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Die schlaue Maus

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23.01.2009
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Die schlaue Maus

Eines Tages saß in einer Höhle eine kleine Maus und knabberte einige Samenkörner auf, als sie erschrocken feststellte, dass es ihre letzten waren, die sie in ihrer Höhle hütete. Nun hatte die kleine Maus also keine Samenkörner mehr und auch sonst nichts, was sie essen konnte. Doch zum Glück war es Sommer und es gab Nahrung im Überfluss.
Aber für eine solch kleine Maus, wie diese es war, ist das Leben unter freiem Himmel gefährlich. Denn dort lauern viele Gefahren und Feinde, die sie verletzen oder gar töten könnten. Doch die kleine Maus war so hungrig und musste draußen etwas zu Essen suchen.
Also nahm das Mäuschen all seinen Mut zusammen und krabbelte in den Tunnel, der nach draußen führte. Als es nur noch wenige Zentimeter vom Ausgang entfernt war, horchte es, ob nicht eine gemeine Katze vor ihrem Loch auf der Lauer lag. Als das Tierchen nichts hören konnte, traute es sich endlich seine Höhle zu verlassen.
Doch, oh Schreck! Kaum war die Maus aus ihrem Löchlein gekrabbelt, da verspürte sie einen dumpfen Schlag auf ihren Kopf und ihr wurde schwindelig.
Ihr Köpflein tat weh und sie torkelte, als wäre sie Stundenlang Karussell gefahren (wenn sie es könnte, stellt euch das mal vor!).
Erschrocken sah sie sich um und fiepte vor Schreck, als sie direkt über sich einen Katzenkopf sah.
Sie musste so schnell sie konnte in ihr Loch zurück krabbeln, doch eine Katzenpfote versperrte ihr den Weg.
„Nicht so schnell“, sagte die Katze. „Ich möchte doch mit dir spielen!“
„Ich aber nicht!“, rief die Maus, wich dem zweiten Schlag aus und schaffte es, in ihr Loch zu krabbeln.
Zum Glück konnte sie der gemeinen Katze entkommen und war in Sicherheit.
„Ich kann den ganzen Tag warten und die ganze Nacht“, hörte die Maus die Katze draußen sagen.
„Ich auch!“, rief die Maus so laut, dass es die Katze hören konnte.
Das war natürlich gelogen, dennoch hatte die Maus das mit ernster Stimme gesagt.
Wieder saß sie in ihrer kleinen Höhle und horchte. Sie konnte die Katze nicht hören, wusste aber ganz genau, dass sie da war.
Was sollte die Maus jetzt tun? Dieser Eingang war der einzigste, der aus ihrer Höhle führte und vor diesen saß nun die Katze, die auf sie Jagd machte.
Als die Maus immer hungriger und durstiger wurde, kam ihr plötzlich eine Idee.
Sie erinnerte sich an dem Tag, an dem sie ihren Tunnel gegraben hatte. Sie konnte doch einfach einen zweiten Tunnel buddeln!
Gesagt, getan. Die kleine Maus machte sich sofort an die Arbeit und begann damit, einen zweiten Ausgang zu buddeln.
Soll die Katze doch weiterhin vor ihrem Loch sitzen bis es dunkel wurde. Die Maus würde jedenfalls bald einen zweiten Ausgang haben.
Es dauerte auch nicht lange, da war die Maus fertig und krabbelte endlich hinaus ins Freie.
Draußen angekommen, sah sie sich vorsichtig um und nur wenige Meter von sich entfernt sah sie die gemeine Katze vor ihren alten Loch lauern.
Die Maus war nicht dumm. Sie wusste, wenn sie jetzt gleich loslaufen würde, dann würde die Katze sie sehen und ihr nachlaufen.
Also kroch die Maus wieder in ihre Höhle zurück, betrat ihren alten Tunnel und sang:
„Du dumme böse Miezekatze, du fängst mich nie mit deiner Tatze!“
Gleich darauf hörte sie von draußen ein beleidigtes Miauen.
„Und ob!“, antwortete die Katze.
„Nee, nee, nee.“, rief die Maus erneut. „ Die Katze tut mir nicht weh! Denn sie ist so trampelig wie ein Reh!“
Diesmal fauchte die Katze und die Maus nahm all seinen Mut zusammen und dachte sich einen weiteren Scherz ein:
„Wenn du mich fängst mit deiner Tatze, dann ärger ich dich mit meiner Fratze.“
Das war wohl nun doch zu viel für die Katze, denn mit fauchender Stimme antwortete sie ebenfalls singend:
„Die kleine Maus reißt ihr Maul weit auf. Doch ich buddle sie gleich aus ihrer Höhle raus.“
Die Katze tat, was sie gesagt hatte und fing das Graben an.
Die Maus erkannte ihre Chance und floh aus ihren neuen Hinterausgang.
Als sie draußen war, sah sie der Katze noch eine Weile zu, wie sie sich über ihrer alten Höhle beugte und das Loch ausgrub, auf das sie bald hinein greifen konnte.
Doch die Maus sah der fluchenden Katze nicht länger zu, sondern lief so schnell sie konnte weit weg. Sie lief so weit, wie sie noch nie in ihrem Leben gelaufen war und erst als sie etwas gegessen und getrunken hatte, gönnte sie sich unter einem schützenden Stein eine Pause.
Erst dann fing sie damit an, eine neue Höhle zu graben. Doch diesmal hatte die Höhle einen weiteren Ausgang.
Seitdem haben Mäusehöhlen mehrere Ausgänge.

Freitag, 25. Juni 2010

 

Eine schöne kleine Geschichte, wie auch das schwächste und scheinbar ohnmächtigste Wesen einen übermächtigen Gegner überlisten kann, ohne ihn zu vernichten wie weiland David den Goliath - und zudem so etwas wie der Gründungsmythos, warum manche Tierbauten (eben nicht nur Mäuschen) mehr als einen Ein-/Ausgang haben,

liebe Mori –
herzlich willkommen hierorts, nach 23 Beiträgen kann man’s noch getrost -,

und das geradezu aus einer kindlichen Sicht trotz einiger kleinerer Schwächen (doch wer hätt’ denn keine?), aber dafür direkt zu Beginn mit einem poetischen Satzteil, der mich hinreißen konnte: > …, als sie erschrocken feststellen musste, dass es ihre letzten waren, die sie in ihrer Höhle gelagert hielt.< Das „lagern" hätten viele mit dem Hilfsverb „haben“ abgetan, was allein auf Besitz und Eigentum(sordnung) abzielt, während im Verb „halten“ die Bedeutung des Verbs „hüten“ und sich drum kümmern mitschwingt.

Zugleich aber finde ich, dass zuviel Worte gemacht werden. Bleiben wir bei dem Satz: > …, , als sie erschrocken feststellen musste, …<, genügt dort nicht „als sie erschrocken feststellte, …“? Mit einiger Inkonsequenz müsste ich fortfahren, um den Preis freilich dass die gelobte Formulierung verloren ginge: > …, dass es ihre letzten waren, die sie in ihrer Höhle gelagert hielt<, denn sicherlich genügte es festzustellen, „ …, , als sie erschrocken feststellen musste, dass es ihre letzten waren“, doch wollen wir lieber den Satz in seinem schönen Teil bewahren.

Stattdessen könnte der bald folgende Hinweis > …, wie unsere es war, …< entfallen, denn warum sollte auf einmal eine andere Maus gemeint sein?

>… und es gab Nahrung in Überfluss.< im

>„Ich aber nicht!“KOMMA rief die Maus, wich den zweiten Schlag aus und schaffte es, in ihr Loch zu krabbeln.“, zudem wich sie DEM zwoten Schlag aus. Zudem ist der Punkt zum Ende der wörtlichen Rede im folgenden Satz entbehrlich >„Ich kann den ganzen Tag warten und die ganze Nacht.“, hörte die Maus die Katze draußen sagen.<

Usw.

Du solltest den Text in dieser Hinsicht auf jeden Fall noch einmal durchsehen.

Gruß

Friedel

 

Hallo Friedrichard,

vielen Dank für dein Kommentar!
Es freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt, auch wenn sie ihre Makel hat.
Wie du siehst, habe ich die genannten Fehler korrigiert und hoffentlich keine übersehen.
Noch einmal vielen Dank dafür und ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag. ;)

L.G., Mori

 

Da hat Dein kleiner Gründungsmythos vom Ursprung der Ein/Ausgänge an Tierbauten ungewollt gezeigt, dass auch das kleinste Tierchen klüger und vernünftiger sein kann als bauernschlaues (was eigentlich eine Beleidigung von Landwirten ist) und geschäftstüchtiges Führungspersonal der Zwobeiner,

liebe Mori.

Aber das ist bestimmt wieder mal 'ne unpassende Bemerkung von mir.

Gruß

Friedel

 

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