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Das Monstrum von Laychester

Beitritt
19.06.2001
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Das Monstrum von Laychester

DAS MONSTRUM VON LAYCHESTER


Prolog

Ein merkwürdig schimmender Nebel hatte sich über die Wiesen gelegt. Kaum, dass die Sonne das kleine Tal erhellte, waren der junge Tom und sein Vater Merrin aufgestanden, um die Herde weiter voranzutreiben. Tom zitterte am ganzen Leib und rieb sich die Hände. Seine Kleidung war vom feuchten Gras durchnässt, und stoßweise kam kalter Atem aus seinem Mund. Grübelnd betrachtete er die erloschene Feuerstelle. Das Feuer mußte vor Stunden ausgegangen sein, überlegte er und fuhr mit seinem nackten Fuß mißmutig über die Reste von Asche und verbrannten Holzstücken. Er hörte, wie die Kühe leise zu brüllen anfingen und die drei Bullen schnaufend hin und her liefen. "Die Kühe müssen gemolken werden", sagte er.
Merrin, der den Proviant verstaute, hielt kurz inne und sah sich um. Dann kniff er die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf. "Nein, wir ziehen weiter." Als sein Sohn ihn fragend ansah, lächelte er. "Ich habe schlecht geträumt, Tom!" Er stand auf und schnallte sich die Tragetasche um. "Wir gehen, bis die Sonne am Zenit steht. Das müssen die Tiere aushalten!"
"Vater? Was bedrückt dich?"
Merrin ging zu Tom und fuhr ihm durchs Haar. "Es ist nichts, Tom. Glaub mir, ja?"
Der Junge versuchte, in den Augen seines Vaters Anzeichen von Angst zu entdecken, aber da war nichts. "Ja", antwortete er knapp, drehte sich um und ging zur Herde.
"Nimm dich vor den Bullen in Acht, Tom!", rief Merrin, obwohl es nicht nötig war, dies dem Jungen zu sagen. Seit Tom das sechste Lebensjahr erreicht hatte, waren sie jeden Tag bei der Herde gewesen, und Merrin hatte den Jungen in die Künste und Geheimnisse eingeweiht, wie man eine Herde über die mit saftigem Gras bedeckten Hügel und Täler rings um Laychester trieb. Guter Junge, dachte Merrin zufrieden. Er sah nach oben und blickte zur Sonne. Täuschte er sich, oder erschien sie anders als gestern? Dunkler und rötlicher, mit kleinen schwarzen Flecken versehen. "Unsinn!", schollt er sich selbst und folgte Tom zur Herde. Was er Tom verschwiegen hatte, war das Gefühl, beobachtet zu werden, seit sie aufgestanden waren. Er betete, dass es sich um einen Irrtum handelte, oder wenigstens nur um entflohene Tagelöhner, die in den spärlich gelegenen, dennoch dicht bewachsenen Wäldern hausten und einzelne Ritter, Händler, oder Bauern überfielen. "Und wenn..." Schnell wischte er den laut ausgesprochenen Gedanken aus seinem Kopf, konnte aber nicht verhindern, dass er eine Gänsehaut bekam.

Gegen Mittag hatten sie die Herde auf einen flachen Hügel getrieben. Tom und Merrin machten sich daran, die Kühle zu melken. Bei neunzehn Tieren war das eine schweißtreibende Arbeit. Jetzt, wo die Sonne den höchsten Punkt am Firmament erreicht hatte, war die Kälte und Nässe der vergangenen Nacht vergessen. Merrin wußte, dass Tom das Melken zuwider war. "Durch den Verkauf der Milch können wir Essen kaufen, Junge! Das weißt du auch!"
Tom wischte sich Schweißtropfen aus dem Gesicht. "Ja, Vater."
"Das ist wichtig, Tom!"
"Ja, Vater." Seufzend nahm er den halbvollen Krug Milch zu sich und ging zur nächsten Kuh, die, als ob sie es ahnte, sofort stillstand. Er stellte den Krug ab und streichelte den Rücken des Tieres. "Brav..." Er hörte ein Geräusch hinter sich. "Vater?" Keine Antwort. Tom drehte sich um. "Vater?" Alles was er sah, war der umgeworfene Schemel und der auslaufende Krug Milch, dazu die Kuh, die ängstlich wie zur Salzsäule schnaufend da stand und sich nicht bewegte. "Vater!" In seinem Magen begann es zu rumoren. Beim Anblick der auslaufenden Milch, die im Boden versickerte, bekam der Junge weiche Knie. Da war eine rote Flüssigkeit in der Milch... "Vater?", flüsterte er leise. Und dann hörte er wieder das Geräusch. Es war nun klarer. Ein Knurren. Tom wagte es nicht, sich umzudrehen. "Oh nein..." Er fasste all seinen Mut zusammen und lief los. Nach knapp zehn Metern spürte er einen harten Schlag im Rücken und fiel hin. Ächzend kroch er weiter. Abrupt wurde sein Kriechen durch einen harten, schmerzhaften Druck auf seinen Rücken beendet. Das Monster, dachte er. Das Monster! Kurz dachte er an seine kleine Schwester Meryll und an seine Mutter, die wohl im jetzigen Moment daheim in der kargen Lehmhütte saßen und Körbe aus Stroh flochten... "Oh Gott, nein..." Dann gab es ein Knacken in seinem Rücken, die Muskeln in ihm zogen sich zusammen und unkontrolliert riss er seinen Kopf mit weit aufgerissenen Augen nach oben. Speichel und Blut quollen aus seinem leicht geöffneten Mund. Etwas befand sich in ihm, eine Pranke vielleicht... Wieder ein Knacken. Noch mehr Blut. Tom stieß ein kurzes Röcheln aus, und endlich fiel er in eine dunkle, willkommene Bewußtlosigkeit...


01

Die Grafschaft Laychester lag an der nördlichen Grenze des Landes Rathyrm, welches seit ewigen Zeiten aus inzwischen vergessenen Gründen Krieg mit Olmond führte. Olmond befand sich im Süden des Kontinents, und somit hatte Laychester nicht viel mit dem Krieg zu tun, außer einen monatlichen Obolus an den Schatzmeister des Königs zu entrichten, und, wenn nötig, ein paar hundert Bauern zur Front zu schicken. Laychester war die Kornkommer des Landes. So weit das Auge reichte, erstreckten sich riesige Getreidefelder über Täler und Hügel, dazwischen dutzendes Wiesen und Wälder. Inmitten der Grafschaft, auf einem eigens aus Schutt und Geröll errichteten Hügel, von tiefen Wassergräben umgeben, stand Burg Rynx, deren Eigentümer Lord William Gashwire war, seines Zeichens zugleich Lehnsherr über die Ländereien von Laychester. Rynx war ein Prachtbau, der selbst viele Tagesreisen entfernt bei gutem Wetter und klarer Sicht als kleiner, glitzender Punkt zu sehen war. Hinter vorgehaltener Hand sagte man sich, dass Burg Rynx noch imposanter und schöner war, als die legendäre Prachtburg von König Tellington. Zwar schmeichelten solche Aussagen Lord Gashwire, doch er war schlau genug, sich öffentlich nichts darauf einzubilden. Unter dem Volk galt er als gütiger, dennoch exzentrischer Mann, mit einer Vorliebe für guten Wein und einem Hang zu schönen Frauen. Er war vierundfünzig Jahre jung, von dicklicher, untersetzter Natur, dazu zierte eine dünne Narbe seine hohe Stirn, und seine Stimme war alles andere als männlich. Die Narbe hatte er sich zugefügt, als er vor vielen Jahren des Nachts vor einem Rudel Wölfe floh, auf einen Baum flüchtete, dort fluchend und zitternd bis zum nächsten Morgen ausharrte, und, als die Wölfe endlich verschwunden waren, beim Abstieg unglücklich stürzte, ganze zwei Meter über den Boden. Kaum, dass er Rynx ohne weitere Zwischenfälle erreicht hatte, ließ er anordnen, sämtliche Wölfe in Laychester auszurotten. Fünf Goldstücke pro Wolfskopf zahlte er aus eigener Tasche. Zu tief saß die Schmach seiner Flucht, so dass er darauf verzichtete, den Menschen ihr eigenes Geld wiederzugeben, dass sie durch üppige Steuern in die beständig wachsenden Goldtruhen von Laychester zahlten. Ihm war klar, dass es irgendwie schon das eigene Geld der Menschen war, aber das machte ihm die Sache leichter, und die gierigen Leute, die scharenweise tote Wölfe heranschleppten, waren dumm genug, keine weiteren Einzelheiten in Erfahrung bringen zu wollen. Lord William Gashwire lebte glücklich und zufrieden. Meistens zufrieden. Glücklich war er selten, was jedoch nicht am Mangel von Wein und Frauen lag.

"Lord William?" Marge Smith horchte an der mächtigen Eichentür. "Lord William?" Sie klopfte erneut. Es war schon nach Mittag, und der Lord hatte sich noch nicht blicken lassen. Die anderen Diener, vor allem dieser fette Kelvin, hatten ihr abgeraten, nach dem Rechten zu sehen. Aber schließlich war Marge Smith Gashwires persönliche Dienerin, und somit war es ihre Pflicht, zumindest an die Tür zu klopfen. Sie konnte ja immer noch auf der Stelle kehrt machen und... Mit einem lauten Knarren ging die Tür auf. Gashwire stand nur mit Nachthemd bekleidet vor Marge und starrte sie blinzelnd an. Sie machte der Etikette entsprechend einen tiefen Knicks und sagte leise: "Mylord. Ich wünsche einen guten Tag."
"Marge?" Wie aus einem Traum erwacht zuckte Gashwire zusammen. "Um Himmelswillen, was für eine Tageszeit haben wir?"
Sie nickte verstohlen zu einem großen Fenster. "Es ist bereits nach Mittag, Mylord."
Erstaunt schob er sie zur Seite und sah zum Fenster. "In der Tat, ja." Dann räusperte er sich und kratzte sich im Schritt. "Nun, dann wollen wir es hinter uns bringen, Marge."
Das tägliche Prozedere des kurzen Waschens und langen Anziehens. "Ja, Mylord...", seufzte Marge und folgte Gashwire in den Raum. Bald überschritt sie das siebzigste Lebensjahr, und wenn sie eine Sache besonders hasste, dann war es die, Gashwire zu waschen und zu kleiden. Das hatte sich in den vergangen vierundfünzig Jahren nicht geändert.

Später saß Gashwire im großen Tafelraum an einem kleinen Tisch und verzehrte genüßlich frisch gebackenes Brot und gebratenes Spanferkel. Dazu ließ er sich einen guten Jahrgang an Wein munden. Zu seiner rechten Seite stand Froyd, ein groß gewachsener, dünner und schlaksiger Mann. Froyd war der Ratgeber von Lord William Gashwire. Gerüchten zufolge stammte er aus Belam, einem Land jenseits des Meeres. So genau wußte das aber keiner, und Froyd vermied tunlichst, zu viel von sich preiszugeben. Er gab sein Alter mit dreiunddreißig an, obwohl er viel älter wirkte. Gelangweilt, ab und zu mit den Mundwinkeln zuckend, beobachtete er Gashwire, wie dieser grunzend und rülpsend ins Fleisch biß und Kelch um Kelch mit Wein gefüllt in einem Zug leerte.
"Nun, Froyd..." Gashwire wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. "Der Tag ist zwar fast vorbei, für mich dennoch neu." Kurz hielt er inne und war über sich selbst erstaunt. "Nun... Was ich fragen wollte... Was gibt es an Neuigkeiten in Laychester?"
Froyd lächelte und entblößte dabei dunkle, glitzernde Zähne. Er beugte sich leicht nach vorn und flüsterte: "Mylord, der Krieg mit Olmond ist wie jeden Tag in weiter Ferne. Um Eure Sicherheit braucht Ihr daher nicht zu fürchten..."
"Das weiß ich selbst!", unterbrach ihn wütend Gashwire. "Wie steht es um Laychester?"
Einen Moment lang betrachtete Froyd die kunstvoll gestickten, schweren Prachtteppiche, die an den Wänden des Tafelraums hingen. Dann holte er tief Luft, machte eine gekünstelte Atempause und sagte schließlich: "Mylord, am frühen Morgen des heutigen Tages, Ihr weiltet noch friedlich im Schlaf, erreichte mich Kunde von einem weiteren, schrecklichen Zwischenfall."
"Ihr meint das Monstrum?", fragte Gashwire und langte nach dem Krug Wein.
"In der Tat, ja." Belustigt stellte Froyd fest, dass die Bewegungen des Lords in Sachen Zielgenauigkeit beträchtlich nachließen. "Wie sollen wir in dieser Angelegenheit vorgehen, Mylord? In den letzten Wochen und Monaten fielen fast zwanzig Menschen der Bestie zum Opfer."
"Wenn es denn eine Bestie ist, Froyd!" Gashwire stellte den Krug wieder ab, lehnte sich zurück und rülpste. "Es können auch Vagabunden sein, die sich in den Wäldern verstecken..."
"Natürlich, Mylord", pflichtete ihm Froyd schnell bei. "Allerdings... Verzeiht mir meine Offenheit, jedoch ich... Ich bezweifle, dass Menschen in der Lage sind, Dinge zu tun, die einem fast die Sprache verschlagen. Man hat die Überreste eines Jungen gefunden. Weiter entfernt seinen vermutlichen Vater. Es war nicht mehr viel übrig, nur noch beider Gesichter, die ohne Zweifel in den letzten Augenblicken ihres Lebens wahrlich schreckliche Qualen durchlitten haben müssen."
"Ach..." Mit einem wütenden Knurren wischte sich Gashwire Schweiß von der Stirn. "Dieses elende Monstrum! Warum ausgerechnet hier bei mir in Laychester? Warum?" Fragend sah er zu seinem Berater.
Der ließ die Schultern hängen und sah zutiefst betroffen aus. "In der Tat, Mylord. Das ist eine gute Frage."
"Wir sollten..." Mühsam stand Gashwire auf und ging leicht schwankend zu einem großen Bild, was über dem Kamin hing. Eigentlich sollte der Kamin flackern und lodern, aber der Lord hatte Anweisung gegeben, im Tafelraum kein Feuer mehr zu entfachen. Viele fragten sich nach den Gründen dafür, denn ohne den wärmenden Kamin war es kalt im Tafelraum. Sehr kalt. Doch die Gründe behielt der Lord nach einer durchzechten Nacht, die beinahe in einer Katastrophe geendet wäre, für sich. Er dankte jeden Abend dem Herrn, dass er damals rechtzeitig wach wurde, um das Feuer selbst zu löschen. "Wir sollten..." Er betrachtete das Gemälde. Es zeigte seinen Vater. "Schickt Boten ins Land hinaus, Froyd! Sucht nach wackeren Männern, die sich mutig genug wähnen, den Kampf gegen das Monstrum aufzunehmen. Vorausgesetzt, dass es sich um eine Ausgeburt der Hölle handelt." Zufrieden nickte er. "So soll es sein!"
Unsicher verschränkte Froyd die dünnen Arme vor seiner schmächtigen Brust. "Ist es Euer Ernst, Mylord?"
Gashwire drehte sich um und musterte seinen Berater. War es schon immer so, oder umgab Froyd ein dunkler Schatten? "Nun..." Er schloss die Augen, öffnete sie wieder, und der Schatten um Froyd war verschwunden. "Ja, es ist mein Ernst. Ich habe nicht vor, erst bei fünfzig Opfern einzugreifen."
"So sei es, Mylord", murmelte Froyd und verbeugte sich. "Darf ich mich entfernen, um Eure Anweisungen umzusetzen?"
"Ja, Ihr dürft." Nachdenklich sah er Froyd nach, wie dieser den Tafelraum verließ. Gashwire seufzte und blickte zu dem Portrait seines Vaters. "Ach, all diese Unanehmlichkeiten..." Er erinnerte sich, wie er mit seinem Vater, Lord Donovan Gashwire, einst gemeinsam durch die Landschaften ritt, und er sich dabei so geborgen fühlte. Sein Vater war ein mächtiger Mann gewesen. Immer hatte dieser einen klugen Rat parat, oder eine wohldurchdachte Lösung. William Gashwire mußte sich eingestehen, dass er wohl nie der bessere Lord über Laychester sein würde. Das war es nicht einmal, was ihn so sehr störte. Was ihn störte, war dieses spöttelnde Grinsen im Gesicht seines Vaters auf diesem Bild. "Ach, Vater...", murmelte er verbittert. "Lachst du mich aus? Möglich, ja... Du würdest natürlich selbst auf die Jagd gehen, um dieses Monstrum zu erlegen. Aber, ach... Ich bin wohl nicht geschaffen für so ein Abenteuer!" Er zuckte mit den Schultern und ging zurück zu dem kleinen Tisch. Dort stellte er fest, dass der Krug Wein leer war.


02

Die Zeiten, als in den tiefen und dunklen Räumen unterhalb der Burg noch Gefangene ihrem Tod mühsam entgegensiechten, waren längst Vergessenheit. Froyd hatte sich den gesamten Kellerkomplex unter seine schmutzigen Nägel gerissen und nach und nach eine Bibliothek, ein wissenschaftliches Labor, sowie private Gemächer dort eingerichtet. Fremden war der Zugang strengstens untersagt, nur Lord Gashwire durfte Froyds Reich betreten. Doch dieser zog es lieber vor, an Orten zu verweilen, die er gut kannte und die ihm nicht unheimlich waren. Froyd saß an seinem Arbeitstisch und formulierte das Anschreiben aus, was er einigen Boten geben würde, die dann ins Land hinausritten, um geeignete Männer zu finden, die fähig genug waren, das Monstrum von Laychester unschädlich zu machen. Auf seinem Schoß lag eine grau-schwarz gestreifte Katze, die döste und zufrieden schnurrte, und langsam ihren buschigen Schwanz hin und her schwang. Froyd fuhr mit seinen langen, dünnen Fingern sanft durch das Fell der Katze. "Ach... Kitana..." Er zuckte wieder unwillkürlich mit den Mundwinkeln. Das Schreiben war fertig, er mußte es nur noch unterzeichnen, doch in seinem Kopf spukten seltsame Gedanken umher. Hatte Gashwire nicht zuviel getrunken? Handelte es sich wirklich um ein Monster? "Ach... Kitana..." Aus einer Ecke des Arbeitszimmers kam ein leises Geräusch. Sofort war Kitana hellwach und sprang von Froyd herunter. Einen kurzen Moment lang verharrte sie, rannte dann blitzschnell los und verschwand im Halbdunkel des Zimmers. Froyd strengte sich zwar an, konnte aber nicht mitverfolgen, was sich in der Ecke abspielte, dafür hatte er nicht genug Kerzen und Fackeln angezündet. Gerade, als er aufstehen wollte, tauchte die Katze wieder auf. Zwischen ihren Zähnen baumelte der schlaffe, tote Körper einer kleinen Maus. "Gutes Mädchen", murmelte Froyd anerkennend und nickte Kitana zu. Als ob die Katze seine Worte verstanden hätte, ließ sie die Maus fallen, kam auf ihn zu und schlich um seine Beine. Er hob sie wieder auf seinen Schoß und streichelte sie. "Ach... Kitana... Soll ich es wirklich tun?" Seufzend unterschrieb er die vier Ausschreibungen.

"Folgt den vier Hauptstraßen, die aus Laychester hinausführen!", schärfte Froyd den Boten ein, die er ausgewählt hatte. "Denkt daran, Lord Gashwire sucht keine Scharlatane, sondern edelmütige Helden!"
Die vier Boten hörten ängstlich dem Berater zu, wie dieser ihnen weitere Anweisungen gab. Dann machten sie sich in Richtung Norden, Osten, Süden und Westen, um ihren Auftrag auszuführen.


03

Fast eine Woche war bereits vergangen, und weder fanden sich die Boten, noch mutige Männer auf Burg Rynx ein. Lord Gashwire spazierte gelangweilt durch die hellen, gleichzeitg eng verwinkelten Gängen an Statuen, Bildern und prächtigen Blumenkreationen vorbei. Dabei traf er vereinzelt auf Diener und andere Angestellte, die ihm kurz zunickten und eiligst wieder verschwanden. Froyd hatte er seit Tagen nicht mehr gesehen. Vermutlich braute sein Berater in den dunklen Kellerräumen wieder experimentelle Sachen zusammen, oder schrieb wissenschaftliche Abhandlungen über die Konstellation des Mondes zur Sonne. Gashwire mußte wie so oft zugeben, dass er im Grunde genommen Froyd nicht mochte, vielleicht sogar fürchtete. Plötzlich lief ein kleines Mädchen an ihm vorbei. Der Lord stutzte und blieb stehen. Das Kind hatte er noch nie auf Rynx gesehen. Er drehte sich um und rief: "Kind! Warte!" Wie ihm befohlen, blieb das Mädchen stehen und schaute ihn mit großen, blauen Augen an. Gashwire beugte sich zu ihr hinunter und fragte: "Wie ist dein Name?"
Etwas zögerlich antwortete sie: "Ich bin Meryll Waits, Mylord."
"Waits?" Gashwire runzelte die Stirn. "Der Name kommt mir bekannt vor. Wenn ich nur..." Er schnippte mit den Fingern. "Ja natürlich! Du bist die Tochter von diesem bedauernswerten Bauern und dessen Jungen, die draußen auf den Wiesen getö..." Zu spät erkannte er seinen Fehler. Tränen kullerten über Merylls Wangen. 'Idiot!', fluchte er innerlich und drückte das Mädchen an sich. "Es tut mir leid, kleine Meryll. Das lag nicht in meiner Absicht."
Das Mädchen wischte sich die Tränen aus den Augen. "Verzeiht, Mylord..."
"Ach was!", winkte er ab und lächelte sie an. "Sag, hast du schon gegessen heute? Und deine Mutter?" Schüchtern schüttelte sie unmerklich den Kopf. "Nein..."
"Na, dann folge mir!" Er nahm sie an die Hand und ging mit ihr zur Küche. "Habt ihr euch eingelebt?", wollte er wissen.
"Mir gefällt es hier. Mutter vermisst den Anblick von saftigem Gras. Aber mir gefällt es hier."
Gashwire nickte. "Das ist gut, Kind." Er hatte eine Weile gebraucht, um sich daran zu erinnern, dass er den Hinterbliebenen von Menschen, die dem Monstrum von Laychester zum Opfer gefallen waren, Wohnraum auf Rynx zur Verfügung gestellt hatte. Merylls Mutter, Anne Waits, half in der Wäscherei aus, und Meryll selbst entsorgte im Stall altes Heu und andere Sachen. Gashwire verzog kurz das Gesicht und zog Schleim durch die Nase nach oben. Offenbar hatte er sich erkältet.
"Werdet Ihr gegen das Monstrum was tun, Mylord?", fragte Meryll. Sie hatten die Küche erreicht. Geruch von Brot und saftigem Fleisch kam durch die wuchtige Holztür hindurch den beiden entgegen.
"Ich habe veranlasst, die Bestie zur Strecke zu bringen." Er öffnete die Tür und betrat mit ihr die Küche. "Na, das riecht vorzüglich. Ich selbst habe plötzlich auch Hunger bekommen."

Am Nachmittag kehrten die vier Boten endlich zurück. Sogleich erschien Froyd auf der Bildfläche. Gashwire, der mit Meryll zusammen gegessen und anschließend ein paar schöne Stunden mit einem Ballspiel verbracht hatte, sah ihn misstrauisch an. Froyds Gesicht war schon immer blass gewesen, aber nun... "Ihr solltet den morgigen Tag draußen verbringen, damit die Sonne Euch etwas Farbe verleiht", sagte Gashwire.
Froyd zuckte mit den Mundwinkeln. "In der Tat, Mylord. Eine ausgezeichnete Idee."
"Was habt Ihr da unten die ganze Zeit getan?"
"Unwichtige Sachen, die zu kompliziert sind, um es vernünftig erklären zu können."
"Hm..." Gashwire seufzte und zeigte zu den Boten, die erschöpft von ihren ausgelaugten Pferden stiegen. "Nun, ich bin gespannt, was sie zu berichten haben."
"In der Tat, Mylord", pflichtete ihm Froyd bei. Beide gingen sie zu den vier Männern, die sich streckten und reckten. "Nun, dann berichtet uns!", verlangte Froyd.
"Im Osten habe ich niemanden finden können, Herr!"
"Im Norden bin ich auf zwei Männer gestoßen, die bald eintreffen werden."
"Vier Männer willigten im Süden ein, Mylord."
"Ein wackerer Mann wird aus dem Westen des Landes nach Rynx kommen!"
Lord Gashwire zählte kurz nach. "Also haben wir sieben Männer, die sich der Sache annehmen werden." Leise raunte er zu Froyd: "Ist die Zahl Sieben gut, oder eher schlecht?"
"Sieben ist hervorragend, Mylord!" Froyd befahl den Boten, sich zu entfernen. "Gute Arbeit habt ihr getan!", rief er ihnen hinterher. Im großen Hof der Burg standen jetzt nur noch er und Gashwire. "Mylord, jetzt heißt es, auf die Helden zu warten."
"Ja." Gashwire nieste. "Ich habe mich wohl erkältet."
"Folgt mir, Mylord. Ich werde Euch Medizin geben."


04

Schließlich hatten sieben Männer den Weg zur Burg Rynx gefunden. Sie alle hatten sich im kleinen Tafelraum versammelt, wo Lord William Gashwire und sein Berater Froyd sie begrüßten. Der kleine Tafelraum unterschied sich nur unwesentlich gegenüber dem großen Tafelraum. Er besaß die selben Ausmaße, nur zierten keine Bilder die kargen Wände. Unsicher sah Gashwire abwechselnd zu den angereisten Männern und zu seinem Berater. Die Männer wirkten allesamt äußerst gelassen.
"Ich bin Froyd, Berater von Lord William Gashwire, dessen Aufruf Ihr gefolgt seid." Froyd schritt gemächlich durch die Halle. "Nun denn, sagt dem Lord Eure Namen!"
Ein großer, muskulöser Mann leerte in einem Zug den Kelch Wein und schleuderte diesen krachend zu Boden. "Ich bin Sir Guy Lochlan, Ehrenritter der königlichen Garnision und Träger des blauen Bandes. Und ja, seit die Monster im Lande rar geworden sind, überfällt mich so manches Mal die Wehmut und Langeweile nach einem echten Kampfgemetzel!" Lochlan spuckte aus und griff nach einem neuen Kelch und einem Krug Wein.
"Mein Name ist Sir Mullroy Gromit. Rathyrman nenne ich meine Herkunftsstadt, doch ich will wahre Worte sprechen. Man sagte mir, es gebe eine Belohnung für die Monsterhatz?" Gashwire und Froyd nickten beide gleichzeitig. "Nun, dann bin ich bereit, mein Leben zu riskieren!"
"Froyd?", flüsterte Gashwire leise.
"Ich weiß...", antworte der Berater und lächelte gequält.
Ein anderer Mann trat hervor und rief: "Sir William Tubble steht zu Diensten, Mylord! Ich war jahrelang Söldner in Gefolgschaft von Lord Pattington, der ruhmreich gegen die abendländischen Feinde in den Kampf zog. Mein Schwert gehört Euch, Lord Gashwire!"
In der hinteren Ecke saß ein groß gewachsener Mann, der gelangweilt mit einem Messer Kerben in den Tisch ritzte. "Den kenne ich", sagte Gashwire sichtlich angetan. "Sir Henry Chensey! Eine wahre Freude, Euch hier auf Burg Rynx begrüßen zu dürfen!"
"In der Tat, ja", murmelte Chensey leise und kniff die Augen zusammen. "Da ich Euch unterstellt bin, blieb mir keine andere Wahl."
Auf diese provokante Bemerkung wollte Gashwire eingehen, doch er wurde von Froyd unterbrochen. "Nun, dann haben wir also vier Ritter, die wir begrüßen dürfen. Doch..." Er sah zu den restlichen drei Männern. "Was ist mit Euch? Weder wie Helden, noch wie Ritter seid Ihr gekleidet!"
"Möglich", sagte ein junger Mann, "Ich bin Lian Parcival und stamme aus Ukantar, wo ich mir einen großen Namen mit allerlei handwerklichen Geschick machte."
"Mich nennt man Blix Onedin. Das Nordenland ist es, woher ich komme."
"Mein Name ist Garmond Trivouse, Mylord."
"Trivouse?", hakte Froyd nach.
"Ja, Herr. Vermutlich wißt Ihr es bereits, aber für die anderen sage ich es: Ich komme aus Olmond!"
Die vier Ritter und Gashwire sprangen auf und griffen zu ihren Waffen. "Ein Olmonder hier auf meiner Burg!", schrie Gashwire entrüstet.
Der Mann hob abwehrend die Hände nach oben. "Haltet ein, Mylord! Ich lebe im Exil!"
Zögernd steckten die Männer wieder ihre Waffen weg. Froyd nahm dies sichtlich erleichtert zur Kenntnis. Freundlich wandte er sich Trivouse zu. "Exil? Habt Ihr eine Missetat begangen in Eurer Heimat?"
"Im Gegenteil, mein Herr. Ich habe mich geweigert, gegen Rathyrm in den Kampf zu ziehen. Und wenn man mir das als Verbrechen anlasten will, wie in Olmond geschehen, so soll es mir recht sein", sagte Trivouse und reckte das Kinn stolz nach oben.
"Wohl an!", sprach Lord Gashwire und nickte ihm anerkennend zu. "Also gut. Dann seid Ihr die furchtlosen Sieben, die gegen das Monstrum von Laychester kämpfen werden."
"So sei es", murmelte Froyd. "Mylord? Ziehen wir uns zurück und geben ihnen die nötige Ruhe, die sie brauchen."
"Ja, Froyd." Gashwire gähnte. "In der Tat bin ich etwas... müde."

Es war kurz vor Mitternacht, und von den sieben Männern, die im kleinen Tafelraum dicht beieinander saßen, dachte kein einziger an Schlaf. Sir Guy Lochlan, von stattlicher Natur, kahl auf dem Kopf und äußerst freizügig im Ungang mit Wein, spielte mit einem kleinen Dolch herum. "Wie das Monster wohl aussehen wird?", fragte er mit tiefer Stimme in die Runde.
Parcival, der sehr schmächtig wirkte und zarte Hände hatte, zuckte mit den Schultern. "Ich habe keine Ahnung, Sir Lochlan." Er bastelte aus zwei dünnen Holzstäbchen eine Konstruktion.
"Was wird das?", fragte Sir Chensey interessiert. Chensey hatte einen leicht schiefen Gang, braune Stummel als Zähne und er stank, als ob er das Wasser seit Jahren mied.
"Passt auf, Herr!" Parcival rieb die beiden Hölzer dreimal gegeneinander und plötzlich zierte das obere Ende des einen Holzes eine helle, bläuliche Flamme. "Nicht schlecht, was?", grinste er.
"Zauberei!", flüsterte Sir Gromit und spendete klatschend Beifall. Gromit war dick und hässlich, dazu hatte er graues Haar, obwohl er noch keine dreißig Jahre alt war.
Blix Onedin, der Nordländer, der wie ein Zwerg wirkte, winkte ab. "Mit Zauberei hat das nicht viel zu tun, Sir Gromit. Eher mit den Gesetzen der Natur. Reibung erzeugt Wärme..."
"Davon habe ich schon gehört." Sir Tubble gähnte herzhaft. "Nicht schlecht, junger Mann. Aber ob es im Kampf gegen das Monster von Nutzen ist? Ich wage es zu bezweifeln." Tubble war dünn wie ein Strich, und in der mächtigen Rüstung machte er eine fast lächerliche Figur. Aber er hatte unter Pattington gedient, also mußte Aussehen nicht zwangsläufig etwas damit zu tun haben, was Tubble zu leisten fähig war.
"Auf dem Weg hierher traf ich einen armen Bauern, der mich um Geld anbettelte. Er erzählte mir etwas über das Monstrum von Laychester", nahm Garmond Trivouse den Faden wieder auf, den Lochlan ausgerollt hatte.
"Ach?"
"In der Tat", fuhr er fort. "Riesig soll es sein, so lang wie ein Baum und breit wie ein mittleres Haus. Vier Augen soll es besitzen, dazu mächtige und scharfe Krallen, die mühelos selbst härtestes Metall durchschneiden können."
"Ihr bindet uns einen Bären auf!", rief Lochlan und alle stimmten ihm zu.
"Nein, Sir Lochlan. Ich wiederhole nur, was mir mitgeteilt wurde." Trivouse nahm einen Schluck Wein zu sich. "Der Schwanz des Monsters soll wie eine Schlange voller Schuppen sein, mit langen Dornen am Ende. Und die Zähne, die sein gewaltiges Maul beherbergt, haben die Ausmaße eines Schwertes."
Einen Moment lang war es still, dann bemüßigte sich Sir Lochlan zu einer Aussage. "Ich denke, morgen früh sollten wir mit Lord Gashwire noch einmal über die Bezahlung verhandeln."
"Was ist mit Euch, Sir Lochlan?", fragte Parcival scherzhaft. "Ist Euch das Monstrum nicht groß genug?" Die anderen begannen schallend zu lachen.
"Nein, junger Tunichtgut!", knirschte Lochlan verärgert. "Es ist wohl zu groß, würde ich sagen." Er nickte kurz, stand auf und ging zu seinem Schlafplatz in der Nähe des Kamins.
Nach und nach gingen alle schlafen und schon kurz darauf zog ein mehrstimmiges Schnarchen durch die leeren Gänge von Burg Rynx.


05

Dunkle Wolken verhinderten, dass der Mond die Nacht erhellte. Gashwire wälzte sich in seinem Bett hin und her. Er schlief unruhig, wurde von bösen Träumen erfasst und schwitzte aus allen Poren. Er träumte von der kleinen Meryll Waits, die zusammen mit ihrer Mutter Anne vor einem schemenhaften Schatten flohen. Der Abstand verkürzte sich mit jedem Atemzug, und als der Schatten die beiden erreichte, glitt eine riesige Pranke durch die Luft, die kleine Meryll fiel zu Boden, kalte Augen kamen knurrend auf sie zu und dann... "Grundgütiger!", schrie Gashwire. Er saß aufrecht im Bett und zitterte am ganzen Körper. Es dauerte eine Weile, bis ihm bewußt wurde, wo er sich befand. Erleichtert stieß er einen Seufzer aus und stand auf. Gashwire brauchte dringend etwas Wein, sonst würde er die ganze Nacht nicht einschlafen können und wach im Bett liegen. Er langte zum Weinkrug. Leer. "Ach, verdammte Dienerschaft!" Kopfschüttelnd machte er sich auf den Weg zur Küche.

Froyd war in ein Buch vertieft, das den Titel 'Neonkortex' trug, so bemerkte er nicht, wie seine Katze Kitana langsam an der Wand entlangschlich und dabei immer wieder nach oben sah. Sie gab keinen Laut von sich. Erst als es plötzlich ein Scheppern und Krachen gab, zuckte er wie aus einer Starre erlöst zusammen und drehte sich um.

Er hatte an der Tür zum kleinen Tafelraum gehorcht, aber nur Schnarchen, Fürze und Rülpsen gehört. Sie schlafen, dachte Gashwire erfreut. Dann hörte er von weiter unten einen Krach, als ob Geschirr zu Boden gefallen war. "Was war das?", flüsterte er leise. Die Fackel in seiner Hand schien kleiner und schwächer zu werden. "Oh... Geh jetzt bitte nicht aus!" Sein Herz raste, und eigentlich sollte er wieder zurück in sein Schlafgemach gehen, aber der Durst nach Wein war stärker. Langsam ging Gashwire weiter. Bis zur Küche war es nicht mehr weit. "Warum sind hier keine Fackeln, die mir den Weg leuchten?" Ein paar Gänge... Ein paar Treppen...

Amüsiert betrachtete Froyd seine Katze Kitana, die auf ihn zuschlich und einen kleinen Vogel zwischen den Zähnen hatte. "Hast du beim Sprung den Schrank umgeworfen?" Er beugte sich hinab und streichelte sie. Dabei bemerkte er, dass der Vogel noch lebte. "Ach, Kitana!", brummte er verärgert. Behutsam nahm er den Vogel zu sich und legte ihn auf den Tisch. Schwach gab der kleine Vogel ein Piepsen von sich. Kitana, durch die Laute angelockt, sprang auf den Tisch und schnupperte an dem Vogel. "Nein, Kitana!", sagte Froyd streng und richtete seinen Zeigefinger auf sie. "Noch nicht!" Schnell stellte er fest, dass beide Flügel des Vogels gebrochen waren. "Hm... Bist du durch das offene Fenster gekommen?" Froyd sah sich suchend um. "Ah..." Am linken Tischende stand ein kleines Gefäß. Er nahm es und öffnete den Deckel. Ein beißender Geruch machte sich augenblicklich im Raum breit. Kitana rümpfte die Nase und nieste. Froyd lachte laut auf. "Stinkt es? So muß es aber sein, mein Kätzchen..." Verschmitzt tauchte er zwei Finger in das Gefäß. Eine grüne, zähe Flüssigkeit klebte an den Fingern. Der Vogel wurde unruhig. "Ruhig, mein kleiner Freund. Ruhig..." Vorsichtig bestrich er die gebrochenen Flügel mit der stinkenden Masse. "Akanum Saei Sonomendum..." Ganz leise hatte Froyd die Worte gesprochen. Er lehnte sich zurück und setzte Kitana auf seinen Schoß. Über den Schreibtisch züngelten sich bläuliche Blitze und schließlich wurde der Vogel von einem hellen Licht verschluckt. "Jetzt pass auf!", flüsterte Froyd.

Die Fackel war schon fast erloschen, als plötzlich Wind aufkam, gefolgt von einem blauen Licht, das blitschnell durch den Gang raste. Gashwire hatte kaum Zeit, verwundert oder ängstlich zu sein, da war das Licht auch schon verschwunden. Die Fackel war durch den Wind gelöscht worden, und so stand er zitternd im dunklen Gang und überlegte fieberhaft nach einer plausiblen Lösung für das soeben Geschehene. Froyd kam ihm in den Sinn. Er beschloß, die Kellerräume aufzusuchen, aber zuvor brauchte er dringend Wein. Vorsichtig an der Wand entlangtastend setzte Gashwire einen Fuß vor den anderen. Die Küche war in unmittelbarer Nähe.

Außer Lord Gashwire hatte niemand etwas von dem Licht mitbekommen. Kitana hockte geduckt in einer dunklen Ecke und sah ängstlich zu Froyd. "War es etwa der falsche Zauber?" Nachdenklich hob Froyd das Skellett des kleinen Vogels mit Daumen und Zeigefinger auf. Eigentlich sollte der Vogel völlig gesund aus dem offenen Kellerfenster flattern, doch offenbar hatte er sich vertan. Er sah zu der Katze und lächelte sie an. "Nach all der Zeit wäre dies das erste Mal, dass ich mich in der Wahl des Spruches vertan habe..." Seufzend ging er zu einem Korbsessel, der neben dem Bücherregal stand und ließ sich in diesen fallen. "Na komm, Kitana! Komm her, Kätzchen..." Er machte Lockgeräusche, aber die Katze rührte sich nicht von der Stelle. Nach einer Weile gab er auf und winkte ab. "Dann bleib dort in der schmutzigen Ecke hocken..." Er schloss die Augen, und schon bald war er eingeschlafen.


06

Am nächsten Morgen war es erstaunlicherweise Sir Guy Lochlan, der als erster erwachte. Trotz des übermäßigen Weingenusses stapfte er kerzengerade von einem Schlafplatz zum anderen und trat gegen die anderen noch schlafenden Männer. "Auf mit euch, ihr Scharlatane!" Durch die Fenster kam gleißender Sonnenschein. "Wahrlich, heute ist ein guter Tag für eine Monsterhatz! Auf, ihr faulen Bastarde!" Dem jungen Parcival gab er einen besonders kräftigen Tritt in die Seite. "Na los, du mechanisches Wunderkind, hoch mit dir!" Nach und nach rieben sich die anderen den Schlaf aus den Augen. "Ah, so sehe ich das gern!"
"Welche Tageszeit haben wir?", wollte Gromit wissen.
Lochlan deutete zu einem reich gedeckten Tisch. "Die Sonne scheint, doch es ist noch früher Morgen, und Gashwire hat sich nicht lumpen lassen und ein wahrlich fürstliches Frühstück uns aufgetischt."
"Burg Rynx beherbergt leise Dienerschaft, ich jedenfalls habe niemanden gehört..." Tubble half dem Olmonder Trivouse auf die Beine. "Habt Ihr gut geschlafen?"
"Ja, ich denke schon... Mein Schlaf war von Träumen beseelt", murmelte Trivouse noch etwas benommen. "Hat jemand was gespürt? In der Nacht?"
"Von was redet Ihr, Olmonder?", fragte Blix Onedin und setzte sich an den Tisch. "Meint Ihr vielleicht ein kurzes Frösteln? Ein schneller Gedanke, der das Böse brachte, und schnell wieder verschwand?"
"In der Tat, ja", pflichtete ihm Trivouse bei. "Es war nur ganz kurz... Im Grunde genommen nicht der Rede wert." Gierig sah er zu dem Tisch. "Wir sollten ein Gebet für Lord Gashwire aufsagen. Wer soll das alles essen?"
Lochlan lachte laut auf. "Ich habe Hunger und Durst wie für zehn Männer. Ist Wein da? Ein Schluck Wein am frühen Morgen wirkt wahre Wunder!" Gelächter schallte durch den kleinen Tafelraum.
"Sir Lochlan, versucht das große Gefäß zu Eurer linken Seite!", rief Sir Chensey verschmitzt und stieß Tubble leicht gegen den Arm.
"Was?", fragte dieser und grapschte nach einem großen Brocken Brot.
"Seht zu!", flüsterte Chensey.
"Wohl an, genau meine Größe." Lochlan packte das Gefäß und setzte an. Eine weiße Flüssigkeit lief an seinem Kinn herab, seine Stirn legte sich in Falten und dann warf er auch schon das Gefäß von sich. "Zum Teufel! Das war Milch!" Er spuckte angewidert auf den Boden. "Chensey, Ihr seid ein Lump!" Er erntete spöttisches Lachen. "Ach...", grollte Lochlan erzürnt und griff wütend nach dem wohl duftenden Käse.

In der Küche saß Gashwire auf einem Stuhl und versuchte, sich an die vergangene Nacht zu erinnern. Mit glasigen Augen sah er zu den zahlreichen Krügen, die leer waren, und rings um die große Kochstelle verteilt herum lagen. "Marge...", stöhnte er.
"Mylord, es war wohl zuviel des Guten..." Marge Smith tupfte mit einem nassen Schwamm den Schweiß von Gashwires Stirn.
"Ich kann mich an nichts mehr erinnern."
"Das braucht Ihr auch nicht, Mylord!" Sie räusperte sich und schickte einen vernichtenden Blick zu den gaffenden Dienern, die in der Küche standen. Diese waren klug genug, sich sofort aus der Küche zu entfernen.
Gashwire hielt seine linke Hand nach vorn. "Oh... Oh... Oh, wie sie zittert..."
"Ruhig, Herr", flüsterte Marge und strich dem Lord über den Kopf. "Soll ich Herrn Froyd aufsuchen mit der Bitte, eine Salbe zuzubereiten, die Eure Kopfschmerzen lindert?"
"Froyd!" Gashwire packte Marge am Arm. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er sie an und stammelte: "Licht... Da war ein Licht in der Nacht! Froyd! Ich muss..." Er stemmte sich auf und rutschte an den Lehnen des Stuhls zu Boden. "Dieses Licht..."
"Mylord!" Marge half ihrem Herren aufzustehen. "Ihr seht müde aus." In diesem Moment ging die Tür auf und Froyd kam herein. "Seht, Mylord! Nun könnt Ihr ihn selbst fragen."
"Was will Lord Gashwire mich fragen?" Froyd schloss die Tür und blieb stehen. Er verschränkte die Arme vor der Brust. "Nun?"
Wacklig stand Gashwire da und mußte sich von Marge stützen lassen. "Was war das letzte Nacht? Dieses unheimliche Licht! Was wißt Ihr darüber, Froyd?"
"Licht?", fragte der Berater erstaunt, konnte aber nicht verhindern, dass seine Mundwinkel zu zucken begannen. "Ich weiß nicht, wovon Ihr redet, Mylord..."
"Ach, hört auf!", schrie Gashwire und schubste Marge weg. Die fiel mit einem leisen Schrei zu Boden, jedoch bekam der Lord dies in seinem Groll nicht mit.
Froyd ging zu Marge und half ihr, aufzustehen. "Mylord..." Sein Blick schreifte umher und blieb an den leeren Weinkrügen haften. "Womöglich habt Ihr schlecht geträumt." Zu Marge sagte er: "Geh und kümmere dich nicht weiter um diese Angelegenheit hier!"
"Ja, Herr." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, huschte sie nach draußen.
Froyd hatte gesehen, wie sie um Fassung gerungen und sich bemüht hatte, keine Tränen zu verlieren. "Mylord?" Er hob einen Krug auf und zeigte diesen Gashwire. "Es war wohl nur ein böser Traum..."
Gashwire winkte ab und ließ sich zerknirscht in den Stuhl fallen. "Ich weiß, was ich gesehen habe, Froyd! Und das war kein Traum!"
"Wie Ihr meint." Ein dünnes Lächeln schlich sich auf Froyds Gesicht. Er seufzte kurz und fragte dann: "Wie geht es unseren sieben Männern?"
Gashwire wollte antworten, doch plötzlich hörten sie einen lauten Schrei, draußen auf dem Gang. "Was war das?"
Froyd zückte einen kunstvoll geformten Dolch und deutete Gashwire an, sitzen zu bleiben. "Bleibt wo Ihr seid, Mylord!", zischte er leise. "Ich werde nachsehen!" Dann ging er schnell zur Tür, öffnete diese mit einem kräftigen Ruck und schlüpfte nach draußen.
"Was zum..." Benommen krallte der Lord seine Finger in die Lehnen des Stuhls. Da war es wieder gewesen. Dieser dunkle Schatten, der seinen Berater umgab. Suchend sah er sich um. "Das ist alles zuviel für mich."


07

Im Gang stand Marge mit weit aufgerissenen Augen vor einem zuckenden, brüllenden Mann, der auf dem Boden lag. Seine Kleidung war von roter Flüssigkeit durchnässt, ein Armstumpf, der einst ein linker Arm war, bewegte sich unnatürlich im Kreis. Augenblicklich reagierte Froyd und gab der Dienerin eine schallende Ohrfeige. "Steh nicht hysterisch schreiend herum! Hol Wasser und Verbandszeug! Los!" Marge taumelte rückwärts zur Tür und schaffte es im zweiten Anlauf, in die Küche zu gelangen. Froyd ging in die Hocke und drehte das Gesicht des Mannes zu sich. "Was ist passiert?", fragte er laut und deutlich. Es war Kelvin, der fette Diener. Er öffnete den Mund und ein Schwall Blut quoll heraus. Angewidert verzog Froyd den Mund. "Nun rede schon, Mann! Was ist geschehen?"
Sturzbäche an Schweiß flossen über das angstverzerrte Gesicht von Kelvin. Mit aller Kraft gelang es ihm, den Kopf etwas anzuheben. Mit der rechten Hand griff er nach Froyd und zog diesen zu sich herunter. "Das Mons... Monstrum... Herr, das Monster..." Wieder erbrach er Blut und andere Flüssigkeiten.
Mittlerweile hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden, und endlich kam Marge zurück mit Wasser und Tüchern. Sie beugte sich zu Froyd und sah ihn fragend an. "Herr, was...?"
"Bind ihm den Stumpf da ab! Die Blutung muß gestillt werden!", wies Froyd sie an. Er sah zu Gashwire, der mit Marge zurück auf den Gang gekommen war. "Er behauptet, es sei das Monster gewesen."
Gashwire schluckte und schüttelte ungläubig den Kopf. "Wie das? Hier auf Rynx?"
"Es... Es w... war hier!" Kelvin bäumte sich auf, die Muskeln spannten sich, bis sie zu zerreißen drohten, dann fiel er schlaff in sich zusammen.
Schnell fühlte Froyd mit zwei Fingern den Hals des Dieners. Er runzelte die Stirn und stand auf. "Er ist tot. Jede Hilfe kam zu spät. Ein Wunder, dass er es bis hierher geschafft hatte. Ich schlage..."
Gashwire brüllte ihn an: "Habt Ihr nicht gehört? Das Monstrum! Es ist hier!" Auch die sieben Männer hatten den Lärm vernommen und waren eiligts zum Schauort gestürmt. Zu diesen drehte sich der Lord um und schrie: "Was steht ihr hier noch rum? Wollt ihr das Vieh entwischen lassen?"
"Ihr habt Recht, Lord Gashwire", murmelte Sir Lochlan. "Kommt! Gewähren wir dem Monstrum, was es verdient!"

Es war nur wenig Zeit vergangen. Froyd und Gashwire standen im Hof und sahen den Männern nach, die schreiend und johlend auf ihren Pferden davonritten. Vereinzelt fielen Regentropfen vom Himmel. "Wenn es regnet, werden sie es schwer haben, die Spur des Monsters zu entdecken", bemerkte Froyd leise.
Da war etwas im Tonfall von Froyd, was Gashwire nicht gefiel. 'Hofft er etwa, das Monstrum findet nicht den verdienten Tod?', fragte er sich. Es fing an, richtig zu regnen. Aus weiter Ferne kündigte ein dumpfes Grollen Gewitter an. Wind kam auf. "Es klingt fast so, als ob Euch das freuen würde."
"Ihr irrt, Mylord!", sagte Froyd und kniff die Augen zusammen. "Ihr irrt..."


08

Blix Onedin sah konzentriert auf den schlammigen Boden. Zwischen seinen fleischigen Fingern rieb er Erde. Ab und zu roch er daran. Der Regen hatte die Spur fast verwischt. Fast... Onedin lächelte und stand auf. "Es hat diesen Weg eingeschlagen!" Er zeigte zu einem schmalen Pfad, der direkt in den Wald führte. "Dort müssen wir entlang!"
"Und wenn Ihr falsch liegt, Nordländer?", fragte Gromit.
"Strengt Euch doch an! Seht Ihr die Spuren? Sie sind schon stark in Mitleidenschaft gezogen, aber immer noch für ein geübtes Auge erkennbar."
Lochlan zischte wütend und voller Tatendrang. "Er wird schon richtig liegen! Mir nach!" Er trat seinem Pferd in die Seiten und galoppierte los.
"Will er den Ruhm ganz allein für sich?" Tubble grinste und ritt ihm nach.
Lian Parcival rief laut: "Oder sucht er als erster den Tod?"

Durch den Regen hindurch hörte man lautes Lachen und wildes Getrampel von Pferden. Die sieben Männer kamen der Bestie immer näher. Onedin führte sie trotz der Widrigkeiten zielsicher, und schon bald hörten sie fremdartige Geräusche. Sie waren die Nacht und den Tag durchgeritten, hatten nur einmal eine kurze Rast eingelegt, um sich ins Dickicht zu begeben. Sie spürten keinen Hunger, keinen Durst. Der Regen prasselte auf ihre entschlossenen Gesichter, der Wind brüllte sie an. Und als sie schließlich eine tiefe und schmale Schlucht erreichten, da waren sie sich sicher, am Ziel zu sein. Die Schlucht war schmal, glatte Wände aus Granit ragten an beiden Seiten empor. Der Wind war kaum mehr spürbar, das Donnern und Blitzen des Gewitters weder zu hören, noch zu sehen. Nur der Regen fiel unbarmherzig dicht in dicken Tropfen auf die Erde hinab.

"Still jetzt!", flüsterte der Nordländer.
Trivouse sah zu Chensey, der aber nur mit den Schultern zuckte und auf Onedin deutete.
"Es ist hier!" Onedin sprang vom Pferd und zog sein Schwert. "Man kann es nicht sehen, aber es ist hier!"
"Wo?" Lochlan stellte sich zu ihm. "Wo?", fragte er erneut.
Sir Tubble hob den Arm. "Dort drüben lauert es..."
"Ich kann es auch sehen!", flüsterte Parcival. "Wir sollten..."
Plötzlich fing die Erde an zu beben. Die Männer hatten Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Von oberhalb der Schlucht kam ein krachendes Geräusch auf sie zu.
Lochlan erkannte als erste die Gefahr. "Weg da! Tubble! Chensey! Weg da!" Er stieß Parcival um und rannte auf die beiden zu, die ihn verständnislos ansahen. "Weg! Bewegt Euch!"
Trivouse stellte sich ihm in den Weg. "Nein! Zu spät!"
Tonnenschwere Felsbrocken rasten auf den Boden zu und begruben Tubble und Chensey unter sich. Der Aufprall war ohrenbetäubend, die dichte Staubwolke kaum zu durchsehen.
"Was war das?", schrie Gromit und fuchtelte in wilder Panik mit seinem Schwert umher.
"Ein Erdbeben! Ein Steinschlag, der Tubble und Chensey unter sich begrub!", schrie Parcival.
"Das Monster!" Lochlan strengte sich an, etwas in dem chaotischen Durcheinander erkennen zu können. Er hörte einen gellenden Schrei. "Wer war das?" Ein tiefes Knurren ganz in seiner Nähe, und wie aus heiterem Himmel glühende Augen, die ihn zu durchbohren schienen. "Zum Teufel!" Wild entschlossen schwang er sein Schwert, zerschnitt aber nur wertlose Luft.
Trivouse stand zitternd in der Staubwolke. Alles war so schnell gegangen. Ganz in der Nähe hörte er einen Laut, der von keinem Menschen stammte. "Es ist..." Plötzlich war ein stinkender Atem hinter ihm, etwas fuhr über seinen Rücken, zerriss Kleidung und Fleisch. Das letzte, was der Olmonder spürte, waren scharfe Zähne, die sich in seinen Kopf bohrten. Dann ein Knacken, gefolgt von Dunkelheit...
"Lochlan!", schrie Onedin, darauf bedacht, keine Bewegungen mit seinem Schwert zu machen, die möglicherweise fatale Konsequenzen nach sich ziehen würden. "Lochlan! Parcival!" Was war das? Ein Schatten? Ein Mensch? Ein Tier? "Gromit! Trivouse!"
Zwischen den verbliebenen Männern schlich eine Bestie umher, wohl darauf bedacht, nicht zu früh erkannt zu werden.
"Wir müssen aus dem Staub raus!" Gromit rannte los, er wußte nicht wohin, aber das erschien ihm als einzige vernünftige Lösung. 'Warum erstickt der Regen den Staub nicht?', fragte er sich. Endlich sah er wieder klarer. "Wir müssen aus dem Staub!" Er stolperte und fiel zu Boden. Ein spitzer Stein durchbohrte seinen Körper. Vor sich sah er die Wände der Schlucht. Wunderschöner Granit. Er schloss die Augen und versuchte, sein Schwert nicht aus der Hand gleiten zu lassen.
Onedin war dem Ruf Gromits gefolgt und befand sich außerhalb der Staubwolke, die sich aus höllischen Gründen einfach nicht auflösen wollte. Wieder sah er den Schatten. 'Grundgütiger!', dachte er. "Raus aus dem Staub!" Da bemerkte er Gromit, wie dieser tot auf dem Boden lag. Und den spitzen Stein, der durch Gromit ragte und rötlich glänzte. Der Nordländer ging einen Schritt zurück. Etwas zischte durch den Staub und versetzte ihm einen üblen Schlag in die Seite. Benommen ging Onedin in die Knie. "Lochlan!" Dann sah er das Monstrum. Es war einen Sprung von ihm entfernt. "Lochlan! So tut doch was!" Die Bestie setzte zum Sprung an, im gleichen Moment schloss Onedin die Augen und richtete sein Schwert nach oben. Als das Monster sprang, krachten weitere Gesteinsbrocken in die Schlucht, die Erde zitterte und nun war es unmöglich, durch den Staub hindurch überhaupt etwas sehen zu können...

Als der Staub sich endlich aufgelöst hatte, saß Lian Parcival zitternd hinter einem großen Felsen. Er wagte es nicht, hinter dem Felsen hervorzuspähen. Zu groß war die Angst, plötzlich in das Blickfeld des Monsters zu geraten und dadurch dem eigenen Leben ein vorschnelles Ende zu machen. Er hörte Schritte, die in seine Richtung kamen. Sie klangen... "Gott sei dank!", murmelte Parcival erleichtert und kroch hinter dem Felsen hervor. Es war Lochlan, der vor ihm stand, schwitzend und blutend. "Sir Lochlan!"
"Ich habe dich nicht hören können. Die ganze Zeit, als die Bestie zwischen uns war und einem nach den anderen in den Tod riss. Ich habe sie alle schreien hören. Nur dich nicht!" Er rammte sein Schwert in den Boden und ging in die Hocke. Eindringlich sah Lochlin den jungen Mann vor sich an. "Warum nicht, Parcival? Warum nicht?"
Parcival rang um Worte und kämpfte mit seinen Tränen. Schließlich sackte er zusammen und flüsterte: "Ich gebe zu, Angst gehabt zu haben. Ich bin kein Held... Ich..." Er senkte beschämt den Kopf.
Lochlan nickte und runzelte die Stirn. "Du warst noch nie in so einer Situation, richtig?"
"In der Tat, ja..."
"Verstehe..." Seufzend stand Lochlan auf. "Komm mit!", sagte er und packte Parcival. "Sieh, was du alles versäumt hast!"
Widerstandslos folgte Parcival Lochlan. Schließlich blieben sie vor dem toten Körper des Monstrums stehen. "Grundgütiger!", stammelte er.
Lochlan spuckte aus. "Es war der Nordländer. Das Tier muß auf ihn gesprungen sein. Und Onedin hat sein Schwert dem Vieh durch die Kehle getrieben. Nur noch wir zwei sind am Leben, Parcival."
Ungläubig betrachtete Parcival den gewaltigen Kadaver. "Was ist das für eine Teufelei?"
"Es scheint ein Wolf zu sein." Lochlan trat gegen das matt glänzende Fell des Tieres. "Ein sehr großer Wolf, mindestens die vierfache Größe! Ein Wunder, dass es so lange Zeit unentdeckt hier seine Greueltaten ausüben konnte." Er sah sich um. "Wir werden die anderen an Ort und Stelle begraben. Kreuze mit einer Innschrift sollen von ihrem Mut berichten. Dann werden wir mitsamt dem Kadaver auf Burg Rynx zurückkehren."
"Aber der einzige Weg aus der Schlucht ist versperrt, Sir!" Parcival deutete auf die hohe Wand aus Schutt und Stein.
"Eines nach dem anderen", brummte Lochlan. "Komm, heben wir die Gräber aus!"


09

Es war feucht und kalt. Gashwire fröstelte es unten im Kellergewölbe. Froyd war ausgeritten, um im Wald nach Kräutern zu suchen, und so hatte er die Gelegenheit genutzt, um sich etwas umzusehen. Drei Tage waren vergangen, als die sieben Männer zuversichtlich Burg Rynx verlassen hatten, um dem Monstrum zu folgen. Er erreichte das Haupttor. 'Dahinter liegt Froyds Reich', dachte er. Mit schnellem Herzklopfen und Gänsehaut steckte er den Generalschlüssel in das Schloss. Nur er besaß diesen Schlüssel, der ihm Zugang zu allen Räumen auf Rynx verschaffte. Gashwire hielt die Luft an und drehte den Schlüssel zweimal nach links. Klack... Klack... Die Tür öffnete sich mit einem unheimlichen Geräusch, als ob Metall gegen Metall prallte... Gespannt betrat er den dahinter liegenden Raum – und wurde enttäuscht. Er hatte Spinnweben erwartet. Giftschränke, brodelnde Glasbehälter und Fledermäuse, die stumm an der Decke hingen. "Das gibt es doch nicht!" Verblüfft starrte Gashwire auf einen hell erleuchteten, blitzsauberen Gang. Nicht ein einziges Staubkorn konnte er entdecken. Er spürte einen Luftzug und schnupperte mit der Nase. "Was hat er hier unten alles getan?" Es war frische Luft, fast so, als ob ein ständiger Austauch statt fand. Alte Luft raus. Neue Luft rein. "Mein Gott!" Gashwire hatte den ersten, von ihm aus links gelegenen Raum betreten. Alles war sauber und ordentlich. Regale, voll mit Büchern, standen an den Wänden. 'Das muss Froyds Arbeitszimmer sein', dachte er und staunte über die vielen kleinen Dinge in dem Raum. Was er sah, passte so gar nicht zum Auftreten Froyds, der sich stets geheimnisvoll gab und jeden wissen ließ, dass es nicht ratsam sei, sich ohne seine Erlaubnis im Kellergewölbe umherzuschleichen. Auf dem Arbeitstisch lag ein aufgeschlagenes Buch. Langsam, fast schleichend, ging der Lord zu dem kleinen Tisch und nahm das Buch zur Hand. "Neonkortex? Was hat das zu bedeuten?" Plötzlich sprang eine Katze auf den Tisch und fauchte ihn an. "Grundgütiger!" Vor Schreck ließ Gashwire das Buch fallen, taumelte rückwärts und stolperte. Er fiel zu Boden und landete unsanft auf dem Steiß. Schmerz raste durch seinen Körper. Wütend sah er zu der Katze. "Elendes Mistvieh!" Unbeeindruckt machte diese einen Buckel und sträubte das Fell. Fast war es so, als ob sie Froyds Eigentum vor einem Zugriff durch ungebetene Gäste schützen wollte. Schwerfällig stand Gashwire wieder auf. "Schon gut, Katze!" Er hielt sich die schmerzende Stelle und trat den Rückzug an. Auf einem Mal war es ihm so, als ob aus jeder Ecke lachende Stimmen auf ihn zukamen. Körperlose Gestalten aus längst vergessenen Zeiten. Gashwire schrie laut auf und rannte, so schnell er konnte, aus dem Keller hinaus nach oben, zum Hof. Kaum, dass er diesen erreicht hatte, stemmte er sich keuchend die Arme auf die Knie und übergab sich. "Froyd!", stammelte er leise und wischte sich Erbrochenes vom Mund. "Froyd!" Und dann, plötzlich, standen Sir Guy Lochlan und Lian Parcival vor ihm und sahen ihn mit müden Gesichtern an. Hinter ihnen, an den Pferden angebunden, lag ein gewaltiger Kadaver, den tausende Fliegen umschwirrten.


10

"Es war ein unnötiges Gemetzel, und ein einseitiger Kampf, Lord Gashwire", sagte Lochlan gequält. "Ihr seht ja, wer übrig geblieben ist..."
Gashwire hatte sich beruhigt und ging erstaunt um das tote Tier herum. "Es ist riesig, und... Ist es etwa ein Wolf?"
Parcival verschränkte die Arme vor der Brust. "Es scheint so, in der Tat. Ich unterhielt mich auf dem Rückweg mit Sir Lochlan darüber... Unter Gelehrten kreist ein Wort herum: Mutation..."
"Mutation?", fragte Gashwire irritiert. "Aber Wölfe gelten in Laychester als ausgerottet!"
"Mutation bedeutet keine Gefahr!", sagte eine Stimme.
Gashwire zuckte zusammen, während Lochlan und Parcival sich umdrehten. Es war Froyd, und auf seinem Arm hielt er die Katze, die Gashwire zuvor unten im Keller gesehen hatte. "Froyd!"
"Ja, Mylord." Froyd setzte die Katze auf den Boden und streichelte sie kurz. Es war, als ob er Abschied von ihr nehmen würde.
Lochlan zuckte mit den Schultern. "Wie dem auch sei, der junge Parcival und ich brachten Euch nun das Monstrum. Auf dem Weg zurück überdachten wir viele Dinge." Er nickte Parcival zu.
Dieser lächelte und nickte. "Sir Lochlan und ich werden uns auf den Weg nach Süden begeben. Wir haben vor, Rathyrm im Kampf gegen Olmond beizustehen."
"Parcival ist geschickt, was Dinge wie Mechanik betrifft. Das könnte König Tellington einen Vorteil verschaffen." Lochlan verschwieg, was er dem jungen Mann alles an den Kopf geworfen hatte, als sie noch nach einem Ausweg aus der Schlucht suchten. Doch schließlich war es Parcival gewesen, der durch Handhabung einfachster Dinge den scheinbar undurchdringlichen Steinwall zum Einsturz gebracht hatte. "Wir haben vor, so schnell wie möglich in den Süden zu gelangen, Lord Gashwire. Wenn Ihr uns nun die Belohnung auszahlen könntet..."
Gashwire runzelte die Stirn. "Ja... Ja, natürlich! Geht zu meinem Verwalter. Das Zimmer rechts am Eingang zur Burg. Und..." Er wußte nicht warum, aber er begann zu lachen. "Ach... Olmond wollt Ihr bekämpfen?"
"In der Tat, ja", sagte Parcival beinahe trotzig.
Lochlan legte eine Hand auf die Schulter des jungen Mannes. "Komm, Lian. Hier ist unsere Arbeit getan."
"Was ist mit den anderen passiert?", wollte Froyd wissen.
"Sie ruhen friedlich, Herr."
"Nun..." Froyd lächelte. "Lord Gashwire und ich wünschen den beiden Verbliebenen ein langes Leben und viel Erfolg im Süden des Landes!"
"Habt Dank!" Lochlan nickte Parcival zu und beiden gingen zu ihren Pferden. Sie banden sie von dem Leichnam des Monstrums los. Dann gingen sie fort, zum Zimmer rechts am Eingang zur Burg.
Lord Gashwire ballte seine Hände zu Fäusten. "Froyd?"
"Mylord?" Ihm war bewußt, was kommen würde.
"Ich war unten, im Keller..."
"So?"
"Ja. Es war unheimlich... Und ich wünsche..."
"Was wünscht Ihr, Mylord?"
Da war er wieder, der Schatten, der Froyd umgab. Unsicher räusperte Gashwire sich. "Ihr solltet Euch eine neue Aufgabe suchen..."
Froyd fing an zu lachen. "Was soll das werden?"
"Ich wünsche, dass Ihr Burg Rynx und die Grafschaft Laychester verlasst, Froyd!"
Froyd zuckte mit den Mundwinkeln. "Lord Gashwire?"
"Ihr habt mich verstanden!"
"Und aus welchem Grund?"
"Als Ihr in den Wäldern nach Kräutern Ausschau hieltet, da war ich in Euren Gemächern..."
Unwillkürlich zuckte Froyd zusammen. "Ihr seid in meinen Räumen gewesen?"
"Es sind meine Räume, Froyd! Meine! Und was ich sah, erschreckte mich!"
Froyd seufzte und nickte. "Ja, natürlich. Euch erschrickt so manches, mein lieber Lord." Er sah zu dem Kadaver. "Habt Ihr gesehen, um was es sich handelt?"
"Es scheint ein Wolf zu sein."
"Ein Wolf, ja?" Traurig sah Froyd Gashwire an. "In der Tat, ein Wolf!" Dann breitete er seine Arme aus und murmelte für Gashwire unverständliche Worte. Um Froyd herum schlängelten sich bläuliche Blitze und ein dunkler Schatten wurde sichtbar. Und plötzlich war Froyd weg.
Verdutzt starrte Gashwire auf die Stelle, wo soeben noch sein Berater gestanden hatte. "Froyd?", fragte er vorsichtig. "Froyd!" Aber Froyd war weg. Die Katze, grau-schwarz-gestreift schlich schnurrend umher. "Froyd!", rief Gashwire. Ängstlich stellte er fest, dass nur noch das tote Monstrum, die Katze und er sich im Hof befanden. "Froyd, das ist nicht zum Lachen!" Aber offenbar war Froyd aus heiterem Himmel verschwunden...


Epilog

Der Mann, der das kleine Tier auf den mit Laub übersäten Waldboden setzte, lächelte. "Geh nur, mein kleiner Freund." Das Tier stapfte unsicher umher. "Nur zu!" Der Mann war groß, dünn, und wirkte schlaksig. Sein Lächeln offenbarte fast schwarze, glitzernde Zähne. "Nur zu, mein kleiner Freund!" Er hatte davon gehört, dass Lord William Gashwire angeordnet hatte, sämtliche Wölfe innerhalb der Grenzen von Laychester auszumerzen. "Keine Angst! Dir wird nichts geschehen!" Der Mann legte sich auf den Boden. Das Tier stakste unbeholfen auf ihn zu und schmiegte sich an ihn. "Ja, kleiner Freund. Du bist anders! Du wirst deinen Weg finden!" Der Mann stand auf und wischte sich den Dreck von seiner Kleidung. Das Tier sah noch einmal zu ihm. "Nun geh schon!", rief der Mann. Von seinem Standpunkt aus konnte er zwischen den Bäumen hindurch das Glitzern von Burg Rynx sehen. Nur noch wenige Tagesreisen. Froyd sah dem Tier nach, wie dieses im Wald verschwand. "Keine Angst", wiederholte er. "Bald, kleiner Freund. Bald bist du stark genug..." Er seufzte und setzte seinen Weg fort. Ein Beraterposten war freigeworden auf Burg Rynx. Froyd war gewillt, diesen anzunehmen. Abwechslung tat gut. Eine neue Aufgabe konnte wahrlich Wunder bewirken...


ENDE


copyright by Poncher (SV)
15.05.2003

 

Hi Ponchichi! :)

Ehrlich gesagt reißt mich deine Story nicht zu Begeisterungsstürmen hin.
An vielen Stellen ist der Text langatmig (z.B. die Ankunft, die Vorstellung, das abendliche Beisammensein und das Frühstück der Helden – ich wartete ständig darauf, wann es denn nun endlich losgeht mit der Jagd auf das Monster und wurde ganz hibbelig, als dann erst mal Milch getrunken und Käse gegessen wurde) oder es wird schon Erzähltes noch dreimal detailliert dargestellt (Charakterisierung Gashwires als Beispiel, dazu hab ich weiter unten noch etwas geschrieben). Durch die vielen Zwischenanekdoten und ausgebreiteten Szenen kann sich ein Spannungsbogen nicht wirklich aufbauen. Immer, wenn man denkt ‚Jetzt geht es los’, wird wieder eine neue Nebensächlichkeit detailliert beschrieben.

Froyd: es ist beim ersten Schatten, den Gashwire bemerkt, schon klar, dass sein Berater irgendetwas mit dem Monster zu tun hat. Gut fand ich den Rahmen, den die Anekdote mit den Wölfen und das aufklärende Ende bilden. Es fehlt aber der rote Faden, der den Leser zu dem Ausgang führt. Ich weiß, dass du überraschende Enden haben willst, das bringt einer Geschichte auch immer Pluspunkte, aber zumindest ganz versteckt könnte zwischen Anfang und Ende noch einmal von Wölfen die Rede sein, nicht als plumper Hinweis, aber so dass der Leser ein bisschen nachdenkt und am Ende ein „Ach genau, das hätte ich ja sehen können!“ loswerden könnte. Oder hab ich versteckte Andeutungen überlesen?


"Und wenn..." Schnell wischte er den laut ausgesprochenen Gedanken aus seinem Kopf, konnte aber nicht verhindern, dass er eine Gänsehaut bekam.
"Und wenn" wird Merrin wohl keine Gänsehaut bereiten, sondern das, was sich hinter den Punkten befindet, diese Gedanken jedoch hat er nicht laut ausgesprochen.
Das Monster, dachte er. Das Monster! Kurz dachte er an seine kleine Schwester Meryll und an seine Mutter
Wiederholung "dachte er". Aber Pisselskram wollt ich ja überhaupt nicht erwähnen. :D
Nein, es geht darum, dass es in einen für die Geschichte nicht angebrachten komischen Zusammenhang gebracht werden kann, wenn er voller Schrecken an "Das Monster!" denkt und im selben Moment kommt ihm seine kleine Schwester in den Sinn.
Die Narbe hatte er sich zugefügt, als er vor vielen Jahren des Nachts vor einem Rudel Wölfe floh, auf einen Baum flüchtete, dort fluchend und zitternd bis zum nächsten Morgen ausharrte, und, als die Wölfe endlich verschwunden waren, beim Abstieg unglücklich stürzte, ganze zwei Meter über den Boden.

:lol:
Der Absatz über Gashwires Wolfsbegegnung ist gut, zeigt seine Exzentrik. Guck aber nochmal: "floh", "flüchtete", "Flucht" kurz hintereinander.
Ihm war klar, dass es irgendwie schon das eigene Geld der Menschen war, aber das machte ihm die Sache leichter, und die gierigen Leute, die scharenweise tote Wölfe heranschleppten, waren dumm genug, keine weiteren Einzelheiten in Erfahrung bringen zu wollen.
Das würde ich weglassen. Es ist dem Leser auch so klar, dass alles Geld natürlich irgendwie von den Untertanen zum Lord fließt. Durch diesen Satz wird aber die Wolfanekdote holprig und ist mE auch unnötig für die Charakterisierung Gashwires.

Hm, jetzt bin ich mit Kapitel 01 fertig und finde, du hast etwas übertrieben mit der Darstellung des jeglichen Mutes entbehrenden Gashwires. Das Gespräch mit Froyd und Gashwires Gedanken über und zu seinem Vater reichen eigentlich völlig aus, um die Feigheit und Trägheit des Lords zu erkennen. Nachdem vorher aber schon die Geschichte mit den Wölfen steht, dann auch noch das Missgeschick mit dem Feuer, wirken die Beschreibungen Gashwires als ängstliches Papasöhnchen, das sich vor dem Monster fürchtet, mit der Zeit träge. Das Lächeln das die Flucht vor den Wölfen hervorruft, wird etwas angestrengt, wenn man zum vierten Mal liest, welche Charakterzüge der Lord sein eigen nennt.
Anmerkung: nachdem ich den Text fertig hatte, verstehe ich natürlich, warum die Wolfsszene stehen bleiben muss. Dann würde ich aber die anderen Szenen, in denen immer wieder erklärt wird, welch ein Angsthase der Lord doch ist, verkürzen.

Er hatte eine Weile gebraucht, um sich daran zu erinnern, dass er den Hinterbliebenen von Menschen, die dem Monstrum von Laychester zum Opfer gefallen waren, Wohnraum auf Rynx zur Verfügung gestellt hatte.
Das ist schon klar, als er sich erst nach einer Weile an den Namen "Waits" erinnert. Unnötige Aufklärung für den Leser.

PS: Da just in diesem Moment die Diskussion um „soll das in einer Kritik stehen“ losging, habe ich das für den restlichen Text gelassen, kann aber gern in ner PM weiter aufdröseln. :D

 

Holla Waldfee! :D

Danke fürs Lesen und für die gewohnt qualitativ hohe Meinung deines subjektiven Empfindens... :susp: Über eine Kürzung werde ich mal nachdenken, versprechen werde ich aber nichts, weil es mir selbst so eigentlich ganz gut gefällt.

Das war jetzt das erste Mal, dass du was unter einer Geschichte von mir geschrieben hast. :huldig:

Skandal! :ak47:

Gruß und :kuss:
Ponch

 

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