Was ist neu

Das Mädchen, das immer die Wahrheit sagte

Mitglied
Beitritt
29.04.2003
Beiträge
4

Das Mädchen, das immer die Wahrheit sagte

Das Mädchen, das immer die Wahrheit sagte


„Ich lüge nie“ sagte das Mädchen und blickte mich mit ihren ehrlich wunderschönen großen Augen an. Und es stimmte, niemals war ich einer ehrlicheren Seele begegnet als der, die ihr zu Hause hinter diesen Augen hatte. Und so ging sie durchs Leben und erzählte allen die es hören wollten, und auch ein paar die nicht danach gefragt hatten, die Wahrheit. Und auch wenn sie einmal nicht so schön war, so überreichte das Mädchen sie jedem doch so geschickt, dass ihr ein jeder dankbar dafür war.

Es war ein kleines Dorf in dem sie lebte und niemals war sie weiter in die Welt hinaus gekommen, als bis zur nächsten kleinen Stadt, in der sie ab und zu Einkäufe zu verrichten hatte.
Sie träumte oft davon in die Welt hinaus zu Reisen, Abenteuer zu erleben und fremde Menschen kennenzulernen. Und sie erzählte auch jedem davon, wie wundervoll es sein müsste, das alles zu erleben. Und sie lauschte gebannt, wenn ein Reisender sich in das kleine Dorf verirrt hatte und tolle Geschichten zu erzählen wusste. Und ein jeder, dem sie von ihren Träumen erzählte fragte sie, ob sie denn vor hätte irgendwann einmal in die Ferne zu reisen und jedem gab sie die gleiche Antwort: „Nein, hier ist mein Platzt hier werde ich gebraucht.“ Und sie hatte recht. Sie führte zwar ein einfaches aber glückliches Leben und die Menschen um sie herum waren dankbar für sie, denn wer sonst, wenn nicht sie, würde ihnen denn die Wahrheit sagen.

Doch eines Tages geschah es, dass wieder ein Reisender des Weges kam und auch er hatte wundervolle Geschichten zu berichten. Und auch ihm lauschte das Mädchen mit Neugierde und großen Augen. Und auch ihm erzählte sie von ihren Träumen und auch er fragte sie die selbe Frage und sie gab die selbe Antwort.
Doch der Reisende war ein Weiser und er blickte sie an und sah in den Augen des Mädchens, ihre ehrliche und reine Seele widergespiegelt, doch er sah noch tiefer in sie hinein und erblickte ihre Angst.
Und so sagte der Weise zu ihr: „Ich weiß, mein Kind, dass du dein Leben lag nur die Wahrheit gesagt hast und das du auch zu mir ehrlich gewesen bist. Doch horche tief in dich hinein und sage mir. Warum hast du solche Angst? Wäre es denn so schlimm, wenn die Wahrheit dort draußen in der Welt eine andere wäre?“

 

Hallo Rebecca,

erstmal Herzlich Willkommen auf KG.de!
Das Thema deiner Geschichte hat mir gut gefallen, und es ist, obwohl in einer sehr kurzen Form, gut in die Geschichte eingepackt.
Bei der Interpretation bin ich mir allerdings nicht so sicher gewesen. Den letzte Satz kann ich nicht in Zusammenhang bringen mit dem anderen, obwohl das natürlich auch an mir liegen kann.

Allerdings bin ich der Meinung, dass das Mädchen ja doch nicht ganz ehrlich war, denn sie hat doch immer davon geträumt in die Ferne zu reisen. So gesehen, hat sie sich innerlich doch schon irgendwie belogen, oder?

Also wie gesagt, da bin ich mir nicht ganz sicher. Ansonsten jedoch sehr gern gelesen:-)

Liebe Grüße

Imke

 

Hallo Imke,

vielen Dank für deine Zeilen und die positiven Worte.
Ja du könntest Recht haben, dass sich das Mädchen schon irgendwie innerlich "belogen" hat oder zumindest sich ihre Träume nicht eingesteht. Doch ich sah es so, dass sie selbst innerlich schon auch davon überzeugt ist was sie sagt. Es ist wie so ein innerer Zwiespalt zwischen dem wovon man überzeugt ist und dem was das Gefühl einem sagt. Macht das Sinn? Mit dem letzten Satz sollte das Mädchen auf ihren inneren Widerspruch hingewiesen werden.

Auf jeden Fall noch einmal vielen Dank fürs Lesen und dafür, dass du dir Gedanken über meine Geschichte gemacht hast.

Viele Grüße, deine Rebecca

 

Hallo rebeccaK,

in der eigenen kleinen Welt gibt es eine Wahrheit, vielleicht sogar eine allgemein akzeptierte. Doch „draußen“ mag es eine andere, oder auch nur einige zusätzliche Wahrheiten geben. Diese prinzipielle Erkenntnis verbindest Du mit einem psychischen Zustand, er fesselt die Protagonistin durch Angst in ihrer (beschränkten) Erfahrungswelt, hindert sie an Erkenntnis und schränkt ihre Wahrheitsliebe partiell ein. Diese Zusammensoiel ist eine gute Idee, auch die gewählte Thematik.

Leider stören im Text die Wortwiederholungen, vor allem der inflationäre Gebrauch von „und“.
„mit ihren ehrlich wunderschönen“ - mit ihren ehrlichen, wunderschönen (falls sich `ehrlich´ nicht auf `wunderschön´ beziehen soll); „hören wollten“ kein Komma, dann: ... und auch einige Leute die nicht („paar“ klingt sehr unpersönlich); „in dem sie lebte“ Komma „und niemals...“;
„hinaus zu“ reisen... ; „würde ihnen denn die Wahrheit sagen“ - ohne „denn“; „doch eines Tages“- Eines Tages; besser: ... kam, der wundervolle Geschichten zu berichten wußte ... .-
„Platzt“ - Platz.

Alles Gute,

tschüß... Woltochinon

 

Hallo Rebecca,
Deine Geschichte finde ich recht gut, wenn sie auch hier und da nicht ganz nachvollziehbar ist.
Bsp.: Warum erzählt sie jedem, dass sie nie lügt?
-> Du solltest es in ein oder zwei Szenen beschreiben und das nicht einfach so sagen. Da könntest Du z.Bsp. gleich einen Konflikt einführen, mit einer Person, die Kritik schlecht verträgt. Das hätte den positiven Effekt, dass Spannung entsteht.

Des weiteren hätte ich noch ein paar Tips:
1. Zitat: „Ich lüge nie“ sagte das Mädchen und blickte mich mit ihren ehrlich wunderschönen großen Augen an.
-> ... ich würde das Wort "ehrlich" weglassen.
2.Zitat: ...niemals war ich einer ehrlicheren Seele begegnet ...
-> "ehrliche Seele" ist ein Klischee, abgedroschen, daher würde ich es streichen
3. Zitat: " ... und sie lauschte gebannt..."
-> gebannt würde ich weglassen und nur "lauschte stehen lassen -> es hemmt den Erzählfluss

Was ich aber wirklich super duper finde, ist der letzte Satz:
Wäre es denn so schlimm, wenn die Wahrheit dort draußen in der Welt eine andere wäre?“
Einfach genial !
Du solltest Deine Geschichte noch einmal überarbeiten, deine Hauptfigur in Szene setzen und dann könnte die Geschichte wirklich gut werden !

 

Hallo Woltochinon,
Hallo Herbert,

vielen Dank für eure Mühe und für das Lesen meiner Geschichte. Ich werde versuchen meine Geschichte mit Hilfe eurer Anmerkungen noch einmal zu überabeiten.

Vielen Dank noch mal und viele Grüße, eure Rebecca

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Zurück
Anfang Bottom