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Der Gang

Ken

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05.06.2003
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Der Gang

Ich schreite durch den Eingang meiner Arbeitsstätte und befinde mich in einem alten, dunklen und grauen Bürogebäude. Es hallt, jeder Schritt ist zu hören, jedes klingelnde Telefon dringt durch meinen Gehörgang und lässt meinen Magen zusammenzucken. Links und rechts ziehen die Büroeingänge wie Düsenjets an mir vorbei. Mit riesigen, unaufhaltsamen Schritten begebe ich mich in Richtung Aufzug. Dort angekommen, stoppe ich und warte auf seine Ankunft. Ein dumpfer Ton ertönt, die Tür öffnet und ein alter 70iger Jahre Song ertönt. Ich mache drei Schritte und befinde mich im Aufzug. Ich drücke auf den leuchtenden Knopf mit der Fünf. Die Tür schließt, der Song spielt, der Aufzug fährt. Ich hebe meinen Kopf und blicke auf die über mir leuchtende Anzeige, die sich in Zeitlupe von Eins in Richtung Fünf bewegt. Unruhe macht sich in mir breit. Die Tür öffnet und ich verlasse den Aufzug. Ich drehe mich um und erblicke die Leere des Aufzuges, die durch das Licht noch pompöser wirkt. Das Licht des Aufzuges wird kleiner, die Musik leiser, die Tür schließt. Das Licht verdunkelt, die Musik verklingt. Stille und Dunkelheit durchdringen den Gang. Ich drehe mich um und blicke den endlos erscheinenden Gang entlang. Mit langsamen Schritten setzte ich mich in Bewegung. Es ist alles ruhig, visuell und akustisch tot. Nur weit in der Ferne ist ein leuchtender, gold glänzender Lichtschein zu erkennen. Ich erhöhe meine Schrittzahl. Mit großen und endlos erscheinenden Schritten gehe dem Licht entgegen. Das Licht bündelt sich und wirft einen regenbogenartigen Schatten auf den grau glänzenden Boden. Nach unzähligen Schritten erreiche ich das Fenster. Geblendet von dem Licht suche ich den Öffnungsriegel. Gefunden! Ich drehe ihn in die entsprechende Richtung und das Fenster öffnet. Ein kalter Wind schießt an mir vorbei, durchstreift mein Haar und erzeugt einen grellen pfeifenden Ton. Es schmerzt und durchdringt den gesamten Körper. Ich schließe das Fenster. Stille und Wärme durchdringen mich. Ich blicke durch die angelaufene, mit Russpartikeln verschmierte Fensterscheibe. Ich erblicke die mit Menschen und Autos übersäte Strasse. Es herrscht Hektik und Chaos, vergleichbar mit meinem innerlichen Befinden. Doch das grelle Licht der Sonne schmerzt in den Augen. Ich kneife selbige zusammen und drehe mich um. Wärme durchfährt meinen Rücken. Ich richte meinen Kopf geradeaus und erblicke tiefe schwarze Dunkelheit. Doch plötzlich baut sich in der Ferne ein riesiger Lichtstrahl auf, der sich in der Breite auszudehnen scheint. Zur gleichen Zeit erhellt fröhliche Musik den toten Gang. Eine Gestalt wirft einen endlos erscheinenden Schatten auf den grau glänzenden Boden. Der Schatten der Gestalt wird kleiner, die Musik leiser, der Gang dunkler, der Aufzug schließt. Mit dumpfen immer näher kommenden Schritten bewegt sich die Gestalt in meine Richtung. Der akustisch tote Gang erwacht zum Leben. Plötzlich ist ein süßer Blumenduft, der einer Rose zu ähneln scheint, zu vernehmen. Mit jedem Schritt der Gestalt wird der Duft des Geruches intensiver. Er ist nicht aufdringlich, eher dezent und betörend. Er scheint mich und meine Sinne förmlich zu betäuben. In meinen Gedanken versunken, erblicke ich plötzlich eine Hand. Ich reibe mir die Augen. Die Hand baut sich langsam in mehreren Konturen vor mir auf. Die Konturen wirken weich. Ich hebe meinen Kopf und erblicke ein eben so weiches Gesicht, das mich anstrahlt. Durch die Einstrahlung des Lichtes und das Reiben meiner Augen, wirkt, dass sich hinter ihr bündelnde Licht, wie Engelsflügel. Da steht nun diese Gestalt vor mir. Mit weichem Gesicht streckt sie mir die Hand entgegen und wirkt wie ein Engel. Ich greife die Hand und es durchfährt mich. Tausende von Blitzen scheinen meinen Körper zu durchdringen. Der dunkle und kalte Gang erstrahlt plötzlich in seinem vollen Glanz. Diese Wärme, dieser Duft und diese Gestalt zogen mich in ihren Bann. Doch die Hand fährt zurück, das Lächeln verschwindet, die Gestalt dreht sich um und schreitet in die Dunkelheit zurück. Ich blicke ihr hinterher, bis sie nach wenigen Metern an einer grauen Tür stehen bleibt. Wird sie zurückblicken? Ihre zarte Hand fährt in die Tasche und ergreift einen Schlüsselbund. In dem Gang wirkt das Aufeinanderprallen der Schlüssel, wie Glockenschläge in der Kirche. Die Glockenschläge verklingen, die Tür öffnet und die Gestalt verschwindet ohne mich eines Blickes zu würdigen. Nachdem der Hall der geschlossenen Tür verstummt ist, stehe ich wieder allein in dem dunklen Gang. Mir ist plötzlich unwohl, da meine innere Wärme mit der Kälte des Gebäudes zu kollidieren scheint. Trotzdem fühle ich mich zu der Gestalt hingezogen. Durch eine unsichtbare Hand geführt befinde ich mich vor der Tür. Ich ziehe meine verschwitze Hand aus meiner Tasche, forme sie zu einer Faust und klopfe an die Tür. Wieder ein dumpfer Ton, der durch das alte Gemäuer zieht. Dieser Ton wurde nur noch durch das Pochen meines Herzens übertönt. Plötzlich nehme ich eine wohlklingende Stimme auf der anderen Seite der Tür wahr, die mich zum Eintreten auffordert. Ich möchte weglaufen, doch meine Hand ergreift die Türklinge und drückt selbige nach unten. Die Tür öffnet. Doch was ich sehe ist, dass ich nichts sehe. Der Raum ist leer. Ich öffne die Tür weiter, bis sie gegen den Gummistopper auf der Erde stößt. Die Tür fährt zurück und stößt gegen meinen Kopf. Benommen falle ich zu Boden. Plötzlich drückt von der anderen Seite meines Körpers etwas gegen meine Stirn. Meine Haut scheint sich zu dehnen. Ich raffe mich auf und strecke vorsichtig erst meinen Kopf und dann den gesamten Oberkörper durch die Türöffnung. Doch der Raum ist leer. Ich zucke zusammen, da die Schmerzen in und außerhalb meines Kopfes stärker zu werden scheinen. Ich schließe die Tür. Ich lehne mich mit meinem Rücken gegen die Tür und lausche. Wieder vernehme ich auf der anderen Seite eine süßliche Stimme, die mich zum Eintreten auffordert. Bin ich verrückt? Wieder öffne ich die Tür. Diesmal langsam. Vorsichtig blicke ich in den Raum. Nichts. Nur Leere. Plötzlich vernehme ich eine diabolische Stimme, die aus der Richtung des Fensters kommt. Was ist dort? Eine Gestalt? Aufgrund der Sonneneinstrahlung ist es nicht genau zu erkennen. Ich nähere mich langsam. Die Stimme wird lauter und aufdringlicher. Sie enthält einen Unterton, der mir missfällt. Trotzdem gehe ich weiter. Plötzlich gerät das Fenster aus der Verankerung und springt auf. Der Wind pfeift an mir vorbei und flüstert etwas. Ganz leise vernehme ich seine Stimme. Er fordert mich auf, zum Fenster zu gehen. Der Wind, der gerade an mir vorbeigerauscht ist, prallt vom Aufzug wieder ab und scheint mich jetzt von hinten zu drücken. Ich kämpfe dagegen an, doch der Wind ist stärker. Der Wind schlägt das Fenster zu und lässt es in tausend Scherben zerplatzen. Ich werfe mich auf den Boden. Die Scherben schießen wie Raketen an meinem Kopf vorbei. Erst die massive Aufzugstür scheint sie zu stoppen. Ich krieche zum Fenster und raffe mich auf. Ich spüre den Wind, der mich gegen den Rahmen drückt und ganz leise flüstert „Spring!“ Fragend schaue ich zurück und erblicke die verloren geglaubte Gestalt. Sie flüstert „Tue es nicht!“

 

Hallo Ken und willkommen auf kg.de :)

Der Ich-Erzähler wurde vermutlich von einer Frau sitzen gelassen oder sie hat ihn abgewiesen und deswegen will er sich umbringen :rolleyes:

Wir haben andernorts einen aufschlussreichen Thread dazu, er heißt "Ausgelutschte Themen". Tenor: Klar kann man ein altbekanntes Thema behandeln. Aber dann möglichst in einer interessanten, lesbaren Form. Du scheinst aber einfach nur Deinen Frust in Form von Buchstaben hier abladen zu wollen, vielleicht bist Du sogar selbst der Ich-Erzähler?

Zur sprachlichen Kritik von Existence wäre noch zu ergänzen, dass Absätze der Geschichte sehr gut tun würden, bzw. den Augen des Lesers.

Wegen der vielen Fehler würde ich einen vorübergehenden Aufenthalt im Korrektur-Center anregen, wo diese bekanntlich aufs gründlichste ausgemerzt werden. PM an einen der Moderatoren genügt.

Uwe

 

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