- Zuletzt bearbeitet:
- Kommentare: 12
die Ratte im Käfig
Unzufrieden saß er in seiner dunklen Kammer. Die Welt. Trist, böse, anstrengend, nichts für ihn. Aber sterben? Nein! Kopf tut weh, er wollte nichts tun, alles oberflächlich, unerfreulich, anstrengend, nervig. Lesen, anstrengend. Fernsehen, Kopfschmerzen. Nur für Selbstmitleid war er noch aufgeschlossen. Wie schlimm war doch alles! Er, Opfer des Lebens, das Leben sein Feind. Alkohol, sein einziger Freund, aber machte Kopfschmerzen.
Verzwickte Situation, er schloss die Augen. Ruhe brauchte er jetzt. Kopf tut weh, Ruhe will er nicht, aber bleibt ihm ja nichts übrig.
Schlafen, schlafen, nur schlafen.
Er wusste es nicht. Lag er noch wach oder war er schon eingeschlafen? Komischerweise machte er sich erst jetzt Gedanken darüber.
Autofahren bei Nacht, Fenster offen, alles beschaulich. Er guckt hinaus, ist sicher. Lichter ziehen vorüber. Fahrt gemütlich, gleichzeitig zügig, Lichter bewegen sich. Auto hält an. Er steigt aus. Sterne leuchten.
Er betrachtet genau. Schwebt hinauf, langsam. Der Sternenhimmel tut sich auf. Geht in ihm auf. Seine Sterne, seine Lichter. Wird immer schneller. Er dreht sich. Kopf nach oben gerichtet, sonst gibt es nichts.
Der Mond ist nett, auch er gibt Licht. Steigt weiter auf, am Mond vorbei, weit, weit. Dreht sich schneller, immer schneller. Nichts hat er verpasst, er lebt. Lichter werden Streifen, Streifen werden Lichter, werden Formen. Rhythmus der Farben. Er ist eingebettet. Warme Formen.
Sicht wird klar. Er steht an Tischtennisplatte. Mädchen lacht freundlich, aber bestimmt: „Du bist raus!“, Mädchen fokussiert, er liebt sie, alles dreht sich, entfernt sich. Er ist traurig. Schule. Unterricht. Lehrer. Angst. Versagen. Alles undeutlich. Lichter drehen sich. Fahren vorbei. Alles wieder beschaulich. Vor ihm, hinter ihm. Lichter von Autos und Gebäuden. Krach. Kopf wird nach vorne geschleudert. Gurt hält ihn fest und brav. Doch keine Chance. Alles zerstört, fährt weiter. Explosion.
Sein Herz schlägt. Es pocht, irgendetwas pocht. Alles um ihn herum ist warm. Er möchte die Augen noch nicht öffnen. Liegenbleiben. Das Bett ist warm, er ist müde. Das Bett ist sein Reich, beschaulich, alles, was er braucht.
Komisch- Kopfschmerzen sind keine da. Er steht doch auf. Da sind die Kopfschmerzen. „Nie wieder Alkohol!“, sagt er sich, als sein Kopf sticht, wie immer.