Der Schneemann
Mein Name ist Susan, ich berichte heute meine Geschichte, weil ich nicht vergessen, vergeben und schon niemals akzeptieren werde, was letzten Winter geschehen war.
Es war nichts typisches, typisch wie die Morde, Unfälle oder solche Intrigen wie man sie im Fernsehen täglich zu sehen bekommt. Auch hat niemand aus meiner Familie mir Schaden zugefügt, kein Bekannter oder fern Verwandter tat mir weh.
Ich habe noch immer einen wunderbaren Ehemann, sowie meinen treuen großen, starken Golden Retriever Rüden, der auf den Namen Mike hört. Doch ich fühle das Mike nicht mehr lange vor unserer Schlafzimmertüre wache halten wird.
Selten sieht er mir noch in die Augen, sein Schwanz ist ständig reuevoll eingezogen.
Seit dieser Nacht vor zwei Monaten höre ich Mike stöhnen, er kann es sich selbst nicht verzeihen, als Familienhund versagt zu haben.
Die Tragödie begann genau am 20.Dezember.
Meine Kinder, Sahra vier, Tom sechs, und Silvana zwei Jahre alt, bettelten nun schon den ganzen Sonntag morgen, mein Martin Martin sollte doch mit ihnen zusammen einen Schneemann im Garten bauen. Da Martin selten den Kindern einen Wunsch abschlagen konnte ließ er sich erweichen und ging mit den Kindern und Mike hinaus. Nach einigen Schneebällen, im Schnee sich gegenseitig einreiben, fingen die vier genau in der Mitte von unserem Garten einen Schneemann an zu bauen. Zwischen den Plätzchen backen konnte ich immer wieder einen Blick durch das Wohnzimmer hinaus in den Garten werfen.
In diesen Momenten dankte ich Gott für diese harmonische Familie, ich dankte ihm für die zweite Chance die Gott mir gab.
Niemand von meiner Familie kannte mein dunkles Geheimnis, nur Mike hatte einmal, noch vor Sahras Geburt, etwas gewittert. Damals war ich auf dem Speicher und schob gerade alte Kisten so in die Ecke das niemand ein kleines längliches Paket sehen konnte, Mike sah dieses Paket als ich es gerade zu verstecken versuchte, er knurrte wie wild, fletschte seine Zähne, nur durch ernstes lautes zurufen hörte Mike damit auf, er sah mich verwirrt an, konnte es nicht verstehen wie ich es ihm verbot mich zu warnen. Mich kostete es einige Minuten Mike zu überreden den Speicher zu verlassen.
Ich war schweißgebadet.
Als der Schneemann fertig war, riefen mich die Kinder um ihn zu begutachten. Ich war erstaunt , im ersten Moment sprachlos, sie hatten einen zwei Meter hohen und drei Meter breiten Schneemann gebaut. Martin stand stolz, mit seinem üblichen Lausbuben haften Grinsen hinter unseren Kindern.
Als die Kinder bereits schliefen und wir beide ins Bett gingen wunderten wir uns das Mike unruhig im Haus herum lief. Am zweiten Abend meinte meine Sarah, sie habe Angst vor dem Schneemann. Martin beruhigte sie wieder und brachte sie zurück in ihr Bett.
Am nächsten Morgen saß Mike vor dem Schneemann und starrte ihn nur an, seine Vorderpfoten waren tief in dem Schneemann eingegraben. Ich fragte Martin ob er die Terassentüre auf gemacht hat um Mike hinaus zu lassen, doch er verneinte, ich rief nach den Kindern, keines antwortete mir.
Da hörte ich Martin laut aufschreien, ich rannte zu ihm hinaus, hin zu dem Schneemann, dort sah ich nur noch Blut. Mikes Pfoten waren bis zu dem Teil was in dem Schneemann drin war abgerissen und im Maul hielt er noch einen kleinen Stoffetzen von meinem kleinen dunklen Geheimniss, die Vergangenheit und der Zorn dessen Eltern deren Kindern ich vor zehn Jahren im betrunkenen Zustand zusammen gefahren habe.
Beide Kinder waren sofort Tod.
Die Mutter hatte mir damals per Post einen Puppe mit einem Begleitschreiben geschickt, ich konnte die Worte nie entziffern. Doch ich wagte es nie die Puppe weg zu schmeißen. Auch nicht als ich selbst eine Familie hatte.
Am nächsten Tag war von dem Schneemann nichts mehr zu sehen, meine Kinder sind spurlos verschwunden, nur am boden wo der Schneemann gestanden hatte, lag meine Puppe. Martin meinte es sei eine von Sarah, ich sagte kein Wort, nahm sie auf, legte sie in meine Arme und brachte sie zurück auf den Speicher.