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Die Fahrt

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07.08.2001
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Die Fahrt

"Mama."
"Maaamaaa."
"Mama, Lisa lässt mich nicht mit ihrem Nintendo DS spielen!"
"Ma-ma, Lisa lässt mich nicht mit dem Nintendo spie-len!"
"Mama-"
"Lisa, lass Tommy auch mal mit dem DS spielen!"
"MAA-MAAAA!"
"LISA!"
"Ach Mensch, Mama, Tommy will immer damit spielen, wenn ich das gerade hab!"
"Jetzt gib ihm endlich den Nintendo. Wenn er gleich keine Lust mehr hat, kannst du es ja wieder haben, Lisa."
"Bääääh! Danke."
"Tomny, sei lieb! Lisa teilt auch ihren Nintendo mit dir."
"Mama, Lisa hat mich in die Seite gehauen!"
"LISA!"
"Das stimmt überhaupt nicht!"
"Stimmt wohl!"
"Luther, sag du doch auch mal was!"
"Ich muss mich auf die Straße konzentrieren. Lisa, hör auf, Tommy zu ärgern!"
"Bäääh!"
"Mama, sag doch mal was. Tommy streckt mir die ganze Zeit die Zunge raus!"
"Tommy, lass Lisa in Ruhe und Lisa, kannst du dir nicht ein Buch nehmen und ein bisschen darin lesen?!"
"Ich will aber nicht lesen, ich will mit meinem DS spielen! Tommy, ich will meinen Nintendo wieder haben!"
"Gib - meinen Nintendo...wieder her!"
"Papa, Lisa hat mich gekratzt!"
"LISA! LASS TOMMY IN RUHE!"
"AUA! Tommy hat mich in die Hand gebissen!"
"TOMMY!"
"Ich hab sie gar nicht gebissen. Ich möchte den Nintendo wieder haben!"
"MAMA, ich möchte den Nintendo wieder haben. Möchte den Nintendo wieder haben! Mama, sag Lisa, dass ich den Nintendo wieder haben möchte!"
"MAMA - MAAAAMAAA!"
"LUTHER!"
"WAS?!"
"Sag du doch auch mal was!"
"WAS!"
"Hmpf."
"Tommy, lass Lisa endlich in Ruhe!"
"Ich mach doch aber gar nichts!"
"SEID RUHIG! Ich kann mich nicht auf die Straße konzentrieren!"
"Luther, schrei die Kinder nicht so an!"
"Halt do-!"
"JA?!"
"Vergiss's!"
"Luther, nicht vor den Kindern!"
"Ich möchte jetzt, dass ihr alle ruhig seid - verstanden?"
"Sooonst?!"
"Lisa, provozier mich nicht! Wir drehen sonst um und fahren nicht zu Tante Emma! Wenn Tante Emma hört, wie ihr euch während der Fahrt verhalten habt, lädt sie euch nie wieder zu sich ein!"
"Mama, können wir Radio...- nein, können wir CD hören? Bitte, bitte, bitte, bit-"
"Tommy!! Ich hab' dich schon verstanden - wo ist denn die CD, Luther?"
-
"Luuuther?"
"Was denn verdammt nochmal?"
"Die CD?"
"Welche CD denn?"
"Die, mit den Kinderliedern, welche sonst!?"
"Woher soll ich das denn wissen - liegt wahrscheinlich irgendwo zuhause rum."
"Ich möööchte aber jetzt meine CD hören, jetzt sofort gleich!"
"Jetzt heult er gleich wieder - nur wegen so'ner doofen CD!"
"Is' nich' doof!"
"Is' wohl doof!"
"Is' nich' doof!"
"Is' wohl doof!"
"Neeein is nich' doof - du bist doof!!"
"Selber doof!"
"LISA! Lass dich nicht ständig von Tommy provozieren. Er ist halt noch jung."
"Herrje, ich nehm gleich die nächste Ausfahrt und wir fahren alle nach Hause!"
"Schaut mal da drüben: Kühe!"
"Ooooh. Und eine kleine Kuh!"
"Kalb!"
"Ich sag aber kleine Kuh."
"Die heißen aber Kälber, oder, Mama?"
"Lisa hat Recht, aber wenn Tommy sie "kleine Kuh" nennen möchte, kann er das ruhig!"
"Kleine Kuh, Kleine Kuh, kleine Kuh, kleine Kuh, kleine Kuh, kleine-"
"TOMMY! SEI ENDLICH STILL!"
"Marie, schimpf nicht so mit den Kindern!"
-
-
"Möchte jemand was zu Trinken - ich habe durst, wer noch?"
"Die Getränke sind im Kofferraum!"
"Bitte?!"
"Genau."
"Ich fasses nicht!"
"Wir halten einfach am nächsten Rastplatz. Dann kann sich jeder ein Getränk nehmen."
"Ich möchte Cola haben."
"Tommy, du kriegst keine Cola. Du kannst Apfelschorle bekommen."
"Möchte aber Cola!"
"ES-GIBT-ABER-KEINE-COLA-FÜR-DICH!"
"Ich hätt' jetzt gern ein Bier!"
"Ne, du musst noch fahren, Luther."
"Sach bloß!"
"Mama, warum fährst du nicht?"
"Weil Papa jetzt fährt - basta!"
"Ich möchte aber, dass Mama jetzt fährt!"
"Ich fahre, sonst keiner!"
"Genau, Papa fährt jetzt, und auf dem Rückweg kann ich ja fahren."
"Können wir nicht Radio anmachen, es ist langweilig!"
"Ich möchte meine CD hören!"
"Marie, schau mal unterm Amaturenbrett nach, vielleicht liegt sie dort."
"Ähm...ne. Keine CD."
"Was ist jetzt mit Radio?!"
"RADIO bleibt aus!"
"Luther!!"
"Marie!"
"Scheiß Stau!"
"Mama sagt, wir sollen nicht "Scheiße" sagen."
"Ja-ja. Tut mir leid! Mama hat Recht"
"Was jetzt?!"
"Jetzt müssen wir warten, bis der Stau weg ist, Lisa."
"Wie lange dauert das?"
"Weiß nich'."
"Wollen wir nicht zusammen was singen? Dann ist uns auch nicht so langweilig?!"
"Jaaa! Das Krokodil, das Krokodil, das Krokodil!"
"Nein, nicht schon wieder das blöde Krokodillied!"
"Das ist nicht blöd!"
"Ist es wohl!"
"Nein, ist es nicht!"
"Das Krokodil,-dil, dil ,
das macht nicht viel, viel, viel.
Es hält sein Maul, Maul, Maul,
denn es ist faul, faul, faul.
Nur dann und wann, wann, wann,
da fängt es an, an, an,
da schnappt es zu, zu, zu,
und weg bist Du, Du, Du!"
-
"Mama, Tommy ärgert mich schon wieder!"
"Könnt ihr nicht mal fünf Minuten lang friedlich sein, ohne dass ihr euch ständig ärgern müsst?!"
"Wird dein Bruder auch da sein, Luther?"
"Wenn er nicht arbeiten muss."
"Hm."
"Wieso fragst du?"
"Wollt's halt wissen, mehr nicht."
"Na dann."
"Mama, ich hab' Hunger."
"Ich auch!"
"Wartet, ich hab' für jeden eine Milchschnitte eingepackt."
"Lecker."
-
-
-
"MAMA, Tommy hat meine Milchschnitte auf den Boden geschmissen!"
"Stimmt nicht!"
"Stimmt wohl!"
"Nein, stimmt nicht!"
"Doch, stimmt wohl!"
"Kinder, seid endlich still! Und wenn Tommy deine Milchschnitte auf den Boden geworfen hat, muss er halt seine mit dir teilen, Lisa."
"Verdammt, hier geht echt nichts mehr. Ich mach mal Radio an, mal sehen was die sagen."
"Will nicht teilen."
"Du teilst jetzt mit Lisa!"
"Ruf mal Emma an, sag ihr, dass wir im Stau stecken. Und dass wir uns möglicherweise verspäten werden."
"Okay."
"Toll, Xavier Naidoo!"
"Papa, wie lange dauert das noch?"
"Papa, Tommy teilt nicht!"
"Weiß ich nicht - Tommy, gib ihr etwas von deiner Milchschnitte ab! Ich habe so langsam die Schnauze voll von eurer ständigen Streiterei."
"Hallo, Emma -" "AuuA" "Ich wollte nur bescheidgeben, dass wir uns etwas verspäten-" "PAPA."
"Ja, wir stecken im Stau - den Kindern geht's gut, sie freuen sich richtig, euch zu sehen -was sagst du? - Ich verstehe dich nicht - Scheiß Verbindung - Emma, hallo, hörst du mich? -" "PAPA" - "Was ist denn?!"
"Verdammt. Scheiß Handy."
"Wir sollen nicht das S-Wort benutzen!"
"Ja, ich weiß, Lisa."
"Könnt ihr nicht mal fünf Minuten still sein?!"
"Was möchtest du Tommy?"
"Ich möchte jetzt was trinken!"
"Nicht jetzt, Tommy."
"Was hat sie gesagt?"
"Hat gefragt, wie's den Kindern geht. Hab sie kaum verstanden - wegen der blöden Verbindung. Oh, guck mal, es geht weiter!"
"Endlich! Vielleicht kommen wir doch noch pünktlich an. "
"Wäre ja schön."
"Seid mal eben still!"
"Ich wiederhole nochmal: Auf der A27 ist ein Gei-"
"Papa?"
"Seid doch mal still, ich will das Radio hören!"
"Soweit die Verkehrsnachrichten."
"Toll, jetzt hab ich es nicht verstanden! Nur weil ihr immer so laut sein müsst!"
-
-
"LISA LASS TOMMYS ARM LOS!"
"LISA!!"
"Papa soll mich nicht anfassen!"
"LISA!"
"Luther, schau auf die Straße!"
"Papa ist böse!"
"LISA! Du entschuldigst dich augenblicklich bei deinem Papa!"
"Nein - Papa ist böse!"
"LUTHER, sag was!"
"Luther?!"
"RUHE JETZT!"
"Papa soll seine Hand von mir nehmen!"
"LISA!"
"Uääääääääh!"
"Luther, was ist hier los?"
"Die spinnt nur!"
"Papa fässt mich immer da unten an!"
"LISA! Was redest du da?!"
"Luther, was geht hier vor?!"
"LUTHER!!! Sag was! Wovon redet Lisa da?"
"Uäääääääääääääääääh!"
"Tommy, hör auf zu heulen!"
"Luther, rede mit mir!"
"Lisa redet Unsinn."
"Uääääääääääääähääää!"
"Tommy, beruhige dich endlich!"
"Schnauze jetzt!"
"Papa tut mir immer weh! Er sagt immer, dass es ganz normal sei!"
"Lisa, du bist jetzt still! Kein Wort mehr, klar?!"
"LUTHER WOVON REDET LISA DA?!"
"LISA, KEIN WORT MEHR! Ich warne dich!"
"Luther, schau zur Straße! Luther ein Auto! "
"LUUUUUUUUTHER!"
-
-
-
-
Ende

 
Zuletzt bearbeitet:

Huhu Chaujin,

oh my oh my. Ich überlege gerade, was ich daran loben könnte, aber naja, irgendwie fällt mir nichts ein.

Ich spoile jetzt: Papa hat Sex mit seiner kleinen Tochter, das alles kommt auf dem Weg zu Verwandten raus, und dann gibts nen Unfall. Juhu.

Und was sagt mir das jetzt? Nix.

Weißt du, das sag ich immer, wenn ich nicht viel Lob habe: Das Thema würde sogar was hergeben. Das kann man immer sagen, das ist so ein wehmütiger Satz, ein Konjunktiv, ein würde. Aber in deiner Geschichte fehlt der Indikativ, da fehlt die Tat, die Umsetzung, die Aufbereitung, da fehlt einfach alles, was man auf dem Weg von der Idee zur Geschichte alles machen muss.

Solche Dialoge, wie du ihn hier stehen hast, sind bei mir oft Ausgangspunkte für Geschichten. Da hab ich Figuren im Kopf und eine grobe Handlung, Wortfetzen, Skizzierte Abläufe.

Ausgangspunkte. Ideen.

Aber damit anfangen, und es für sich stehen lassen? Wenn man Dramen schreibt z.B., dann ist der Dialog die Sahne, das ist das Zuckerschlecken - so in der Art hat es Alan Ayckbourn ausgedrückt. Den Dialog schreibt er zum Schluss, wenn die Handlung fertig entwickelt ist, die Szenen entworfen, die Wendepunkte - wenn das alles steht, erst dann schreibt er den Dialog. Warum? Weil es der schönste Teil am Schreiben ist.

Durch deinen Text scrolle ich und sehe Zeilen um Zeilen nur Buchstabenreihen. Um den Zusammenhang zu verstehen, reichen drei, vier davon, und die springen so ins Auge, dass ich mir denke, wozu der Rest?

Mach was draus, wenn dich das Thema interessiert. Konzentrier dich. Und dann schreib eine Geschichte.

Bis dann,
yours

 

Hallo Chaujin,
ich muss yours truly leider recht geben.
Klar, aus der Idee, dass der Missbrauch auf einer Fahrt zu den Verwandten rauskommt und ein Unfall die Folge ist, kann man was machen. Aber so, wie es hier umgesetzt ist, ist es, das muss ich dir leider sagen, extrem nervig.

1. Kann ich es mir nicht vorstellen, dass ein Kind einfach so während des Gezackers mit dem Bruder mit der Wahrheit rausrückt. So einfach en passant. Das ist weder realistisch noch psychologisch nachvollziehbar. Es wirkt daher hier so, als hättest du lediglich nach einer Pointe gesucht, um dem Gekrähe dieser schrecklichen Blagen ein Ende zu setzen.

2. Lies dir die Dialoge mal durch. Das macht wirklich keinem Menschen Spaß. Es ist einzig und allein absolut nervend.

Es tut mir sehr Leid, das so zu sagen, aber du solltest dein Thema einfach ein bisschen ernster nehmen. Und vor allem das Unterhaltungsbedürnis deiner Leser.

Sorry, aber probiers noch mal ...
Viele Grüße Novak

 

Hallo Chaujin!

Dialoggeschichten sind eigentlich nicht meine Sache.
Trotzdem, am Anfang fand ich, du hast den Dialog ganz gut hinbekommen, das ist der Stoff, aus dem Mordfantasien gestrickt sind, die zeternden Kinder auf der Rückbank, alle haben Durst, da kommen wir jetzt nicht ran (gab's nicht mal eine Autoreklame mit dem Motiv auch?).
Schon relativ früh wurde es dann langweilig, denn es kam nichts Neues, die Kinder haben immer noch gestritten, die Eltern waren immer noch gestresst.

Bis ganz zum Schluss dachte ich auch, das würde bis zum Ende so weitergehen, dass die Intention der Geschichte einfach wäre, diese Familie-zusammengepfercht-im-Auto-Situation darzustellen und dabei auf ein paar Lacher aus war.
Da hätte ich in der Kritik einfach geschrieben: zu lang(weilig).

Und dann kam aber aus heiterem Himmel der Klopfer Kindesmissbrauch. Das hat mir so überhaupt nicht passen wollen. Die ganze Zeit plätschert das so hin und scheint ins Leere zu laufen, und am Ende, bäm!, nochmal die Riesen"pointe", ohne Vorbereitung.
War es deine Erzählabsicht, dich mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinanderzusetzen? Das hat dann irgendwie nicht geklappt, hier wirkt es so, als hättest du am Ende noch schnell irgendwas Grandioses an deine Geschichte kleben wollen.

Also, nee, das war nichts :)
Ich vermute, du kannst das besser. Die Dialoge haben diese wir-sind-im-Auto-ich-schlag-gleich-um-mich Stimmung gut transportiert, fand ich, das kennt man ja auch alles so. Aber von da zu diesem "dramatischen" Ende, das ging nicht gut.
Ich könnte gar nicht sagen, was man hier ändern müsste, damit der Text funktioniert ... ich würde ganz neu schreiben.
Und, das meinte ich ernst, was war denn deine Erzählabsicht?
Wolltest du tatsächlich über Kindesmissbrauch schreiben?
Wolltest du den Leser zum Lachen bringen, schockieren, was?
Ich hatte den Eindruck, dem Text hier ist nicht klar, was er eigentlich will.

 

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