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die Ratte im Käfig

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09.06.2003
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die Ratte im Käfig

Unzufrieden saß er in seiner dunklen Kammer. Die Welt. Trist, böse, anstrengend, nichts für ihn. Aber sterben? Nein! Kopf tut weh, er wollte nichts tun, alles oberflächlich, unerfreulich, anstrengend, nervig. Lesen, anstrengend. Fernsehen, Kopfschmerzen. Nur für Selbstmitleid war er noch aufgeschlossen. Wie schlimm war doch alles! Er, Opfer des Lebens, das Leben sein Feind. Alkohol, sein einziger Freund, aber machte Kopfschmerzen.
Verzwickte Situation, er schloss die Augen. Ruhe brauchte er jetzt. Kopf tut weh, Ruhe will er nicht, aber bleibt ihm ja nichts übrig.
Schlafen, schlafen, nur schlafen.
Er wusste es nicht. Lag er noch wach oder war er schon eingeschlafen? Komischerweise machte er sich erst jetzt Gedanken darüber.
Autofahren bei Nacht, Fenster offen, alles beschaulich. Er guckt hinaus, ist sicher. Lichter ziehen vorüber. Fahrt gemütlich, gleichzeitig zügig, Lichter bewegen sich. Auto hält an. Er steigt aus. Sterne leuchten.
Er betrachtet genau. Schwebt hinauf, langsam. Der Sternenhimmel tut sich auf. Geht in ihm auf. Seine Sterne, seine Lichter. Wird immer schneller. Er dreht sich. Kopf nach oben gerichtet, sonst gibt es nichts.
Der Mond ist nett, auch er gibt Licht. Steigt weiter auf, am Mond vorbei, weit, weit. Dreht sich schneller, immer schneller. Nichts hat er verpasst, er lebt. Lichter werden Streifen, Streifen werden Lichter, werden Formen. Rhythmus der Farben. Er ist eingebettet. Warme Formen.
Sicht wird klar. Er steht an Tischtennisplatte. Mädchen lacht freundlich, aber bestimmt: „Du bist raus!“, Mädchen fokussiert, er liebt sie, alles dreht sich, entfernt sich. Er ist traurig. Schule. Unterricht. Lehrer. Angst. Versagen. Alles undeutlich. Lichter drehen sich. Fahren vorbei. Alles wieder beschaulich. Vor ihm, hinter ihm. Lichter von Autos und Gebäuden. Krach. Kopf wird nach vorne geschleudert. Gurt hält ihn fest und brav. Doch keine Chance. Alles zerstört, fährt weiter. Explosion.
Sein Herz schlägt. Es pocht, irgendetwas pocht. Alles um ihn herum ist warm. Er möchte die Augen noch nicht öffnen. Liegenbleiben. Das Bett ist warm, er ist müde. Das Bett ist sein Reich, beschaulich, alles, was er braucht.
Komisch- Kopfschmerzen sind keine da. Er steht doch auf. Da sind die Kopfschmerzen. „Nie wieder Alkohol!“, sagt er sich, als sein Kopf sticht, wie immer.

 

Seltsam ist wohl korrekt für diese Geschichte. Anstregend, aber irgendwie reizvoll. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, geht es um jemanden, der nach einem Gelage schlimme Rauschträume hat. Diese sind depressiv, d.h. sein Grund zum trinken war nicht zu schön. Ich frage mich nur, ob die einzelnen Teile spezielle Bedeutungen haben, wie der Mond oder die Mädchen.
Ist das Zufall oder nicht?
Schöne Geschichte, erinnert mich an meine Geschichte Tick-Tag, zumindest vom Stil her. Diese Art von Geschichten mag ich von Zeit zu Zeit wirklich sehr gerne.
Liebe Grüße
Arthuriel

 

Ich wollte eigentlich schöne Gefühle beschreiben, aber da ist mir nichts eingefallen!
So it die Geschichte jetzt negativ ausgefallen. Sie soll einfach Gefühle ausdrücken, ein zeitloses unmotiviertes Umherschweben. Das Ganze hätte man auch in ein Gedicht pressen können.
Dem Mond habe ich keine Bedeutung zugemessen. Das Mädchen und die Schule danach, sollen sein Leben und Scheitern etwas anreißen. Ist nicht wirklich eine Geschichte, eher eine Gefühlsbeschreibung.
Lese lieber eine Geschichte von mir! Das Teil hier habe ich eigentlich nur Geschrieben, um zu experimentieren und zu gucken, ob ich auch mit Stückelsätzen etwas ausdrücken kann, bzw. um meine Gefühle auszudrücken, wenn es mir so wie da beschrieben geht. Meine letze richtige Geschichte war "Der Großvater". Guck mal bitte, ob dir die gefällt....

 

Hallo popla!
Ganz nette Geschichte. Erscheint mir anfangs sehr seltsam, besonders bei der Mondfahrt dachte ich: "Abgefahren!", und war gespannt wie´s weiter geht, wie du das Rätsel löst...
ganz nette Pointe, auch wenn er sich wohl zwei Flaschen Absinth reingepfeffert haben muss.
Der Abgehakte Stil passt, verleiht der Story Individualität.
...para

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Die Welt. Trist, böse, anstrengend, nichts für ihn. Aber sterben, nein!
"Die Welt": irgendwie anbinden, Doppelpunkt etc.
"Aber sterben? Nein!" oder ebenfalls Bindestrich.

Kopf tut weh, ruhe will er nicht, aber bleibt ihm ja nichts übrig.
"Ruhe"

Mädchen lacht freundlich, aber bestimmt „Du bist raus!“
Satzzeichen vor wörtlicher Rede.

er liebt sie, Alles dreht sich, entfernt sich.
"alles"

Er Möchte die Augen noch nicht öffnen.
"möchte"

Komisch Kopfschmerzen sind keine da.
Unbedingt Satzzeichen: "Komisch- keine..." etc.

„Nie wieder Alkohol“ sagt er sich, als sein Kopf sticht, wie immer.
"´Alkohol´,"

 

Vielen dank, dass du dir die Zeit genommen hast die Geschichte zu lesen und vor allem zu korrigieren und zu kritisieren, Paranova! Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Fehler ich sogar bei so einer kurzen Geschichte mache!
Die die Geschichte soll eigentlich nur Gefühle ausdrücken, die man hat, wenn einem gar nichts Spass macht, man abgenervt ist, das ist bei mir manchmal so, wenn ich zu lange Computer gespielt hab und mir vornehme wieder etwa sinnvolles zu machen.... Der Alkohol ist also nur vorgeschoben...
Achso den Punkt nach "Die Welt" habe ich gelassen, weil ein Doppelpunkt zu stark auf eine Aufzählung hindeuten würde, eine Aufzählung wirkt aber trivial. Außerdem drückt der Punkt eine Trennung von der Welt aus.

 
Zuletzt bearbeitet:

Ein guter Freund gab mir einen ordentlichen Tipp, wie man Karussellfahren im Bett vermeiden kann ( außer Fuß raus, das wirkt eh nicht ):
Noch mal hinsetzen und dann im Fallen einschlafen!
Habs probiert. Funktioniert.
:bier: :sleep:
...para

 

Die Kopfschmerzen hast Du gut im abgehakten Stil verpackt. So denke ich auch immer, wenn ich welche hab. Auch die abschweifenden Gedankengänge passen wunderbar auf die Situation. Gefällt mir!

Noch eine Kleinigkeit:

Komisch- Kopfschmerzen ...
Vor und nach dem Gedankenstrich kommt ein Leerzeichen. Nur der Trennungsstrich klebt am Wort(teil) ;)

Wenn Du das in 15 Minuten hingeschrieben hast, dann muss ich mal eine Geschichte lesen, bei der Du Dir Zeit gelassen hast.

 

HI Popola!
Ich finde diese Geschichte sehr gut.
Sie ist wircklich etwas seltsam. Sie klingt so lebendig erzählt, hast du vielleicht schon ähnliches erlebt.*gg*:rolleyes:

 

hum? habe ich irgend etwas nicht mitbekommen?
hmm nein, so ein exzess hab ich noch nicht erlebt... ich bin dann immer eingeschlafen... hehe

 

hi popla,
ich finde deine geschichte auch gut, gute arbeit:thumbsup:
Ich glaube dass die story auch gut in Experimente passen könnte(SChreibstil) aber der inhalt ist ja eher seltsam so ist beides gut möglich! darauf lass uns anstossen...ähh besser nicht ;-)

Mit freundlichen Grüßen Johann

 

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