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Der Junge

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11.06.2003
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Der Junge

Ein Junge

Langsam wache ich in meinem Himmelbett auf, wollig dehne ich mich, ziehe noch einmal die Decke über meinen Kopf bevor ich blinzelnd den Tag empfange.
Die kleinen gefiederten Vögel vor meinem Fenster sind zu meinem Wecker geworden, ihr liebliches Zwitschern holt mich aus meinen Träumen. Streckend und mit einem zufriedenen Lächeln wälze ich mich aus dem Bett, gehe zu dem Fenster, und wie jeden Morgen der letzten acht Tage, bewundere ich den Stolz den ich in den Köpfen der Sonnenblumen sehe. Wie graziös und starken Willens sie ihre Köpfe der Sonne entgegen strecken. Nach ein paar kurzen Minuten der Idylle schnappe ich mir meine Joggingschuhe und laufe noch vor dem Frühstück meine Strecke an dem Strand entlang, vorbei an üppigen Palmen, als ich an meinem Ziel der großen Hölle die genau in der Mitte von einer Felsgruppe liegt ankomme, bemerke ich ein Boot das wohl gestrandet ist. Vorsichtig nähere ich mich um einen Blick hinein zu werfen. Die Wellen schlagen gegen das Boot, mich beschleicht die Befürchtung das die Wellen es wieder auf das Meer hinaus tragen könnten. Schnell gebe ich mir einen Ruck und sprinte zu dem Boot. Mit den Händen halte ich es fest. Meine Augen starren voller Erwartung in das Innere, doch es ist leer. Erleichtert lasse ich von dem Boot, wobei ich spüre wie krampfartig ich das Boot festhielt. Verwundert über meine starke Reaktion trete ich rasch ein paar Schritte zurück, mein Unterbewußtsein erkannte wohl mehr als meine rationalen Sinne. Ein Geruch steigt mir in die Nase, ein Geruch der nicht an einen toten Fisch erinnert, oder doch? Was soll ich hier, was mache ich eigentlich, frage ich mich leise und hilflos. Es erschien mir als ob die letzten drei Minuten mein ganzes Leben in Schwanken gebracht hätten. Ich folgte dem Geruch, er kam aus der Hölle, Zentimeter für Zentimeter schob ich meine Füße mit Gewalt dem Hölleneingang entgegen. Meine Nackenhaare sträubten sich bereits, jedes Glied meines Körpers war auf Angriff gestellt. Noch nie war ich solch einer Situation gestellt, bis jetzt hatte ich mein Leben sehr gut in Griff, dies war mit einem einzigen Herzschlag des Schicksals vorbei.
Immer lauter und schneller wurden die Gedanken, Gedankenfetzen wurden kompromißlos und ohne sortieren hin und her geworfen, wie bei einem Tennisspiel, nur ohne Punkte.
Ich schaffte es einen Gedanken fest zu halten, zurück in das Hotel und Hilfe holen, doch wegen was sollte ich Hilfe holen? Oder ich nehme meinen ganzen Mut zusammen um in die Hölle hinein zu sehen, nur zu sehen, nicht hineingehen, nein. Ich entschied mich für meinen Mut. Noch ein paar winzige Schritte, gleich, da der Geruch immer stärker zunimmt bleibe ich stehen, meine Augen
suchen links, rechts, hinter mir ob nicht doch noch eine Person kommt um mir die Entscheidung abzunehmen. Doch es kommt niemand. Das Schicksal hat nur mich an diesen Platz gerufen. Mit zusammen gekniffenen Lippen, pochenden Herzens und ziemlich lauten Atemgeräuschen arbeite ich mich Stück für Stück hinein. Als ob der Wind mich warnen wollte, trieb der Geruch, nein es war nun kein Geruch mehr, trieb der Gestank noch intensiver auf mich zu. Mein Blick versuchte irgendetwas zu erkennen, ich befahl meinen Augen genauer zu sehen, in diesem Moment wünschte ich mir Adleraugen, doch es war im inneren einfach zu dunkel. Meine Fingerspitzen berühren die Wände um den Eingang herum, kalt ist die Felswand, zu kalt auch wenn die Sonne bereits vor vier Stunden aufgegangen ist. Nun schrie meine innere Stimme laut auf. Stop! Geh nicht weiter, bitte, geh nicht! Da, ein Stöhnen, ein Schlurfen, ich bekam Angst, ich sah vor meinem geistigen Auge mein Herz gegen mein T-Shirt klopfen. Mit großen Schritten ging drei schnelle Schritte weiter in das Dunkel. Das Stöhnen wurde deutlicher, fast menschlich. Meine Augen gewöhnten sich die Dunkelheit. Was ich nun sah ließ mir die Tränen aufsteigen, ein kleiner Junge, vielleicht vier Jahre alt saß in der Ecke und schaute mich ängstlich aus seinen großen Augen an. Ich kniete mich nieder, legte meinen Kopf zur Seite, lächelte etwas und flüsterte dem Jungen zu „Hallo kleiner Mann, was machst Du hier?“ Doch er
drückte sich noch mehr gegen die Felswand. Plötzlich wurde mir schlecht, der Geruch wurde mir mit voller Gewalt in die Riechnerven gerammt, angeekelt wendete ich meinen Kopf, da lag sie, ein Geschöpf das wohl die Mutter des kleinen Jungen gewesen sein mußte. Das Schlurfen kam nicht von dem Jungen, es kam von einem Art Wildhund der seine Beute in mehrere Teile zerlegte und diese noch tiefer in die Hölle zerrte, so schnell ich konnte packte ich den Jungen, instinktiv legte er seine Arme um meinen Hals, seine schmalen Beine drückte er mir um meine Nieren. Ich rannte auf dem Weg woher ich gekommen war zurück zu meinen Hotel.


Warum ich diese schreckliche Geschichte erzähle?
Weil ich diesen Jungen damals vor dem Tod gerettet habe, der Wildhund wurde einen Tag später erschossen, es wurden noch zwei weitere Skelette gefunden, wie man später herausfand waren es die Überreste jener Menschen die bereits als vermißt gemeldet waren.
Der kleine Junge lebt seit daher bei mir, ich habe ihn adoptiert, es war für mich selbstverständlich ihn nicht dem Heim zu überlassen.
Nur eins habe ich seit dem nie wieder getan, egal wo ich Urlaub mache, ich Jogge nie wieder.

 

Hallo Shimba!

Herzlich willkommen hier :)

Leider muss ich Dir sagen, dass ich von Deiner Geschichte nicht sonderlich begeistert bin.

"Langsam wache ich in meinem Himmelbett auf, wollig dehne ich mich, ziehe noch einmal die Decke über meinen Kopf bevor ich blinzelnd den Tag empfange." - wohlig. Das hat nichts mit Wolle zu tun... ;)

"Die kleinen gefiederten Vögel vor meinem Fenster sind zu meinem Wecker geworden, ihr liebliches Zwitschern holt mich aus meinen Träumen." - ungefiederte Vögel.... selbsterklärend.

"...bewundere ich den Stolz den ich in den Köpfen der Sonnenblumen sehe. Wie graziös und starken Willens sie ihre Köpfe der Sonne entgegen strecken." - spätestens hier fällt mir die Decke auf den Kopf vor lauter Harmonie und- sorry- kitschigen Formulierungen...

"...vorbei an üppigen Palmen, als ich an meinem Ziel der großen Hölle die genau in der Mitte von einer Felsgruppe liegt ankomme, bemerke ich ein Boot das wohl gestrandet ist" - Höhle....kommt später noch öfter vor.

"Erleichtert lasse ich von dem Boot, wobei ich spüre wie krampfartig ich das Boot festhielt." - zweimal Boot in einem Satz. Und in der Geschichte kommt es insgesamt sehr oft vor...Du könntest es einige Male leicht ersetzen.

"Ein Geruch steigt mir in die Nase, ein Geruch der nicht an einen toten Fisch erinnert, oder doch?" - diese Frage finde ich unschön forumliert...

"Was soll ich hier, was mache ich eigentlich, frage ich mich leise und hilflos. Es erschien mir als ob die letzten drei Minuten mein ganzes Leben in Schwanken gebracht hätten." - ein unnötiger Zeitwechsel, den Du dann auch fortführst. Lass die gesamte Geschichte besser im Präsens, der Zeitsprung ist unlogisch und verwirrt...

"Gedankenfetzen wurden kompromißlos und ohne sortieren hin und her geworfen, wie bei einem Tennisspiel, nur ohne Punkte." - Der Vergelich erscheint mir recht gezwungen...vielleicht wäre es schöner, wenn Du es schaffen würdest, dem Leser diese Gedankefetzen so mitzuteilen, dass er selbst sei auch als zusammenhanglos und unsortiert empfindet?

"Ich schaffte es einen Gedanken fest zu halten, zurück in das Hotel und Hilfe holen, doch wegen was sollte ich Hilfe holen? Oder ich nehme meinen ganzen Mut zusammen um in die Hölle hinein zu sehen, nur zu sehen, nicht hineingehen, nein. Ich entschied mich für meinen Mut." - hier springst Du in der Zeit wieder zurück in die Gegewart und dann wieder in die Vergangeheit.... "Ich entschied mich für meinen Mut" würde ich ganz weglassen, es hört sich unnatürlich an.

"Mit großen Schritten ging drei schnelle Schritte weiter in das Dunkel" - Schritte...diese Wdh könntest Du vermeiden.
Der gesamte vorhergehende Absatz, der ihre Angst und ihr nwohlsein beschreibt, kommt ziemlich theatralisch an...

"it zusammen gekniffenen Lippen, pochenden Herzens und ziemlich lauten Atemgeräuschen arbeite ich mich Stück für Stück hinein. Als ob der Wind mich warnen wollte, trieb der Geruch, nein es war nun kein Geruch mehr, trieb der Gestank noch intensiver auf mich zu. " - Zeitenwechsel

"Das Schlurfen kam nicht von dem Jungen, es kam von einem Art Wildhund der seine Beute in mehrere Teile zerlegte und diese noch tiefer in die Hölle zerrte, so schnell ich konnte packte ich den Jungen" - Kann sie den hund sehen? nahc "zerrte" würde ich einen neuen Satz beginnen.

"Weil ich diesen Jungen damals vor dem Tod gerettet habe, der Wildhund wurde einen Tag später erschossen, es wurden noch zwei weitere Skelette gefunden, wie man später herausfand waren es die Überreste jener Menschen die bereits als vermißt gemeldet waren." - ebenso könntest DU hier durch Zeichensetzung - Punkte - noch besser gleidern.
Insgesamt finde ich die Auflösung mit dem Hund als Bestie nicht so gelungen, es erinnert ich ein bisschen an billige Filme, die nur auf Schockeffekte aus sind.
Die Idee allerdings, beim Joggen am Strand, eine Höhle, ein Junge... das ist ein sehr interessanter Ausgangspunkt :)

"Der kleine Junge lebt seit daher bei mir, ich habe ihn adoptiert, es war für mich selbstverständlich ihn nicht dem Heim zu überlassen" - empfinde ich als sehr moralisch....

lass Dich nicht entmutigen....

schöne Grüße
Anne

 

Hallo Maus,

vielleicht habe ich ja auch nur in der falschen Kategorie geschrieben?!

Trotzdem Danke für Deine Mühe! Deine Kommentare werde ich mir zu Herzen nehmen, und daran arbeiten.

Gruß Shimba.;)

 

Trotzdem Danke für Deine Mühe! Deine Kommentare werde ich mir zu Herzen nehmen, und daran arbeiten.
dann tue es auch - maus ausführungen sind hier absolut angemessen

hi shimba,

was war gut an der geschichte?! nun, es gibt ein paar schöne formulierungen und spannung (davon leider nur zu wenig).
die geschichte an sich ist eher ein wenig unglücklich geschrieben. es liegt zum grössten teil an der falschen wahl der zeichensetzungen. zu viele hauptsätze mit kommas getrennt und zu viele kleine sätze, die man in einen schönklingenden langen zusammensetzen hätte können.
der inhalt selbst ist durchaus solide - die umsetzung aber trotz grösserer mühe nur zähflüssig.
es wäre schön, wenn du dich an die geschichte noch mal ransetzt, dnn sie könnte durchaus gut werden.

ziehe noch einmal die Decke über meinen Kopf bevor ich blinzelnd den Tag empfange.
hinter "Kopf" ein komma

Streckend und mit einem zufriedenen Lächeln wälze ich mich aus dem Bett, gehe zu dem Fenster, und wie jeden Morgen der letzten acht Tage, bewundere ich den Stolz den ich in den Köpfen der Sonnenblumen sehe.

hinter "Stolz" ein komma

Nach ein paar kurzen Minuten der Idylle schnappe ich mir meine Joggingschuhe und laufe noch vor dem Frühstück meine Strecke an dem Strand entlang, vorbei an üppigen Palmen, als ich an meinem Ziel der großen Hölle die genau in der Mitte von einer Felsgruppe liegt ankomme, bemerke ich ein Boot das wohl gestrandet ist.

mache daraus unbedingt 2 sätze. setze einen punkt hinter "Palmen".

Vorsichtig nähere ich mich um einen Blick hinein zu werfen.

hinter "mich" ein komma
"hinein zu werfen" zusammen

Die Wellen schlagen gegen das Boot, mich beschleicht die Befürchtung das die Wellen es wieder auf das Meer hinaus tragen könnten. Schnell gebe ich mir einen Ruck und sprinte zu dem Boot.

hinter "Boot" würde ich einen punkt setzen.
hinter "Befürchtung" ein komma und dann anschliessend mit "dass" weiter

bemerke ich ein Boot das wohl gestrandet ist. Vorsichtig nähere ich mich um einen Blick hinein zu werfen. Die Wellen schlagen gegen das Boot, mich beschleicht die Befürchtung das die Wellen es wieder auf das Meer hinaus tragen könnten. Schnell gebe ich mir einen Ruck und sprinte zu dem Boot. Mit den Händen halte ich es fest. Meine Augen starren voller Erwartung in das Innere, doch es ist leer. Erleichtert lasse ich von dem Boot, wobei ich spüre wie krampfartig ich das Boot festhielt.

"Boot" ist dein lieblingswort, oder? *schmunzel*

der ganze block ist etwas ungeschickt. waren die kurzen sätze notwendig? ist es vielleicht sinnvoller, einige der kurzen sätze zu verbinden? dann könnte man für manches "boot" sicherlich einfacher
ein pronomen einsetzen.

jedes Glied meines Körpers war auf Angriff gestellt. Noch nie war ich solch einer Situation gestellt, bis jetzt hatte ich mein Leben sehr gut in Griff,

"gestellt" ist fürchterlich doppelt. vielleicht besser: Noch nie zuvor habe ich einer solchen Situation gegenübergestanden.


Immer lauter und schneller wurden die Gedanken, Gedankenfetzen wurden kompromißlos und ohne sortieren hin und her geworfen, wie bei einem Tennisspiel, nur ohne Punkte.
das tennisspiel ohne punkte ist ein unfreiwillig komischer einwurf!

Ich schaffte es einen Gedanken fest zu halten, zurück in das Hotel und Hilfe holen, doch wegen was sollte ich Hilfe holen?

hinter "es" ein komma
"fest zu halten" zusammen
wäre es nicht besser hinter "doch wegen was" die restlichen worte herauszunehmen?

Oder ich nehme meinen ganzen Mut zusammen um in die Hölle hinein zu sehen, nur zu sehen, nicht hineingehen, nein.

vor "um" ein komma
"hinein zu sehen" zusammen
das zu vor dem zweiten "sehen" muss nicht da stehen.

da der Geruch immer stärker zunimmt bleibe ich stehen, meine Augen
suchen links, rechts, hinter mir ob nicht doch noch eine Person kommt um mir die Entscheidung abzunehmen.

hinter "zunimmt" ein komma
hinter "stehen" würde ich den satz abschliessen.
hinter "mir" ein komma
vor "um" ein komma

Mit zusammen gekniffenen Lippen,

"zusammen gekniffenen" zusammen

Mein Blick versuchte irgendetwas zu erkennen, ich befahl meinen Augen genauer zu sehen, in diesem Moment wünschte ich mir Adleraugen, doch es war im inneren einfach zu dunkel.

hinter "zu erkennen" würde ich den satz abschliessen
"inneren" gross
hinter "Augen" ein komma


mit doppel "p" *smile*

Mit großen Schritten ging drei schnelle Schritte weiter in das Dunkel.

wer? da fehlt ein "ich"
"Schritte"ist doppelt


Was ich nun sah ließ mir die Tränen aufsteigen, ein kleiner Junge, vielleicht vier Jahre alt saß in der Ecke und schaute mich ängstlich aus seinen großen Augen an.

hinter "sah" ein komma
hinter "aufsteigen" ein satzende
hinter "alt" ein komma
"aus" >> "mit"

und flüsterte dem Jungen zu „Hallo kleiner Mann, was machst Du hier?“

hinter "zu" ein doppelpunkt

der Geruch wurde mir mit voller Gewalt in die Riechnerven gerammt, angeekelt wendete ich meinen Kopf, da lag sie, ein Geschöpf das wohl die Mutter des kleinen Jungen gewesen sein mußte.

hinter "gerammt" ein satzende.

es kam von einem Art Wildhund der seine Beute in mehrere Teile zerlegte und diese noch tiefer in die Hölle zerrte, so schnell ich konnte packte ich den Jungen, instinktiv legte er seine Arme um meinen Hals, seine schmalen Beine drückte er mir um meine Nieren.

"einem" >> "einer"
hinter "Wildhund" ein komma
"zerlegte" >> "zerlegt hatte" - es ist ja schon geschehen
hinter "zerrte" satzende
hinter "konnte" ein komma
hinter Jungen satzende oder wenigsten ein semikolon

Ich rannte auf dem Weg woher ich gekommen war zurück zu meinen Hotel

hinter "Weg" und vor "zurück" jeweils ein komma

meine Lieblingsstelle:

ich sah vor meinem geistigen Auge mein Herz gegen mein T-Shirt klopfen.

bis dann

barde

 

Hallo Barde,

ich habe nicht an Maus`s Ausführungen gezweifelt!!
Nur das es zu Kitschig am Anfang ist, ist nicht meine Meinung.
Und das ich es überarbeite ist auch klar, dafür bin ich ja hier.
Also, nicht so grantig!

Liebe Grüße Shimba.

 

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