Hallo Feivil,
wär’s mit „e“ würde ich an den Zeichentrickfilm Mäusewanderer denken. So tue ich es natürlich nicht.
Eine nette Miniatur, die du da geschildert hast. Ich mag detailliert beschriebene Vorgänge recht gerne. Denn die zeigen mir, dass der Autor Zeit gefunden hat, eine Alltagsszene in Muße zu beobachten.
Ist natürlich ein recht langweiliger Titel. Zu einem Stillleben passt er gerade noch.
Ich nahm die Tasse Kaffee zur Hand, setzte zum Schluck an, zögerte jedoch, die Tasse war viel zu heiß um aus ihr zu trinken. Der Zeiger der Uhr bewegte sich langsam in Richtung elf Uhr. Die einzigen gesprochenen Worte waren die des Kellners:"Darf es noch etwas sein?" Das Pärchen gegenüber von mir war in ein Schweigen verfallen, das selbst ein Erdbeben nicht hätte brechen können.
- Die Sequenz im Anfangssatz funktioniert mMn nicht so richtig. Du solltest ein
denn vor
die Tasse setzen und ein Komma nach
heiß machen.
- 2x Tasse in einem Satz ist nicht schön
- wie der Vorkommentator bereits angemerkt hatte: nicht die Tasse ist heiß (gibt es ebenfalls, wenn die gerade aus der Spülmaschine herausgeholt wurde), sondern die darin befindliche Flüssigkeit.
- 2x Uhr
- nach dem Doppelpunkt fehlt ein LZ
-
gegenüber reicht (
von mir kann weg)
- bricht ein Erdbeben ein Schweigen (?) So noch nie gelesen; aber von mir aus.
Sie sahen einander nicht an, sie zwangen sich förmlich dazu, nur die Tassen vor sich oder den Zeiger der Uhr zu betrachten. So spät am Abend schien die ganze Stadt zu schlafen, die Straßen leer, die Fußwege verlassen, man sah noch nicht einmal einen streunenden Hund.
- 2x sah (en)
- 2x sie (würde das zweite auswechseln)
- 2x sich
-
schien hört sich immer so an, als ob der Erzähler nicht so genau weiß, wovon er berichtet
-
noch kann weg
- streunende Hunde kennt man in Südeuropa. Bei uns eher selten zu finden
Ich nahm einen großen Schluck Kaffee zu mir, die Wärme durchströmte meinen Körper; wahrhaft belebend. Das Pärchen hatte sich noch immer keines Blickes gewürdigt, und ein Wort war auch nicht über ihre Lippen gekommen. Im Raum schien keine Wärme mehr vorhanden; zumindest keine menschliche. Auch wenn das kleine Thermometer an der Wand 22°C anzeigte, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ein fürchterliches Gefühl; der Raum war trotz der vier Personen, die sich in ihm befanden,tot, selbst die Uhr schien sich nicht mehr zu bewegen, alles stand wie eingefroren da.
- zum zweiten Mal beginnst du mit
Ich nahm. Da solltest du variieren.
-
wahrhaft ist ein komisches Adjektiv.
Wirklich würde mir persönlich besser gefallen
- viel Reflexivpronomen auf knappem Raum bei dir versammelt
- wer ist
ihre? Falls du dich auf das Pärchen (das Wort benutzt du hier zum 2-ten Mal) beziehst, dann müsste es korrekterweise
seine heißen. Wie stelle ich mir die Lippen eines Liebespaars vor? Aneinandergeklebt?
- auch = ebenfalls o. bisher
- weitere 2x schien. Das sind 3 zu viel
2- x Raum
- zum 3-ten Mal Uhr
- … vorhanden zu (sein)?
- Auch wenn = obwohl
- vor
tot fehlt ein LZ
Die Zeit verging in dieser Stille einfach nicht. Die nächste Regung lies auf sich warten, um fünf nach elf warf die Frau ein Paar Münzen auf den Tresen, stand auf:"Stimmt so.", waren ihre Worte zum Abschied, und dann verschwand sie in der Nacht. Äußerlich schien es den Mann nicht zu regen, doch ich wusste genau, dass er innerlich bebte. "Sollte ich ihn ansprechen?- Lieber nicht."
- vergeht Zeit in der Stille (?)
- was bedeutet
die nächste Regung? Bisher hast du ja noch gar keine (erste) Regung/ Bewegung geschildert
- … warten. (Punkt o. zumindest ein Semikolon)
.. ein Paar = zwei. Du meinst vermutlich: ein paar
- ich dachte bis hierher, das Paar sitzt an einem Tisch (gegenüber vom Erzähler). Anscheinend jedoch an der Theke, ansonsten könnte die Frau das Geld nicht auf den Tresen werfen
- nach dem Doppelpunkt fehlt ein LZ
- waren = lauteten
- nicht zu regen = nicht zu berühren
- so, wie du den Gedanken formulierst, brauchst du ihn nicht in Anführungszeichen zu setzen. Es handelt sich nicht um eine direkte Rede bzw. es ist kein direkter Gedanke..
Ein Knall riss mich aus meinen Gedanken, dem Kellner war ein Teller auf den Boden gefallen und in einem Scherbenmeer aufgegangen. Viertel nach elf, der Kaffee leer, ein kaputter Teller, ein verlassener Mann und erneute Totenstille; es war zeit zu gehen. Ich legte fünf Euro auf den Tresen, stand auf und schritt ins Dunkel der Nacht.
- .. in einem Scherbenmeer aufgegangen = sehr gut!!
- 2x Teller
- .. es war = es wurde
- Zeit
- zum 2-ten Mal
Tresen (jetzt könntest du alternativ
Theke benutzen)
- schreitet man ins Dunkel der Nacht? Warum bricht der Erzähler nicht einfach dorthin auf?
Das waren die Korinthen. Nun zum Eindruck der Geschichte auf mich: Gefällt mir!
Wäre vermutlich in Alltag besser aufgehoben als in Gesellschaft. Aber das ist nicht so wichtig.
Ich will jetzt gar keine Dinge in die Story hineindeuten, die darin evtl versteckt sein könnten. Ich lasse die Sätze so auf mich wirken, wie sie da stehen.
Mein Tipp:
( ) entweder eine unvermutete Wendung einbauen. Die Frau erschießt schweigend den Mann; what ever. Die Geschichte muss dadurch nicht unbedingt länger werden
( ) oder (Toten-) Stille, Frost trotz 22°, unwirkliche Atmosphäre, den Genuss des Kaffeetrinkens intensiver darstellen. In diesem Fall würdest du mehr Text benötigen.
Noch erweckt der Splitter auf mich eher den Eindruck der ersten grobe Skizze eines Stilllebens. Bevor der Maler einen feineren Strich ansetzt und Farbe verwendet.
Trotzdem gerne gelesen.
Vg sinuhe