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Die Wette

Beitritt
05.02.2003
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Die Wette

Es war Abend geworden in dem kleinen Dorf in Österreich.
Erste Nebel zogen auf und die Vögel hatten schon lange ihren Gesang eingestellt.

In der Dorfkneipe aber herrschte lautes Treiben.

Peter Fechner, ein 52-jähriger Ingenieur aus Dortmund, der als Einziger der Gäste auch in jenem Gasthof übernachtete, saß in der Schankstube und beobachtete leicht amüsiert eine Gruppe von jungen Dorfbewohnern die am Nebentisch immer lauter diskutierten.

Es waren fünf junge Burschen deren durchschnittliches Alter er auf etwa 20 Jahre schätzte.

Sie gestikulierten wild durcheinander. Fechner konnte immer nur ein paar Brocken verstehen.
Mal war es das Wort „Friedhof“, dann wieder „ihr seid wohl alle feige“ und einmal glaubte er sogar ,“Nur einen Schädel“ vernommen zu haben.
So ging das schon eine ganze Weile.

Einer der Burschen, vermutlich der Anführer, ein kräftiger und großer rothaariger Typ schien viel getrunken zu haben und fiel Fechner durch dessen besonders wilde Gebärden auf.

Dieser Bursche deutete beim Sprechen immer wieder auf ihn,wandte sich aber, wenn sich sein Blick mit dem Fechners traf sofort wieder seinen Freunden zu, und sie tuschelten dann weiter, wobei der eine oder andere ebenfalls zwischendurch in Richtung Fechner blickte, wenn er glaubte, dass dieser es nicht bemerkte.

Plötzlich verstummten sie alle und Fechner sah, wie der rothaarige Bursche direkt polternd auf ihn zukam und er bemerkte auch das Grinsen in den Gesichtern der Freunde des Rothaarigen
Der Rotschopf baute sich breitbeinig vor Fechner auf, wandte sich triumphierend zu seinen Kameraden um, um dann sogleich wieder Fechner zu mustern.
„Und ich wette, Sie tun es nicht“ sagte er unangenehm laut und stierte den Ingenieur von oben bis unten an.
Fechner roch den Bierdunst im Atem des Mannes und fühlte sich unwohl, weil er vermutete, dass der Bursche vielleicht die Absicht hatte einen Streit anzuzetteln.

„Bleib höflich“ riet ihm seine innere Stimme und so nickte er dem Rothaarigen freundlich zu und sagte:
„Sie müssen entschuldigen, ich habe nicht verstanden, was Sie meinen – können Sie mir bitte sagen, was ich nicht tun werde?“

„Na, es ist gleich Mitternacht“ sagte der Bursche „und ich habe gerade mit den anderen gewettet, dass sie nicht den Mut haben, um diese Zeit noch über den Waldfriedhof zu laufen, der sich nur 2 km von hier befindet.“

„Warum sollte ich das tun“ sagte Fechner und sah den rotgelockten Kerl achselzuckend an.

„Du bist also ein Feigling“ sagte der Rothaarige wiederum laut und drehte sich beifallheischend zu seinen Kameraden um, „genau das habe ich den anderen auch schon erklärt.“

„Nein“, sagte Fechner und merkte dabei, dass er gereizt klang, „ich bin kein Feigling – ich sehe nur nicht ein, warum ich jetzt noch auf den Friedhof gehen soll – ich weiss nicht mal, wo der hier ist.“

Der Rothaarige wurde laut: „Hör mal Meister“ sagte er – „ich habe meinen Freunden gesagt, dass Du so feige bist, dass Du niemals um Mitternacht über den Friedhof gehen wirst.
Solltest Du es doch tun, zahle ich Dir aber sogar die Zimmermiete“ und wiederum wandte er dabei den Blick, um festzustellen, ob ihn auch jeder hören konnte.

Fechner fühlte gleich aus mehreren Gründen Ärger in sich aufsteigen.

„Dieser Idiot will Dich als Feigling hinstellen und ist sich so sicher, dass er dafür noch Geld bietet“ dachte er „und obendrein duzt der Dich einfach....“

„Pass mal auf“ sagte er zum Rothaarigen und freute sich, dass er den Mut besessen hatte, diesen Kerl, der wesentlich kräftiger als er selbst zu sein schien - auch einfach zu duzen – „Ich habe zwar keine Lust, jetzt noch über den Friedhof zu gehen, und ich lasse mich auch nicht so gerne einen Feigling nennen, aber wenn ich die Zimmermiete von Dir bezahlt kriege, dann sieht das schon ganz anders aus!“
Und dabei dachte er mit Schadenfreude daran, wie der Rotschopf dem Wirt die Miete würde hinlegen müssen.
Die Freunde des Rothaarigen im Hintergrund grölten und lachten, während der Rothaarige nun in forderndem Ton sagte:
„Ok, aber Du musst uns als Beweis dafür, dass Du auch tatsächlich auf dem Friedhof warst, einen Totenschädel mitbringen, dort ist nämlich auch ein Gebeinhaus und nur so wissen wir, ob Du auch tatsächlich den Mut hattest allein dort um Mitternacht hingegangen zu sein.“
Fechner wurde bleich, aber nun hatte er sich als mutig zu erkennen gegeben und wagte jetzt nicht mehr, noch einen Rückzieher zu machen.
„Klar, sagte er trotzig „ich stehe zu meiner Aussage.“
Der Wirt hatte inzwischen schon eine Skizze mit einem Wegeplan zum Waldfriedhof erstellt und drückte diese
zusammen mit einer Taschenlampe dem Ingenieur Fechner in die Hand.
„Die werden sie wohl brauchen“ sagte er und sah Fechner vieldeutig an.

Fechner zog seinen Mantel an, denn die Nacht war kühl geworden, alle Burschen hatten sich inzwischen um ihren rothaarigen Anführer gesellt und Fechner hörte noch Wortfetzen wie „na denn mal viel Glück“, „wenn das man gutgeht“ und andere Bemerkungen und so sagte er nur: „Ich bin in etwa 1 Stunde wieder zurück und dann wird hier jemand meine Zimmermiete zahlen“ wobei er mit dem Kopf in Richtung des Rothaarigen wies, was dessen Freunde wiederum mit lautem Johlen beantworteten.

Fechner knallte die Wirtshaustür hinter sich zu und lief einen langen Kiesweg hinunter zu einem Wegekreuz.
Draußen ließ das fahle Leuchten des Vollmondes die Landschaft in unwirklichem Licht erscheinen und am Wegrand sah er im Schein der Taschenlampe Nebelschwaden. Es hätte eine gespenstische Stille geherrscht, wenn er nicht mit jedem Schritt den Kies unter seinen Füßen knirschen gehört hätte, welches ihm jetzt - nachdem er kaum noch das Gejohle im Wirtshaus vernehmen konnte - immer lauter werdend erschien.
„Ach was“ sagte er sich „einmal schnell hin, einen Schädel nehmen, der schon seit Generationen dort liegen dürfte“ – „was ist das schon“ und dennoch fröstelte ihm bei dem Gedanken.

Trotz des Vollmondes musste er aber an einem Wegweiser doch noch die Taschenlampe zuhilfe nehmen um die Beschriftung erkennen zu können und in der Tat sah er das Wort „Waldfriedhof“ im verwitterten, teilweise bemoosten Holz eingeritzt.
.Er begab sich auf einen Feldweg in die angezeigte Richtung und als er sich kurze Zeit später umdrehte, um sich Anhaltspunkte für den Rückweg zu einzuprägen, bemerkte er,dass aus den Lichtern im Dorf nur noch kaum erkennbare Leuchtpünktchen geworden waren. „Was bin ich schnell gelaufen“ dachte er und als er darüber sann, wie er den Rückweg finden könnte, fasste er noch einmal in die Hosentasche und fühlte sich beruhigt, als er die Skizze des Wirtes dort fühlte.
„Alles in Ordnung“ sagte er sich und leuchtete mit der Taschenlampe links und rechts seines Weges.
Irgendein schwarzes Tier flüchtete aus einem Kornfeld heraus links von ihm dicht vorbei an seinen Füßen über den Feldweg und Fechner zuckte zusammen.
In der Ferne schrie ein Käuzchen und er fühlt sich zunehmend unwohler.

Erneut drehte er sich um. Ein nasser Zweig streifte sein Gesicht.
Neben seinem Weg hörte er einen Bach plätschern, und dann sah er auch die Silhouette einer kleinen Brücke, wie sie auch in seiner Zeichnung eingetragen war.

Der Nachtwind war doch kühler geworden als er annahm, und der Mond verschwand nun teilweise hinter einer Wolke. Dunkle Schatten auf einigen Büschen schienen jetzt zu wandern, das fahle Licht wirkte noch gespensterhafter weil nun, nachdem er die Brücke überschritten hatte, urplötzlich die Bäume eines Waldes vor ihm auftrauchten. Er hörte ein leises Quietschen und als er erschrocken den Strahl seiner Taschenlampe in die Richtung des Geräusches lenkte, sah er ein verwittertes eisernes Tor welches
sich hin und her bewegte.

„Das ist der Wind“ beruhigte er sich.

Als er das Tor durchschritten hatte, sah er schaudernd grünbraune Kreuze im Lichtkegel seiner Taschenlampe.
Sie waren teilweise schon umgefallen.
Der Mond verfinsterte sich immer mehr.

Fechner hielt seine Lampe fest umschlossen und wäre beinahe gegen ein kleines Gebäude gelaufen. Zwei kleine Fenster links und rechts von einer morschen Holztür wirkten wie grosse,hohle Augen.
Er fühlte Übelkeit als er den Lichtstrahl in eine der Fensteröffnungen lenkte und dann auf einmal schien ihm sein Blut zu gefrieren.
Mehrere Regale mit bräunlichen menschlichen Schädelskeletten lagen dort und im Schein der Lampe sah er die furchterregenden Augenhöhlen, die verursacht durch wandernde Schatten zu leben schienen.

Sein Herz hämmerte wild in seiner Brust, als er die morsche Holztür öffnete.
Modergeruch umfing ihn.
Kalter Schweiss trat ihm auf die Stirn, als er vor dem Regal stand.
Um die Taschenlampe nicht beiseite legen zu müssen, griff er mit ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger der linken Hand in das Regal fasste einem der Schädel in die Augenhöhlen und machte voller Abscheu über diese Situation auf dem Absatz kehrt.
Krachend stieß er die Holztür nach draußen wieder auf und fühlte das gewaltige Pochen seines Herzens an Halsschlagader und Schläfen.
Er glitt auf einer Treppenstufe aus und merkte wie ihm dabei Taschenlampe und Schädel aus den Händen gerissen wurden und vernahm ein lautes Klirren von Glas.
Fechner richtete sich in Panik wieder auf. Es war stockfinster auf einmal.
Er versuchte Atem zu holen, aber sein Brustkorb schien wie eingeklemmt.

Plötzlich hörte er hinter sich eine furchtbare, hohl klingende Stimme aus einem der Fenster:

„Gib mir meinen Kopf wieder!“

Tödlich erschrocken fühlte er einen unheimlichen Schmerz, griff sich mit ersticktem Schrei ans Herz und fiel erneut zu Boden, wo ein gewaltiges Zittern seinen Körper durchlief.
Es war das Zittern eines sterbenden Menschen.
Kurz darauf hatte sein Herz für immer aufgehört zu schlagen.

Im Gasthaus saßen immer noch die jungen Leute und lachten. Der Rothaarige konnte sich kaum noch beruhigen.

„Ich bin ja gespannt, was Harry erzählen wird“ schrie er. „Der wird uns gleich bestimmt erzählen wie es am Gebeinhaus zugegangen ist. Hoffentlich war er nicht zu besoffen. Schließlich hat der sich ja schon seit heute nachmittag da versteckt“.

Plötzlich flog die Tür des Gasthauses auf.
Ein bleich wirkender junger Mann stürzte mit wirrem Haar in die Gaststube.

„Ruft sofort einen Arzt!
Ich glaube wir sind zu weit gegangen“ keuchte Harry.

Für einen Moment wurde es mucksmäuschenstill im Raum.

(c)K. Briesemeister

 

Hallöchen Klaus,

von den Geschichten, die ich bisher von Dir gelesen habe, gefiel mir diese hier am besten. :-)

Mit dem Beginn im Gasthof hast Du eine typische Grusel-Szenerie geschaffen und erst habe ich mir von der Story nichts besonderes erwartet, weil ich mir nicht vorstellen konnte wie der Leser hier schockiert werden könnte.
Aber das Ende, das mehr Beklemmung als Angst hervorruft (das allerdings recht wirkungsvoll), kommt sehr plötzlich und meiner Meinung nach auch unvorhersehbar.

Ich denke allerdings, dass man die Pointe noch besser gestalten könnte. Diese Stelle:

Tödlich erschrocken fühlte er einen unheimlichen Schmerz, griff sich mit ersticktem Schrei ans Herz und ein
fiel erneut zu Boden wo ein gewaltiges Zittern seinen Körper durchlief.
gefällt mir nicht sonderlich. Spontan schwebt mir vor, dass Peter zwar zusammenschreckt und sich ans Herz fasst, dass aber daraus dem Leser zunächst nicht deutlich wird, dass er "tödlich" zusammensinkt.
Dann würde alles wie gehabt folgen und erst aus der letzten Gasthof-Szene ginge für den Leser hervor, dass Peter an diesem Schock gestorben ist. DAS wäre für meinen Geschmack noch um einiges treffender.
Vielleicht überlegst Du Dir das nochmal ... aber ich will Dir natürlich nicht in Deine Geschichte pfuschen. :-)

Formal gibt's ein bissschen was zu Meckern; einige Kommata fehlen, die Zahlen bis einschließelich Zwölf sollten ausgeschrieben werden und ein paar Mal vergisst Du das Leerzeichen hinter einem Komma, ebenso wie das Komma hinter der wörtlichen Rede, wenn der Satz noch fortgeführt wird (ist nach der neuen Rechtschreibung so.) Dazu gibt es auch hier eine kleine Übersicht.

Sie gestikulierten wild durcheinander jedoch konnte Fechner nur immer ein paar Brocken verstehen, mal war es das Wort "Friedhof",
Der Satz, aus dem ich hier mal den Anfang herausgegriffen habe, wird mM nach zu lang und gefühlsmäßig schlage ich einen Punkt oder, noch besser, ein Semikolon hinter "verstehen" vor.
"Und ich wette, Sie tun es nicht"
Komma+Großschreibung.
Ein nasser Zweig streifte sein Gesicht. Neben
Punkt dazwischen.

Lies nochmal über die Geschichte drüber und verbessere diese kleinen Schludereien, er ist ja nicht so lang.

Liebe Grüße,
Ginny

 

Hallo Ginny-Rose,
vielen Dank für die Kritik, der ich in allen Punkten zustimmen kann.
Ich habe nun entsprechende Korrekturen eingefügt.
Es freut mich, dass man in diesem System
auch noch nachträglich korrigieren kann.
Da ich noch ziemlich neu bin in diesem
Zusammenhang noch eine Zusatzfrage:
Wie werden diese Zitate angefertigt?

Schönen Gruß

Klaus

 

Hi Klaus,

dem, was andere gesagt haben, brauche ich keine Fehlermeldungen mehr hinterher zu schicken.
Die Geschichte liest sich auch gut und flüssig, aber enttäuscht war ich ehrlich gesagt vom Ende.
Dass der Dortmunder einen Herzinfarkt erleidet, war sicher nicht beabsichtigt, aber hat auch nicht viel mit Horror zu tun.
Wäre es umgekehrt, und er würde völlig aufgelöst wieder in der Wirtschaft auftauchen und hysterisch nach Polizei, Krankenwagen und am besten einem Priester rufen, würde das zumindest meine Phantasie wesentlich mehr anregen.

So bleibt es bei einem dummen Streich, der tödlich endet, weil die Jungs nichts vom schwachen Herz ihres Opfers wussten.
Das hätte ihm auch nachts in einer Tiefgarage passieren können.

Nichts für ungut -

Aragorn

 

Hi Aragorn,

ich habe eigentlich nach der Rubrik "Gruselgeschichten" für meine Story gesucht, und da ich diese nicht fand, habe ich sie hier unter Horror eingeordnet.

Deine Kritik unterscheidet sich nun allerdings doch sehr von der, die Ginny-Rose geschickt hat, wenn er schreibt:
----------------------------------------
Zitat:
"Mit dem Beginn im Gasthof hast Du eine typische Grusel-Szenerie geschaffen" ... und weiter ...."und erst habe ich mir von der Story nichts besonderes erwartet, weil ich mir nicht vorstellen konnte wie der Leser hier schockiert werden könnte.
Aber das Ende, das mehr Beklemmung als Angst hervorruft (das allerdings recht wirkungsvoll), kommt sehr plötzlich und meiner Meinung nach auch unvorhersehbar."
(Ende Zitat)
---------------------------------------
Das war auch meine Absicht, und wenn es
eine beklemmende Geschichte war, bin ich
eigentlich schon zufrieden.

Da wird es für den Autoren wirklich schwierig, wenn die Meinungen derart
auseinandergehen.

Ich habe versucht, das Unheimliche herauszustellen (Gang zum Friedhof bei Nacht) und sehe darin zumindestens etwas
Gruseliges, insbesondere der Satz
"Gib mir meinen Kopf wieder" geht vielleicht schon in Richtung Horror.
Das Mitbringen eines Totenschädels bei
Nacht ist vielleicht auch nicht gerade
normal, oder?

Es kommt sicherlich darauf an, wie weit
jemand Friedhöfe bei Nacht empfindet und
das erklärt vielleicht den Unterschied
in der Beurteilung.

Was siehst Du denn den Unterschied zwischen Horror und Gruseln?
Ist das eigentlich das Gleiche?

Danke für Deine Kritik.

Ich bin mal gespannt, was die anderen
sagen.....

Insgesamt freue ich mich, dass man hier
so unterschiedliche Meinungen bekommt.

Sehr lehrreich.
Weiter so!

Gruss
Klaus

 

Hallo nochmal,

Zitate gehen ganz einfach, indem man um die entsprechenden Worte, die zitiert werden sollen, [ quote ] und [ /quote ] schreibt - die Leerzeichen in den eckigen Klammern dabei weglassen, die stehen hier nur zur Demonstration.
Noch einfacher geht's, wenn man im Antwortfeld auf "Zitat" klickt und dann im erscheinenden Pop-Up-Fenster den Text einfügt. :-)

Ginny

 

Hi Klaus,

als gruselgeschichte - ja das geht.
Aber Horror ist für mich doch mit mehr äußerlicher Gewalteinwirkung verbunden, bzw. mit unheimlichen Geschehnissen, die über einen aus der Dunkelheit gesprochenen Satz hinausgehen.

Ich habe versucht, das Unheimliche herauszustellen (Gang zum Friedhof bei Nacht)
Das ist von der Idee her ja gut, aber es wäre besser, wenn Du Dich nicht dazu hättest hinreissen lassen, so viele Klischees zu verwenden.

- hinunter zu einem Wegekreuz.
- das fahle Leuchten des Vollmondes
- Nebelschwaden
- gespenstische Stille
- das Wort „Waldfriedhof“ im verwitterten, teilweise bemoosten Holz eingeritzt.
- Irgendein schwarzes Tier
- In der Ferne schrie ein Käuzchen
- ein verwittertes eisernes Tor welches
sich hin und her bewegte.(Und das quietscht auch noch)
- Sie waren teilweise schon umgefallen (die Kreuze)
- Der Mond verfinsterte sich immer mehr.


Ich denke, du verstehst, was ich meine?
In Deiner Geschichte sollte der Horror aus den Gedanken des Prot. entstehen, aber nicht so!
Oder es sollte tatsächlich etwas dort sein ...

LG
Aragorn

 

griff sich mit ersticktem Schrei ans Herz und ein
fiel erneut zu Boden wo ein gewaltiges Zittern seinen Körper durchlief
Das wurde schon mal zitiert, aber irgendwie hat noch keiner bemerkt, daß das ein kaputter Satz ist, der repariert werden müßte.

Die Geschichte hatte eine gute Atmosphäre, und irgendwie fand ich auch das Ende gut. Sagt mir, daß man mit manchen Dingen nicht spaßen sollte.

Es stimmt allerdings, was Aragorn in ihrer Klischeesammlung gelistet hat - da war etwas dick aufgetragen worden.

r

 

Hi aragorn und elysium,
danke für die weiteren wertvollen Hinweise.
Was die Klischees betrifft, so nehme ich Euren Hinweis ernst. Ich gebe zu, darüber beim Schreiben nicht nachgedacht zu haben.
Es ist allerdings verdammt schwer, gerade bei dieser Geschichte neue Schilderungen hineinzubringen, die nicht
schon einmal irgendwo im Zusammenhang mit einem Spaziergang durch die Nacht gebracht wurden.
Für einen solchen Spaziergang gibt es nur Nebel, Mondlicht oder Geräusche -
weil man eben kaum etwas sehen kann, wenn nicht wenigstens der Mond und die Taschenlampe dagewesen wären.
Was könnte denn nach Eurer Meinung noch alles passieren bei einem solchen Spaziergang?
Vielleicht unheimliche Fratzen, die aber mehr im Kopf des Ingenieurs zu suchen sind, aufgrund seiner Angst?
Fahle Gestalten, sprühende Feuer?
Ich wollte natürlich auch nicht übertreiben bzw. "hergeholte" Situationen schildern.
Aber gut - nächstes Mal werde ich darüber intensiver nachdenken - insofern ist Eurer Hinweis schon was wert.

relysium:
Was genau ist kaputt an dem Satz

griff sich mit ersticktem Schrei ans Herz und fiel erneut zu Boden wo ein gewaltiges Zittern seinen Körper durchlief?

Gruss
Klaus

 

Den Satz, den relysium zitiert hat hab ich leider auch übersehen (und dabei noch sebst zitiert; manchmal bin ich echt doof): Kaputt an dem Satz ist, dass vor das "fiel" kein "ein" gehört:

griff sich mit ersticktem Schrei ans Herz und (ein) fiel erneut zu Boden wo ein gewaltiges Zittern seinen Körper durchlief.

 

Und dann müsste nach 'Boden' noch ein Komma gesetzt werden...

Klischees vermeiden, andere Beschreibungen suchen: Das ist schwer, denn wenn ich Dir Beispiele gebe, sind sie in meinem Stil, und das ist nicht Deiner.

Ich kann Dir nur empfehlen, Dein Augenmerk nicht nur auf das zu richten, was der Prot. sieht, also den Weg zu beschreiben, sondern deutlicher darauf einzugehen, wie er es sieht, bzw. was er sieht, und was seine Angst daraus macht.

LG
Aragorn

 

Aragorn und Ginny.

Der Fehler wurde korrigiert.
Danke.
Über Klischees könnte man noch lange reden,
(zum Beispiel ist das ja wirklich u.a. davon abhängig, wie belesen der Leser meiner Geschichten ist), aber ich weiss jetzt, wie es gemeint ist.

Gruss
Klaus

 

Hi!
Mir gefällt die Geschichte sehr gut, auch wenn es keine typische Horrorstory mit den herkömmlichen phantastischen Elementen ist. Zum einen schaffst du es, Spannung aufzubauen, zum anderen stimmt die Atmosphäre einfach, und auch das Ende finde ich gut, weil es endlich mal etwas anderes ist als der "handelsübliche" Zombie, der aus seinem Grab entsteigt, ohne dass hinterher erklärt wird, wieso.

 

Hi Christian,
das gefällt mir, was Du da sagst.

Genau dies war beabsichtigt:

Eine gruselige Geschichte eben, kein Horror, aber mit einem Hintergrund der noch real sein kann.

Ich mag diese Horrorstories mit den Zombies und anderen unwirklichen Gestalten eigentlich auch nicht.

Im Grunde genommen könnte man da eher die Unmenschlichkeiten im Bosnienkrieg als Geschichte bringen, wo tatsächlich Gefangene gezwungen wurden, einem anderen die Hoden abzubeissen, bzw. manchen Gefangenen der Mund mit Schmieröl gefüllt wurde und anschließend mit Draht deren Lippen verschlossen wurden, bis sie krepierten.
(Quelle ist hier ein neu herausgekommenes Buch im Weltbildverlag, über Kriegsgreuel die diese über die gesamte Geschichte der Menschheit schildern,welches ich nach wenigen Seiten mit diesen Schilderungen
wegen Übelkeits beiseite gelegt habe..)

Ich finde Horror viel besser, der ohne Blut und Gedärm auskommt, und auch die Anzahl der Toten sollte sich in Grenzen halten.
Anderenfalls bleibt nach dem Lesen nur ein schaler Geschmack und der Zweifel: "Na, ja - gibt es ja eigentlich nicht".

Besser ist es m.E., wenn die Geschichte die man schreibt bei etwas Wohlwollen sich wirklich zugetragen haben könnte...
Sie muss deswegen keineswegs weniger schlimm sein - im Gegenteil.

Danke für Dein Lob

Gruss
Klaus

 

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