus den Taschen seiner Joppe. Sorgsam malte er die Signale auf. "Sie schickten das Sonnenlicht als Signal mit einem Spiegel an den Strand."
Am nächsten Morgen trafen sich die Stadtältesten in seiner Bibliothek.
"Ich kann das Signal nicht deuten", erklärte Henry. "Sie arbeiteten am Heliographen, das war mir bekannt. Doch dann kamen keine Bücher mehr."
"Warum ist Jeff Dunway nicht zurückgekehrt?" Apotheker Woodruff hieb mit seinem Gehstock auf den Boden. "Jemand sollte das herausbekommen. Zuletzt war er in Dovershire. Von dort hatte er seine Brieftaube los geschickt."
Henry sah die Männer der Reihe nach an. "Mit dem Gold, was er mit sich führte, hätte er mehrere Ladungen Bücher kaufen können, und sie hätten ihn niemals da behalten. Sie kannten den Geruch, und wir wissen: Menschen aus Drachen-County sind ihnen zuwider." Henry fasste einen Entschluss. "Ich werde mich auf die Suche machen."
Es wehte ein kalter Wind. Frauen zogen sich ihre Jacke über der Brust zusammen und huschten von Haus zu Haus. Das Geräusch der Hufe hallte von den Mauern, als Henry und Woodruffs Sohn Dennis die Stadt im Morgengrauen durch das Drachentor verließen. Sie kamen an Weiden vorbei, gelangten an einen Waldpfad, ritten über vom Sturm gefällte Bäume hinweg. Moos und Farne in wechselndem Grün, Brombeersträucher wucherten in den Weg hinein, Eichen und Buchen filterten das Licht der Morgensonne. Büsche im Zwielicht. Es war, als wollten sie mit ihren Zweigen nach den Reitern greifen.
Die Männer ließen den Wald hinter sich und begannen den Anstieg. Sie redeten nicht viel, hörten das Echo fallender Steine, den Flügelschlag eines Drachens. Der Weg war beschwerlich. Vorsichtig setzten die Pferde einen Fuß vor den anderen. Dann wurde der Pfad enger und die Männer ließen die Tiere zurück. Der Pfad endete vor einer Felswand, die sich bis zum Plateau hochzog. Henry und Dennis kletterten von Vorsprung zu Vorsprung. Ihr Atem ging schwer, wenn sie sich gegenseitig hoch zogen.
Felsmulden, die Eier in ihnen. Eier, so groß Ochsenköpfe. Gerippe. Von Menschen, Tieren. Das Plateau war mit Schildern, Lanzen, Rüstungen, Schwertern übersät. Und dann sahen sie die Kadaver. Henry stolperte an einem Drachen vorbei, der mit den Flügeln schlug und Feuer spieh. Er sah leblose Augenpaare, aufgerissene Schlunde, schwarze Flecken, die das Grün auf der schuppigen Haut verdrängten. Schwarze Flecken, bei näherem Hinsehen Geschwüre, die sich auf der Panzerhaut der Drachen gebildet hatten. Leblos lagen die Tiere auf den Felsen. Henry ging auf das Ungeheuer zu, dessen rote Augen ihn anstarrten.
"Das-das haben wir nicht gewusst!" Ihm wurde schwarz vor Augen. Mühsam hielt er sich aufrecht. Dennis war ihm zögernd gefolgt. Der Drache vor ihnen drehte seinen Hals und sah auf die Kadaver, dann wandte er sich wieder ihnen zu. Raspelnde Geräusche drangen aus seinem Rachen. "TÖDIFRE TÖDIFRE", und die Bestie drehte ihren Rumpf von ihnen weg, markierte sie.
Penetranter Orangenduft. Sie rochen den Drüsendunst. Er umhüllte sie, verstopfte ihre Lungen. Es war der Duft, der über der Stadt lag, wenn die Drachen bei Mondlicht über die Häuser kreisten, nur war er stärker. Mit dieser Markierung konnten sie unbehindert ins Drachen-County zurückkehren. Hustend taumelten sie auf den Abhang zu.
"TÖDIFRE TÖDIFRE!". Die rasselnde Stimme verwandelte sich in Gebrüll. Henry drehte sich um. Der Drache richtete sich in dem Nebel auf, schlug mit den Flügeln.
"TÖDIFRE TÖDIFRE!" hallte es ihnen nach, als sich die Männer an den Abstieg machten.
"Das war es wohl, Herr Henry." Dennis Gesicht nahm wieder Farbe an.
Ja, das war es, dachte Henry. Er hoffte, dass die Drachen, die er nicht gesehen hatte, noch lebten; doch wenn auch diese stürben… Mühsam hielt er seine Tränen zurück.
In der Nacht träumte er: der Drache brüllte: "TÖTET DIE FREMDEN! TÖTET DIE FREMDEN!"
Den Tag darauf hatte er seinen Traum vergessen und am frühen Morgen war die halbe Stadt auf den Beinen. Wind war aufgekommen. Regen peitschte den Menschen ins Gesicht. Einige winkten. Die meisten sahen ihnen mit ernsten Gesichtern nach. Apotheker Woodruff geleitete sie zum West-Tor. Henry gab ihm die Hand.
"Sagen Sie den Ältesten: Wir haben tote Drachen gesehen. Sie sind an einer Krankheit gestorben. Wie ist diese auf sie übergesprungen? Die Bestien hätten die Männer nur verjagen sollen."
Wie geistesabwesend umarmte Woodruff seinen Sohn. Dann waren Henry und Dennis allein und machten sich auf den Weg nach Devonshire, auf die Suche nach Jeff Dunway, trugen Gold aus den Drachenbergen mit sich um Bücher zu kaufen. Spuren von Ochsenkarren hatten sich in den Weg gegraben. Sie passierten umzäumte Weiden. Kühe erhoben sich mit steifen Gliedern. Sie waren alt. Drachenfutter. Kühe, die Milch gaben, hielten die Bauern in den Ställen. Der Regen hatte aufgehört. Am Horizont bewegte sich ein dunkler Punkt in der Luft. Ein Drache. Nach ein paar tausend Metern ritten die beiden Männer an Warnschildern vorbei, dann befanden sie sich im Reich. Schutzlos, ohne Waffen. In der Ferne hörten sie das Gebrüll von Kühen und beschleunigten ihr Tempo.
Die Kühe brüllten ohne Unterlass.
"Volle Euter. Sind mehrere Tage nicht gemolken worden." Dann sahen sie die Toten, sprangen von den Pferden und näherten sich halb verwesten Kadavern. Fleisch hatte sich von Schädelknochen gelöst. Weiß brachen diese aus der Fäulnis hervor.
"Nicht anfassen!", schrie Henry. Dennis richtete sich aus seiner gebückten Haltung auf.
"Konnte keine Einwirkung von Gewalt feststellen", meinte er, als sie ihren Weg fortsetzten.
Es waren nicht die einzigen Toten und je näher sie Dovershire kamen, desto heftiger wurde der Gestank.
"Sie sind tot. Alle."
Stumm, mit bleichem Gesicht ritten sie dahin, jeder für sich in Gedanken vertieft, vorbei an frisch ausgehobenen Gräbern, vorbei an Karren voller Kadaver.
Die Hufe der Pferde hallten über den Marktplatz hinweg. Türen knarrten und schlugen im Wind. Fensterläden klapperten. Hinter ihnen sah Henry im Geiste bleiche, grinsende weiße Schädel. Auf dem Marktplatz lagen Menschen. Wie ein verrotteter Finger ragte ein Galgen aus dem Holzpodest. Am Strick baumelte ein Mann. Windböen schüttelten ihn hin und her. Es fing wieder an zu regnen. Henry ritt näher heran.
"Jeff Dunway!", rief er. "Warum haben sie ihn aufgehängt?" Dennis ritt um den Toten herum. "Sein Körper ist noch ganz. Er kann hier noch nicht lange hängen."
"Der kann uns nichts mehr erzählen. Wir sollten aufpassen. Vielleicht leben seine Henker noch." Henry zog den Zettel mit dem Signalcode aus seiner Joppe.
"Das ist das Einzige, was wir haben." Er wandte sein Pferd und ritt auf das nächste Gebäude zu.
Sie banden sich Tücher vor den Mund, stiegen über Leichen hinweg, durchsuchten Haus für Haus. Auf der Strasse lag ein umgekippter Pferdewagen. Die Tiere hatten sich los gerissen und waren davon gelaufen. Bücher waren auf der Strasse verstreut.
"Dunway", sagte Henry. "Er war auf dem Heimweg. Dann haben sie ihn gefasst."
"Warum nur?" fragte Dennis, bückte sich und griff nach einem Buch und las:
"Gibt es Luft auf dem Mond?" Sie richteten das Gefährt auf, zogen die Plane darüber, sahen sich jeden Titel an und legten die Bücher in den Wagen.
"Herr Henry, sehen Sie dieses Buch! 'Heliografische Transmission'!" Henry verglich den Inhalt seines Zettels mit der Kodierung in dem Buch.
"'Bleiben Sie in der Stadt! Sie tragen die Drachenpest ins Land!' Das war es also, was sie uns hatten sagen wollen. Er sah Dennis an. Ihm war, als stürze der Himmel ein. "Dunway hat die Drachenpest übertragen, und wir täten es auch, lebten noch Menschen hier."
Eine halbe Stunde später fanden sie das Haus des Stadtschreibers und seine Aufzeichnungen. Das was von dem Mann geblieben war, lag in einem Bett.
"Der Mann, der sich Jeff Dunway nennt, hat uns den Tod gebracht. Tod für Gold.
Er hat uns das Gold für Bücher gegeben, die seine Stadt dringend benötigt. So hat er gesagt, wie alle anderen, die vor ihm zu uns gekommen waren. Doch dieser hier hatte die Pest im Leib. Ein Geschenk des Satans. Verflucht sei er und seine Drachenbrut."
Sie waren immun, das wussten sie. Immun wie alle anderen im Drachen-County. Die beiden Männer spannten ihre Pferde vor den Wagen, schnitten Jeff Dunway vom Galgen und fuhren ihn mit den Büchern aus der Stadt. Unterdessen redete Henry vor sich hin: "Haben sich die Männer auf dem Schiff retten können? Das Meer ist so weit weg. Schuld haben die Männer aus dem Reich. Sie haben die Drachen angesteckt. Das haben sie nun davon. Wenn nun auch alle Drachen sterben, was mache ich mit dem Drachenbuch?" Über ihnen kreiste ein Lämmergeier.
Es war ungewöhnlich warm an dem Tag, als die Jungen und Mädchen wieder zum Blaubeerenpflücken in die Dünen liefen. Drachen flogen über sie hinweg und verschwanden über dem Meer.
"Sie sind weg geflogen und haben ihre Eier mitgenommen!", rief ein Mädchen. Eine Träne stahl sich aus ihren veilchenblauen Augen.
Wenn der Himmel wolkenlos war und der Mond sein silbriges Netz über die Dächer der Häuser warf, Henry das Orchester der Stadt dirigierte, war Musik auf dem Marktplatz zu hören. Melodien, getragen, schwermütig, in die Tiefe gehend, im Takt von Flügelschlägen, aus Tönen, die sanken, stiegen und erst verebbten, wenn sich der Himmel bewölkte oder die Nacht dem Tage wich. Und alle Menschen kamen herbei, warfen den Kopf in den Nacken und blickten zum Himmel empor auf der Suche nach dem, was sie verlassen hat.