DeaD
Der nächtliche Nebel legte sich wie ein Schleier über die felsige Landschaft. Nur der dürre Tod ritt auf einem pechschwarzem Ross im Schatten des Mondes über den steinigen Boden.
Die dunkle Kutte wehte im kalten Wind. In seiner rechten Hand spiegelte die blanke Sense den hellen Mondschein. In seinen Augen wohnten alle gequälten Seelen und das blutige, knochige Gesicht verzerrte sich zu einem abstrakten Grinsen. Ein lauter Schrei erfüllte die Felsen wie ein Sturm. Es war ein Schrei nicht von dieser Welt, sondern einer, der tief unter der Erdoberfläche das Land der Toten beherrschte.
Er ist der Bote des Teufels und war auf dem Weg neue, arme Seelen auf ihrem letzten Pfad in die Hölle zu begleiten. Auf dem Weg in die abgelegene Dorflandschaft erhellte schon das Morgenrot das Gebirge und ein grelles Licht erfüllte seine Augen. Er zog die Zügel fester, damit er der Sonne entkommen und seine blutige Aufgabe auf schnellstem Wege zu Ende bringen konnte.
Das Fell des sonst so schwarzen Rosses fing an zu verbleichen. Er zog noch fester an. Es keuchte vor Angst und Erschöpfung und so kam es, dass es im Lauf zusammenbrach. Der düstere Bote fiel auf die kalten Steine und beobachtete mit starrem Blick, wie sein edles Ross langsam im Rot badend dahinschmolz.
Er lag auf dem Rücken und kleine Teile seiner Knochen bröselten vom Gesicht. Eine Wärme überfiel ihn und kroch durch seinen Körper. Ein verkrampfter Schrei verblieb von ihm.
Nur seine schwarze Kutte und die rote Sense liegen nun noch in der Landschaft und erinnern an den dunklen Seelenräuber der Menschen.