Die Kerbe
Eine kleine Kerbe. Vor mir im Tisch. Ich sehe sie, sie sieht mich, oder nicht?
Ich weiß es nicht, aber eigentlich wäre es möglich.
Vielleicht will sie auch einfach nicht zeigen, das sie mich sieht.
Hört sie mich?
Sie ist ziemlich klein, Ohren sind nicht zu sehen, aber wer sagt denn, dass Kerben Ohren brauchen um zu hören? Na?
Irgendetwas müssen sie ja können. Bewegung unmöglich?
Ob sie so sein wollte, wie sie jetzt ist, oder ob derjenige der sie verursacht hat, sie so haben wollen?
Fragen über Fragen, wozu gibt es Fragen? Aber Stopp, das gehört nicht hierher, ich schweife ab.
Bleibe ich bei der Kerbe.
Rückwärts wäre sie Ebrek. Oder durcheinander vielleicht auch Beerk oder Kerber. Dann wäre sie keine Kerbe mehr, aber gleichzeitg trotzdem absolut das Gleiche, oder? oder nicht? Ich weiß es nicht.
Sie ist arm dran, diese Kerbe, denn wen interessiert es schon?
Nicht wirklich irgendjemanden. Oder bringe ich sie vielleicht durch diese paar Sätze, für einen winzigen Augenblick in den Mittelpunkt?
Ich würde mich freuen, sie würde sich freuen.
Oder nicht?
Da fällt mir noch eine Frage ein, sozusagen direkt vor die Kerbe, auf den Tisch.
Warum mache ich mir Gedanken über sie, die Kerbe,Keber,Ebrek?
Ein kleines unwichtiges Ding, NEIN, Ding, oder Sache ist es ja nicht einmal.
Ein NICHTS, gefüllt mit Luft und altem Staub, Bestandteil des Tisches, unwichtig, nicht von Interesse, ohne Wert?
Ein NICHTS und doch ein ETWAS.
Ich merke, sie wird unbedeutend, diese Kerbe, zugleich aber so vielfältig.
Doch meine Gedanken schweifen ab, suchen nach Anderem.
Und somit lasse ich die Kerbe Kerbe sein.